Crimetime Vorschau – Titelfoto © SWR, Christian Koch
Als ich den Titel las, dachte ich: Ist denn schon Schluss mit den Premieren, ist schon Sommerpause und wir bekommen eine lange Nacht mit Best-of-Szenen gezeigt oder dergleichen? Keine Bang, „Die Nacht der Kommissare“ ist der Abschluss des ersten Premieren-Halbjahrs beim Tatort und er zeigt ein Team, das zu meine Favoriten gehört.
Die Nacht der Kommissare ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort. Der vom Südwestrundfunk produzierte Beitrag ist die 1241. Tatort-Episode und soll am 18. Juni 2023 im SRF, im ORF und im Ersten ausgestrahlt werden. Das Stuttgarter Ermittlerduo Lannert und Bootz ermittelt in seinem 30. Fall.
„[…] das wirklich Besondere an diesem Tatort ist, dass bei allem Quatsch keine einzige Figur in der Lächerlichkeit landet. Sie werden alle ganz fein und sorgsam geliebt.“
– Claudia Tieschky: Süddeutsche Zeitung[2]
(Tatort: Die Nacht der Kommissare – Wikipedia)
15 Jahre sind Lannert und Bootz dabei, 30 Fälle haben sie gelöst. Die Rechnung ist einfach: Sie haben zwei Tatorte pro Jahr. Mit dieser Quote werden sie niemals zu den Top-Teams aufschließen können, die bereits mehr als 70, 80 oder gar 90 Fälle vorweisen können (Odenthal mit verschiedenen Partner:innen, Ballauf und Schenk, Batic und Leitmayr). Aber sie haben dem Format in der doch beachtlich langen Zeit, in der sie nun schon in Stuttgart ermitteln, eine Menge gegeben. Nicht zu Unrecht standen sie beim Tatort-Fundus ganz oben, als dieser die Türen und die Aktualisierung seiner Rangliste schloss.
Seither ist es schwieriger geworden, die Teams anhand von Vergleichen mit vielen Fans als Stimmbasis zu beurteilen, es kommt mehr auf die eigene Bewertung an, die aber derzeit nicht recht vorankommt, weil wir viele neuere Tatorte noch nicht rezensiert haben. Lannert und Bootz sind aber bisher immer eine Empfehlung wert gewesen, das hat sich wohl nicht wesentlich geändert. Auf mich wirkte es eine Zeitlang, als ob der SWR alle Top-Drehbücher, die er angeboten bekommt, diesem Team zuordnet und dann erst die anderen beiden Schienen Ludwigshaften und Schwarzwald versorg – respektive Bodensee, die Vorgängerschiene, die nach einer Zeit am Ende auch etwas abgebaut hatte.
„Die Nacht der Kommissare“ ist ein ganz besonderer und vor allem sehenswerter Tatort aus Stuttgart mit Richy Müller uns Felix Klare. Westdeutsche Allgemeine Zeitung
Zaubert einem auch ohne Drogen ein Lächeln ins Gesicht. TV Spielfilm
„Die Nacht der Kommissare“ ist eine Krimikomödie. Die gibt’s sonst nur in Münster. Stuttgart ist besser. Welt
Verrückt, aber sehr großartig. (…) Der Stuttgarter Tatort ist normalerweise solide, in dieser One-Night-Sause drehen Drehbuchautor Wolfgang Stauch und Regisseurin Shirel Peleg genussvoll auf. Süddeutsche Zeitung
Tatort-Kommissare: Wer ermittelt wo?
Foto: Christian Koch, SWR
Die Kunst des Filmes liegt eindeutig darin, das Geldverdienen und den Witz auf eine Weise zu verbinden, die überzeugend wirkt und – ja, tatsächlich! – lustig ist. RedaktionsNetzwerk Deutschland
Unterm Strich ein amüsanter Abschied vom Tatort-Jahr auf der Habenseite, der das Potential gehabt hätte, ein echtes Ausrufezeichen zu setzen. kino.de
Zum Abschluss was Irres. Kronen Zeitung
Kritikensammlung: Pressestimmen: Tatort-Kritik zu „Die Nacht der Kommissare“ aus Stuttgart: Verrückt, aber großartig (augsburger-allgemeine.de)
Der mutige Tatort Stuttgart mausert sich immer öfter zu einem außergewöhnlichen, eigenen TV-Ding, der in der Lage ist, Zuschauer zurückzuholen, die sich bereits lange vom Tatort verabschiedet haben. Außerdem ist der Tatort wirklich sehr, sehr witzig.
Hoffentlich ist es eine Glückssträhne und kein Versehen. Maximale 5 von 5 Elchen, sappalot.
Tatort Stuttgart „Die Nacht der Kommissare“: Kritik & Tatort-Game (swr3.de)
Sappalot heißt es wohl im sprachlich etwas flach tendierenden Südwesten, aber wir haben schon verstanden, die Kritik kommt aus dem eigenen Hause. Das war natürlich ein Scherz.Man muss festhalten, dass die SWR-Checker:innen nicht immer zu fünf von fünf greifen, wenn eine SWR-Produktion zu bewerten ist und es schwerer haben als andere, weil sie eben auf der Seite eines der produzierenden ARD-Häuser angesiedelt sind.
Lannert steht unter Drogen und ist dem Kollegen Bootz keine Hilfe, aber der famose 30. „Tatort“ mit Richy Müller und Felix Klare, „Die Nacht der Kommissare“ (SWR), ist trotz aller heiteren Elemente keine reine Komödie: Das Stuttgarter Ermittlerduo hat eine Nacht Zeit, um einen großen Coup zu vereiteln. Die Beteiligten sind bereit, über Leichen zu gehen, wie der Fund eines Kopfes belegt. Aber was ist mit dem restlichen Körper passiert? Und was hat die Bauernfamilie Bechtle mit der Sache zu tun? Dass die Balance auf dem schmalen Grat zwischen Krimi und Parodie scheinbar mühelos gelingt, ist neben dem originellen Drehbuch (Wolfgang Stauch) und der souveränen Regie (Shirel Peleg) nicht zuletzt dem Ensemble zu verdanken. Die Freude aller Beteiligten, an einem etwas anderen „Tatort“ mitwirken zu dürfen, ist dem Film in jeder Szene anzumerken.
http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-6348.html
Tittelbach-TV vergibt 5/6, also eine überdurchschnittliche Wertung. Wir erwähnen das, weil der Durchschnitt eben nicht, wie man meinen könnte, bei 3/6 liegt, sondern Tatorte generell als hochwertige Produktionen angesehen werden, bei diesem Format geht es ab 3/6 los und der Durchschnitt liegt bei etwa 4,5/6.
Damit schließen wir diese relativ kurze Vorschau und wünschen viel Spaß mit einem der besten Tatort-Teams und einer Komödie, die manche Kritiker für besser als Münster halten. Nun ja, die letzten Münster-Tatorte sind zumindest von den Profi-Rezensent:innen auch nicht gerade geliebt worden.
TH
Handlung
Endlich gibt es für die Stuttgarter Kommissare einen Fortschritt in ihrem aktuellen, sich dahinziehenden Fall mutmaßlichen Drogenhandels mit Todesfolge. Das jedenfalls scheint die Nachricht zu bedeuten, die Sebastian Bootz von seinem Kollegen Thorsten Lannert erhält. Das Dumme ist nur: Als Bootz den Kollegen findet, ist der zwar ausgesprochen gut drauf, aber gedanklich weit weg von Polizeiarbeit. Offensichtlich hat ihm jemand eine halluzinogene Substanz eingeflößt, die weder seiner Konzentration noch seiner Erinnerung förderlich ist. Übrig ist neben Heiterkeit nur die vage Erinnerung an einen wichtigen Deal in derselben Nacht … Sebastian Bootz hat seine liebe Not, die spärlichen Hinweise zusammenzusetzen und die Verdächtigen aufzuspüren. Zumal der Betreuungsaufwand für den eifrigen, aber nicht sehr zielorientierten Thorsten Lannert hoch ist und das außergewöhnliche Gefahrenpotential nicht außer Acht gelassen werden darf.
Besetzung und Stab
Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt – Jürgen Hartmann
Beate Bechtle – Therese Hämer
Dieter Bechtle – Klaus Zmorek
Arthur Bechtle – Valentin Erb
Jan Hanika – Frederic Linkemann
Jessy Schwanitz – Rilana Nitsch
Herr Zhou – Poki Wong
Boris Kellermann – Thomas Gräßle
Kommissar Stolle – Bernd Gnann
u. v. a.
Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Shirel Peleg
Kamera – Andreas Schäfauer
Musik – Jasmin Reuter
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