Ben Hur (USA 1907) #Filmfest 1196

Filmfest 1196 Cinema

Ben Hur ist ein US-amerikanisches Stummfilmdrama aus dem Jahr 1907, das im antiken Rom spielt und die erste Verfilmung von Lew Wallaces populärem Roman Ben-Hur: A Tale of the Christ aus dem Jahr 1880 ist. Unter der gemeinsamen Regie von Sidney Olcott und Frank Oakes Rose wurde dieses „Fotospiel“ von der Kalem Company of New York City produziert, und seine Szenen, einschließlich des Höhepunkts des Wagenrennens, wurden im Stadtteil Brooklyn gedreht. [5][ein]

Es hätte aus dem Jahr 1907 auch komödiantische Höhepunkte wie „Lachgas“ gegeben. Die Filme der Serie sind aber nur um 6 Minuten lang, während ich wirklich wild darauf war, endlich in Richtung Langspielfilm voranzukommen, nachdem das nach „The Great Train Robbery“ aus dem Jahr 1903 schon in den drei Folgejahren nicht gelungen war. Dank des auch später noch für große Kinoerfolge tauglichen Stoffes „Ben Hur“ habe ich es nun geschafft. Der Film ist etwa 15 Minuten lang, also eine ganze Rolle. Drei Minuten mehr als „The Great Train Robbery“. Ein „First“ ist er auch, darauf legen wir ja in der „Dritten US-Chronologie des Wahlberliners – von Beginn an“ großen Wert. Er ist die erste Verfilmung dieses Romans. Ganz sicher nicht die erste Literaturverfilmung. Zum Vergleich: Im selben Jahr wurde in Frankreich der erste echte Langspielfilm Europas von 90 Minuten Dauer gedreht. L’Enfant prodigue (Film aus dem Jahr 1907) – Wikipedia. Mit der wenig spielfilmtechnifördernden Eigenschaft, dass er, wie häufig bei frühen längeren Filmen, ein von einer handgekurbelten Kamera begleitetes Theaterstück ist. Müssen wir doch auf D. W. Griffith warten, um den echten amerikanischen Langespielfilm rezensieren zu dürfen, der dann wie eine Horde Ku-Klux-Klan-Männer über uns kommen wird? Nicht so schnell. Wir sind noch acht Jahre von „Birth of a Nation“ entfernt.

Handlung

Mit einer ursprünglichen Gesamtlaufzeit von nur 15 Minuten hebt Kalems „Römisches Spektakel“ nur einige der wichtigsten Ereignisse hervor, die im Roman beschrieben werden, obwohl Juda Ben-Hurs Begegnungen mit Jesus Christus oder seine Anwesenheit bei der Kreuzigung Christi bemerkenswert ausgeschlossen sind. Die Filmgesellschaft beschreibt in ihrer Werbung von 1907, dass die Veröffentlichung aus „Sechzehn großartigen Szenen“ mit Zwischentiteln besteht, die Bildschirmpräsentationen wie „Jerusalemer Rebellen gegen römische Missherrschaft“, „Die Familie Hur“, „Ben Hur in Ketten bis zu den Galeeren“ und „Ben Hur und Messala – Die Herausforderung“ einleiten. [5]

Ein erheblicher Teil des letzteren Inhalts des Films widmet sich der Darstellung des Wagenrennens in der Geschichte. Dargestellt sind nur vier Wagen, darunter die von Ben-Hur und Messala, die jeweils von vier schwarzen Pferden gezogen werden. Praktisch die gesamte Handlung des Wettbewerbs wird visuell angedeutet, findet außerhalb der Kamera statt und wird den Zuschauern des Films nicht gezeigt. [b] Römische Zuschauer auf der Leinwand jubeln, als würden sie den Wagenlenkern zusehen, wie sie drei Runden um die Strecke des Circus Maximus rasen. [5] Nur kurze Aufnahmen zeigen, wie die Teilnehmer an der statischen Kamera vorbeirasen, während ihre Fahrzeuge angeblich jede der Runden absolvieren. Nachdem Judah das Rennen gegen Messala und die beiden anderen Konkurrenten gewonnen hat, erscheint der Zwischentitel „Ben Hur Victor“. Der Film endet dann damit, dass die Zuschauer weiter jubeln; Juda wird vom Kaiser mit einem Lorbeerkranz ausgezeichnet; und Messala, der sich während des Rennens verletzte, auf einer Trage lag und in Richtung seines ehemaligen Freundes gestikulierte.

Information und Rezension

Im neuen Savoy-Theater in der South Highland Avenue, in der Nähe der Center Avenue, das gestern nachmittag und gestern abend in verheißungsvoller Weise eröffnet wurde, wird das gleiche Programm, das gestern die große Menschenmenge erfreute, bis Mitte nächster Woche fortgesetzt werden. Zu diesem Repertoire gehört eine großartige Inszenierung von „Ben Hur“ mit Hilfe der Filmkamera und mit allen Ton- und Sprachbegleitungen, die für einen vollkommenen Realismus notwendig sind. [19]

Die Moving Picture World informierte ihre Leser im Februar 1908 ebenfalls über die Reaktionen des Publikums auf Kalems Freilassung. „‚Ben Hur'“, berichtete die Fachzeitschrift, „zog solche Menschenmassen in ein Theater in Atlanta, Georgia, dass die Polizei bei der Räumung der Gänge und der Lobby helfen musste.“ [20] Später im Monat fügte die Publikation der Filmindustrie hinzu: „Eine westliche Zeitung bezeichnete ‚Ben Hur‘ in einem Kommentar zu einer lokalen Show als ‚eine wunderbar realistische und gefällige Darstellung von Lew Wallaces berühmter Geschichte und einen Triumph der kinetoskopischen Kunst‘.“ [21]

Auch die Filmkritik und die Filmzuschauer befanden sich damals noch in der Werdung, wie die vorstehenden Beschreibungen deutlich werden lassen. Man konnte zum Beispiel noch nicht einschätzen, was „filmisch“ ist, sonst hätte man angemerkt, dass der Film einen großen Rückschritt zum Beispiel gegenüber „The Great Train Robbery“ darstellt, was die flüssige und schlüssige Handlungsführung angeht. Dabei gilt doch selbst dieser aus der Sicht heutiger Filmforscher technisch nicht als progressiv, trotz Fahrtaufnahmen von einer Eisenbahn aus, die unzweifelhaft echt sind. Auf einem nachgebauten römischen Rennwagen zu filmen, das wäre wieder eine andere Herausforderung gewesen – aber man hätte wenigstens mal die Kamera schwenken können oder eine weitere Kamera so platzieren, dass man mehr vom Rennen selbst, von der Bewegung gesehen hätte. Nach Beschreibungen in einer Kritik zum Film gab es damals schon weit elaboriertere Darstellungen mit notabene bewegungsorientierten Pferdeeinsätzen. Aber wir sind ja noch ein wenig im Tunnel, weil wir vor allem die französischen Filme der Zeit und die der Brighton School noch nicht gesichtet haben und hoffen. Aber auch ohne den Blick über den US-Tellerrand hinaus lässt sich sagen, dass dieser Film weitgehend misslungen ist.

Während dieser Film von Bedeutung ist, weil er die erste Verfilmung von Wallaces Roman ist, diente seine Produktion auch als wegweisender Fall von Urheberrechtsverletzung durch ein frühes amerikanisches Filmstudio. 1908 wurde Kalem erfolgreich verklagt, weil er Teile von Wallaces Buch auf der Leinwand dargestellt hatte, ohne die Erlaubnis des Nachlasses des Autors einzuholen. Kopien des Films, die erhalten geblieben sind, sind heute gemeinfrei und können in den Sammlungen verschiedener digitaler Archive und auf Streaming-Diensten kostenlos online angesehen werden.

Auch das noch. Da werden schon nur mehr oder weniger unzusammenhängende Ausschnitte aus dem Film gezeigt, dazu noch, die frei verfügbaren Versionen betreffend, in einer erschütternden Qualität, die zumindest für mich eine Teilnahme an der Diskussion, wer da nun wirklich mitgespielt hat, obsolet machen. Es ist festzuhalten, dass viele noch ältere Edison-Filme weitaus besser konserviert sind oder in besseren Versionen zugänglich gemacht werden. Und bei all dem entsteht auch noch ein Urheberrechtsstreit. Das Gericht hätte auch entscheiden können, dass von dem Roman viel zu wenig gezeigt wird, als dass man hier eine Urheberrechtsverletzung am Ganzen sehen könnte, aber auch die Gerichte waren wohl beeindruckt davon, wie schnell die Kinematografie sich über die Weltliteratur hermachte.

 Oder über Kitschromane. Schließlich ist „Ben Hur“ keine Geschichte aus der Bibel, sondern nur an die Bibel angelehnt oder beutet sie aus, wie man will. Der Begriff „Kitschroman“ stammt aus einer der Kritiken, die ich gelesen habe, aber ich finde ihn nicht falsch. Vermutlich ist das auch das direktere Wording für das, was die US-Wikipedia oben als „populären Roman“ apostrophiert. Aber ich finde es falsch, dass die 1959er Version unfassbare elf Oscars abgeräumt hat, auch wenn die wie immer famose Regie von Willie Wyler den Pomp einigermaßen vor dem Entgleisen bewahrt. Dieses Remake hat ernst gemeinte, progressive Filme, wie sie damals gerade aufkamen, viele Auszeichnungen gekostet, während MGM mal wieder einen schon einmal von der Firma inszenierten Stoff (die seinerzeit auf der Höhe ebenjener Zeit befindliche Version von Fred Niblo, 1925 gedreht) recycelt hat. Das kam beim einst mächtigsten Studio Hollywoods in den 1950ern vermutlich häufiger vor, als dass man im Reich des alternden Filmlöwen noch echt neue Plots geschossen hätte.

Zurück ins Jahr 1907, als der Filmlöwe von MGM sein Haupt noch nicht erhoben und noch nicht gebrüllt hatte.

Mehrere Rezensionen habe ich gefunden, die meinen Eindruck von dem Film ziemlich exakt bestätigt haben, ich lasse sie kurz zusammenfassen:

„Ben-Hur“ aus dem Jahr 1907 war einer der ersten Versuche, den beliebten Roman von Lew Wallace als Film zu adaptieren. Die Rezensionen heben folgende Aspekte hervor:

## Historische Bedeutung

Der Film ist vor allem für seine historische Bedeutung bekannt. Er war die erste Verfilmung des Romans und löste einen wichtigen Urheberrechtsstreit aus, da er ohne Erlaubnis der Erben des Autors produziert wurde[4]. Dies führte zu einem Gerichtsverfahren, das bis zum Obersten Gerichtshof ging und mit einer hohen Geldstrafe für das Produktionsstudio endete[4].

## Filmische Umsetzung

Die Rezensenten sind sich einig, dass der Film aus heutiger Sicht sehr primitiv wirkt:

– Mit einer Laufzeit von nur 15 Minuten versucht er, die komplexe Geschichte des Romans extrem verkürzt darzustellen[4].
– Die Kamera bleibt statisch an einer Position, selbst während der Wagenrennen-Szene[4].
– Es gibt kaum Schauspiel im eigentlichen Sinne, die Darsteller heben meist nur die Hände oder laufen umher[4].
– Die Zwischentitel dienen nicht dazu, die Handlung zu erklären, sondern kündigen lediglich die nächste Szene an[4].

## Verständlichkeit

Die Rezensenten betonen, dass der Film für heutige Zuschauer, die die Geschichte nicht kennen, kaum verständlich ist[4]. Er wurde für ein Publikum gemacht, das mit dem Roman oder Bühnenadaptionen vertraut war und lediglich bekannte Szenen visualisiert sehen wollte[4].

## Fazit

Insgesamt wird der Film als historisches Kuriosum und frühes Beispiel der Filmgeschichte gesehen, das aus heutiger Sicht schwer zu genießen ist. Sein Hauptwert liegt in seiner Bedeutung für die Entwicklung des Urheberrechts im Filmbereich und als Zeugnis der Anfänge des Kinos[4]./ [1]

Man hat den Film also inszeniert, als wäre er eine echte Bibelgeschichte, bei der man davon ausgehen kann, dass jeder sie kennt. Offenbar war das damals aber auch bei dem Roman von Mr. Wallace der Fall, sonst hätte der Ansturm auf die Kinos keinen Sinn ergeben. Ich dachte immer, die Fantasie der Menschen ist viel größer als alles, was das Kino erschaffen kann – zumindest, wenn die Romanvorlagen, die man sich beim Lesen ausmalt, nicht vollkommen absurde Konstruktionen aus einer ganz surrealen Welt sind, die wildeste Alpträume übertrifft. Das war bei Wallaces Roman sicher nicht der Fall. Auch wenn der Stoff bereits 18 Jahre später wieder verfilmt wurde: Eine direkte Linie von der Art, wie 1907 Historienkino gemacht wurde, dorthin zu ziehen, ist wohl eher eine verwegene Sichtweise, denn dazwischen wurden bereits viele Werke der Weltliteratur weitaus adäquater auf die Leinwand gebracht. In Hollywood hat Douglas Fairbanks als Protagonist viel für die Popularität des verfilmten populären Klassikers an sich getan; zumindest, wenn es sich um handlungsoriente Abenteuerromane handelt, wie „Die vier Musketiere“ oder „Robin Hood“ (der auch auf der Vorlage einer bestimmten Behandlung des Stoffes entstand) handelte oder um prächtig verfilmte Märchen aus Tausendundeiner Nacht. 

Die US-Wikipedia widmet sich auf eine so hingebungsvolle Weise dem Film, dass man meinen könnte, es handele sich nicht nur bezüglich des Aufwandes, der für damalige Verhältnisse gar nicht so klein war, schon aufgrund der Statisten und Kostüme, die man sich aber aus einer Ben-Hur-Show entlieh, sondern auch filmhistorisch um ein Hauptwerk. Dadurch lernen wir, dass bis heute nicht geklärt ist, wer mitgespielt hat. Ob auch die Wissenschaftler keine Ausgabe mit besserer Bildqualität zur Verfügung haben als das, was wir anschauen durften oder mussten?

Wir lassen die Weiterrecherche per KI hier weg, weil sie eben nicht sehr viel weitergeführt hat, aber ob der Film wirklich so wichtig für die Beziehung zwischen Literatur und Kino war, angesichts so vieler Kurzversionen von Literaturadaptionen, die zu der Zeit schon vorgenommen wurden? Natürlich mussten sie alle die Handlungen stark verkürzen, und diese Tableaus, die man mehr oder weniger in „Ben Hur“ sieht, waren eine Idee dazu, wie man das hinkriegen könnte. Gerade diese Variante aber hat sich nicht durchgesetzt, sondern eine andere: Die Zusammenhänge zu vereinfachen und die Vielschichtigkeit großer Romane nicht zu berücksichtigen, um eine nachvollziehbare Handlung generieren zu können. Das entsprach auch der Art, wie Nicht-Theatergänger und Nicht-Weltliteratur-Leser, also die weit überwiegende Zahl der Menschen, die sich mal einen Filmbesuch gönnten, sich mit diesen Stoffen vertraut machen konnten. Damals war der Film noch nicht so weit, dass man sich einen Film in viel kürzerer Zeit anschauen konnte, als wenn man den Roman gelesen hätte und doch behaupten konnte, man habe das Wesentliche mitgeteilt bekommen. Aus Gründen der Vollständigkeit wird klassische Literatur heute auch eher in Form von TV-Serien, in denen Zeit für alle Details ist, als fürs Kino in einer Art Endlosschleife neu abgefilmt. Dadurch bringen es manche Werke der Literatur schon auf 20 Verfilmungen oder mehr. Auch „Ben Hur“ wurde 2010 und 2016 wieder neu verfilmt, obwohl man denken sollte, dass die 1959er Version an Pracht und Pomp nicht zu übertreffen, sie war damals der teuerste Film der Welt, was auch für die 1925er Adaption schon galt (die Filme kosteten 17 bzw. 4 Millionen Dollar).

Was die erste Version die neue Kalem Filmgesellschaft gekostet hat, habe ich nicht gefunden, aber es dürfte nur ein kleiner Bruchteil davon gewesen sein. Der Film war noch nicht reif für riskante Gigantomanie, und es nachgerade erstaunlich, wie lange die Amerikaner sich Zeit gelassen hatten, darauf hinzuarbeiten, den im Jahr 1907 gab es den Film schon 17 bis 18 Jahre lang. Mein Eindruck ist, dass das Kino sich von 1904 bis 1907 im heute führenden Produktionsland eher seitwärts als weiter in großen Sprüngen vorwärts entwickelte, auch wenn es immer wieder zu interesssanten Produktionen kam. Auch die Wikipedia-Seite „1907 im Film“ ist recht sparsam, was Neuerungen im Film angeht. Aber was kommen sollte, beginnt gerade. Der Schrotthändler Louis B. Mayer, der spätere MGM-Chef, kaufte sein erstes Kino und Carl Lämmle, der spätere Leiter von Universal, experimentierte mit Ton. Eine unausrottbare Idee offensichtlich, dass Movies sprechen können sollten, wie man schon 1893 am „Edison Sound Experiment“ sehen kann, der für mich ein größerer Spaß war als der fast 15 Jahre jüngere „Ben Hur“.

Finale

Nun soll man Großes nicht kleinreden, aber auch nicht das Gegenteil tun und „Ben Hur“ eine zentrale filmhistorische Bedeutung andichten. Er ist eher ein Beispiel dafür, dass nicht alle so zielgerichtet arbeiteten wie die Herren Edison, Dickson, Porter, die aber als Regisseure ihren Zenit 1907 schon überschritten hatten oder dicht davor waren. Sidney Olcott war mir bisher gar kein Begriff, aber er hat noch Filme bis ins Jahr 1927 gemacht. Und nicht nur das, er war tatsächlich mit seinen Aktivitäten an der Weiterentwicklung des Film erheblich beteiligt:

1910 machte Sidney Olcott die Kalem Studios zur ersten US-amerikanischen Filmgesellschaft, die Spielfilme außerhalb der Vereinigten Staaten an Originalschauplätzen drehte. Selbst von irischer Abstammung und mit dem Wissen um eine große irischstämmige Zuschauerschaft in Amerika, ging Olcott nach Irland und drehte den Film A Lad from Old Ireland. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges folgten mehr als ein Dutzend weitere Filme Olcotts in Irland.

Angeregt von ihren Erfahrungen in Irland ging die Filmcrew unter der Leitung Olcotts für die Aufnahmen des Jesus-Films From the Manger to the Cross (1912) nach Ägypten und Palästina. Der Film stellte sich als finanzieller Erfolg für die Kalem Company heraus und wurde 1998 ins National Film Registry der Library of Congress aufgenommen.

Ich empfehle, auch die Rezensionen zu lesen, die ich oben per KI zusammengefasst habe. Die Rezensenten, die sich mit dem frühen Film befassen, sind in der Regel sehr humorvoll unterwegs, anders kann man sich der Frühzeit des Kientopps wohl auch nicht annähern, denn das Rudimentäre reizt einfach zu einer vergnüglichen Darstellung, weil es doch ganz viel Charakteristisches, Menschliches und Grundlegendes zeigt, während einem bei dem heutigen Bombast, dessen Leere hinter pseudophilosophischem Getöse versteckt werden soll, das Lachen schnell vergehen kann, auch wenn es erwünscht ist. Auch das Herumgefuchtel der Statisten in „Ben Hur“ ist viel witziger als manche heutige Komödie. Es gibt eine wirklich schöne Filme, die u. a. den Wechsel vom Stummfilm zum Tonfilm illustrieren, wie das Musical „Du sollst mein Glücksstern“ sein – aber gibt es auch Spielfilme über diese wahren Anfänge? Bestimmt, aber ich bin ja kein Lexikon und werde jetzt auch nicht die KI noch einmal befragen. Es muss alles einen angemessenen Rahmen haben und darin bleiben.

Die IMDb-Nutzer:innen haben mit einer Durchschnittswertung von 4,7/10 eine ganz gute Peilung zu dem Film, auch wenn sie dabei erkennen lassen, dass sie dessen mögliche historische Bedeutung konsequent missachten. Dabei war es doch ein Versuch und auch ein „First“. Trotzdem, ich schließe mich an, obwohl ich sonst bei diesen frühen Filmen oder Filmchen, die es zunächst waren, oft höher gehe als die Nutzergemeinschaft der Filmdatenbank, weil sie eben Meilensteine in ihrer Zeit waren. Die nachfolgende Bewertung ist die bisher niedrigste im Rahmen der „3. US-Chronologie, ein Jahr, ein Film, ab 1889-90“.

50/100

© 2024 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Jerusalems diskutiert
Regie: Sidney Olcott
Frank Oakes Rose[1]
Geschrieben von Szenario von
Gene Gauntier[2]
Aufgrund Ben-Hur: A Tale of the Christ
1880 Roman
von Lew Wallace
Produziert von Frank J. Marion
George Kleine
Samuel Long
Kinematographie Max Schneider[3]
Musik von Edgar Stillman Kelley (Begleitnoten für Film)

Zur Besetzung machen wir hier keine Angaben. Die in der deutschen Wikipedia aufgeführten beiden Schauspieler gelten als „nicht bestätigt“, was besonders bei William S. Hart wichtig ist, der wenig später als „Broncho Billy“ zum ersten Western-Star aufsteigen sollte.

[1] [1] https://www.acinemahistory.com/2022/02/ben-hur-1907.html
[2] http://bobafett1138.sealteam1138.com/2011/03/ben-hur-1907-directed-by-sidney-olcott.html
[3] https://www.yllr.net/filmarchiv/mov
[4] http://bobafett1138.sealteam1138.com/2011/03/ben-hur-1907-directed-by-sidney-olcott.html
[5] http://www.jaysmovieblog.com/2013/07/blockbusters-of-1925-lost-world-ben-hur.html

 

 


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