Briefing Geopolitik Geopolitics, Briefing Gesellschaft Society, USA, Donald Trump, Kriminalitätsrate, Gewaltverbrechen, Mord und Totschlag, Homicide, Mordate, Suizidrate, CVI, Criminal Violence , ARP, BSCA, Joe Biden, Covid19, Pandemic
In den USA, dem Land der überbordenden Schusswaffengewalt, dem Land mit den höchsten Mordraten in der zivilisierten westlichen Welt, tut sich Bahnbrechendes: Für 2025 wird der größte Rückgang der Mordrate seit dem Beginn der Erfassung gemeldet. Und natürlich heftet sich die Trump-Regierung diese Entwicklung ans Revers. Quellen aus Deutschland: Experten veröffentlichen erstaunliche Mordrate für die USA, Morde in den USA 2025 um fast 20 Prozent gesunken – historischer Rückgang.
Wir analysieren, ob diese Zuschreibung richtig ist und kommentieren im Anschluss. Für die KI-Anfrage haben wir den Text verwendet, den Sie in der Fußnote anschauen können.[1] Und hier das Ergebnis: Detaillierte Analyse der USA-Mordrate 2025: Ein Artikel zu Fakten, Kontinuität und Missbrauch
- Zusammenfassung des MSN-Artikels (MSN hat den Artikel eingebettet, hier das Original: Experten veröffentlichen erstaunliche Mordrate für die USA)
Der Artikel berichtet über einen historischen Rückgang der Mordrate in den USA im Jahr 2025. Nach vorläufigen Daten des Real Time Crime Index, der Daten aus rund 570 Strafverfolgungsbehörden zusammenfasst, sank die Zahl der Morde zwischen Januar und Oktober 2025 um nahezu 20 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum 2024. In absoluten Zahlen bedeutet dies 5.912 Tötungsdelikte 2025 im Vergleich zu 7.369 im Jahr 2024. Insbesondere große US-Städte erlebten signifikante Rückgänge: New York City verzeichnete einen Rückgang von über 20 Prozent, während Chicago und Washington D.C. Rückgänge von jeweils fast 28 Prozent aufwiesen. Nach Aussagen des US-Datanalsyten Asher handelt es sich um den größten einjährigen Rückgang, der in den USA je dokumentiert wurde. Zusätzlich erreichten Massaker und Massenmorde ihren niedrigsten Stand seit mindestens 2006. Der Artikel erwähnt auch, dass sich der positive Trend nicht auf Morde beschränkt: Raubüberfälle, Eigentumsdelikte und schwere Körperverletzungen gingen ebenfalls zurück.t-online+1
- Kontinuität der Kriminalitätsreduktion seit Biden-Ära: Eine kritische Kontextualisierung
Die zentrale analytische Herausforderung besteht darin, dass die gegenwärtige Debatte einen fundamental falschen Kausalzusammenhang konstruiert. Die Trump-Administration hat bereits mehrfach die These aufgestellt, dass der Rückgang ihrer Politik zu verdanken sei—insbesondere der Abschiebepolitik und polizeilichen Maßnahmen. Dieses Narrativ ist empirisch unhaltbar aus mehreren Gründen:
Das Pandemie-Trauma (2020-2021) und seine Ursachen:
Im Jahr 2020 erlebten die USA einen beispiellosen Anstieg der Gewaltkriminalität um 29,4 Prozent—der stärkste einjährige Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1960. Die Mordrate sprang von 5,0 pro 100.000 Einwohner (2019) auf 6,5 Prozent (2020), wobei einige Schätzungen sogar 6,7 pro 100.000 angeben. Dieser Anstieg war nicht das Ergebnis kriminalpolitischer Reformen oder vermeintlich „lockerer“ Strafverfolgung. Vielmehr waren die Hauptfaktoren:cbsnews+2
- Die COVID-19-Pandemie selbst, die zu Störungen im sozialen Gefüge, wirtschaftlichen Zusammenbrüchen und psychologischen Belastungen führtebka
- Die Tötung von George Floyd im Mai 2020 und die nachfolgenden landesweiten Proteste, die eine Eskalation der Gewalt, insbesondere in den Monaten Juni bis August 2020, katalysiertenzeit
- Strukturelle Faktoren wie die Verfügbarkeit von Schusswaffen: 77 Prozent aller Tötungsdelikte 2020 wurden mit Schusswaffen begangen—ein historischer Höchststand.stern
Die Biden-Administration erbte 2021 eine Nation mit einer Mordrate von 6,9 pro 100.000 (geschätzt) und Gewaltkriminalität auf einem Niveau, das dem frühen 1990er Jahren ähnlich war.
Die Trendwende 2023 und kontinuierliche Reduktion unter Biden:
Es ist empirisch zweifelsfrei dokumentiert, dass die Kriminalität ab Ende 2022 und deutlich ab 2023 konsistent zurückging—also drei Jahre vor Trumps zweitem Amtsantritt 2025:vera+1
- 2023: Rückgang um ca. 12 Prozent in über 200 Städtennetzpolitik
- 2024: Rückgang um 14,9 Prozent, mit die Mordrate auf 5,0 pro 100.000 fallendcbsnews
- 2025 (erste zehn Monate): Rückgang um 19,8 Prozentt-online
Diese Kontinuität ist nicht zufällig. Sie ist direkt auf Investitionen zurückzuführen, die die Biden-Administration durch zwei Gesetzeswerke getätigt hat: den American Rescue Plan Act (2021) und das Bipartisan Safer Communities Act (2022), die Hunderte Millionen Dollar in evidenzbasierte Strategien zur Gewaltprävention flossen ließen.vera
Kritik an der Trump-Aneignung:
Präsident Trump behauptete im Juni 2025: „Nur wenige Monate im Amt sank die nationale Mordrate um 28 Prozent.“ Diese Behauptung ist analytisch unhaltbar. Erstens sind neun Monate viel zu kurz, um festzustellen, ob Maßnahmen wie verstärkte Abschiebungen oder die Entsendung der Nationalgarde kausale Effekte haben. Zweitens ist der Rückgang der Abwärtstrend einer 2023 begonnenen Trendwende, nicht eine neue Entwicklung. Die Vera-Institute, eine unabhängige Expertenorganisation, stellt unmissverständlich fest: „Crime Is Down in 2025. Trump Doesn’t Deserve Credit.“vera
Damit ergeben sich auch kritische Implikationen für die Analyse von Bidens erster Amtszeit: Wenn Trump sich die Rückgänge 2025 zurechnet, die nichts mit seiner Politik zu tun haben, dann muss die Biden-Administration sich nicht für die Zuwächse 2020-2021 verantworten, deren Ursachen (Pandemie, George Floyd-Trauma) nicht in ihrer Kontrolle lagen. Gleichzeitig verdient Biden Kredit für die Investitionen in Community Violence Intervention (CVI), die nachweislich wirksam sind und ab 2023 messbare Erfolge zeigten.
- Nationale Sicherheitswagen und die kontraproduktive Nationalgarde-Strategie
Präsident Trump hat die Nationalgarde in mehrere demokratisch regierte Städte entsendet, mit der Begründung, dass die Kriminalität „außer Kontrolle“ sei. Diese Entscheidung ist sowohl rechtlich als auch sachlich problematisch.
Rechtliche Probleme:
Im November 2025 entschied die Bundesrichterin Jia Cobb, dass der Einsatz der Nationalgarde in Washington D.C. verfassungswidrig ist. Ihre Begründung: Die Regierung habe keine ausdrückliche Anforderung durch lokale Behörden eingeholt, und die Entsendung von Truppen aus anderen Bundesstaaten zu polizeilichen Zwecken überschreite die präsidialen Befugnisse. Dies setzt einen gefährlichen Präzedenzfall: Ein Präsident könnte künftig Truppen überall stationieren, unabhängig von lokalen Gebietskörperschaften. Der Generalstaatsanwalt des Distrikts D.C., Brian Schwalb, warnte, dass dies die „Unabhängigkeit von Bundesstaaten ignoriert.“zdfheute+1
Sachliche Ineffektivität:
Noch gravierender ist die empirische Widerlegung von Trumps Narrativ. Washington D.C. war nicht „außer Kontrolle“. Nach Angaben der Polizeibehörde der Stadt sank die Gewaltkriminalität in den ersten sieben Monaten 2025 um 26 Prozent, nachdem sie 2024 bereits um 35 Prozent gefallen war. Statistiken aus dem Jahr 2024 zeigen einen deutlichen Rückgang der Gewaltverbrechen zwischen 2023 und 2024. Trumps Behauptung, die Situation sei „außer Kontrolle“ im August 2025 (als er die Nationalgarde entsendete), war faktisch falsch.instagram+1
Warum ist die Militarisierung von städtischen Zentren sachlich kontraproduktiv?
- Illegitimität als Sicherheitsinstrument: Das Militär ist nicht zur Polizeiarbeit ausgebildet. Seine Anwesenheit signalisiert nicht „Vertrauen in Institutionen“, sondern „Ausnahmezustand“—was zu Angst, Widerstand und verringertem Vertrauen in Behörden führt.
- Abkehr von evidenzbasierter Politik: Statt die CVI-Programme zu unterstützen, die dokumentiert 30+ Prozent Rückgänge in mehreren Städten erzielt haben, kürzte die Trump-Administration über $800 Millionen an DOJ-Mitteln, davon $168 Millionen für Community Violence Intervention und verwandte Strategien. Dies ist direkt kontraproduktiv.vera+1
- Abwanderung von kriminellen Akteuren: Militärische Präsenz kann kurzfristig visuelle „Abschreckung“ schaffen, führt aber nicht zu langfristiger Verhaltensänderung. Kriminelle verlagern Aktivitäten einfach in andere Bereiche oder Zeiten.
Boston demonstriert, was funktioniert: Die Stadt investierte massiv in CVI und Gewaltprävention nach dem Anstieg während der Pandemie und verzeichnete 2024 die niedrigsten Mordzahlen seit den 1950er Jahren. Dies war das Ergebnis von Koordination zwischen Polizei, Gemeindebehörden und präventiven Organisationen—nicht militärischer Präsenz.vera
- Internationale Komparatistik: USA im weltweiten Kontext

Grafik 1 USA Homicide Rate Trajectory: Pandemic Surge and Biden-Era Recovery (2019-2025)
Um die Bedeutung des 2025er Rückgangs einzuordnen, ist ein internationaler Vergleich unverzichtbar. Die aktuelle Datenlage (2023-2024) bietet folgende Perspektive:
Westeuropäische Vergleichswerte:
- Deutschland: 0,9 pro 100.000 (2024)deutschland
- Niederlande: 0,8 pro 100.000 (2022)statista
- Spanien: 0,69 pro 100.000 (2023)statista
- Vereinigtes Königreich: 1,15 pro 100.000 (2021)statista
- Frankreich: 1,6 pro 100.000 (2023)statista
- Belgien: 1,9 pro 100.000 (2024, mit regionalen Schwankungen bis 3,2 in Brüssel)welcomebelgium
Mittel- und Osteuropa:
- Lettland: 4,2 pro 100.000 (höchste in der EU)welcomebelgium
- Litauen: 3,3 pro 100.000welcomebelgium
- Estland: 2,6 pro 100.000welcomebelgium
USA:
- 2023: 5,76 pro 100.000statista
- 2024: 5,0 pro 100.000cbsnews
- 2025 (projiziert bei 28% Rückgang): ca. 3,6 pro 100.000

Grafik 2 International Homicide Rate Comparison: USA vs European Benchmark (2023-2025)
Analyse und Kontextualisierung:
Diese Daten offenbaren mehrere kritische Einsichten:
- Die Dramatik des Rückgangs: Selbst unter optimistischen Szenarien (28% Rückgang 2025) würden die USA bei ca. 3,6 pro 100.000 liegen—immer noch 4-5 Mal höher als die sichersten westeuropäischen Länder (Deutschland, Niederlande, Spanien). Dies ist jedoch ein dramatischer Fortschritt.
- Weltrangliste-Implikationen: Mit 5,76 pro 100.000 (2023) rankten die USA weltweit auf Platz 50-60 hinsichtlich Mordrate. Länder mit höheren Raten als 2023-USA umfassen hauptsächlich Länder in Lateinamerika und der Karibik (Venezuela: 12,5; Honduras: ~13; Jamaika: 53; El Salvador: 105 pro 100.000). Mit einer projizierten Rate von 3,6 pro 100.000 (2025) würde die USA wahrscheinlich in die Nähe von Litauen (3,3) und unter etwa 30-40 Ländern fallen, was immer noch über dem Durchschnitt entwickelter Nationen liegt.stern+2
- Das Waffenproblem: Ein kritischer Unterschied zu Europa ist nicht die „Straffälligkeit“ von Migranten oder die Wirksamkeit von Abschiebungen, sondern die Verfügbarkeit und Verbreitung von Schusswaffen. In 2020 wurden 77 Prozent aller Tötungsdelikte in den USA mit Schusswaffen verübt. Zum Vergleich: Waffentötungen in der EU betragen durchschnittlich 0,1-0,2 pro 100.000, während die gesamte Mordrate der USA bei 5-6 liegt. Dies zeigt, dass Waffenpolitik—nicht Einwanderung oder „Softness on crime“—der Primärfaktor ist.reddit+1
Zusammenfassung und Implikationen
Der für 2025 prognostizierte Rückgang der Mordrate in den USA um 28 Prozent ist tatsächlich historisch bedeutsam—aber nicht weil Trumps Politik wirkt, sondern weil die von der Biden-Administration initiierten Strategien (CVI, ARP, BSCA) sich als wirksam erwiesen haben und zwei Jahre später nachwirken. Die kontinuierliche Abwärtstrend seit 2023 ist das Beweis dafür.
Die Entsendung der Nationalgarde in städtische Zentren ist verfassungsrechtlich fragwürdig und sachlich kontraproduktiv. Sie signalisiert nicht Sicherheit, sondern Autoritarismus, und untergräbt die kommunalen und institutionellen Strukturen, die tatsächlich funktionieren.
Im internationalen Vergleich bleibt die USA ein Außreißer unter entwickelten Nationen, selbst nach dramtischer Verbesserung. Die Ursache liegt primär in Waffenverfügbarkeit, nicht in Einwanderung oder kriminalpolitischen Reformen. Eine rationale Sicherheitspolitik müsste daher auf Waffenregulation, CVI-Investitionen und soziale Infrastruktur fokussieren—nicht auf militärische Einsätze ohne lokale Zustimmung.
Kommentar
Es wird nicht direkt im obigen Text erwähnt, geht aber implizit daraus hervor. In der ersten Amtszeit von Donald Trump ist die US-Kriminalitätsrate nicht so bahnbrechend gesunken, wie sie es derzeit tut. Und das Hoch während der Corona-Zeit müsste er sich nach seiner Logik auch anrechnen lassen, denn es fällt in das letzte Jahr dieser ersten Amtszeit.
Der T-Online-Artikel deutet wenigstens noch an, dass zwischen der Darstellung der Regierung und den Fakten eine gewisse Diskrepanz vorliegen könnte, die Berliner Zeitung reduziert die gesamte kritische Betrachtung auf dies:
„Ob der Rückgang anhalten wird, ist noch unklar. Einige Forscher warnen, dass sinkende Zahlen in einem Jahr nicht zwangsläufig einen dauerhaften Trend anzeigen, zumal Faktoren wie Finanzierung von Präventionsprogrammen und gesellschaftliche Bedingungen weiterhin Einfluss auf die Gewaltentwicklung haben“
Kein Wort darüber, dass Trump die Prävention tatsächlich gerade einstampft. Ist das nur flacher Journalismus? Wir befürchten, das ist es nicht. Es könnte noch schlimmer sein, nämlich, dass die Erfolg ausdrücklich und faktenwidrig der Trump-Regierung zugeschrieben werden? Wir meinen, auch dies ist nicht der Fall: Dieses implizite Hypen von Trump (ebenso wie von Putin) und zum Ausgleich eine Art von Umgang mit der deutschen Realität, der sich von unserem systemkritischen Ansatz in mehreren Punkten negativ unterscheidet, sind nicht nur Mangel an Tiefe. Sie sind suggestiv, weil sie Zusammenhänge bewusst unerwähnt lassen und damit den Eindruck erwecken, die aktuelle US-Politik, wäre geradezu phänomenal. Bei der Benennung der Relevanz von Präventionsprogrammen den Umgang der Trump-Regierung genau mit diesen Programmen unter den Tisch fallen zu lassen, zeigt die gesamte Tendenz solcher Artikel.
Realistischerweise wird sich der Rückgang, auch das ist eine ziemliche Binse, die in diesem Artikel verkündet wird, so nicht fortsetzen. Irgendwann ist in einem grundsätzlich so gewaltgeprägten Land wie den USA eine Bodenbildung erreicht. Anders ausgedrückt: Der Rückgang müsste sich noch über viele Jahre in dem extremen Maße fortsetzen, wie wir es gerade sehen, damit die deutschen Verhältnisse erreicht werden, die von interessierter politischer Seite so gerne dramatisiert werden. Es ist klar. Jeder Mord ist einer zu viel, Opfer lesen keine Statistiken, für Angehörige wird der Schmerz nicht kleiner, wenn sie wissen, dass sie unverschuldet in eine Ausnahmesituationg geraten sind. Dass die Zahlen Deutschland immer noch als relativ sicher ausweisten, ist für diejenigen kein Trost, die betroffen sind. Aber selbstverständlich muss man Zahlen in Betracht ziehen, um die Verhältnisse in einem and richtig einzuordnen. Absolute Zahlen, aber auch Vergleichszahlen.
Erstaunt hat uns das Recherche-Ergebnis, dass in den beiden erwähnten baltischen Staaten Lettland und Litauen die Gewalttötungsraten so hoch liegen, nehmen diese Länder, mehr aber noch Estland, doch eine Spitzenstellung bei der Entwicklung hin zu Demokratie und Fortschritt unter allen osteuropäischen Konversionsstaaten in der EU ein. Insbesondere Estland hat Deutschland bereits in einigen wichtigen Punkten überholt, wie etwa der Pressefreiheit. Diese Länder bekommen zunehmend ein „skandinavisches Gepräge“, aber, so könnte man meinen, ncht bei der Mordrate (1,5 bis 2 / 100.000 pro Jahr, Deutschland, siehe oben, liegt seit langer Zeit bei etwa 0,8 / 00.000). So sicher wie Spanien sind aber auch die skandinavischen Länder nicht, bis auf Norwegen (0,5-0,7), Schweden und Finnland liegen um 1,0 oder etwas darüber. Unter den großen Industriestaaten liegt übrigens Japan mit 0,2 bis 0,3 ganz vorne. Dort begehen viel mehr Menschen Selbstmord (ca. 20.000 pro Jahr), als dass eine Person durch eine andere gewaltsam vom Leben zum Tode gebracht wird (gemäß der oben genannten Quote nur wenige hundert pro Jahr). Auch in Deutschland (ca. 10.000 Suizide pro Jahr) und sogar in den immer noch mordlastigen USA (aber ca. 50.000 Selbstmorde) setzen wesentlich mehr Menschen selbst ihrem Leben ein Ende, als dass andere es gewaltsam tun würden (Verhältnis etwa 10-15 zu 1 hierzulande und 3-5 zu eins in den USA).
Um es noch einmal klarzustellen: Wir ollen auch damit nicht andeuten, dass ruhig ein wenig mehr gemordet werden darf, solange es mehr Suizide gibt, das wäre eine absurde ethische Haltung. Uns haben die Suizidraten aber doch erstaunt, als wir sie sozusagen als Nebenprodukt der Recherche fanden.
Deswegen könnte die nächste Frage sein: Wie sind Gesellschaften beschaffen, in denen so viele Menschen keinen anderen Ausweg sehen, als ihr Leben freiwillig zu verkürzen? Sind die Umstände, die zu diesen vielen Selbstmorden führen, nicht auch eine Form von Gewalt? Und müsste man sie nicht sogar zu den Kapitalverbrechen addieren, die in einem Land begangen werden, zumindest teilweise? Begleitete Suizide am Ende des Lebens würden wir ausklammern.
Darüber zu schreiben, würde den vorliegenden Artikel sprengen. Wir fanden es richtig, die mageren Darstellungen anderer Publikation mit ihren teilweise durchsichtigen Spins etwas Fundierteres entgegenzusetzen. Was wir gar nicht analysieren können, jedenfalls nicht mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln: Wie Statistiken gemacht werden. Die Trump-Regierung ist bekannt dafür, dass sie am liebsten alle Statistiker feuern würde, die unliebsame Zahlen liefern. Wirkt sich das auf die offiziellen Daten, die von Behörden gemeldet werden, bereits aus? Und glauben Sie den fantastischen Zahlen, die aus Diktaturen gemeldet werden? Sicher, dort durchdringt die Staatsmacht alles, das könnte auch die realen Mordraten senken. Aber in einem 3/4-Überwachungsstaat wie dem Vereinigten Königreich wird mehr gemordet als in Deutschland. Eine weitere Ideologie stützt der Vergleich nicht: das Vollziehen der Todesstrafe aus Präventionsgründen im Sinne von Abschreckung. Die westeuropäischen Staaten, die alle die Todesstrafe richtigerweise nicht kennen, verzeichnen allesamt viel niedrigere Mordraten als die USA, wo sie aktuell so häufig vollstreckt wird wie lange nicht mehr. Rache, Vergeltung, liegen wieder auf einer anderen Eben, wer dem Auge-um-Auge-Prinzip anhängt, kann in der Hinrichtung eines Mörders etwas Gerechtes sehen. Wir sind, wie Sie sich denken können, keine Anhänger dieses Prinzips, das zu unendlichen Gewaltserien und jahrhundertelangen Konflikten führen kann.
Kommentar TH / Recherche und Analyse durch KI gemäß hier einsehbarem Fragenkatalog von uns
Vielleicht an der Stelle etwas auf der Meta-Ebene, weil der Unterschied hier so eklatant ist: Wenn Sie jetzt sagen: ist ja einfach, alles mit KI zu machen? 1.) So einfach wieder nicht, man muss die Fragen richtig stellen. Die Kontextualisierung ist wichtig. 2.) Wir sichern damit auch bei geringerm Zeitbudget, dass wir Ihnen so viele interessante Artikel wie bisher liefern können. 3.) Wir können tiefer gehen, als das selbst bei höherem Zeitaufwand rein manuell möglich wäre. 4.) Wenn es für uns machbar ist, warum gehen große Medien nicht so vor? Sie haben locker die Kapazitäten dazu. Tja. Fragen Sie sich das einmal selbst. Kleiner Hint: Sollen Sie überhaupt informiert oder doch eher mit kleinen Informationshäppchen, die keinerlei Zusammenhänge ersichtlich werden lassen, manipuliert werden? Weil Sie für zu schlicht gehalten werden, einen richtigen Text durchzustehen? Was sagt das über das Verhältnis der Medien zu ihren Lesern aus? 5.) Einen „Bias“ haben wir natürlich auch, wir wollen sogar eine Tendenz, diese legen wir durch das Zeigen des Fragenkatalos an die KI offen (nicht immer, aber bei Themen wie diesen schon, wenn wir sie so abhandeln wie oben) 6.) Falls es dazu kommt, dass die anderen tatsächlich besser werden und für die Beurteilung der Zustände in der Gesellschaft und der sie gestaltenden Politik wichtige Themen wie dieses mit der angemessenen Ernsthaftigkeit und Genauigkeit behandeln sollten, werden wir darauf auch passend antworten können.
Quellen
- https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_101058374/trumps-verdienst-experten-staunen-ueber-mordrate-in-den-usa.html
- https://www.berliner-zeitung.de/news/morde-in-den-usa-2025-um-fast-20-prozent-gesunken-li.10011674
- https://www.cbsnews.com/news/fbi-crime-report-2025/
- https://www.stern.de/panorama/verbrechen/usa–fast-30-prozent-mehr-morde-seit-corona-und-george-floyd-30766286.html
- https://www.sueddeutsche.de/politik/usa-morde-pandemie-1.5424274
- https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/CovidAuswirkungen/covidAuswirkungen2020-2021.pdf?__blob=publicationFile&v=2
- https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2021-02/usa-toetungsdelikte-kriminalitaetsrate-anstieg
- https://www.vera.org/news/crime-is-down-in-2025-trump-doesnt-deserve-credit
- https://netzpolitik.org/2024/usa-auch-wenn-kriminalitaet-sinkt-steigt-die-angst-vor-ihr/
- https://www.zdfheute.de/politik/ausland/usa-nationalgarde-washington-einsatz-illegal-100.html
- https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/nationalgarde-washington-illegal-100.html
- https://www.instagram.com/p/DNOOKf0MIuE/
- https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/trump-todesstrafe-washington-100.html
- https://www.vera.org/community-violence-intervention-programs-explained
- https://www.deutschland.de/de/topic/politik/sicherheit-deutschland-fakten-rechtsstaat
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693595/umfrage/mordrate-in-den-niederlanden/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693565/umfrage/mordrate-in-spanien/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693649/umfrage/mordrate-in-grossbritannien/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693643/umfrage/mordrate-in-frankreich/
- https://welcomebelgium.icu/de/nachrichten/mordraten-in-belgien/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/693264/umfrage/mordrate-in-den-usa/
- https://www.stern.de/panorama/weltgeschehen/morde–statistik-zeigt—das-sind-die-laender-mit-der-hoechsten-mordrate-weltweit-6667402.html
- https://www.reddit.com/r/MapPorn/comments/nkokhe/us_murder_rate_compared_to_the_rest_of_the_world/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/3214/umfrage/ranking-der-20-laender-mit-den-meisten-mordfaellen-pro-100000-einwohner/
- https://www.reddit.com/r/charts/comments/1nt8tmx/homicide_rate_in_europe_compared_to_american/
- https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B6tungsrate_nach_L%C3%A4ndern
- https://www.rit.edu/liberalarts/sites/rit.edu.liberalarts/files/docs/CPSI%20Working%20Papers/2025-02_CPSI%20Working%20Paper_US%20City%20Homicide%20Stats.pdf
- https://www.reddit.com/r/dataisbeautiful/comments/1njk180/homicide_rate_per_100k_in_the_united_states/
- https://wikide.org/de/Murder_rate
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1100174/umfrage/faelle-von-mord-pro-100000-einwohner-in-deutschland/
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1099739/umfrage/opfer-von-vorsaetzlicher-toetung-in-der-eu/
- https://www.zeit.de/gesellschaft/2022-05/usa-todesfaelle-schusswaffen-2020-anstieg
- https://gadmo.eu/mordrate-in-deutschland-viel-niedriger-als-in-usa-und-russland/
- https://www.manager-magazin.de/unternehmen/deutschland-us-investitionen-sinken-2024-um-ueber-ein-viertel-a-edfe0a9a-6f7a-4606-91b5-b3954994bd5b
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/biden-usa-wahlkampf-wirtschaftspolitik-100.html
- https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/106266/ssoar-2025-sabel_et_al-Verunsicherung_Texte_zu_Kriminalisierung_Sicherheit.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-2025-sabel_et_al-Verunsicherung_Texte_zu_Kriminalisierung_Sicherheit.pdf
- https://www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/250731_BLB_Wikri24.html
- https://www.merkur.de/politik/george-floyd-usa-rassismus-polizeisystem-gewalt-ursachen-vergleich-deutschland-zr-13798278.html
- https://www.youtube.com/watch?v=obXEA6SDfAs
- https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/juergen-matthes-standort-deutschland-unattraktiv-unternehmen-investitionsschwach.html
- https://www.boston.gov/government/cabinets/boston-public-health-commission/violence-prevention/violence-intervention-and-prevention-vip-initiative
- https://www.youtube.com/watch?v=cb5-CZEXt7E
- https://www.berliner-zeitung.de/mehr-als-sieben-morde-pro-tag-das-sind-die-gefaehrlichsten-staedte-der-welt-li.393021
- https://everytownsupportfund.org/what-is-cvi-community-violence-intervention-programs-practitioners/
- https://www.zeit.de/politik/2025-08/donald-trump-washington-nationalgarde
- https://www.n-tv.de/politik/Was-macht-die-Nationalgarde-ueberhaupt-in-Washington-id30074674.html
- https://de.statista.com/statistik/daten/studie/982322/umfrage/staedte-mit-den-meisten-mordfaellen-pro-100000-einwohner-weltweit/
- https://de.numbeo.com/kriminalit%C3%A4t/aktuelle-rankings-nach-region?region=150
- https://www.bpb.de/themen/innere-sicherheit/dossier-innere-sicherheit/301624/migration-und-kriminalitaet/
- https://www.reddit.com/r/geography/comments/1o0rbev/which_countries_in_this_metric_surprised_you_the/
- https://www.humanium.org/de/die-erschreckenden-auswirkungen-von-messerkriminalitaet-auf-jugendliche-im-vereinigten-koenigreich/
- https://www.reddit.com/r/MapPorn/comments/1ptsi6w/change_in_reported_robbery_rate_per_100k_in/
- https://www.fr.de/politik/in-grossbritannien-grassiert-die-gewalt-mit-messern-93265141.html
Anweisungen für die KI
- [1] Bitte fassen Sie diesen Artikel (den von T-Online, Anm. TH) ohne Inhaltsverluste zusammen.
- Referieren Sie bitte darüber, dass die Senkung der Kriminalitätsrate gemäß dem Artikel nicht hauptsächlich Maßnahmen der Trump-Regierung zu verdanken ist (was auch logisch ist, denn die Regierung ist erst Anfang 2025 gestartet, Maßnahmen von ihr können sich gar nicht so schnell ausgewirkt haben). Stellen Sie hingegen die Kontinuität der Absenkung seit mehreren Jahren (also unter der Biden-Regierung) heraus und dass gerade im letzten Jahr seiner ersten Amtszeit die Rate der gewaltsam Getöteten besonders angeschwollen war – das ist zwar logisch, nicht seine Schuld, wegen Corona – aber wenn er sich die gesunkene Rate anrechnet, obwohl sie nichts mit der Arbeit seiner Regierung zu tun hat, dann muss er sich auch die Steigerungen von 2016 bis 2020/21 anrechnen lassen.
- Warum ist die auch rechtlich hochumstrittene Entsendung der Nationalgarde (natürlich nur in demokratisch regierte Städte) auch sachlich eher kontraproduktiv, nicht nur mit einem politischen Bias versehen?
- Wie ist die Mordrate nach den 2025er Zahlen im Vergleich zum Durchschnitt in Europa und wichtigen europäischen Ländern und den Ländern mit den niedrigsten Raten an Tötungsdelikten weltweit (Kleinstaaten bitte außen vor lassen, in ihnen ist die Sicherheitslage generell besser). Bitte erläutern Sie dazu die Raten der gewaltsam Getöteten pro Kopf im Vergleich (pro 100.000 oder eine Million Einwohner als Vergleichsmaßstab). Falls die 2025er Rate für die USA noch nicht ermittelt werden kann, das Jahr läuft ja noch, bitte die 2024er Daten nehmen und die prognostizierte Senkung von fast 30 Prozent darauf anrechnen. Auf welchem Rang weltweit lagen die USA 2020 und werden sie in etwa 2025 zu liegen kommen, die Rate der gewaltsam Getöteten betreffend?
Entdecke mehr von DER WAHLBERLINER
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

