Welt-Hitzerekorde am 21. und 22. Juli 2024 | Briefing 594 | KER Klima-Energie-Report | Klima / Umwelt

Briefing 594 KER, Klimawandel, Energie, Umwelt, Wahlen, AfD, Trump, Zivilisation, Demokratie

Zunächst wollten wir eine Notiz zum Allzeit-Hitzerekord vom letzten Sonntag schreiben, aber gestern wurde dieser schon wieder übertroffen:

Der Montag war weltweit der heißeste Tag aller Zeiten und übertraf damit den Rekord vom Vortag, da Länder auf der ganzen Welt, von Japan über Bolivien bis in die Vereinigten Staaten, weiterhin die Hitze spüren, so der Europäische Dienst für Klimawandel.

Vorläufige Satellitendaten, die Copernicus am Mittwoch veröffentlichte, zeigten, dass der Montag den Rekord vom Vortag um 0,06 Grad Celsius (0,1 Grad Fahrenheit) brach.

Damit war diese Nachricht bereits teilweise überholt, der Überblick gilt aber weiterhin:

Am Sonntag, den 21. Juli 2024, erreichte die Erde den heißesten Tag in der aufgezeichneten Geschichte. Laut vorläufigen Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S) der Europäischen Union betrug die globale durchschnittliche Oberflächentemperatur an diesem Tag 17,09 Grad Celsius (62,76 Grad Fahrenheit). Dieser Wert übertraf den bisherigen Rekord von 17,08 Grad Celsius, der am 6. Juli 2023 aufgestellt wurde, um 0,01 Grad Celsius[1][2][4].

### Vergleich mit früheren Rekorden

– **Vorheriger Rekord**: 17,08 °C am 6. Juli 2023

– **Davor**: 16,8 °C am 13. August 2016

Seit Juli 2023 wurden 57 Tage verzeichnet, die den vorherigen Rekord von 16,8 °C überschritten haben, verteilt auf die Monate Juli und August 2023[1].

### Ursachen für den Rekord

Die extremen Temperaturen sind hauptsächlich auf den menschengemachten Klimawandel zurückzuführen, der durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas sowie durch die Viehwirtschaft verursacht wird. Weitere Faktoren umfassen das natürliche El Niño-Phänomen, das die Temperaturen im zentralen Pazifik erhöht, und eine ungewöhnlich warme Antarktis im Winter[2][4].

### Auswirkungen und Prognosen

– **Regionale Hitzeereignisse**: An diesem Tag erlebten weite Teile der USA, Europas und Russlands extreme Hitzewellen. In Kalifornien erreichten die Temperaturen fast 40 °C, was die Bekämpfung von mehr als zwei Dutzend Bränden erschwerte. Europa litt ebenfalls unter tödlichen Hitzewellen[2][5].

– **Zukünftige Rekorde**: Wissenschaftler warnen, dass wir uns in »unerforschtem Gebiet« befinden und dass in den kommenden Monaten und Jahren weitere Rekorde gebrochen werden könnten, solange die Treibhausgasemissionen nicht drastisch reduziert werden[2][5][8].

### Historische Perspektive

Die Aufzeichnungen des Copernicus Climate Change Service reichen bis ins Jahr 1940 zurück, während andere globale Messungen der US-amerikanischen und britischen Regierungen bis ins Jahr 1880 zurückgehen. In Kombination mit Daten aus Baumringen und Eiskernen deuten viele Wissenschaftler darauf hin, dass die jüngsten Rekordtemperaturen die höchsten seit etwa 120.000 Jahren sind[2].

### Fazit

Der 21. Juli 2024 markiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte des Klimawandels und unterstreicht die dringende Notwendigkeit globaler Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Ohne solche Maßnahmen werden weitere Rekorde und die damit verbundenen extremen Wetterereignisse unvermeidlich sein.

[1] [Copernicus Climate Change Service]

[2] [Euronews]

[4] [Al Jazeera]

[5] [VOA News]

Quellen

[1] https://climate.copernicus.eu/new-record-daily-global-average-temperature-reached-july-2024
[2] https://www.euronews.com/green/2024/07/24/truly-staggering-earth-records-hottest-day-ever-adding-to-months-of-unparalleled-heat
[3] https://www.washingtonpost.com/climate-environment/2024/07/23/hottest-day-ever-recorded-climate-change/
[4] https://www.aljazeera.com/news/2024/7/23/worlds-hottest-day-recorded-on-sunday-climate-monitor-says
[5] https://www.voanews.com/a/world-recorded-hottest-day-on-july-21-monitor-says-/7710079.html
[6] https://www.reuters.com/world/world-registers-hottest-day-ever-recorded-july-21-monitor-says-2024-07-23/
[7] https://www.dw.com/en/climate-monitor-records-hottest-ever-day-in-july/a-69741867
[8] https://www.usatoday.com/story/news/weather/2024/07/23/july-21-hottest-day-in-history/74514675007/

Nicht nur der US-Wahlkampf wird in den letzten Tagen immer heißer, das Wetter macht auch mit und erreicht immer neue Hitzerekorde. In Deutschland spüren wir dieses Jahr nicht so viel davon, weil auf heiße, schwüle Tage umgehend ein Gewitter mit anschließender Abkühlung folgt, wie gestern (23.07.). So jedenfalls in Berlin, wo der Rekord für dieses Jahr bei 32 Grad steht, während wir 2023 mehrere Tage mit mindestens 34 Grad hatten. Im Moment spinnt die Wetteranzeige auf dem Computer ein wenig, es hat deutlich mehr als 17 Grad und es gibt auch kein Gewitter, sondern die Sonne scheint auf eine wirklich angenehme Weise.

In den letzten Jahren mussten wir aber auch viel über Trockenheit und anhaltende Juli- und Augusthitze schreiben, beginnend mit dem Jahr 2018 deshalb, weil am 24. Juni  2018 der neue Wahlberliner startete und es schon wenige Tage später mit der Hitzewelle und anhaltender Trockenheit losging. Dadurch wurde der Klimawandel zu einem unserer ersten Themen und seitdem haben wir immer wieder ein Auge darauf und schreiben den »KER«, den Klima-Energie-Report weiter fort. 

Kurz darauf kam es zur Schüler:innenbewegung  »Fridays For Future«. Das Startdatum der Bewegung kann man auf den 20. August 2018 festlegen, als Greta Thunberg erstmals alleine einen Schulstreiktag einlegte. 

Wir sind sechs Jahre weiter und leider ist das wichtige Klimathema während der Corona-Pandemie und jetzt im Kriegsgetöse etwas untergegangen. Es wird aber bleiben, egal, was die Menschen sonst noch an schrecklichen Dingen anrichten, die die Aufmerksamkeit für sich beanspruchen. Dass wir uns nicht alle zusammentun und gemeinsam gegen den Klimawandel arbeiten, sagt einiges über die Verfassung der Zivilisation aus. Aber man sollte wenigstens nicht so meschugge sein, Klimaleugner von der AfD oder deren Kollegen im Geiste, Donald Trump zu wählen, wenn es in deutschen Bundesländern im September und in den USA im November an die Urnen geht. 

Für uns symbolisiert die Sucht nach dreckigem, fossilem Strom, die manche Menschen zu verspüren scheinen, leider auch deren gesamtes Denken. Es ist verschmutzt in vieler Hinsicht. Es berücksichtigt neben dem CO2-Aspekt auch nicht, dass die fossilen Rohstoffe einmalig sind und noch für andere Zwecke gebraucht werden als zum Verfeuern. Dummheit, Kurzsichtigkeit, mangelnde Empathie für andere und für die Erde als Ganzes ist das, was wir jeden Tag sehen. Das fängt mit dem Dreck an, der sich im Alltag überall in den Städten anhäuft, dehnt sich von den Konsumgewohnheiten bis zur Leugnung von Tatsachen und zu geopolitischen, inhumanen Spins hin aus. 

Nur, weil das so ist, muss die Politik eingreifen und es besser machen, als die Mehrheit der Wähler:innen es will. Das hat bedauerlicherweise tiefgreifende Überlegungen zu Demokratie und Diktatur zur  Folge und es zeigt sich wieder, dass Demokratie nicht der Terror einer ranzigen Mehrheit gegenüber Menschen sein darf, die Minderheiten angehören oder es besser machen wollen.

Auch, dass Freiwilligkeit in vielen Bereichen keine Option ist, müssen wir immer wieder feststellen. Ohne Vorschriften kriegen Sie Menschen nicht dazu, ein Verhalten an den Tag zu legen, das dafür sorgt, dass sie noch etwas länger auf diesem Planeten verweilen dürfen. Insofern verhindert das Gute, die Aufstellung von Regeln zum Schutz der Erde, das Bessere, nämlich eine Zivilisationskatastrophe, die dafür sorgen würde, dass die Erde aufatmen kann, weil der Mensch sich selbst atomisiert oder von ihr weggebrannt hat. 

Wahrscheinlich wird der nächste Temperaturrekord nicht lange auf sich warten lassen. Ein Thema wird das hierzulande aber wohl nur werden, wenn auch in Deutschland die Hitze kaum noch erträglich ist. 

TH


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