#Corona 25: Brennpunkt #USA + zu früh gefreut #CoronaLage #COVID19 #COVID2019 #COVID19de #COVIDー19 #Coronavirus #CoronavirusDE #coronavirusdeutschland #Covid_19

Vorgestern hatten wir die leise Hoffnung, dass der Höhepunkt der Corona-Krise zumindest bald erreicht sein könnte (# 24 + unten), doch der Wendepunkt ist noch lange nicht erreicht. Vor allem die USA entwickeln sich zum Welt-Hotspot der Pandemie und melden mittlerweile doppelt so hohe Fallzahlen wie jedes andere Land. Weltweit steuert die Zahl der Erkrankten auf eine Million zu (aktuell 965.535, Stand 02.04.2020, 18 Uhr) und wird diese spätestens morgen überschreiten, ebenso wird die Zahl der Getöteten (49.247)in den nächsten Stunden die Marke von 50.000 erreichen.

  • Beim Wechsel vom 01. zum 02.04.2020 zählte man in den USA ca. 216.000 Krankheitsfälle, im danach am meisten betroffenen Land, Italien, ca. 110.000.
  • Die USA sind das bisher einzige Land, das täglich mehr als 10.000 Neuinfektionen meldete (gestern ca. 26.500).
  • Die USA verzeichnen als erstes Land über 1.000 Todesfälle am Tag (01.04.2020).
  • In Relation zur Bevölkerung sind die Zahlen immer noch niedriger als in den am stärksten betroffenen europäischen Ländern Italien und Spanien, aber die Zunahme ist in den letzten Tagen sehr hoch gewesen – nachdem es am 30.03. nach einer Beruhigung, nach einem „Flatten the Curve“ aussah, das sich auch in anderen Ländern zeigte. Die rechten Balken, die den 31.03. und den 01.04. zeigen, machen deutlich, dass eine neue Welle eingesetzt hat:

Was wir teilweise zu der sehr schnellen Ausbreitung in den USA lesen, teilen wir in dieser Form nicht und billigen es auch nicht. Natürlich ist Präsident Trump untragbar und vielleicht ein Psychopath (mit dem Finger an der Atombombe), klar sind seine Wähler irgendwie selbst daran schuld, wenn es sie jetzt dahinrafft, sofern man jeden einzelnen Todesfall dem Missmanagement der jetzigen Administration und den Mängeln im Gesundheitswesen der USA zuschreibt und davon ausgeht, die Menschen wollen das so.

Es gibt viele dort, die eine allgemeine Krankenversicherung als kommunistisches Teufelswerk ansehen – aber es sind dennoch Menschen und Opfer. Wenn wir in Deutschland beim Tod von all jenen Menschen schadenfroh wären, die nicht so recht hinzulernen, kämen wir aus diesem Gefühl niemals wieder raus. Karl Lautenbach (SPD) hat dazu getwittert und auch seine Diktion finden wir in diesem Zusammenhang grenzwertig – sie ist aber bei weitem nicht so hämisch wie einige andere Wortmeldungen. Lautenbach und Nina Scheer hätten wir übrigens gewählt, wenn wir bei der SPD-internen Abstimmung über die neuen Vorsitzenden hätten mitmachen dürfen. Ein Dank an @HeimatNeue für die Zustellung des Tweets!

  • In Europa sieht es zwar immer noch dramatisch aus, insbesondere steigen in Deutschland jetzt die Todeszahlen täglich an, aber sie sind noch weit von jenen in Spanien, Italien oder Frankreich entfernt, die sich auf hohem Niveau zu stabilisieren scheinen.
  • Aktuell hat die Gesamt-Fallzahl in Deutschland gerade die Zahl der Fälle in China überschritten, das eine um fast da 17-fache höhere Bevölkerungszahl aufweist. Erinnern wir uns noch an die Zeit vor zwei Monaten, ja vor sechs Wochen? Als die meisten von uns dachten, dieses Virus sei eine exotische Geschichte aus einem seltsamen Land, in dem ziemlich alles anders ist als hier und wir mit Verwunderung quittierten, welch harte Einschränkungen im Alltag die Menschen in der Provinz Hubei hinnehmen mussten, weil die Regierung nicht auf „Herdenimmunisierung“ gegen einen Krankheitserreger setzte, für den es noch keinen Impfstoff gibt?
  • Mittlerweile existiert es kein westeuropäisches Land mehr, das in Relation zu seiner Bevölkerungsgröße die chinesischen Fallzahlen nicht weit übertrifft. Man mag über die Validität der chinesischen Meldungen denken, was man will – oder vielleicht besser nicht: Das Land ist nicht so hermetisch wie Nordkorea. Es würde durchsickern, wenn das Virus in China weiterhin ungehindert wüten würde, während die Offiziellen das Gegenteil, nämlich Neuinfektionen nahe Null, verkünden, denn die international verflochtene Wirtschaft außerhalb der Provinz Hubei wäre davon erheblich betroffen. Nicht auszuschließen allerdings, dass es zu einer weiteren Welle kommt, wenn die Restriktionen gelockert werden. So schlimm wie das Chaos in Europa, das derzeit herrscht, wird sie nicht werden. Bemerkenswert übrigens: Die Letalität kann man ja bereits gut beurteilen, das sich kaum noch Verschiebungen ergeben: Sie liegt bei 4,5 Prozent, nicht etwa bei einem Prozent, wie bei uns immer wieder als allgemeingültig behauptet wird. Auffällig niedrig ist sie vor allem in Japan mit 0,5 Prozent.
  • In Spanien und Italien, den europäischen Hotspots, stabilisiert sich die Lage auf hohem Niveau, Spanien zeigt derzeit ca. 7.000 Neuinfektionen pro Tag, Italien zwischen 4.000 und 5.000 Doch immer noch sterben viele Menschen, in beiden Ländern regelmäßig mehr als 700 pro Tag. Die Zahlen in Frankreich steigen in letzter Zeit ebenfalls stark an, vor allem die Todeszahlen, in den letzten beiden Tagen jeweils ca. 500. In Frankreich gilt eine sehr strikte Ausgangssperre.
  • Wir haben hier alle Länder mit Fallzahlen über 10.000 abgebildet, Stand 02.04.2020, 00:15 Uhr:

 TH

#Corona 24

Im Rahmen der Auffächerung unserer Beiträge zur Corona-Krise in mehrere Rubriken ist „Lage“ der Fortsetzungsbeitrag zu #Corona 20 und beschreibt die Lageentwicklung vom 27. bis 30. März 2020 bzw. 31. März, 12 Uhr mittags.

  • Innerhalb von vier Tagen hat sich die Zahl der weltweit gemeldeten Infektionen von ca. 470.000 auf 781.000 erhöht, die Zahl der Todesfälle stieg von ca. 24.000 auf ca. 38.000 an, am 30. März wurde ein neuer Tages-Höchststand von 3.703 erreicht, das sind ca. 500 Todefälle mehr, als China, das Land der „ersten Phase“, insgesamt zu verzeichnen hat. Die Zahl der erkannten Neuerkrankungen stabilisierten sich in den letzten Tagen bei ca. 60.000 – der prozentuale Zuwachs ist also deutlich rückläufig.
Quelle aller Grafiken: Worldometer
  • Mittlerweile sind die USA das Land mit den höchsten Infektionszahlen (ca. 164.000), auch Italien hat China vor wenigen Tagen überholt (ca. 102.000 / ca. 82.000), Spanien liegt mit ca. 94.000 Fällen nur knapp dahinter (ca. 88.000, am 31.03. ca. 94.000).
  • Einerseits ist in einigen Ländern, in denen die Corona-Krise am dramatischsten ist, eine Abflachung der Erhöhung bei neuen Fallzahlen eingetreten, teilweise halten sich die gemeldeten Neuerkrankungen seit mehreren Tagen auf nahezu gleichem Niveau, andererseits sinken die Todesfallraten nicht, Italien und Spanien verzeichnen jeweils ca. 700 bis ca. 900 Todesfälle pro Tag.
  • In Deutschland ist die Lage auf hohem Niveau stabil, in den letzten beiden Tagen ging die Zahl der Neuerkrankungen deutlich zurück. Den Rückgang am Sonntag hielten wir noch für typisch für einen Wochenendtag, aber auch gestern gab es nur etwas mehr al 4.000 Neumeldungen, was für die weltweiten Zahlen gilt, trifft also verstärkt auf Deutschland zu – die Zahl der Neuinfektionen nimmt vor allem prozentual ab.
  • Nun steigt nun auch die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf etwa 100 pro Tag, mit einem leichten Rückgang gestern, liegt allerdings noch weit hinter der anderer europäischer Länder ähnlicher Größenordnung zurück:
  • Die Bundesländer mit den höchsten Fallzahlen sind derzeit Nordrhein-Westfalen (ca. 15.000) und Bayern (ca. 14.800).
  • In Berlin waren am 30.03., Stand 18 Uhr, 2.581 Fälle gemeldet und 13 Todesfälle. Auffällig ist die Zahl der als genesen Ausgewiesenen (1.055), die in Relation zu den Gesamtfallzahlen weitaus höher liegt als im Bundesdurchschnitt. Diese Menschen und alle anderen, die bereits immun sind gegen Corona sind, könnten enorm wichtig für die Aufrechterhaltung des städtischen Lebens werden. So viele Menschen wie möglich auf Antikörper zu testen und die Genesenen gezielt anzufragen, wenn sie derzeit keine systemrelevanten Tätigkeiten ausüben und besonders dann, wenn ihre Arbeitsplätze ihnen derzeit nicht zur Verfügung stehen, ob sie etwas zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur beitragen möchten, ist sicher keine schlechte Idee.
  • Unser Wohnbezirk liegt mit 257 Fällen und einer Inzidenz von 731 Fällen pro eine Million Einwohner (umgerechnet auf die Weltzahlen, für Berlin weist der Senat die Fälle pro 100.000 Einwohner aus) auf jeweils mittlerem Niveau, hier die Zahlen für Berlin.

Ob die gegenwärtigen Zahlen darauf hindeuten, dass der Höhepunkt der Krise erreicht ist, können wir natürlich nicht sagen, es sieht in den „Hotspots“, den europäischen Ländern, derzeit so aus und wird auch nicht durch höhere Zahlen in anderen Weltgegenden „ausgeglichen“, denen man ein hohes Corona-Potenzial zurechnet (Südamerika, Afrika), wo die Zahlen aber derzeit eher langsam ansteigen.

Anmerkung

Wir wurden gefragt, warum wir die Zahlen der Plattform „Worldometer“ und nicht diejenigen der John-Hopkins-Universität verwenden, die häufig zitiert werden und in sytlischem Dunkelgrau-Hintergrund daherkommen. Der Grund ist einfach: Worldometer ist schneller. Die Zahlen liegen meist regelmäßig höher als bei der John-Hopkins-Universität – nicht, weil sie auf anderer Datengrundlage erstellt werden, sondern, weil die Implementierung offenbar ohne wesentliche Zeitverzögerung geschieht. Außerdem gibt Worldometer alle Quellen an, die verwendet werden, um die Zahlen zu generieren.

Hier ein Beispiel von gestern gegen Mittag, der Screenshot von Worldometer wurde einige Sekunden vor dem der entsprechenden Seite der John-Hopkins-Universität erstellt.

Außerdem werden die Daten umfangreicher für die Öffentlichkeit aufgearbeitet, unter anderem mit den Grafiken, die wir hier hin und wieder abbilden.

TH

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