„Baugenehmigungen für Wohnungen brechen 2023 ein“ (Statista + Kurzkommentar) | #Housing 7 #Wohnreport #Mietenwahnsinn #Wohnen #Wohnungspolitik #Rückschrittskoalition #Wohnungsmangel #Wohnungskrise

Housing 7 Wohnreport | Baugenehmigungen, Neubau

In unserem letzten Housing-Beitrag haben wir darüber referiert, dass die meisten Menschen in Deutschland zur Miete wohnen und erheblicher Wohnungsmangel herrscht.

„Ob alt oder jung: Deutschland wohnt primär zur Miete“ (Statista + Kommentar) | #Housing 6 #Wohnreport #Mietenwahnsinn #Wohnen #Wohnungspolitik #Rückschrittskoalition #Wohnungsmangel #Wohnungskrise

Dabei haben wir uns auch Gedanken über die Wohnungsbewirtschaftung gemacht. Heute vermelden wir nur, dass zu wenige neue Wohnungen entstehen – wieder einmal – um den Bedarf zu decken.

Infografik: Baugenehmigungen für Wohnungen brechen 2023 ein | Statista

Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz Creative Commons — Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International — CC BY-ND 4.0 erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.

Rund 74.900 Baugenehmigungen für Wohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden hierzulande von Januar bis April 2023 erteilt – das entspricht einem Rückgang von 30,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt.

„Dabei ging die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um gut ein Drittel (-33,5 Prozent bzw. -9.200 Wohnungen) auf 18.300 zurück. Bei den Zweifamilienhäusern sank die Zahl genehmigter Wohnungen sogar um mehr als die Hälfte (-52,1 Prozent bzw. -5.800) auf 5.300. Auch bei der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, den Mehrfamilienhäusern, verringerte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich, und zwar um mehr als ein Viertel (-27,1 Prozent bzw. -17.900) auf 48.200.“

Damit dürfte sich der Wohnungsmangel in Deutschland weiter verschärfen. Bereits jetzt wird die von der Bunderegierung gesetzte Zielmarke von 400.000 fertiggestellten Wohnungen pro Jahr deutlich verfehlen, wie eine weitere Statista-Grafik zeigt. Problematisch ist das vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen und Mieter:innen in Großstädten.

Destatis zufolge muss in Deutschland im Schnitt 27,8 Prozent des Einkommens für Miete aufgewendet werden, sind es in Städten ab 100.000 Einwohner:innen 28,9 Prozent. Bei Haushalten mit einem monatlichen Haushaltsnettoeinkommen von 1.500 Euro oder weniger steigt die Belastung auf über 40 Prozent.

Heute fassen wir uns kurz: Im Grunde ist es es schon erstaunlich, wie viele Wohnungen gebaut werden müssen, um den Bedarf zu befriedigen, denn so stark steigt Bevölkerungszahl in Deutschland ja nun nicht, aller Zugänge aus dem Ausland zum Trotz. Das Problem dürfte eher sein, dass es zu wenig leistbaren Wohnraum gibt, und da hilft das allfällige Hochziehen von Luxus- und Spekulationsimmobilien gar nicht. Im oben erwähnten Artikel haben wir schon angesprochen, warum man auch mit einer Million Wohnungen pro Jahr das Problem nicht löst, wenn im falschen Sektor gebaut wird und am Bedarf der Mehrheit vorbei. Wir sind auch gespannt auf die Zahlen aus Berlin.

Trotz vieler Widerstände und komplexer Verfahren, trotz großer Flächen, die von der Bevölkerung selbst unbebaubar gestellt wurden, hatte die rot-grün-rote Koalition von 2017 bis 2021 die höchsten Neubaufertigstellungen seit Jahrzehnten zu vermelden. Jetzt haben wir eine Regierung, die überall zum Rückschritt bläst, wo es sich irgendwie machen lässt. Das heißt nicht, dass der Neubau so einbricht, wie die obigen Zahlen es suggerieren, aber es bedeutet, dass die Verdrängung sich verschärfen wird, egal, wie viele neue Wohnungen entstehen.

TH

 


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