Über

Der Wahlberliner ist eine Netzpublikation von Thomas Hocke (siehe Impressum). Bereits von 2011 bis 2016 gab es dieses Magazin unter demselben Namen, damals allerdings noch anonym betrieben. Von März 2017 bis Mitte Juni 2017 wechselte es seinen Namen zu „Rote Sonne 17“ und seine technische Basis. Alles Gute kommt aber bekanntlich wieder, wie nun die Rückkehr zum früheren Namen und zum damaligen Webseitenanbieter. Zusätzlicher Bonus: Die Realperson, die dahinter steht, ist nun für jede Leserin und jeden Leser erkennbar.

Über das schreiben zu können, was man möchte und was gerade bewegt, ist ein alter Traum vieler Menschen, das Netz hat ihn für viele von uns Wirklichkeit werden lassen. In den letzten Jahren zeigen sich allerdings auch immer mehr die Schattenseiten: Ein unüberschaubares Angebot und zuletzt auch der Drang, nicht sachgemäße und in die falsche Richtung zielende Einschränkungen zu veranlassen. Gerade für eine kleine Publikation, die sich mit Politik beschäftigt, eine besorgniserregende Entwicklung. Der kulturelle Teil des Wahlberliners dürfte davon weniger betroffen sein, aber sich nur auf ihn zurückzuziehen, das wäre genau das, was die treibenden Kräfte hinter den zunehmenden Regulationen im Netz beabsichtigen.

Das werden wir nicht tun. Vielmehr erklären wir uns soldiarisch mit allen anderen Blogger_innen, die ihre Meinungsfreiheit weiterhin für ein Grundrecht ansehen und ausüben wollen. In letzter Zeit ist viel von Bewegungen die Rede. Eine Bewegung könnte die Gemeinschaft der Netzaktivisten sein, die sich nicht in den Zustand der One-Way-Kommunikation und der Meinungsmache weniger Großmedien und Politiker_innen zurückdrängen lassen wollen, wie sie vor dem Aufkommen des Internets mit seiner grundsätzlich demokratiefördernden Wirkung herrschte.

In diesem Sinn müssen wir nicht nur weiterkämpfen, sondern stärker werden, uns äußern und einlassen einerseits und verweigern andererseits. Diese Seite „Über“ und diese Ansprache sind all jenen gewidmet, die weiterhin mutig darüber schreiben, was sie umtreibt. Ganz besonders denjenigen, die der Gefahr psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt sind, wenn sie das tun – in Ländern, in denen es nicht darum geht, die Meinungsfreiheit zu verteidigen, wie bei uns, sondern sie zu erlangen oder wiederzuerlangen. An sie denke ich  häufig, beim Schreiben, das ich ja immerhin tun kann, ohne dass jemand an meine Tür klopft, um mich wegen einer vom Mainstream abweichenden Meinung zu verhaften. Die weltweite Tendenz zu autoritären Regierungen und die Zurückdrängung der Freiheit muss uns allen Sorgen bereiten. Die Freiheit wurde uns nicht geschenkt, nur geliehen auf Zeit. Die Verlängerung dieses Leihvertrags müssen wir uns nun selbst organisieren. Dafür brauchen wir die Unterstützung unserer Leser_innen und Freund_innen. Für die Unterstützung, die sie uns bereits gewährt haben, danken wir ihnen sehr.

Thomas Hocke, Berlin, 25.06.2018

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