Exitus – Tatort 697 / Vorschau Dienstag, 05.02.2019, BR, 20:15 Uhr // #Tatort #Wien #TatortWien #ORF #Eisner #Exitus #Tatort697

Titelfoto © ORF / Cult Film, Georg Budenstein

Die Tendenz  zum Nekrophilen und was darf Wissenschaft

Was soll man von einer Stadt erwarten, in der ein Lied über den Zentralfriedhof gemacht wird? Den Tod umarmen, das hat in Österreich nicht nur literarische, künstlerische Tradition, auch die ORF-Tatorte zeichnen sich zuweilen mit hohen Leichenzahlen aus. Der sehr angesehene Tatorte „Kein Entkommen“ (da war Eisner schon mit Fellner) hielt eine Zeit die Tatort-Bestmarke, mit 14 Toten. Murot und natürlich Rambo Tschiller haben sie dann übertroffen. Aber fünf ist für die Verhältnisse von 2008, als „Exitus“ entstand, auch schon ganz ordentlich, auch wenn sie vielleicht nicht alle Mordopfer sind. Trotzdem klingt die Handlungsbeschreibung hübsch gruselig soll „mit einer guten Portion schwarzen Humors“ erzählt sein. Experimente mit toten Menschen? Ein Hauch von Frankensteinismus?

Wir dachten, wir müssen wegen der heutigen Ausstrahlung von „Exitus“ nur eine Rezension aus dem Bestand neu vorstellen, aber gefehlt. Es ist wohl der für einen Krimi mit Tötungsdelikten sich geradezu aufdrängende Titel, der uns annehmen ließ, den Film hätten wir sicher schon gesehen. Dem ist aber nicht so und wir müssen heute Abend eine Aufzeichnung machen, um Ihnen, liebe Leser_innen, über unsere Eindrücke berichten zu können. Oder uns gleich vor den Fernseher setzen, wenn der Bayerische Rundfunk den Film ausstrahlt. Um 30:15 sind wir aber vermutlich noch mitten im Mietenwahnsinn, also doch zeitversetzt und möglicherweise an einem anderen Tag. Wir zählen nicht zu den Tatort-Beobachtern, die Moritz erst gut finden, seit er Bibi dazubekommen haben, die schöne Atmosphäre seiner Raus-aufs-Land-Fälle hat uns beispielsweise immer gut gefallen und die kann man intensiver gestalten, wenn der Ermittler nicht ständig im Dialog mit einer Kollegin steht, sondern sich auf das verlassen muss, was ihm vor Ort erzählt wird.

TH

Handlung

Ein mysteriöser Verkehrsunfall im Schnee mit fünf Toten gibt Sonderermittler Moritz Eisner viele Rätsel auf. Denn neben den beiden Fahrern, zwei Studenten, findet die Polizei in dem verunglückten Wagen drei weitere tote Personen, die offenbar schon vor dem Unfall gestorben sind.

Erste Untersuchungen ergeben, dass diese drei Leichen aus einem Krankenhaus offiziell zu Forschungs- und Lehrzwecken an die Anatomie der Universität Wien überstellt worden waren. Auch die Leiterin der Klinik Dr. Veronika Fuchsthaler hat keine Erklärung dafür, wie diese menschlichen Körper nachts in einen Kleintransporter auf einer einsamen Landstraße gekommen sind.

Unerwartete Hilfe erhalten Eisner und sein Kollege Inspektor Bernhard Weiler von der jungen Pathologin Paula Weisz, die in dem Krankenhaus Ungereimtheiten entdeckt. Auf eine ganz heiße Spur stößt Dr. Weisz bei einem Seminar an der Grazer Universität. Denn bei einem Anschauungsunterricht erkennt sie den Körper einer jungen Drogensüchtigen wieder, die nach den Unterlagen bereits in Wien von Studenten seziert worden ist. Wie konnte diese Leiche dann äußerlich offensichtlich unversehrt nach Graz kommen?

Für Moritz Eisner ist klar, dass die Anatomie und das Krankenhaus über gefälschte Akten Leichen verschwinden lassen. Menschen, die keine Angehörigen haben, für die niemand ein Begräbnis bezahlt und die niemand vermisst. Doch zu welchem Zweck geschieht das? Und warum hat die drogensüchtige Frau schwere Brüche an der Wirbelsäule und den Schultern, die ihr eindeutig lange nach dem Tod zugefügt wurden? Verfolgt von der Presse, die Wind von dieser Schauergeschichte bekommen hat, gerät Eisner immer tiefer in Ermittlungen, die ständig neue Fragen aufwerfen. Vor allem aber diese eine Frage: Wie weit dürfen Wissenschaft und Forschung gehen?

Besetzung und Stab  

Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Berhard Weiler – Heribert Sasse
Claudia – Sarah Tkotsch
Dr. Paula Weisz – Feo Aladag
Dr. Veronika Fuchsthaler – Sunny Melles
Ernst Rauter – Hubert Kramar
Sane – Ahmet Avkiran

Drehbuch – Thomas Roth
Regie – Thomas Roth
Kamera – Hans Seilikovsky

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