Piketty, Wagenknecht & De Masi: Milliardäre besteuern? – Veranstaltungshinweis #Wagenknecht #Piketty #DeMasi #Vermögensteuer #Corona #COVID19 #COVIDー19 #Wiederaufbau #EconomyChange

Am 19. Mai 2020 ab 18:30 Uhr findet eine Diskussion als Livestream statt, die wir in diesem Beitrag empfehlen möchten.

Linke Wirtschaftskompetenz ist die beste, die es gibt, denn sie zeigt auf, dass und wie es möglich ist, Ökonomie, Ökologie und Humanität zu versöhnen. Den Satz, zumindest in der exakten Diktion, haben wir gerade erfunden, aber in diesem Sinne wünschen wir uns, dass linke Diskussionen um ein besseres Wirtschaften geführt werden. Das werden Thomas Piketty, Fabio DeMasi und Sahra Wagenknecht am Abend des 19. Mai gewiss tun. Das Event findet als Livestream statt. Wir kommentieren unterhalb der Empfehlung noch einige Sätze hinzu.

GERMAN/ENGLISH LIVESTREAM *** ENGLISH BELOW ***

Die Corona-Krise ist die schwerste Wirtschaftskrise seit den 1930er Jahren. Die Ungleichheit der Vermögen ist wieder auf demselben extremen Niveau wie zu Beginn der Industrialisierung.

Könnte die Corona-Krise ein Wendepunkt sein, um die oberen 1 Prozent zu besteuern und die Wirtschaft in Europa wieder aufzubauen? Es ist an der Zeit, dass die Milliardäre nicht fragen, was das Land für sie tun kann, sondern was sie für dieses Land tun können.

Am 19. Mai um 18.30 Uhr diskutiert Fabio De Masi darüber im Livestream mit dem französischen Starökonomen, Bestsellerautor und Ungleichheitsforscher Thomas Piketty sowie mit Sahra Wagenknecht:

*** Thomas Piketty, Professor Paris School of Economics (Autor von „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ und „Kapital und Ideologie“)

*** Sahra Wagenknecht, ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Bundestag (Autorin von „Reichtum ohne Gier“)

*** Fabio De Masi, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Bundestag

Ihr habt Fragen an Thomas Piketty, Sahra Wagenknecht oder Fabio De Masi zum Thema „Vermögen & Ungleichheit“? Stellt sie hier auf: https://airtable.com/shrzzZDvDIsm4iHqz. Die Diskutanten werden Fragen auswählen und live beantworten.

****** ENGLISH ******

PIKETTY, WAGENKNECHT & DE MASI: TAXING BILLIONAIRES?
A livestream event with Sahra Wagenknecht, Thomas Piketty and Fabio De Masi

The Corona crisis is the most serious economic crisis since the 1930s. The inequality of wealth is again at the same extreme level as at the beginning of industrialisation. Could the Corona crisis be a turning point to tax the top 1 percent and rebuild the economy in Europe? It is time for billionaires to ask not what the country can do for them, but what they can do for their country.

On May 19 at 6.30 pm Fabio De Masi will discuss this in a livestream with the French star economist, bestselling author and inequality researcher Thomas Piketty and Sahra Wagenknecht:

*** Thomas Piketty, Professor Paris School of Economics (author of „Capital in the 21st century“ and „Capital and Ideology“)

*** Sahra Wagenknecht, former leader of the Left parliamentary group in the Bundestag (author of „Prosperity without Greed“)

*** Fabio De Masi, Deputy Chairman of the Left Parliamentary Group in the Bundestag

Do you have questions for Thomas Piketty, Sahra Wagenknecht or Fabio De Masi on the topic of „Wealth & Inequality“? Ask them here: https://airtable.com/shrtNQLM8pkbOLwA3

*** ENDE Eventankündigung *** auch hier auf Facebook ***

Kommentar

Als hätte es jemand geahnt, gibt es heute den passenden Tweet, der sich aus einer Bundestagsdebatte ergab. Natürlich hatte es nicht nur jemand geahnt, sondern provoziert. Fabio De Masi, einer der drei Teilnehmer an der Diskussion am 19. Mai. Die Antwort von Angela Merkel lässt in ihrer Knappheit und Klarheit nichts zu wünschen übrig: So, wie Ärmsten in der Krise nicht einen Cent mehr bekommen (die Lebensmittelpreise steigen gerade um durchschnittlich ca. 10 Prozent), so müssen die Reichen auch nichts abgeben, wie unfair und unsinnig es auch sein mag, ihre mehrheitlich ererbten Vermögen immer weiter aufzublasen.

Wir sehen von Tag zu Tag deutlicher, dass die Corona-Krise soziale Gegensätze nicht mildern, Solidarität nicht stärken, sondern die Spaltung der Gesellschaft verschärfen wird.

Dass die Union unter Kanzlerin Angela Merkel nichts gegen die Tendenz zur Spaltung tut, hat sich vielfach erwiesen und wird sich nicht ändern. Wir finden daher den Herdentrieb, der im Moment dazu führt, dass der Kanzlerin geradezu gehuldigt wird, nur, weil sie in der Corona-Krise gesundheitspolitisch nicht so miserabel rüberkommt wie viele andere Politiker*innen, ziemlich kurios. Nicht ganz so kurios vielleicht wie die #Covidioten, aber es zeigt sich wieder, dass in Zeiten der Panik der Verstand einen schweren Stand hat.

Was tut die Linke? Zu wenig. Und Teile von ihr lassen sich in das Chaos um die richtige Meinung zum Corona-Management hineinziehen, dabei geht es jetzt doch nur um eines: Kurs wahren in der Wirtschafts- und Sozialpolitik und diesen Kurs mit aller Deutlichkeit vertreten.

Selten war die Tendenz der Bundesregierung, die Reichen zu privilegieren, so offen, so sehr für jedermann sichtbar wie im Moment. Das muss wenigstens nach der Krise die Konsequenz haben, dass all die Maßnahmen, welche die Ungleichheit weiter anwachsen lassen, analysiert, benannt und als das adressiert werden, was sie sind: Als ein weiterer großer sozialer Fail der Bundesregierung in der Ära Merkel.

Sicher war es eine gute Idee von Fabio de Masi, die Kanzlerin heute ganz offen zu fragen, eine Vorbereitung auf die Diskussion am nächsten Montag. Ganz sicher wird ihr Einwort-Statement dabei zur Sprache kommen. Aber wie lange wird es dauern, bis die schreckliche finanzielle Wahrheit für die Mehrheit dieser Mehrheit auch bewusst wird? Das Medianvermögen der Bevölkerung in Deutschland sinkt seit Jahren und ist mittlerweile ans untere Ende der westeuropäischen Länder durchgesackt.

Diese Tendenz wird sich in der Corona-Krise sicher nicht umkehren. Dass Deutschland als reich gilt, liegt vor allem daran, dass es hier vergleichsweise viele Superreiche mit ein- und zweistelligen Milliardenvermögen gibt. Das sind ebenjene, über deren Beteiligung an den Kosten der Corona-Krise diskutiert werden sollen. Wer am meisten vom neoliberalen Wirtschaftssystem profitiert, wird ohnehin nicht am meisten zu seinem Erhalt herangezogen. Aber ist das ein Gesetz oder behaupten interessierte Kreise dies lediglich? Selbstverständlich kann man diese unhaltbaren Zustände ändern und jetzt muss man sie endlich ändern.

Wird also eine Vermögensabgabe kommen? Sicher nicht, solange die CDU/CSU das Sagen hat. Aber die Menschen werden es merken und die Umfragewerte der Union werden wieder zurückgehen, wenn Bilanz gezogen wird. Und das Fragezeichen hinter dem Veranstaltungstitel wird dann hoffentlich nur noch rhetorisch sein.

Die Diskutant*innen vorzustellen, sparen wir uns – wer tatsächlich diese drei Namen noch nicht gehört hat, darf sie googeln.

TH

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