Briefing 596 Sport Olympia 2024 Paris Zuschauer, nie ausverkauft
Liebe Leser:innen, wir werden es mit den Olympischen Spielen 2024 wohl halten wie mit der Fußball-Europameisterschaft. Wir haben es geschafft, kein einziges Spiel anzuschauen, damit waren wir besser, als wir es uns vorgenommen hatten (ab Halbfinale, wenn die deutsche Mannschaft es erreicht, also hat uns das Ausscheiden gegen Spanien insofern geholfen).
Die Spiele laufen schon, obwohl die Eröffnungsfeier erst Morgen stattfindet; den ersten Skandal gab es auch schon. Die Einschaltquoten während der Fußball-EM waren gigantisch, obwohl viele Menschen ja gar nicht selbst den Fernseher bedienten, sondern irgendwo draußen saßen oder standen. Das eine oder andere Spiel haben wir im Audiostream auf der Abendrunde verfolgt. Wir wollen es mal so ausdrücken: Das auch noch optisch? Da haben wir also nicht viel verpasst.
Trotzdem, die vier Beiträge, die wir zur EM geschrieben haben, werden wir wohl auch für die Olympischen Spiele erreichen, wenngleich wir hier selten Einzelereignisse kommentieren.
Olympische Spiele sind per se faszinierend, aber in diesen Zeiten hat alles einen faden Geschmack. Der Sport steht im Verdacht, korrumpiert und dopingdurchtränkt zu sein, und das alles vor politischen Hintergründen, die im Grunde dazu führen müssten, Spiele abzusagen. Aber es ist eben Zeit für Brot und Spiele, da gibt es kein Pardon. Wir fangen heute ganz harmlos an. Anders als die Spiele bei der EM sind die Arenen bei Olympia selten ausverkauft, deswegen wird unsere heutige Zusatzinfo sich mit den Preisen befassen, zunächst aber die aktuelle Statista-Grafik, die gerade erst erschienen ist:
Olympiade ist ein Publikumsmagnet, aber selten ausverkauft

Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz CC BY-ND 4.0 Deed | Namensnennung-Keine Bearbeitung 4.0 International | Creative Commons erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.
Neben den rund 10.500 Athlet:innen, 20.000 akkreditierten Journalist:innen und 45.000 freiwilligen Helfer:innen werden in den kommenden Wochen auch Millionen Zuschauer:innen nach Paris kommen, um die Olympischen Sommerspiele 2024 zu verfolgen. Am 21. Juli gab der Präsident des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele in Paris gegenüber der AFP bekannt, dass bereits 8,7 Millionen Eintrittskarten verkauft wurden. Damit hat die Pariser Olympiade den bisherigen Rekord für die meisten verkauften Eintrittskarten deutlich übertroffen. Dieser wurde bislang von den Olympischen Spielen im US-Amerikanischen Atlanta (1996) gehalten, wo laut dem Internationalen Olympischen Komitee 8,3 Millionen Tickets verkauft wurden.
Es bleibt nun abzuwarten, ob Paris 2024 das schafft, was weder Rio, London, Peking oder Atlanta gelungen war: alle für die Veranstaltung zum Verkauf angebotenen Karten zu verkaufen. Mit 97 Prozent aller verfügbaren Karten, die verkauft wurden, war London 2012 die Veranstaltung, die in den letzten vier Jahrzehnten am nächsten dran war, knapp vor Peking 2008 (96 Prozent), während Athen 2004 mit nur 71 Prozent der verkauften Karten die größten Schwierigkeiten hatte, seine Stadien und Hallen zu füllen. Bisher wurden 87 Prozent des Kontingents für Paris 2024 (ohne Paralympics) verkauft, aber die Organisatoren sind zuversichtlich, dass sie bis zum Ende der Veranstaltung alle zehn Millionen Karten verkaufen können.
Wir erinnern uns noch an Bilder, die darauf hindeuteten, dass nicht alle, die Karten hatten, auch wirklich in den Stadien waren – oder waren die Kartenverkaufszahlen auch manipuliert? Wer weiß das schon. Offiziell hat Paris jedenfalls schon einen Rekord in der Tasche, denjenigen für die meisten jemals verkauften Karten. Die Zahl der angebotenen Tickets war nach wie vor in Atlanta 1996 die größte.
Und hier noch eine schnelle Info zu den Ticketpreisen von Paris:
Die kommenden Olympischen Spiele in Paris weisen eine sehr breite Preisspanne auf. Die Tickets kosten zwischen 24 Euro für die günstigsten Plätze und bis zu 980 Euro für Premium-Plätze bei beliebten Veranstaltungen wie das 100-Meter-Finale der Männer in der Leichtathletik.
Falls Sie dabei sein wollen, bedenken Sie bitte, dass der Ticketpreis nur den kleineren Teil des Budgets ausmacht und dass Paris nicht gerade eine billige Stadt zum Übernachten ist.
TH
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