„Jan Böhmermann bringt es auf den Punkt: Deutschland ist Autoland!“ (Change.org) + Kurzkommentar | #Newsroom #Umwelt #Klima | #Verkehrswende #Boehmermann #ZDF #MagazinRoyale

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Liebe Leser:innen,

leider wird sich bis zu den Wahlen am kommenden Sonntag nichts mehr ändern, aber danach ebenfalls nicht, wenn wir nicht endlich mehr Druck machen. Erst vor wenigen Tagen haben wir uns mit der Meinung der Menschen zur Verkehrswende befasst, einige Tage zuvor über „Berlin autofrei“ geschrieben und schon vor längerer Zeit über zu viele fette Egomanen-SUVs auf unseren Straßen. Gestern erhielten wir einen Newsletter von Change.org, der mit diesem Aufruf verknüpft ist:

„Jürgen Resch und die Deutsche Umwelthilfe e.V. hat gerade ein Update zur Petition „Saubere Luft für unsere Städte: Umrüstung aller Dieselstinker auf Kosten der Hersteller!” veröffentlicht. Lesen Sie das Update und kommentieren Sie.“

20. SEP. 2021 — 

Liebe Unterstützer:innen! Am Freitag hat Jan Böhmermann in seinem ZDF Magazin Royale darauf aufmerksam gemacht, wie eng Autoindustrie und Politik in Deutschland miteinander verbunden sind. Zu Recht heißt seine Folge „Auto first, Mensch second“. Kein anderes Land wehrt sich so vehement dagegen, Fußgängern und Radfahrern endlich mehr Raum zu geben. Anstatt dessen produzieren die Konzerne immer schwererer und größere Fahrzeuge. Bitte schreibt jetzt noch eine Protestmail gegen Monster-SUV in unseren Städten!

Wir waren mit der Redaktion vom ZDF Magazin Royale über mehrere Wochen im Austausch und durften ihnen Material zu diesen Themen liefern. Wir freuen uns sehr, dass so eine großartige Sendung daraus geworden ist. Es ist wichtig, dass das Problem weiter an Wahrnehmung gewinnt:

Während unsere Städte überquillen von Autos, Parkhäusern und Co., hören Radwege teilweise einfach auf oder sind überhaupt nicht vorhanden. Anstatt mehr Raum zu schaffen für Fußgänger und Radfahrer, werden Menschen teilweise enteignet und verlieren ihr Zuhause, um Platz zu machen für neue Straßen. Anstatt ausreichend sichere Fahrradwege zu schaffen, sollen die Städte ihre Parkplätze auf SUV-Maße vergrößern. Während die Automobilindustrie sich für ihre hochmotorisierten und überdimensionierten Fahrzeuge feiert – zuletzt bei der IAA -, werden Umweltaktivisten wie Schwerverbrecher behandelt.

Eins steht fest: Unsere Städte sind für Autos gebaut und nicht für Menschen. Damit muss Schluss sein! Wir brauchen endlich eine Verkehrswende, weg vom Auto und hin zum Menschen. Bitte schreibt jetzt eine Protestmail!

Vielen Dank euch allen.

Eure Deutsche Umwelthilfe

***

Heute haben wir kaum etwas hinzuzufügen zu dem, was wir vor wenigen Tagen bereits geschrieben haben und natürlich in den oben verlinkten etwas älteren Artikeln. Außer, dass wir fast jeden Tag erleben, wie irgendein neoliberaler SUV-Besitzer-Arsch irgendeinen Fahrradweg zuparkt. Deswegen ist ein Protestbrief speziell gegen diesen Irrsinn eine gute Idee.

Es ist erstaunlich, mit welcher Unverfrorenheit in Berlin immer noch eine Minderheit von asozialen Autofahrern die Mehrheit terrorisieren darf. Es hat mit der allgemeinen Prägung zu tun, mit der speziellen Mentalität in dieser Stadt, aber auch damit, dass die Politik nicht Ernst macht mit dem Schutz von Radfahrer:innen und Fußgänger:innen. Sie signalisiert den Protzkoffer-Fahrern augenzwinkernd die allfällige Kumpanei mit den vorgeblich Bessergestellten, die wir auch aus vielen anderen Bereichen kennen.

Klima- und Umweltaspekte lassen wir, siehe oben, dieses Mal weg, sie sind hinlänglich bekannt. Oder? Ganz ehrlich, ohne Regeln von oben hätten wir heute noch Glühbirnen, die per gewolltem Verschleiß höchstens 1000 Stunden halten und das Zehnfache an Strom verbrauchen wie moderne LED-Leuchten. Genau so läuft es bei den Autos. Es ist klar, dass sich mit fetten Kisten fette Kohle machen lässt, denn sie kosten in der Produktion bei weitem nicht so viel mehr, wie die Idioten, die derlei für ihr Ego brauchen, dafür zu bezahlen bereit sind. Kein anderes Autoland hat dieses Modell, das eigentlich eine von vielen Formen der Abzocke ist, so „kultiviert“ wie Deutschland und deshalb ist die hiesige Autoindustrie auch bei der Konversion nicht gerade führend. Unser Tipp: Sie wird es aber schaffen, denn auch bei den Elektroautos wird nicht nur aufgepasst, dass keine Leistung verloren geht, sondern sogar noch draufgepackt. Mittlerweile liegt ein durchschnittlicher Neuwagen bei fast 200 PS und über 500 sind keine Seltenheit mehr.

Haben wir schon erwähnt, dass endlich eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von höchstens 130 Km/h auf deutschen Autobahnen eingerichtet werden muss?

Und wenn Ihnen das Wohnen in den Städten, wenn Ihnen Umwelt und Klima wichtig sind, schauen Sie bitte mal in die Programme der Parteien zur Bundestagswahl 2021: Wer will weiter freie Fahrt für sackige „Bürger:innen“? Die FDP natürlich, die Union überwiegend, in Berlin darf man aber auch nicht die SPD mit der rückwärtsgewandten Franziska Giffey an der Spitze wählen, wenn man endlich die Verkehrswende in Angriff nehmen will.

TH

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