Der Reigen (La Ronde, FR 1950) #Filmfest 1185

Filmfest 1185 Cinema

Der Reigen (La Ronde) ist ein französischer Liebesfilm von Max Ophüls aus dem Jahr 1950, der auf dem Theaterstück Reigen von Arthur Schnitzler basiert.

Bevor Max Ophüls Deutschland 1933 verließ, trat er noch mit »Liebelei« hervor, setzte seine Karriere in Frankreich fort, dann in den USA, wo er immer ein sehr gutes Niveau bewahren konnte. Seine besten Filme sind aber wohl jene, die er nach der Rückkehr nach Frankreich gemacht hat, in den Jahren 1950 bis 1955. Mein Lieblingsfilm ist mittlerweile »Madame de…« aus dem Jahr 1953, eine 10/10 würde es heute auch für »Der Reigen« nicht mehr geben, aber etwas hatte ich schon recht früh erkannt, ohne Hilfe durch die Meinung Dritter: Die unglaubliche Eleganz und Stilsicherheit von Ophüls‘ späten Filmen, die sich auch in fließenden Kamerabewegungen ausdrückt, in erstklassigen Dialogen (hier befördert natürlich durch die Vorlage des Stücks) und in einem Einsatz der Schauspieler, den man kaum besser gestalten kann. In einem Film, der von Liebelei zu Liebelei schwingt, ist ein solcher Stil natürlich ein besonderer Vorteil – ohne dass man die Kritik und auch die Tragik hinter den Schicksalen nicht mehr spüren würde. Die Idee, einen Conferencier einzusetzen, gespielt von Adolf Wohlbrück, nahm Max Ophüls fünf Jahre später noch einmal für seinen Film »Lola Montez« auf, dieses Mal stellte Peter Ustinov den allwissenden Mann dar, der durch die Handlung führt und die Episoden zusammenfügt. 

„Der ‚Reigen‘ der sich treffenden und sich wieder verlassenden Partner in der Wiener Bourgeoisie um die Jahrhundertwende ist atmosphärisch dicht und überzeugend mit lächelnder Leichtigkeit und kokettem Charme inszeniert. Die Musik von Oscar Straus unterstreicht den musikalischen Charakter der Dramaturgie.“ – Lexikon des internationalen Films[1]

„kokett-frivoles Meisterwerk“ – TV Spielfilm

Die Sichtung von »Der Reigen« erfolgte im Rahmen einer Werkschau von Filmen, in denen Gérard Philipe, der neue Superstar Frankreichs ab den späten 1940ern mitwirkte und die vom dritten Programm des Südwestfernsehens ausgestrahlt wurde. Philipe starb leider bereits im Jahr 1959, im Alter von 37 Jahren.

© 2024, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Regie Max Ophüls
Drehbuch Jacques Natanson
Max Ophüls, nach dem Bühnenstück Reigen von Arthur Schnitzler
Produktion Ralph Baum
Sacha Gordine
Musik Oscar Straus
Kamera Christian Matras
Schnitt Léonide Azar
Besetzung

 

 

 

 

 


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