Filmfest 846 Cinema

Gräfin Mariza ist eine deutsche Operettenverfilmung von Rudolf Schündler aus dem Jahr 1958. Rudolf Schock und Christine Görner sind in den Hauptrollen besetzt, Gunther Philipp, Renate Ewert und Kurt Großkurth in tragenden Rollen. Nach 1925 und 1932 war es die dritte Verfilmung von Emmerich Kálmáns Operette Gräfin Mariza. 1974 erfolgte eine weitere Verfilmung fürs Fernsehen.
Das 1990 vom film-dienst herausgegebene Lexikon des internationalen Films bezeichnete Gräfin Mariza als „sympathisch-temperamentvolle Verfilmung der gleichnamigen Operette.“[4] In der Neuauflage des Lexikons 2001 wurde die Operettenverfilmung als „teils sentimental, teils beschwingt-heiter, manchmal in Klamauk umschlagend, insgesamt aber annehmbar unterhaltend“ bezeichnet.[5] Auch der Evangelische Film-Beobachter beurteilt den Streifen überwiegend positiv: „Recht nette und flotte Farbverfilmung der bekannten Operette von Emmerich Kalman. Ein harmlos-heiteres Feierabendvergnügen.“[6] Cinema fand in Gräfin Mariza lediglich „Puszta-Romantik und bekannte Melodien“ mit Rudolf Schock.[7]
Wenn man bedenkt, wie eng wir derzeit an den späten 1940ern und frühen 1950ern des deutschen Films arbeiten, ist das, was wir im FVZ 1989 schon rezensiert hatten, natürlich sehr rudimentär, nicht nur wegen der Kürze der Kritiken.
Dies, obwohl seinerzeit noch viel mehr Filme aus den 1950ern im Fernsehen gezeigt wurden, als das heute der Fall ist. Allerdings kam es zu einer interessanten Ballung bei Filmen aus dem Jahr 1958, die von Operettenverfilmungen wie dieser bis zu „Wir Wunderkinder“ reicht.
An die Sichtung von „Gräfin Mariza“ vor fast 35 Jahren kann ich mich nicht erinnern, aber vor einiger Zeit hatte ich die Gelegenheit „Schön ist die Welt“ aus dem Vorjahr anzuschauen. Mag Rudolf Schock auch kein genialer Filmschauspieler gewesen sein, die Gründe für seine außerordentliche Beliebtheit lassen sich auch aus diesem Streifen herausdestillieren. Er war einfach sehr sympathisch und wirkte gerade für einen gelernten Opernsänger sehr bodenständig. Seine Präsenz im Film resultierte natürlich aus den von ihm gesungenen Liedern, aber auch aus einer liebenswerten Aura, die gerade nicht auf schauspielerischer Grandiosität fußte und schon gar nicht auf opernhafter Grandezza. Die Vielseitigkeit seines Schaffens war legendär und sein vergleichsweise früher Tod im Alter von 71 Jahren hinterließ in Deutschland eine große Lücke.
TH
© 2022, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke
| Regie | Rudolf Schündler |
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| Drehbuch | Janne Furch |
| Produktion | Günther Stapenhorst für Carlton Film |
| Musik | Emmerich Kálmán |
| Kamera | Erich Küchler |
| Schnitt | Adolph Schlyßleder |
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