Keine Tricks, Herr Bülow – Tatort 219 / Vorschau Montag 03.12.2018 RBB 22:00 Uhr // #Tatort #TatortBerlin #Bülow #KeineTricksHerrBülow #Tatort219

Titelfoto © SFB / RBB

Jetz wissen wat jenau

„Das rbb Fernsehen hat elf Tatorte aus den Jahren 1975 bis 1993 restaurieren lassen, die bis Jahresende im rbb Fernsehen ausgestrahlt werden. Es gibt ein Wiedersehen mit Heinz Drache als Kommissar Bülow, Günter Lamprecht als Kommissar Markowitz und Martin Hirthe als Kommissar Schmidt. In diesem Fall muss Feinschmecker Bülow eine Erpressung aufklären.“

So schreibt es der RBB in seiner Werbeankündigung für heute Abend. Wir dürfen uns also freuen, es kommen noch Tatorte nach Bülow. Waren ja auch erst 5 von 11, wenn wir richtig gezählt haben und wir müssen doch mal schauen, welche sie ausgelassen haben, denn er hat doch 6 Fälle gelöst. Die Sache ist schnell geklärt: „Tod macht erfinderisch“ wurde nicht gezeigt. Was immer dahinterstecken mag, den haben sie uns vorenthalten. Dieses Jahr wenigstens. Denn er zählte zur ersten Staffel restaurierter Tatorte und wurde bereits am 18.12.2017 in HD neu aufgeführt. Da dies auch der erste Bülow war, bleibt alles in der Reihe. Endlich mal was, was in der Reihe bleibt.

Heinz Drache, der seine Schauspielerkarriere nach dem Krieg am Theater unter Wolfgang Langhoff und Gustav Gründgens fortsetzte, wurde einem breiten Publikum vor allem durch seine Rolle als Inspektor Yates in den legendären Durbridge-Krimis ein Begriff. 1985 kehrte nach seinen Erfolgen in rund 20 deutschen Edgar Wallace-Verfilmungen ein nicht minder eleganter Ganovenjäger – in echtem Trenchcoat – ins aktuelle deutsche TV-Ermittler-Geschäft zurück. Als Hauptkommissar Bülow ermittelte er in brandheißen Fällen im West-Berlin der 80er Jahre. Heinz Drache verstarb mit 79 Jahren 2002 in Berlin.

Ich kenne die Durbridge-Krimis nicht, offen gestanden. Ich kann aber behaupten, Heinz Drache war mir trotzdem ein Begriff. Weil er zum Ensemble der Edgar-Wallace-Darsteller gehörte, die ab 1959 die heute kultigste deutsche Krimireihe mit ihren teilweise sehr prägnanten Gesichtern ausstatteten. Zumindst sind es die kultigsten deutschen Krimis, die fürs Kino gedreht wurden, einige von ihnen erreichten an den Kassen ein Publikum von mehr als 3 Millionen Kinogängern.

Mehrere Fälle nebeneinander bearbeiten zu müssen, ist Polizeialltag, und ein Alltag bestimmt in einem „Tatort“ das Geschehen: Aus einem ersten Gespräch mit seiner neuen Mitarbeiterin, Karin Jellineck, die unter anderem als Lockvogel für einen Frauenmörder eingesetzt werden soll, wird Hauptkommissar Bülow zu einem Banküberfall gerufen. Als dieser durch sein persönliches Eingreifen zu einem relativ unblutigen Ende gebracht wird, hat Kommissar Bülow (Heinz Drache) wenig Zeit, den Erfolg zu feiern. Die Wirtin seines Lieblingsrestaurants, Franziska Gellert, die sich schon seit einiger Zeit beobachtet und bedroht fühlt, wird entführt, und die Entführer verlangen zwei Millionen DM. Der Mörder schlägt wieder zu, seltsamerweise immer dann, wenn die Polizei nicht observiert …
Ineinander verschachtelt entwickeln sich beide Fälle und deren Lösung nicht ohne überraschende Wendungen.

Was wären Fernsehkrimis ohne überraschende Wendungen? Sozialdramen mit Verbrechen drin vielleicht und so sind ja manche Tatorte durchaus gestrickt. In diesem Fall darf tatsächlich schon eine von vier dem Chef assistierenden Personen weiblich sein. Wir erinnern uns: Beim SWR, im bürgerlichen Süden, trat im selben Jahr bereits Lena Odenthal als Leitende Ermittlerin an und sie war nicht einmal die erste: Sie hatte zwei direkte Vorgängerinnen. In Berlin wurde erst mit dem Wechsel zum heutigen Team Karow / Rubin ein einigermaßen auf Gleich agierendes Duo eingesetzt. Ein Muss ist das zwar nicht, aber es liegt auch an der Figur Bülow, dass die Filme mit Heinz Drache ein für Berliner Verhältnisse krass konservatives Gepräge aufweisen. Sein Vorgänger wirkte wesentlich moderner, aber wir sind ja auch in der zweiten Hälfte der 1980er – und das war eine Zeit, in der es aussah, als ob die Kohlsche Wende tatsächlich zurück in die 1950er führen könnte. Nun ja, das ist jetzt übertrieben, aber der progressive Schwung war schon lange weg.

H. G. Bülow (Hein Drache) – Hans Nitschke (K Janke) · Christiane Carstens (Karin Jellineck) · Arthur Brauss (Brinkmann) · Dieter Kirchlechner (Walter Gellert) · Eleonore Weisgerber (Nicole Mathern) · Wilfried Herbst (Leo Kussow) · Andreas Mannkopff (Otto Patschke) · Pierre Franckh · Helmut Gauss · Pamela Knaak · Kay Sabban · Uta Sax · Heinz Peter Scholz · Norbert Schwarz · Stefan Staudinger · Monika Stenzel · Peter von Strombeck · Edith Teichmann · Georg Tryphon · Patrick Winczewski

Stab
Regie – Jürgen Roland
Buch – Harald Vock
Kamera – Axel de Roche
Schnitt – Friederike Badekow
Musik – Birger Heymann
Produktion – SFB

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