Crimetime Vorschau – Titelfoto © Radio Bremen, Jörg Landsberg
Liebe Leser:innen, noch ein paar Stunden und der neue Tatort aus Bremen wird Premiere haben. Höchste Zeit für die Vorschau. Wir starten heute, wie auch schon letzte Woche, mit einem neuen Modus:
Eine ausgewogene Rezension zum Tatort Bremen-Tatort „Donuts“, der am 2. April 2023 erstmals ausgestrahlt werden wird.[1]
Der Bremen-Tatort „Donuts“ ist ein spannender und atmosphärischer Krimi, der die Zuschauer in die Welt der Autotuner-Szene in Bremerhaven entführt. Die Kommissarinnen Liv Moormann und Linda Selb ermitteln in einem Mordfall auf dem größten Autoumschlaghafen Europas und werden dabei von dem Bremerhavener Kollegen Robert Petersen unterstützt. Der Fall ist komplex und voller überraschender Wendungen, die bis zum Schluss fesseln.
Der Film besticht nicht nur durch seine actionreichen Szenen, die unter anderem in einem leeren Karstadt-Gebäude und auf dem Car- und Verladeterminal gedreht wurden, sondern auch durch seine emotionale Tiefe. Vor allem die Figur der Liv Moormann steht im Fokus, die mit ihrer schwierigen Familiengeschichte konfrontiert wird und dabei alte Wunden aufreißt. Die Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer überzeugt mit einer nuancierten Darstellung der taffen und verletzlichen Kommissarin, die sich zwischen Pflicht und Loyalität hin- und hergerissen fühlt.
Der Tatort Bremen-Tatort „Donuts“ ist ein gelungener Beitrag von Radio Bremen, der von der Regie des Bremerhavener Sebastian Ko und dem Drehbuch von Matthias Schnelting profitiert, die sich von der realen Autotuning-Szene inspirieren ließen. Der Film ist alles andere als süß, sondern ein packender und berührender Krimi, der sich lohnt anzuschauen.
Die nächste Version von Chat-GPT wird vermutlich noch längere Texte zulassen, unter anderem. Das ist nur so ein Gefühl. Welten treffen aufeinander. Die Künstliche Intelligenz, die wir beim Wahlberliner frühzeitig implementieren, um dieser Entwicklung nicht passiv gegenüberzustehen und ein leeres Karstadt-Gebäude in Bremerhaven. Symbol für das, was viele von uns noch in vollem Glanz in ihrer Jugendzeit erlebt haben und was so nie wiederkehren wird. Dazwischen die Autotuner-Szene, die im Grunde auch von gestern ist, sie weiß es nur noch nicht. Klar, man kann auch Elektroautos noch stärker machen und sie beschleunigen so schnell, dass schon die Normalversionen nur durch allerlei elektronische Tricks vom Burnout abgehalten werden.
Aber wo bleibt der Sound? Und das kultige Design gerade älterer Fahrzeuge, die von einer gar nicht so kleinen Szene liebevoll am Leben erhalten werden. Bei uns ist es mal so, mal so: Sie passen nicht in die kommende Zeit, aber sie stillzulegen oder umzurüsten, wird das Klima nicht retten. So viel Realitätssinn sollte man schon haben, das anzuerkennen. Aber wie gerät ein Krimi in diese Szene hinein? Nicht zum ersten Mal übrigens, schon in den 1970ern gab es einen Tatort mit einer Tuning-Werkstatt. Bei weitem nicht so effektvoll gemacht wie das, was heute Abend wohl auf die Bildschirme kommen wird und der Name ist uns leider entfallen … sollen wir fragen?
Ich konnte leider keine Informationen darüber finden, dass es einen Tatort aus den 1970er oder 1980er Jahren gibt, der in der Autotuning-Szene spielt. Möchtest du etwas anderes wissen?
Ich glaube, es ging auch eher nur um eine Werkstatt. Tja. Es geht noch nicht alles, man hat uns u. a. ans Tatort-Archiv der Tatort-Fans verwiesen (1970-1979). Wir haben aber nicht genug Zeit, um alles kreuz und quer zu durchforsten. Dafür aber nun zu den Tatort-Fans und damit zur ersten Meinung zu „Donuts“.
Nein, mit dem leckeren rundlichen Süßgebäck hat dieser Tatort rein gar nichts zu tun. Im Jargon der Tuning-Szene erzeugt ein Auto „Donuts“, wenn es sich mit hoher Geschwindigkeit um die eigene Achse dreht. Und darum dreht sich viel im neuesten Fall des Bremer Ermittlerteams: um schnelle Autos, waghalsige Manöver, atemberaubende Verfolgungsjagden – und um einen Mord an einem Mitarbeiter im Bremerhavener Autoterminal, einem der größten in Europa. (…)
Tatort Bremerhaven – eine spannende Location, die mit ihren (versteckten) filmischen Reizen nicht geizt: leerstehende Kaufhäuser, dunkel-gruselige Parkgaragen, brachliegende Industrieflächen und die nicht enden wollenden Reihen von Autos im riesigen Umschlaghafen werden bildmächtig in Szene gesetzt, ebenso die spektakulären Verfolgungsjagden quer durch die Stadt. Zweifellos ein Krimi der starken Bilder, der großen Optik. Was fehlt, ist eine mit Tiefgang erzählte und überzeugende Story dazu. Ja, am Ende klärt sich alles auf, man wird nicht völlig ratlos zurückgelassen, aber insgesamt gibt es zu viele lose Enden in der temporeichen, inhaltlich jedoch recht oberflächlichen Handlung.
Tatort Folge 1230: Donuts – Tatort Fans (tatort-fans.de)
Der Bremen-Tatort zählt schon seit Längerem zu den optisch ausgefeiltesten, aber früher stand Inga Lürsen auch für Haltung – politisch gesehen. Wie keine andere Ermittler:innenperson im ganzen weiten Tatortland. Manchmal war das zu dick aufgetragen, aber das genaue Gegenteil wäre auch keine gute Entwicklung, nämlich, nur noch Oberflächenglanz, oder, in diesem Fall, Abglanz zu erzeugen. Falls unsere ChatGPT-Rezension wirklich ausgewogen war, muss es aber auch positive Kritiken zum Inhalt geben. Um es gleich zu schreiben: Die Vergangenheit einer Kommissarin reicht uns da nicht aus, zumal diese Art, Filme aufzupolstern, seit den 2010ern immer mehr in Mode gekommen ist. Gut gelöst im Sinne von in die Handlung eingebunden der das Verhalten der Kommissar:innen erklärend und die horizontale Erzählung unterstützend bei Bukow / König in Rostock, weitgehend nur das Verhalten des Kommissars rechtfertigend bei Faber in Dortmund, schlecht verschachtelt in Berlin bei Karow, wo das Gewesene so komplex eingearbeitet wurde, dass man erstmals in der Reihe bei neuen Tatorten zu einer „Was-bisher-geschah“-Narration greifen musste. So weit wird es in Bremen nicht kommen.
Dieser Fall ist vor allem eins: bildgewaltig. Immer wieder gibt’s die Drohnen-Perspektive aus der Luft, über das schier nicht enden wollende riesige Autoterminal. Oder Bilder von brachliegenden Industrieflächen, verlassenen Parkhäuser und natürlich: rasante Verfolgungsjagden durch die Nacht. Düster, blau, mit Scheinwerfer-Blitzlichtern und lautem Motorengeheul.
Und dazwischen: Stille. Szenen ohne Worte, nur Musik und die Schauspieler. Das funktioniert, aber für mich nicht immer. Vor allem nicht auf Dauer. Gegen Ende wurde es mir dann doch zu langatmig und ein zu extremer „Liv Moormann“-Privatfall. Von mir gibt’s 3 von 5 Elchen.
Tatort-Kritik „Donuts“ mit Andersen, Selb und Moormann (swr3.de)
Der Tenor der Kritik vom SWR3-Check ähnelt also vom Tenor derjenigen der Tatort-Fans, aber bei einem Äugeln rüber zu einem anderen Medium haben wir schon entdeckt, wo ChatGPT die Formulierung „alles andere als süß“ herhat. Lesen Sie bitte hier, wir haben die Zusammenfassung in Form einer Frage, die bei unseren Rezensionen „Finale“ heißt:
Lohnt sich das Einschalten? Ja. Der Krimi ist atmosphärisch, spannend und immer wieder gibt es überraschende Wendungen im Plot. Unfreiwillig steht Kommissarin Liv Moormann im Mittelpunkt und die Zuschauerinnen und Zuschauer erfahren viel über ihren familiären Hintergrund, der – so viel sei schon mal verraten – im Laufe des Films noch zerrütteter werden wird als er es schon war …
Immerhin von der privaten Konkurrenz geschrieben, die es nie hinkriegt, bei Fiction-Formaten nur annähernd auf die Zuschauerzahlen der Öffentlichrechtlichen zu kommen.
Der neue „Tatort: Donuts“ aus Bremen: Alles andere als süß (rtl.de)
Was nicht stimmt und auch in diesem Text steht: Der Bremen-Tatort spiele erstmals in Bremerhaven. Zumindest ein Containterterminal war in einem Lürsen-Stedefreund-Krimi der 2010er schon einmal Schauplatz. Selbstverständlich haben wir den Namen des Films vergessen. Unsere KI-Hilfe wusste es auch nicht, sonst hätten wir es natürlich hier preisgegeben. Ach ja, man kann auch ganz normal googeln, diese Old-School-Methode gibt es immer noch. Der Unterschied liegt auch eher in der Tatsache, dass man sich nicht mit der Suchmaschine „unterhalten“ und die Quellen automatisch in einen Text einarbeiten lassen kann. Die Qualität / Menge / Relevanz der Ergebnisse bei der Google-Suche dürfte nach wie vor die beste sein.
Der bewusste Bremen-Krimi heißt „Der illegale Tod“ und behandelte schon im Jahr 2011 die Problematik der Geflüchteten und ihre Abweisung an der EU-Außengrenze. Siehe oben, politisch progressiv war damals ein muss und auch oft sehr im Trend oder ihn sogar antizipierend.
Verzeihen Sie uns unsere KI-Exkurse, auch dieser Hype wird aber abflauen. Dafür ganz kurz etwas von der nächsten Kritikenstelle:
3 von 10 Punkten. Gegen die Wand gerast: Tempo-»Tatort« mit Dramaturgie-Defizit.
Das war die kürzeste Zusammenfassung, die wir je von Christian Buß‘-Spiegel-Rezensionen hier gezeigt haben. »Tatort« heute aus Bremen: »Donuts« im Schnellcheck (via msn.com)
Und damit zu weiteren Großmeistern der Fernsehkritik:
Der Premiere des neuen „Tatort“-Trios aus Bremen („Neugeboren“, Mai 2021) folgte ein etwas überkonstruierter Fall und ein entschieden ästhetisiertes Stück Kopfkino. Mit Folge vier kehren die Bremer ins realistische Milieu zurück. Eine Leiche im Kofferraum eines zu überführenden Neuwagens führt in die Autotuner-Szene nach Bremerhaven. Jeder, der hier vom großen Glück oder auch nur von einem kleinen Abenteuer träumt, fliegt schnell aus der Kurve. Viele Außen-Drehs und nächtliche Verfolgungsfahrten steuern visuelle Abenteuer bei. Weniger kurvenreich gestalten sich die Ermittlungen von „Tatort – Donuts“ (Bremedia Produktion GmbH). Sie münden in den Alleingang einer Kommissarin, die privat in den Fall verstrickt ist. Das riecht dann doch nach eingefahrenem Asphalt. Zwischen den Spuren blinkt „Tatort – Donuts“ aber in nachtblauen Farben und dreht ein paar aufregende Runden.
Dieser Artikel stammt von http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-6298.html
Dafür vergibt Tittelbach-TV 4,5/6, eine im Rahmen der formatbedingungen Halbierung des möglichen Punktebereichs bei dieser Quelle mit Bewertungen ab etwa 3/6 also eine durchschnittliche Wertung.
Damit lassen wir’s für heute auch gut sein. Vermutlich war unser Artikel kurvenreicher als die Ermittlungen, aber war er auch spannender? Das müssen Sie heute Abend oder wann immer Sie sich den Film in der Mediathek der ARD anschauen wollen, entscheiden. Eines haben wir unzweifelhaft gelernt und es wird sogar hängenbleiben: Im Bremerhaven gibt es eines der größten Autoverlade-Terminals in Europa. Das wievieltgrößte eigentlich? Wir fragen für eine statistisch noch nicht sehr begabte KI.
TH
Handlung
In Bremerhaven, einem der größten Automobilumschlaghäfen Europas, auf einem der Autoterminals wird eine Leiche gefunden – der Bereichsleiter der Fahrer liegt tot im Kofferraum eines Autos.
Das Bremer Ermittler-Team mit Liv Moormann und Linda Selb nimmt die Ermittlungen auf und wird vom Bremerhavener Kollegen Robert Petersen unterstützt.
Dabei stoßen sie auf Marie, Gheorghe Rusu und Oleg Rusu. Die drei Autotuner lassen heimlich Wagen mitgehen für nächtliche Rennen, messen sich beim „Donuts“ drehen, wenn das Auto mit qualmenden Reifen im Kreis schliddert. Eines der Fahrzeuge entpuppt sich als ganz besonders brisant.
Liv Moormann ist schnell mittendrin in der Auto-Tuning-Szene – und als gebürtige Bremerhavenerin begegnet sie nicht nur vergessenen Freunden, sondern wird auch mit der eigenen Familie konfrontiert.
Besetzung und Stab
Kommissarin Liv Moormann – Jasna Fritzi Bauer
BKA-Ermittlerin Linda Selb – Luise Wolfram
Kommissar Robert Petersen – Patrick Güldenberg
Kommissar Lennard Krupp – Božidar Kocevski
Kommissar Mads Andersen – Dar Salim
Gheorghe Rusu, Neffe des Opfers – Adrian But
Oleg Rusu, Neffe des Opfers – Jonas Halbfas
Marie, Livs Schwester – Luisa Böse
Jenny, Livs Mutter – Angelika Richter
Henning, Betreiber der Kartbahn – Gunnar Titzmann
Frank, Mitarbeiter der Kartbahn – Oliver Törner
Pinkie, Tallyman – Matthieu Svetchine
Hanke, Fahrer – Tino Führer
u. v. a.
Drehbuch – Mathias Schnelting, Sebastian Ko
Regie – Sebastian Ko
Kamera – David Hofmann
Musik – Olaf Didolff
[1] ChatGPT, verfassen, professionell, lang, Absatz
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