Das Geheimnis des Totenwaldes (DE 2020) | #Crimetime 1130 | #Totenwald #Geheimnis

Crimetime 1130 – Titelfoto © NDR/ConradFilm, Bavaria Fiction 2020/Christiane Pausch

Das Geheimnis des Totenwaldes ist ein dreiteiliger Kriminalfilm, der in Hamburg und Umgebung im Auftrag von NDR und ARD Degeto für Das Erste gedreht wurde. Vorlage waren die Göhrde-Morde von 1989 im niedersächsischen Staatsforst Göhrde und weitere Kurt-Werner Wichmann zugeordnete Straftaten. Über drei Jahrzehnte werden das Verschwinden einer Frau, die Suche nach ihr und die Auswirkungen auf ihre Familie thematisiert. Die Hauptrollen des Mehrteilers spielen Matthias Brandt, Karoline Schuch, August Wittgenstein, Silke Bodenbender, Nicholas Ofczarek und Hanno Koffler.[1]

Zum ersten Mal rezensieren wir einen Krimi-Mehrteiler des deutschen Fernsehens. Im Grunde ist es das zweite Mal, denn „Babylon Berlin“ haben wir sehr viel Aufmerksamkeit gewidmet, aber die Folgen einzeln angeschaut, als sie herauskamen, während wir „Das Geheimnis des Totenwalds“ im hälftigen Bingewatching absolviert haben (2 x 135 Minuten und an zwei aneinanderfolgenden Abenden). Dadurch hatten wir einen engen zeitlichen Zusammenhang gesichert, der einen guten Überblick über die gesamte Handlung gewährleistet hat. Wie war es mit dieser neuen Krimi-Erfahrung? Sie unterschied sich um einiges von unserer traditionellen Tatort- und Polizeirufbetrachtung. Mehr dazu steht in der – Rezension.

Handlung (1)

Die Filme erzählen frei nach wahren Ereignissen die Geschichte eines Kriminalfalls, der nahezu dreißig Jahre lang ungelöst blieb, von der zunehmend verzweifelten Suche eines Bruders nach seiner Schwester und vom Leid der Angehörigen. Die Handlung ist dabei einerseits in Hamburg, andererseits in der fiktiven Stadt „Weesenburg“ angesiedelt.

Im Sommer 1989 verschwindet Barbara Neder, die Schwester des hochrangigen Hamburger Polizisten Thomas Bethge, spurlos aus ihrem Haus nahe der Stadt Weesenburg in Niedersachsen. Kurz zuvor sind in einem nahegelegenen großen Waldgebiet zwei Paare grausam ermordet worden. Schnell gerät der Künstler Hans Lingner in Verdacht: Er wohnt am Rande des Waldes und ist ein Waffennarr. Einen Zusammenhang zwischen den Mordfällen im „Totenwald“ und dem Verschwinden von Barbara Neder sehen die Ermittler zunächst nicht.

Die niedersächsische Polizei verdächtigt stattdessen bald den Ehemann Robert Neder, der sich gerade von seiner Ehefrau scheiden lassen wollte. Auch Tochter Theresa leidet stark unter dem Verschwinden der Mutter und den Verdächtigungen gegen den Vater. Deswegen hält auch sie bald den eigenen Vater für den Mörder der Mutter.

Derweil steht der Bruder der Vermissten, der Chef des Hamburger Landeskriminalamtes Thomas Bethge, vor der schwierigsten Aufgabe seines Lebens. Er will seine Schwester finden, darf aber als Hamburger Polizist nicht in Niedersachsen ermitteln. Unterstützung erfährt er von seinen Kollegen Anne Bach und Frank Behringer.

Selbst nach seiner Pensionierung recherchiert Thomas Bethge mit diesem Team intensiv weiter und gerät damit auf die Spur eines mutmaßlichen Serienmörders.

Hintergrund („der wahre Fall“)

Die Göhrde-Morde im Staatsforst Göhrde in Niedersachsen sind zwei Doppelmorde, die im Sommer 1989 in ganz Westdeutschland großes Aufsehen erregten und heute als spektakuläres Verbrechen gelten. Innerhalb weniger Wochen wurden zwei Paare im selben Waldgebiet der Göhrde von wahrscheinlich demselben Täter ermordet. Der zweite Doppelmord fand statt, während die Kriminalpolizei etwa 800 Meter entfernt Spuren des ersten Verbrechens sicherte. Das Waldgebiet wurde danach über lange Zeit von Spaziergängern und Ausflüglern gemieden, fast 30 Jahre lang blieb der Kriminalfall ungeklärt.

Ende Dezember 2017 gab die Polizei Niedersachsen bekannt, dass sie den bereits 1993 durch Suizid verstorbenen Friedhofsgärtner Kurt-Werner Wichmann mit hoher Wahrscheinlichkeit als Täter festgestellt habe, bei dem es sich zudem wahrscheinlich um einen Serienmörder mit weiteren Morden handele. Dies hätten DNA-Analysen zweier Haare ergeben. Die Ermittler verdächtigten eine weitere bisher unbekannte Person, als Mittäter an den Morden (und möglicherweise weiteren Taten) beteiligt gewesen zu sein. Im Mai 2019 wurde bekannt, dass die Polizei die Ermittlungen wieder aufgenommen habe. Da ein der Mittäterschaft Verdächtigter die Aussage verweigert, hat sich die Polizei an die Öffentlichkeit gewandt.[2]

Rezension

Die Kritiken zu dem Film fielen überwiegend gut aus, bis hin zu überragend.

  • „Das Geheimnis im Totenwald“ (Degeto / Bavaria Fiction, Conradfilm) erzählt über eine Zeitspanne von fast 30 Jahren eine schier unglaubliche Kriminalgeschichte, der ein kapitaler Polizei- und Justizskandal zugrunde liegt. Der ARD-Dreiteiler wurde mehrals nur inspiriert von einem realen Fall: Der ehemalige Hamburger LKA-Chef Wolfgang Sielaff hat fast genau das erlebt und erlitten, was in dem Film von Sven Bohse (Regie) und Stefan Kolditz (Buch) der von Matthias Brandt preiswürdig verkörperten Hauptfigur passiert. Der jahrzehntelange Weg ist elementarer Bestandteil der Geschichte. Die dramaturgischen Herausforderungen, die sich daraus ergeben, meistert der Film überragend: Das Mehr an Zeit erhöht die Spannung im Sinne von Neugier, Anteilnahme & Mitgefühl. Die Schauspieler sind durchweg großartig, die Charaktere wirken wie echte Menschen, ohne dass es je menschelt in diesem exzellent inszenierten Film, der bei aller narrativer Emotionalität den Zuschauer filmästhetisch eher auf Distanz hält. Grundlage dieses packenden Dreiteilers ist Kolditz‘ perfekt strukturiertes, psychologisch vorzüglich verdichtetes Drehbuch, das die Chronologie der Ereignisse und die Tiefe der Charaktere gleichermaßen im Blick behält. Rainer Tittelbach – Tittelbach-TV.[3]

 Tittelbach-TV zählt zu den Publikationen, die wir auch regelmäßig für unsere Tatort-und-Polizeiruf-Vorschauen auswerten, kürzlich kam es dort erstmals, seit wir das tun, zu einer 6/6-Sterne-Wertung. Den Film dazu haben wir noch nicht gesehen, aber so ist es auch mit „Das Geheimnis des Totenwaldes“, von dem regelrecht geschwärmt wird. Film-Rezensionen.de wertet mit 7/10, die Nutzer:innen von Moviepilot.de mit für dortige Verhältnisse hohen 7,4/10.

Wir haben einige Zeit zwischen Anschauen und dieser Stellungnahme verstreichen lassen, weil der Film sich eben von Tatorten und Polizeirufen doch erheblich unterscheidet. Die ersten drei Teile sind ein Whodunit, danach geht es eher darum, ob und wie man dem Friedhofsgärtner, der im Film Jürgen Becker heißt, auf die Spur kommen wird. Dadurch entfällt im Grunde die Spannung, ob es nicht doch der Mann der Toten Barbara Neder gewesen sein könnte, aber wir wollen den Film nun gewiss nicht darauf reduzieren, ob er als Whodunit oder Howcatchem exzellent gelungen ist. Die positiven Kritiken evozieren auch keine Erwartungshaltung, weil wir sie erst nach dem Anschauen gelesen haben, wohl aber den Vergleich mit den eigenen Eindrücken.

Der Grund, warum wir erstmals einen solchen Mehrteiler angeschaut haben und rezensieren, hat einen Namen: Matthias Brandt. Seine Darstellungen des Münchener Kommissars von Meuffels in den dortigen Polizeirufen hat diese Südschiene zu einem unserer Lieblingstermine bei der Arbeit an „Crimetime“ gemacht. Schon zuvor hatte Edgar Selge dort als der einarmige Kommissar Tauber brilliert. Allerdings spielt Brandt den Hamburger LKA- und später Ex-LKA-Chef anders als seinen Münchener Kriminaler. Die Maske wird stärker eingesetzt, er trägt einen zwar für die 1980er typischen, aber ihm ungewohnt wirkenden Oberlippenbart und wirkt insgesamt viel konservativer, um nicht zu schreiben biederer. Die Rolle hat es verlangt und Brandt kann variieren, keine Frage, aber als Identifikationsfigur war ich eher auf einen Von-Meuffels-Typ eingestellt. Die zurückhaltende Art, die Brandt als Bethge auferlegt wird, ist eine andere Kategorie als das Feinsinnige, das von Meuffels auszeichnete. Allerdings hat man in „Das Geheimnis des Totenwaldes“ einen Charakter eingebaut, die es in den realen Fällen nicht gab: Die zunächst sehr junge Anna Bach, gespielt von Karoline Schuch. Im Jahr 1989 ging Lena Odenthal alias Ulrike Folkerts im Ludwigshafener Tatort an den Start, aber in der Realität dürfte es damals noch keine Frauentypen wie sie als Kommissarinnen gegeben haben, obwohl sie im Südwesten schon zwei Vorgängerinnen hatte – mit deutlich anderem Gepräge.

Um das Gepräge geht es auch bei der Figur Anna Bach, die uns mehr als jede andere durch den Film leiten soll. Sie ist die Hartnäckige, die zeitweise sogar durch Bethge gebremst wird, diejenige, die sich nie zufriedengibt und später, nach seiner Pensionierung, selbstverständlich auch zu seinem privaten Ermittlungsteam gehört. Gleichwohl muss sie sich von einer auf einem Seminar anwesenden amerikanischen Profilerin (natürlich ist sie afroamerikanisch, in Niedersachsen hätte das in den 1980ern zu unglaubwürdig gewirkt, anders als heute im Tatort Hannover-Göttingen) mit der wirklich simplen Erkenntnis versorgen lassen, dass man den Fall aus den Augen des Täters betrachten solle. Für den weiteren Verlauf des Films hat das kaum Bedeutung, denn die Arbeitsweise von Anna Bach war von Beginn an akribischer und zugleich gedanklich variabler als die der männlichen Kollegen. Diese Konferenzpausen-Szene war der Gipfel der Konzessionen an heutige Konventionen und leider nicht sehr glaubwürdig. Die stark eingesetzte und konsequent gespielte Bach-Figur gibt dem Film einen Ton, die den Blick auf das reale Geschehen von damals einerseits verfälscht, andererseits wohl auch als Brennglas dienen soll: Nur eine Frau stellt sich der männlichen Mittelmäßigkeit der damaligen Polizei entgegen und man kann froh sein, dass sie nicht auch noch dafür gemobbt oder gar angegriffen wird. Dafür ist Bach eine nicht involvierte Person, jemand, deren Schicksal nicht mit dem der Toten verknüpft ist.

Schon relativ früh im Film wird es richtig deprimierend, denn ein Holzkünstler gerät als erster in Verdacht, die beiden Doppelmorde im Wald begangen zu haben. Er ist ein emotionaler Typ, etwas sonderbar vielleicht, depressiv allemal und bringt sich um, als sich das Netz um ihn zusammenzieht, ohne dass er sich wehren kann. Dramaturgisch brauchte es bei der ansonsten sehr langsamen Filmeweise wohl ein solches Vorkommnis, auch von einem solchen Suizid im Zusammenhang mit den Göhrde-Morden weiß die reale Geschichte nichts. Die Fiktionalisierung ist also durchaus nicht in Details verfangen, sondern geht an grundsätzliche Probleme heran und mischt sie in die damaligen Ermittlungspannen und den „Justizskandal“: Ein Unschuldiger stirbt, weil die Polizei dies verursacht und das ist etwas anderes, als wenn der wirkliche Mörder sich später auch das Leben nimmt. Doch was geschieht nach dem Ableben des Künstlers? Nichts. Seine gewiss traumatisierte Familie verschwindet sofort aus dem Film, obwohl das Polizeiversagen durch sie erheblich dramatisiert wird und später aufgearbeitet werden müsste.

Um die bereits benannten Figuren kümmert sich der Film hingegen intensiv, aber mehr im Sinne einer Betrachtung der Leiden aufgrund des ungeklärten Verbrechens als im Sinne einer Entwicklung, die sie durchlaufen würden. Das ist ohnehin eine der Schwächen zumindest des hiesigen Fernsehens, dass Wandlungen offenbar furchtbar schwer darzustellen sind. Einen Ruck durch die zuvor doch recht lebensfrohe Welt des Unternehmers und Schwagers von Bethge, der Grund hätte, seine Frau loszuwerden, gib es, als diese Verschwindet, damit ist der Ton aber auch für die folgenden über 200 Minuten gesetzt. Die Teile 4 bis 6 sind dabei spannender, weil das Nichtfinden eines Täters, ohne dass es zu immer neuen Verdächtigen und Enttäuschungen kommt, eben eine recht langwierige Angelegenheit ist, die zu vielen Wiederholungen oder Beinahe-Wiederholungen bei den Dialogen führt und eben nicht zu einer vorteilhaften dramaturgischen Verdichtung. Für alle, denen z. B. die Tatorte aber zu oberflächlich oder schlicht zu schnell geworden sind, ist dieser Krimi in Moll ganz sicher eine willkommene Abwechslung. In den Tatorten versucht man ja mittlerweile, ebenfalls mehr in die Tiefe zu gehen, indem man Doppelfolgen kreiert. Eine Figur über 300 Minuten hinweg detailliert zu erzählen, ist aber nun einmal einfacher, als es in 90 Minuten präzise und prägnant zu tun. Was wir uns deshalb wünschen würden: Dass man sich nicht sklavisch an das 88-Minuten-Fomat hält, sondern, wie früher, auch mal Filme in die Reihe bringt, die bis zu zwei Stunden dauern können.

Am Ende nimmt das Geschehen deutlich Fahrt auf, es passiert alles im sechsten Teil: Die Leiche von Barbara wird gefunden und zuvor in einem Haus eine Abstellkammer entdeckt. Vielleicht hätte die Polizei auch einen Immobilienfachmann mitnehmen sollen, als sie das Haus durchsucht hat, denn in jenen Häusern aus den 1930ern oder 1950ern waren solche Seitenkammern oder -stauräume durchaus üblich. Man schaffte damit Abstellfläche einerseits, zum anderen einen senkrechten Wandteil von etwa einem Meter Höhe, an den man etwas stellen konnte, sodass die Dachschräge nicht bis zum Boden ging, wo sie nicht mehr nutzbar war. So wie den Tisch, den wir hier sehen, der vor der Klappe angebracht ist, hinter der sich Indizien befinden.

Ein weiteres Dunkelfeld, das ausgeleuchtet werden muss, ist der Hintergrund des Täters und wie jemand so wird, inklusive des Helfers, der unter seinem Einfluss steht. Dieser erhält gar keinen Hintergrund, bei Becker muss ausreichen, dass sein Vater ein alter Nazi war, der ihn, wenn der Junge  etwas „ausgefressen“ hatte, dazu tendierte, ihn mit Abstellen im strömenden Regen zu bestrafen. Wer den niedersächsischen Landregen kennt, weiß, wie hart das sein kann. Auch die Mutter wirkt nicht empathisch, gemeinsam sehen die Eltern zu, wie der Junge da draußen steht. Das ist eine starke Szene, aber sie muss vollkommen ausreichen, um zu erklären, warum Jürgen zum Serienmörder wird. Sicher ist das Geschehen an sich nicht einmal überzogen, auch die körperliche Züchtigung von Kindern war in Deutschland bis in die 1990er erlaubt und sadistische Menschen gab es immer schon. Doch es ist eben ein Schlaglicht, keine Darstellung der Evolution des Jürgen B. zum Mörder, die bei 300 Minuten Spielzeit durchaus möglich gewesen wäre – oder in ca. zwei Stunden, nachdem der Zuschauer sich relativ sicher sein darf, dass B. der Gesuchte ist.

Finale

Fasziniert ist die Kritik unter anderem davon, wie man die Auswirkungen des Verbrechens auf die Angehörigen eines Opfers, Barbara N.,  oder zu Unrecht Verdächtigten darstellt und das Quälende dieser Situation über viele Jahre hinweg, dass der Mörder nicht ermittelt werden kann, kommt durch die gedehnte Filmweise ausgezeichnet rüber. Das kann man allerdings, gute Spielfilme beweisen es, auch mit wenigen ausgezeichneten Szenen, die Entwicklungsschritte verkörpern, ebenso gut, aber wesentlich eindrucksvoller darstellen. Vielleicht nicht realistischer, das ist schon klar. Die Konzesseionen  des Films an unsere woke Zeit haben mich hier mir gestört als z. B. in „Babylon Berlin“, wo eine der beiden wichtigsten Figuren auf eine Weise gestaltet wurde, die damals absolut unmöglich war, vor allem im Polizeidienst, wo sie letztlich landet. Aber „Babylon“ ist ein grandioses Schaustück, eine bisher einmalige Melange aus Zeitgeschichte und Fiktion, flirrend, glamourös und spekulativ, und das alles will „Das Geheimnis des Totenwaldes“ ganz sicher nicht sein.

Es hätte sich die Möglichkeit geboten, ein wirklich präzises Bild der späten 1980er zu entwerfen, die ja wirklich eine Zeit waren, in denen die Zeit fast stehen zu bleiben schien, bis die Wende über das Land hereinbrach. Wenn man genauer hinschaut, stimmt das auch nicht, wir wir gerade anhand alter Unterlagen gesehen haben, die tatsächlich aus dem Jahr 1987 und 1988 stammen und politische Diskussionen für mich noch einmal plastisch werden ließen, die damals geführt wurden.

Das Elegische, das vor allem progressive Menschen damals wahrnahmen, die sich nach den stürmischeren späten 1960ern und frühen 1970ern sehnten, in denen echter Fortschritt möglich schien, hätte man ohne die selbstbewusste Jungpolizistin, die eher für die Entwicklung nach 2000 steht, konsistent herausheben oder ganz darin eintauchen können. Dann hätte man aber auch mehr recherchieren und sich mehr geniale Dialoge ausdenken müssen, die wirklich dem damaligen Ton entsprachen und auf damalige Ereignisse hätten bezogen sein können. In manchen Spielfilmen werden diese Bezüge gesetzt, die hier ganz fehlen. Man hat zwar Begriffe vermieden, die erst später aufkamen, aber das reicht nicht ganz aus. Und dann das Polizeiauto, das es in den 1980ern noch nicht gab. Es steht in der Wikipedia, es fiel mir aber auch beim Anschauen bereits auf. Wir wollen es nun nicht zum Symbol dafür aufbauschen, dass man mit dem Film auch ein wirklich überzeugendes Zeitbild nicht ganz konsequent gestaltet hat, kleine Wischer sind bei solchen Filmen leider gängig.

Mit der Zeit fand ich mich ein und ging mit, aber in 270 Minuten hätte ich trotzdem noch gerne das eine oder andere mehr gesehen und vielleicht auch eine andere Akzentuierung des Films, die sich ganz auf die Personen konzentriert, die es wirklich gab oder noch gibt.

6,5/10

© 2022 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

[1] Das Geheimnis des Totenwaldes – Wikipedia

[2] Göhrde-Morde – Wikipedia

[3] http://www.tittelbach.tv/programm/mehrteiler/artikel-5674.html

Regie Sven Bohse
Drehbuch Stefan Kolditz
Produktion Marc Conrad
Jan S. Kaiser
Maren Knieling
Musik Travis Stewart
Kamera Michael Schreitel
Schnitt Julia Karg
Kai Minierski
Besetzung

Entdecke mehr von DER WAHLBERLINER

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar