Briefing Gesellschaft und PPP, Politik, Personen, Parteien, CSD Berlin 2025, CSD-Parade, Nie wieder still, Pride, Christopher Street Day, LGBTI*-Bewegung, Gay Pride,
Heute kommt der zweite Teil der großen Parade in ausführlicherer Version,
- nachdem wir gestern den ersten Teil
- und vorgestern erste Eindrücke in 22 Fotos und weitgehend ohne Zwischenkommentare gezeigt haben, morgen wird ein weiterer Teil folgen – und dafür haben wir uns einige Highlights aufgehoben.
Die ersten Eindrücke waren vor allem einzelnen Menschen auf der Parade gewidmet, „Die große Parade“, Teil 1 und 2 zeigen mehr von diesen Teilnehmenden – aber wir erweitern den Bildbericht um die politischen Perspektiven.
Vollständigigkeit kann auch im heutigen Teil 2 nicht gewährleistet werden, da der Zug immer wieder anhalten musste und an unserem Standplatz vor der Neuen Nationalgalerie um 17:45 noch nicht ganz vorbeigezogen war, als wir aus Zeitgründen die Parade verlassen mussten.
Der CSD ist eine politische Demonstration und als solche angemeldet, auch wenn bekannte Politiker versuchen, die LGBTQIA*-Bewegung als eine Art Zirkus zu diffamieren. Dieser Angriff auf die Bewegung wurde auf dem Zug vielfach thematisiert, meist mit der Ironie, die sich die LGBTQIA*-Menschen im Laufe von Jahrhunderten der Entrechtung und Verfolgung angewöhnt haben. Diese Ironie ist nach unserer Ansicht ein wenig dem „jüdischen Witz“ ähnlich, und auch die Geschichte der beiden Gruppen weist Parallelen auf. Auf den Fotos wird man an einer Stelle auch eine Form der Solidarität sehen. Diese Art von Humor hat etwas mit Untergrund zu tun, mit Diaspora, mit dem Ausharren außerhalb der „Mainstream-Gesellschaft“ fast ohne Hoffnung.
In den letzten 60 Jahren ist die LGBTQIA*-Gemeinschaft aus dem Schatten und dem Untergrund herausgetreten, und der CSD heißt so, weil sich nach den Vorfällen in der Christopher Street von New York im Jahr 1969 viel geändert hat.
Zu den Stonewall-Unruhen in der Christopher Street in New York City , die alles veränderten, lesen Sie bitte den Text im ersten Teil von „Die große Parade“.
Die politische Herkunft des CSD wurde in diesem Jahr sehr deutlich, der Humor wurde wieder gebraucht, und leider ist es notwendig, daran zu erinnern, dass nichts sicher ist. Einer Gruppe die Menschenrechte zu verweigern, bringt uns alle in Gefahr. Das sollten auch Opportunisten und rechte Hetzer bedenken.
Nach einiger Überlegung haben wir uns entschieden, politische Aussagen zwar zu zeigen, aber, falls überhaupt, sehr kurz zu kommentieren. Bei einigen davon hatten wir den Eindruck, dass der CSD nicht ganz frei von Instrumentalisierungsversuchen war, doch das meiste, was wir gesehen haben, fand unsere Zustimmung und alles blieb im Rahmen der Meinungsfreiheit.
„Nie wieder still“, so lautete das Motto der diesjährigen CSD-Parade von Berlin. 80 Wagen und, je nach Quelle, zwischen 100.000 und 500.000 Teilnehmende und Zuschauende, das sind die Zahlen der CSD-Parade von Berlin im Jahr 2025. Wir gehen nach unseren Beobachtungen eher von der höheren der beiden Zahlen aus, während die geringere eher auf die Zahl der Teilnehmenden zutreffen dürfte.
Wir haben Freund:innen in der Bewegung, aber beim CSD waren wir zum ersten Mal dabei, seit wir vor 18 Jahren in diese Stadt zogen. Wir wollten mit den drei Beiträgen zur Parade ein Zeichen des Wahlberliners setzen, in einer Zeit, in der Bekenntnisse zu Freiheit und Diversität nicht mehr nur die weitere Stärkung der Rechte queerer Menschen zum Ziel haben, sondern notwendig sind, um diese Demokratie vor immer größeren Schäden zu bewahren. „Demokratie in Gefahr“ haben wir bereits als Schlagwort und Tag verwendet, als das noch nicht für jedermann so sichtbar war wie heute, und bereits 2020 eine Beitragsreihe namens „Diskursverschiebung nach rechts“ geschrieben.
Wir verzichten im Dienst der Sache auf das Copyright für die Bilder, denn wir finden, die LGBTI*-Bewegung ist für uns alle, es ist für uns eine Ehre, die Akteur:innen zeigen zu dürfen, und es geht einmal mehr um Solidarität.
TH
Der Zug kommt! Still war es gestern wahrlich nicht, aber die Form des Protests, der sich mit einer immer noch sehr guten, ausgelassenen Stimmung in der LGBTQIA*-Bewegung verbindet, ist hoffentlich keine Dokumentation für die Ewigkeit und es wird auch 2026 einen CSD geben, der sich mit der großen Parade von gestern messen kann.

Der Zug kommt! Still war es gestern wahrlich nicht, aber die Form des Protests, der sich mit einer immer noch sehr guten, ausgelassenen Stimmung in der LGBTQIA*-Bewegung verbindet, ist hoffentlich keine Dokumentation für die Ewigkeit und es wird auch 2026 einen CSD geben, der sich mit der großen Parade von gestern messen kann.
Im zweiten Teil werden wir viele Fotos sehen, die schon bei besserem Wetter am Nachmittag aufgenommen wurden – möge der Wetterverlauf ein Symbol für die Zukunft queeren Lebens sein. Trotzdem zuerst etwas Politik, im Anschluss an einiges, was wir gestern gezeigt haben.

Wir sagen es so: Wenn alle Hetzer und Spalter mal einfach die Klappe halten würden, wäre diese Welt ein besserer Ort und der innere und äußere Wohlstand könnte wieder wachsen.
Weil wir dieses Bild ursprünglich als Titelbild gewählt hatten, ist unser Beitrag bei Facebook zurückgestuft bzw. entfernt worden. Wir setzen ihn aber nicht noch einmal neu.
Und damit wieder zum Kontrastprogramm.


Niemand würde behaupten, dass die BVG immer pünktlich und pannenfrei ist, aber sie nimmt alle mit.

Einen massiven Paradewagen hat sie neben dem Bus für alle auch, stellvertretend für viele große Trucks auf der Parade gezeigt.

Auch dies eines der nach unserer Ansicht besseren Beispiele für die von bekannten Unternehmen gesponserten Wagen: städtisch, auch im Alltag einigermaßen inklusiv, und sie lassen das Motto des CSD für sich stehen, obwohl sie neben der BSR zu den größten Sprücheklopfern in der Stadt gehören.


You! And you, and you!

Sicher einer der schönsten Trucks und erste Spuren von Blau am Himmel.

As we said …


Auch unser Bezirk darf nicht fehlen – er ist die Heimat der Berliner Queers. Das berühmte Schöneberger Rathaus ist etwas verdeckt, aber man sieht noch mehr Wahrzeichen von Tempelhof-Schöneberg. Diversität ist hier kein Deckmäntelchen, auch wenn es in diesem Bezirk, wie in allen, Tendenzen gibt, die queeres Leben nicht gerade leichter machen.

Gestern hatten wir den Wagen der französischen Sektion gezeigt, heute sind die Nachbarn aus Belgien, Luxumburg und den Niederlanden zu sehen …


Sogar von dort … oder in Berlin lebend?

Love is love.
Von den Schlampen und den Liebenden zu den Königinnen der Parade. Im ersten Teil haben wir schon einige gezeigt, hier eine weitere Auswahl …










Wie in Teil 1 angemerkt: inside, outside.


Nun zu etwas vollkommen anderem oder nicht …

Wir waren auf Demonstrationen, auf denen es weit mehr Antifa zu sehen gab, aber immerhin ist sie vertreten.

Nicht so spektakulär, aber ein wenig hintergründig, außerdem hatten wir über Jahre einen Bezug zu dem Verband und sein Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider (bis 2024) ist einer der wenigen echten Sozialaktivisten in Deutschland.

Besser machen tut Not. Mehr denn je. Auch, wenn der Regierende Bürgermeister sich queerfreundlich gibt und damit dem Kanzler immer mal wieder eine kleine Provokation liefert: Die #Rückschrittskoalition in Berlin ist kein Gewinn für irgendeine Minderheit, nicht für Kunst und Kultur und schon gar nicht sozial.

Hier hatten wir einen Fehler beim Fotografieren gemacht. Wir zeigen das Bild trotzdem, denn die Schwulenberatung ist nach wie vor essenziell für die Verankerung queeren Lebens in Berlin.


Und hier noch einmal für alle.

Gestern hatten wir LGBTQIA* aus Dresden gezeigt, heute Sachsen-Anhalt und kommen langsam zum Ende unserer großen Paradeschau.
TH
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