Briefing 402 Klima, Umwelt, Klimawandel
Liebe Leser:innen,
möglicherweise ist Ihnen aufgefallen, dass zuletzt ziemlich viel Nass vom Himmel kam. Falls Sie diesen Eindruck hatten, liegen Sie richtig. Die Statistik belegt es. Besonders die letzten Monate des Jahres zeigten überdurchschnittliche Niederschlagsmengen.
Infografik: Winter 2023 ist überdurchschnittlich nass | Statista

Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz CC BY-ND 4.0 Deed | Namensnennung-Keine Bearbeitung 4.0 International | Creative Commons erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.
Der Regen in Deutschland scheint derzeit nicht enden zu wollen. Das letzte Quartal des Jahres 2023 war laut Daten des Deutschen Wetterdienstes überdurchschnittlich nass, wie die Statista-Grafik verdeutlicht. So regnete es im Dezember durchschnittlich etwa 114 Liter pro Quadratmeter – rund 44 Liter über dem vierjährigen Mittelwert des Referenzzeitraums 1961-1990. Im November waren die Regenfälle sogar etwa doppelt so stark wie der Vergleichswert. Den Meteorolog:innen zufolge zählen die beiden Monate zu den nassesten seit 1881. Der Dauerregen und das milde Tauwetter führen vor allem in Norddeutschland zu Hochwasser und Überschwemmungen.
Auch für den Januar 2024 sieht der Deutsche Wetterdienst vorerst keine Besserung der Hochwasserlage. Der Nordwesten des Landes muss sich in den kommenden Tagen auf ergiebigen Dauerregen einstellen. An der Nordseeküste drohen starke Sturmböen.
Vor allem das zweite Halbjahr lag erheblich über dem langjährigen Durchschnitt, mit Ausnahme des relativ trockenen Monats September, im ersten Halbjahr gab es immerhin mit dem Februar, dem Mai und dem Juni drei Monate mit unterdurchschnittlicher Niederschlagsmenge.
Was soll man dazu kommentieren? In Berlin beispielsweise war oder ist der Regen nach drei Dürrejahren seit 2018 dringend notwendig, trotzdem nervt er mächtig, wenn man sich vorgenommen hat, regelmäßige Outdoor-Aktivitäten zu unternehmen. Man muss gegenwärtig jederzeit mit Regen rechnen, und er ging, besonders im November geradezu zwangsläufig mit einem nicht zu überbietenden Dunkelgrau der Tage einher. Dieses verband sich wiederum mit negativen Anteilen, die nicht nur wetterbedingt waren, zu einer sehr negativen Gesamtstimmung.
Anderswo, zum Beispiel im Nordwesten des Landes, wird man das noch einmal anders sehen. Ausgedehntes Hochwasser in der Ebene ist wohl nicht vollkommen neu, aber um diese Jahreszeit und in der gegebenen Intensität ungewöhnlich. Der viele Regen wird auch dem Klimawandel zugeschrieben, wir werden demnächst auch sehen, wie die letzten Monate temperaturmäßig abgeschnitten haben. Der November war nicht überdurchschnittlich warm, so unser Empfinden, der Dezember anfangs auch nicht, und an Silvester waren es dieses Mal keine 19 Grad, wie vor einem Jahr, sondern etwa 5. Tagsüber.
Aber die langfristige Betrachtung und die episodische Wahrnehmung sind zwei ganz verschiedene Dinge. Letztere ist vor allem dem Wetter gewidmet, während es verlässliche Daten und nicht subjektive Eindrücke braucht, um die Entwicklung des Klimas richtig einzuordnen.
Wir finden es nicht überraschend, dass sowohl Dürreperioden als auch vermehrter Niederschlag als Zeichen des Wandels gesehen werden. Auffällig finden wir vor allem, dass Wetterperioden sich regelrecht festzufressen scheinen, sei es Trockenheit oder Nässe. Wochenlang ein ganz ähnliches Wetter, das fällt schon auf und könnte durch global wirksame Effekte des Klimawandels bedingt sein. Wir werden das hier nicht detailliert untersuchen können, aber diesen und andere Artikel möglicherweise zusammenfassen, um das Thema Klima / Umwelt in dem größeren Zusammenhang zu betrachten, der ihm zukommt, wenn man die Bedeutung des Klimawandels für uns alle bedenkt.
TH
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