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Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen: Eine Analyse nach 25 Jahren Verhandlungen
Nach einem Vierteljahrhundert intensiver Verhandlungen haben sich die Europäische Union und die südamerikanischen Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay am 9. Januar 2026 geeinigt. Das Abkommen schafft eine der weltweit größten Freihandelszonen mit über 700 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 20 Prozent der globalen Weltwirtschaft. Doch der lange und mühsame Weg bis zu dieser Einigung offenbart tiefe Gräben innerhalb Europas, grundlegende Zielkonflikte zwischen Umwelt- und Wirtschaftsinteressen und die anhaltende Uneinigkeit der EU-Mitgliedstaaten bei handelspolitischen Großprojekten.
- Die Gründe für die historisch lange Verhandlungsdauer
Die Verhandlungen zum EU-Mercosur-Abkommen begannen bereits 1999 und im Jahr 2019 wurde eine vorläufige Einigung erzielt. Die Verzögerung resultiert aus einer Vielzahl von strukturellen, ökologischen und wirtschaftlichen Knackpunkten.zeit+1
Das zentrale Hindernis war stets die Frage des Umweltschutzes. Der Amazonas-Regenwald, jener kritische Ökosystem-Schatz der Erde, steht durch die extensive Landwirtschaft in Südamerika unter enormem Druck. Die Viehwirtschaft und der Sojaanbau in Brasilien, Argentinien und Paraguay sind für einen großen Teil der Entwaldung verantwortlich. Zwischen 2019 und 2023 erreichten die Abholzungsraten im Amazonasgebiet Rekordwerte, insbesondere unter dem damaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro (2019–2022), der sich von internationalen Waldschutzzielen abwandte.
Diese Phase führte zu einer Verhandlungsblockade, da europäische Umweltorganisationen, mehrere EU-Länder und das Europäische Parlament verlangten, dass wirksame Waldschutzklauseln in das Abkommen aufgenommen werden. Mit dem Amtsantritt von Luiz Inácio Lula da Silva 2023, der sich verbal zu Waldschutzzielen bekennt, öffnete sich ein Fenster für Verhandlungsfortschritt – allerdings nicht ohne Hürden.forum-verlag+1
Ein zweites großes Problem war die Landwirtschaft. Europäische Bauern fürchteten von Anfang an, dass eine Zollreduktion auf südamerikanische Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Soja zu ruinösem Preisdruck auf europäische Betriebe führen könnte. Frankreich, Irland, Polen und andere Länder mit bedeutsamer Landwirtschaft widersetzten sich dem Abkommen oder forderten ständig neue Schutzmaßnahmen. Diese Bedenken sind nicht unbegründet: Die südamerikanischen Betriebe – etwa in Argentinien mit Mastbetrieben für Tausende Rinder – operieren in massiv größerem Maßstab und mit anderen Produktionsstandards als europäische Höfe.bpb+1
Ein dritter Knackpunkt war die Asymmetrie der regulatorischen Standards. Die EU betont strenge Vorgaben für Lebensmittelsicherheit, den Einsatz von Pestiziden, Antibiotika in der Tierhaltung sowie für den Tier- und Pflanzenschutz. Die Mercosur-Staaten hingegen verfügen über weniger rigide Kontrollen. Jahrelang wurde verhandelt, wie man sicherstellen könnte, dass südamerikanische Importprodukte europäischen Standards entsprechen, ohne dies als protektionistisches Manöver auszulegen.forum-verlag
Die zunehmende Politisierung des Handelsthemas in Europa trug ebenfalls zu Verzögerungen bei. Mit dem Aufstieg einerseits populistischer und andererseits klimabewusster Bewegungen wurde das Abkommen zunehmend zum Symbol: Als Versinnbildlichung entweder von Globalisierung und wirtschaftlichem Fortschritt oder aber von unkontrollierter Ausbeutung und Klimakolonialismus.zeit+2
- Die entscheidende Rolle Italiens: Warum nur 15 von 27 EU-Ländern zustimmten
Das Abkommen erfordert nach EU-Recht eine qualifizierte Mehrheit: Mindestens 15 Mitgliedstaaten (55 Prozent + x aller Staaten) müssen zustimmen, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren. Dieses Kriterium ist präzise konstruiert, um kleine Länder nicht zu benachteiligen und gleichzeitig zu verhindern, dass wirtschaftlich oder bevölkerungsmäßig unbedeutende Staaten das System blockieren.deutschlandfunk+1
Erstaunlicherweise signalisierten anfänglich nur Deutschland und Spanien klare Unterstützung. Frankreich und Polen stemmten sich massiv gegen das Abkommen, Ungarn und Österreich zögerten ebenfalls. Die kritische Frage lautete: Wie könnten 15 Staaten mit 65 Prozent Bevölkerung gefunden werden?
Die Antwort lag in Italien. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni blockierte das Abkommen zunächst beim EU-Gipfel im Dezember 2025 und forderte zusätzliche Agrarsicherungen. Sie war nicht ideologisch dagegen, sondern verhandelte hart für italienische Bauern. Die EU-Kommission, unter Druck von Präsident Lula da Silva (der drohte, Brasilien würde den Deal sonst dauerhaft ablehnen), machte den Bauern ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten: 45 Milliarden Euro an Agrarhilfen sollten vorgezogen und im Zeitraum 2028–2034 ausgezahlt werden, anstatt wie ursprünglich vorgesehen, gekürzt zu werden.spiegel+3
Zusätzlich zu diesem finanziellen Paket sicherte die Kommission Folgendes zu: einen Krisenfonds von 6,3 Milliarden Euro für die nächste Finanzperiode, verbesserte Importkontrollen mit erhöhten Pestizidrückstandsgrenzen, und die Implementierung eines „Gegenseitigkeitsprinzips“, wonach importierte Waren denselben Produktionsstandards genügen müssen wie europäische Produkte. Diese Zusicherungen waren für Italien entscheidend, denn sie versprachen konkrete Unterstützung für die italienische Landwirtschaft und Winzerei, die tatsächlich von Zollabbau auf Wein und anderen Qualitätsprodukten profitieren könnte.kurier+2
Mit Italiens Umdenken stand die notwendige Mehrheit bereit: Italien, Deutschland, Spanien und weitere Länder zusammen repräsentierten weit über 65 Prozent der EU-Bevölkerung. Die qualifizierte Mehrheit war erreicht.dw+3
- Die Abstimmung: Wer stimmte zu, wer nicht und warum?
Die Abstimmung am 9. Januar 2026 offenbarte eine tiefe Spaltung der EU. Die 15 zustimmenden Länder umfassten insbesondere die größeren Volkswirtschaften Deutschland und Italien, ergänzt durch Spanien und eine Reihe kleinerer Länder. Die genaue Liste der Gegner: deutschlandfunk+1
Länder, die gegen das Abkommen stimmten oder sich ablehnend äußerten:
Frankreich bleibt der prominenteste Gegner. Präsident Emmanuel Macron erklärte am 8. Januar 2026: „Trotz unbestreitbarer Fortschritte und Nachbesserungen muss die Feststellung eines einhelligen politischen Ablehnens des Abkommens getroffen werden, wie die jüngsten Debatten in der Nationalversammlung und im Senat deutlich gezeigt haben.“ Frankreich fürchtet nicht nur die Konkurrenz für seine Landwirte, sondern auch einen internationalen Gesichtsverlust angesichts der Tatsache, dass es von Deutschland und Italien überstimmt wurde. Macron selbst hatte seine Position mehrfach gewechselt: Im Wahlkampf 2022 versprach er, dem Abkommen nur unter „strengsten Auflagen“ zuzustimmen, später äußerte er sich positiv, und nach massiven Bauernprotesten lehnte er erneut ab. Die französische Nationalversammlung und der Senat nahmen im November 2025 eine Resolution gegen Mercosur an, mit 244 Stimmen gegen eine (der eine Abgeordnete erklärte, „aus Versehen“ den falschen Knopf gedrückt zu haben).tagesschau+5
Polen stimmte ebenfalls gegen das Abkommen, primär aus landwirtschaftlichen Gründen.deutschlandfunk+2
Ungarn positionierte sich kritisch bis ablehnend.deutschlandfunk+1
Irland lehnte ab, mit stellvertretendem Regierungschef Simon Harris, der erklärte: „Wir stimmen gegen das Abkommen“.taz
Österreich zeigte sich kritisch und dürfte sich enthalten oder dagegen stimmen.faz
Belgien enthielt sich wahrscheinlich der Stimme.faz
Bemerkenswert ist, dass Deutschland unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Spanien das Abkommen energisch unterstützten. Merz bezeichnete die Einigung als „Meilenstein“ und betonte, dass 25 Jahre Verhandlungen bereits zu lang waren – ein deutliches Zeichen seiner pro-Freihandels-Haltung in Zeiten von US-Protektionismus.spiegel+1
Die Einwände der ablehnenden Länder konzentrierten sich auf:
- Frankreich und Irland: Angst vor ruinösem Preisdruck auf Landwirte durch südamerikanische Billigprodukte, insbesondere Rindfleisch, Geflügel, Zucker und Soja.zeit+2
- Österreich: Umweltbedenken zusätzlich zu Agrarbedenken; Greenpeace Österreich kritisierte, dass das Abkommen „Waldschutz ausgehöhlt“ habe.kleinezeitung
- Polen: Ähnliche Landwirtschaftsbedenken wie Frankreich und Irland.deutschlandfunk
- Kritik von Landwirten und Umweltorganisationen
Die Farmer-Proteste waren europaweit präsent. In Deutschland, Frankreich, Irland und Polen führten Landwirtschaftsverbände Demonstrationen durch. Die Bedenken sind substanziell: zdfheute+2
Konkurrenz und Preisdruck: Der aktuelle Zoll auf Rindfleisch aus den Mercosur-Staaten beträgt 60 Prozent; dieser soll auf 7,5 Prozent fallen. Dies würde theoretisch 99.000 Tonnen zusätzliches Rindfleisch jährlich mit minimalen Zollhürden in die EU ermöglichen. Für kleine bis mittlere europäische Bauernhöfe, die unter strengeren Umwelt- und Tierschutzstandards produzieren, ist dies existenzbedrohend.tagesschau+3
Unterschiedliche Standards: Europäische Farmer müssen in der Tierhaltung strikten Regeln folgen, während Südamerika lockere Regelungen hat. Ähnlich verhält es sich mit Pestiziden: Substanzen wie Glyphosat sind in der EU begrenzt, in Südamerika massiv verbreitet.wdr+1
Ungleiche Bedingungen: Michael Hüllen, Landwirt aus Wachtberg (Nordrhein-Westfalen), fasste es prägnant zusammen: „Wir müssen hier die höchsten Standards in Deutschland von der Produktion her leisten. Die europäischen Bauern könnten mit den südamerikanischen nicht konkurrieren. Wir können diese Preise einfach nicht mitgehen.“wdr
Umweltorganisationen und ihr Kritikapparat:
Greenpeace, Misereor, Brot für die Welt und PowerShift publizierten umfangreiche Analysen, die das Abkommen als „klimaschädlichen Größenwahn“ charakterisierten. Ihre zentralen Argumente: greenpeace+2
Waldvernichtung: Das Abkommen wird durch höhere Nachfrage nach südamerikanischem Rindfleisch und Soja die wirtschaftlichen Anreize für weitere Entwaldung steigern. Wissenschaftler warnen, dass der Amazonas bereits gefährlich nah am Kipppunkt (20–25 Prozent Entwaldung) steht, ab dem er sich nicht regenerieren und in eine Savanne umwandeln könnte – eine Katastrophe für das globale Klima.gerechtigkeitspartei
Lückenhafte Umweltklauseln: Trotz neu verhandelter Zusatzklauseln zum Waldschutz enthält das Abkommen keine wirksamen Sanktionsmechanismen gegen Umweltverstöße. Während Handelsverstöße zu Zollreaktionen führen, haben Umwelt- und Klimaverletzungen keine direkten handelsrechtlichen Konsequenzen.greenpeace+2
Gefährliches Klagerecht: Das Abkommen schafft einen Ausgleichsmechanismus, der es den Mercosur-Staaten erlaubt, auf Kompensationen zu klagen, falls EU-Gesetze wie die Entwaldungsverordnung (EUDR) ihre Handelsvorteile beschränken. Dies könnte den europäischen Green Deal faktisch unterlaufen und EU-Länder davon abhalten, strengere Klimagesetze zu erlassen.misereor+2
Historische Belastung: Harald Gross von Greenpeace charakterisierte das Abkommen zugespitzt: „Während sich die Erde erhitzt, die Wälder brennen, die Meere vermüllen und Insekten massenhaft sterben, will die EU mit dem Mercosur-Abkommen ausgerechnet die Produktion von Rindfleisch, Verbrenner-Autos, Plastik und Pestiziden fördern“.greenpeace
Misereor und PowerShift legten 2025 dar, dass das Abkommen insbesondere die Branchen fördert, die in Südamerika für Waldvernichtung, indigene Vertreibung und Pestizidvergiftung verantwortlich sind – ohne signifikanten Nutzen für nachhaltige Entwicklung oder Armutsreduktion in der Region.misereor
- Wirtschaftliche Vorteile und die Profiteure
Das Abkommen verspricht substanzielle wirtschaftliche Gewinne, die asymmetrisch verteilt sein dürften.
EU-weite Effekte: Die Europäische Kommission schätzt, dass die jährlichen EU-Exporte nach Südamerika um bis zu 39 Prozent, also etwa 49 Milliarden Euro, steigen könnten. Dies soll über 440.000 Arbeitsplätze in ganz Europa unterstützen. Bereits heute hängen nach Schätzungen der Kommission etwa 855.000 Arbeitsplätze in der EU allein von Exporten nach Brasilien ab.tagesschau+5
Deutschlands Vorteile: Deutschland gehört zu den Hauptprofiteuren. Deutsche Unternehmen zahlen aktuell beim Export nach Mercosur:
- Automobilindustrie: 35 Prozent Zoll auf Fahrzeugefaz+2
- Maschinenbau: 14–20 Prozent Zöllexpert+2
- Pharmabranche: Bis zu 14 Prozentbga+2
Mit diesem Zollabbau könnten deutsche Unternehmen 400–500 Millionen Euro jährlich sparen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammer-Verband (DIHK) zufolge exportieren über 8.500 deutsche Betriebe in Mercosur, 75 Prozent davon kleine und mittlere Unternehmen. Die Bundesagentur für Außenwirtschaft schätzt einen Zuwachs von etwa 60.000 bis 100.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in Deutschland durch das Abkommen. Das aktuelle Handelsvolumen zwischen Deutschland und Mercosur beträgt etwa 24 Milliarden Euro – ein Volumen, das auf Wachstumskurs sein soll.faz+2
Langfristige BIP-Effekte: Nach Schätzungen würde Deutschland langfristig ein um knapp 0,3 Prozent höheres BIP aufweisen. Für 2024 entspricht dies einem Betrag von etwa 29 Milliarden Euro. Die EU insgesamt könnte um etwa 0,6 Prozent BIP-Wachstum profitieren.xpert
Maschinenbau und Industrie: Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) betont, dass die heutigen 14–20 Prozent Zölle es deutschen Exporteuren erheblich erschweren, Projekte international wettbewerbsfähig anzubieten. Mit Zollabbau könnten deutsche Maschinenhersteller in Südamerika deutlich präsenter werden.xpert
Andere EU-Länder: Spanien, das Wein und Spirituosen nach Südamerika exportiert (derzeit mit 27–35 Prozent Zöllen), dürfte erheblich profitieren. Die Zölle auf EU-Agrarexporte wie Käse, Geflügel und Schweinefleisch sollen sinken.policy.trade.europa+1
Konsumenteneffekte: Die EU-Kommission argumentiert, dass europäische Verbraucher von niedrigeren Preisen auf südamerikanischen Produkten wie Rindfleisch, Zucker und anderen Waren profitieren werden. Die Realität könnte jedoch nuancierter ausfallen: Während Einzelhandelsketten möglicherweise billigere Rohstoffe einkaufen, ist unklar, ob diese Kosteneinsparungen vollständig an Konsumenten weitergegeben werden.ndr+1
- Die Trump-Dimension: Geopolitische Neuausrichtung gegen Protektionismus
Ein häufig übersehenes, aber fundamentales Motiv für die plötzliche Zügigkeit beim Abkommensabschluss ist die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump.handelsblatt+3
Trump hat seine Pläne für massive Importzölle und eine protektionistische Handelspolitik angekündigt und teilweise bereits implementiert. Damit signalisiert die USA nicht länger als zuverlässiger und berechenbarer Handelspartner. Europa und die Mercosur-Staaten sehen sich gezwungen, Handelsbeziehungen neu zu orientieren.deutschland
Bundeskanzler Merz machte dies implizit deutlich, indem er das Abkommen als Signal für „fairen Handel“ deutete gegen neue „Zollregeln, die der US-Präsident für die Welt aufstellen will“. SPD-Handelsausschuss-Vorsitzender Bernd Lange erklärte: „Nach Trumps Intervention in Venezuela hatte ich zunächst die Befürchtung, internationale Organisationen würden auseinanderbrechen. Aber jetzt sehe ich genau die Gegentendenz: Die USA geraten zunehmend unter Druck.“ n-tv
Das Mercosur-Abkommen ist also auch eine geopolitische Antwort auf Trumps Versuch, Mittel- und Südamerika unter US-amerikanische Kontrolle zu bringen. Mit dem Freihandelsabkommen setzen die EU und Mercosur das Signal: Wir bauen Brücken alternativer Handelsarchitekturen ohne die USA auf. Dies ist besonders bedeutsam, da Trump eine weitere Militärintervention in Venezuela angedeutet und Zölle gegen südamerikanische Länder angedroht hat.n-tv
Langfristig steht dahinter die europäische Sorge, an wirtschaftlicher und geopolitischer Bedeutung zu verlieren. Ein stabiler, regelbasierter Handelspakt mit Südamerika zementiert Europas Position als globaler Akteur – unabhängig von amerikanischen Zollkapriolen. n-tv
- Offizielle Reaktionen aus aller Welt
Von der Europäischen Kommission: Ursula von der Leyen erklärte die Einigung als Meilenstein nach 25 Jahren Verhandlungen. Sie kündigte an, das Abkommen am 12. Januar 2026 in Paraguay unterzeichnen zu wollen, gemeinsam mit EU-Ratspräsident António Costa. Die Kommission betont, dass das Abkommen mit zusätzlichen Schutzklauseln versehen wurde – insbesondere zum Waldschutz und zu „Gegenseitigkeitsprinzipien“ – und somit Umwelt- und Sozialbedenken teilweise adressiert.zeit+1
Von Brasiliens Präsident Lula da Silva: Lula war lange frustriert über Europas Unentschlossenheit. Im Dezember 2025 drohte er damit, dass Brasilien das Abkommen nicht mehr unterstützen würde, sollte die EU es nicht ratifizieren. Seine Worte waren deutlich: „Ich habe sie bereits gewarnt: Wenn wir es jetzt nicht tun, wird Brasilien keinen Deal mehr machen, solange ich Präsident bin. Brasilien hat 26 Jahre auf das Abkommen gewartet.“. Nach der italienischen Umkehrung und EU-Billigung äußerte sich Lula versöhnlicher und forderte „politischen Mut“ von der EU. Für Brasilien ist das Abkommen wirtschaftlich bedeutsam – als größte Mercosur-Volkswirtschaft mit 210 Millionen Einwohnern und etwa zwei Billionen Euro BIP profitiert es von besseren Marktzugängen in Europa.spiegel+3
Von deutschen Wirtschaftsverbänden: Der Bundesverband der Industrie (BDI) begrüßte die Einigung enthusiastisch. Der Deutsche Industrie- und Handelskammer-Verband betonte, dass das Abkommen jahrelang überfällig war und konkrete Erleichterungen für Tausende mittelständische Exporteure bedeutet.bga+1
Von französischer Seite: Außer Macrons Ablehnung gab es kaum offizielle Äußerungen. Französische Bauernverbände kündigten weitere Protestaktionen an. Die französische Regierungssprecherin Maud Bregeon betonte: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser Vertrag immer noch nicht akzeptabel“. europeannewsroom+1
Von NGOs und Umweltorganisationen gaben Greenpeace, Misereor, Brot für die Welt und PowerShift koordinierte Stellungnahmen ab. Greenpeace Waldexperte Harald Gross nannte das Abkommen „Gift für das Klima, die Natur, die Menschen in Südamerika“. Die Organisationen forderten das Europäische Parlament auf, die Ratifizierung zu blockieren. Eine von Greenpeace, Misereor und PowerShift in Auftrag gegebene Studie warnte explizit vor neuen Klagemechanismen, die faktisch gegen EU-Nachhaltigkeitsgesetze gerichtet sind.taz+2youtube
Aus Südamerika (Mercosur): Neben Lula gab es von Argentiniens und Paraguays Führung weniger prominente, aber grundsätzlich positive Reaktionen. Für kleinere Mercosur-Staaten ist der Marktzugang zu Europa bedeutsam. Bolivien, das Mercosur 2015 beigetreten ist, wurde vorerst ausgeschlossen, bis es bestimmte Regeln anpasst.tagesschau+1
- Das Abkommen und die sichtbare Uneinigkeit Europas: Ein Fazit
Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen wurde nach einer der längsten Verhandlungsserien in der europäischen Handelsgeschichte endlich vereinbart. Doch der Weg dorthin offenbart eine EU, die tief fragmentiert ist.
Sind die 25 Jahre Verhandlungen die Anstrengung wert?
Aus wirtschaftlicher Perspektive lautet die Antwort für Deutschland, Spanien, Italien und große Teile der europäischen Industrie: Ja. Ein 49-Milliarden-Euro-Zuwachs an jährlichen EU-Exporten, über 440.000 neue Arbeitsplätze in Europa und speziell für Deutschland ein knapp 0,3-prozentiges BIP-Wachstum (29 Milliarden Euro) sind substanzielle Gewinne. Deutsche Autoexporteure, Maschinenbauer und Pharmafirmen erhalten Marktzugänge, die bislang durch Zölle von 35, 20 und 14 Prozent blockiert waren.
Aus ökologischer Perspektive lautet die Antwort jedoch: Nein, nicht in dieser Form. Das Abkommen fördert Sektoren – Rindfleischerzeugung, Soja-Monokultur, Verbrenner-Automobil-Exporte, hochgiftige Pestizide –, die für den Großteil der Amazonas-Entwaldung verantwortlich sind. Ohne echte Sanktionsmechanismen gegen Waldvernichtung und mit einem Klagerecht, das im Sinne der EU-Klimagesetze mobilisiert werden kann, widerspricht das Abkommen Europas Klimaverpflichtungen. Wenn der Amazonas wirklich seinen Kipppunkt erreicht und in eine Kohlenstoff-Quelle umschlägt, würde das die wirtschaftlichen Gewinne trivial machen.gerechtigkeitspartei
Die Uneinigkeit der Europäer: Ein strukturelles Problem?
Die Tatsache, dass nur 15 von 27 EU-Ländern zustimmten, ist symptomatisch für ein tiefergehendes Problem. Die EU ist nicht in der Lage, mit einer Hand zu sprechen. Frankreich, die zweitgrößte EU-Volkswirtschaft, wurde überstimmt. Dies ist nicht nur für die deutsch-französischen Beziehungen problematisch, sondern auch für die europäische Handlungsfähigkeit: In einer multipolar gewordenen Welt, in der Trump die USA aus Freihandelsregimen herauszieht und China alternative Handelsblöcke aufbaut, kann sich die EU keine weiteren inneren Zersplitterungen leisten.zeit+1
Merz kritisierte Frankreich und Italien – vor dessen Schwenk – scharf: „Wer in der EU große Handelsabkommen verhindert, habe die Prioritäten, die wir jetzt setzen müssen, immer noch nicht richtig verstanden.“ Diese Kritik ist hart, aber nicht unbegründet. Wenn die EU bei so fundamentalen Freihandelsabkommen nicht geeint sein kann, wird ihre Fähigkeit, global zu gestalten, schwinden.zeit+1
Allerdings offenbaren die französischen und irischen Widerstände auch ein legitimes Problem: Die Verteilung der Abkommensgewinne ist ungleich. Deutschland und die Industrie profitieren massiv. Französische und irische Landwirte tragen die Lasten ohne angemessene Kompensation. Das Abkommen hätte mit europäischen Umverteilungsmechanismen einhergehen können, die Bauern in Ländern mit großem Agrarsektor direkt unterstützen – ähnlich den 45 Milliarden Euro für Italien, die jetzt nachträglich ausgehandelt wurden.
Die geopolitische Dimension als versteckte Motivation
Die plötzliche Zügigkeit beim Abschluss war nicht nur ökonomisch oder agrarisch motiviert. Trump und seine Zolldrohungen waren ein Katalysator. Die EU handelt unter Druck: Sie fürchtet eine US-dominierte, protektionistische Weltordnung und versucht, alternative Handelsblöcke zu etablieren. Langfristig könnte sich dies als klug erweisen – wenn es eine stabilere, regelbasierte alternative Ordnung schafft. Kurzfristig jedoch wirkt es wie Defensive: Europas Antwort auf Trump ist nicht Stärke, sondern Eile, schnell noch Allianzen zu schmieden.n-tv
Fazit: Eine höchst ambivalente Bilanz
Das EU-Mercosur-Abkommen ist eine zugleich notwendige und schädliche Entscheidung – eine klassische Tragödie moderner Handelspolitik.
Notwendig ist es, weil die EU sich wirtschaftlich diversifizieren muss, weil 440.000+ europäische Arbeitsplätze davon abhängen und weil ein blockierender Protektionismus angesichts Trumps Zollregime nicht der richtige Weg ist. Deutschland verdient es, dass seine Industrie global wettbewerbsfähig bleibt.
Schädlich ist es, weil es den Amazonas unter Druck setzt – jenen kritischen Baustein des globalen Klimas. Weil es europäische Landwirte unter Preisdruck setzt, ohne sie angemessen zu entschädigen. Weil es europäische Nachhaltigkeitsgesetze schwächt, indem es Klagerechte für Regierungen schafft, die diese umgehen wollen. Und weil es zeigt, dass die EU nicht fähig ist, Freihandel mit Klimagerechtigkeit zu verbinden.
Die 25 Jahre Verhandlungen waren also notwendig, um die vielen Widersprüche zu erkennen – doch am Ende wurde keine befriedigende Lösung gefunden. Statt echtem Waldschutz gab es „Zusatzklauseln“. Statt echter Umverteilung gab es Last-Minute-Zugeständnisse an Italien. Statt europäischer Einigkeit gibt es einen 15-zu-12-Split mit Frankreich als Verlierer.
Der wahre Test wird kommen, wenn das Europäische Parlament ratifiziert und wenn die ersten Abkommensjahre zeigen, ob die Waldschutzversprechen eingehalten werden. Bisherige Erfahrungen mit Freihandelsabkommen deuten darauf hin, dass eine vorsichtige Einschätzung angeraten ist: Handelsverpflichtungen werden streng durchgesetzt, Umweltversprechen großzügig ignoriert. Das Mercosur-Abkommen könnte sich als Symbol einer EU erweisen, die zwischen Wirtschaft und Ökologie nicht zu wählen vermag und daher beides verliert.
Sonderanalyse: Warum sind nicht alle Länder Südamerikas Mercosur-Mitglieder?
Zu Beginn des Jahres 2026 ist das EU-Mercosur-Abkommen ein hochaktuelles Thema, da die EU-Mitgliedstaaten gerade erst am 9. Januar 2026 der Unterzeichnung offiziell zugestimmt haben.
Hier ist die Übersicht der Mitgliedsländer und die Gründe, warum der Block nicht den gesamten Kontinent umfasst:
Die Mercosur-Mitgliedstaaten (Vollmitglieder)
Der Kern des Mercosur besteht traditionell aus vier Ländern, wurde aber kürzlich erweitert:
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Argentinien
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Brasilien
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Paraguay
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Uruguay
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Bolivien (Seit Juli 2024 offiziell Vollmitglied, passt derzeit noch technische Regeln an).
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(Venezuela: Ist offiziell Vollmitglied, aber seit 2016 wegen Verstößen gegen die demokratische Ordnung des Blocks dauerhaft suspendiert.)
Warum sind viele andere Länder nicht dabei?
Es gibt drei Hauptgründe, warum Länder wie Chile, Kolumbien oder Peru zwar „assoziierte Mitglieder“ sind, aber keine Vollmitglieder:
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Die Zollunion (Common External Tariff): Mercosur-Vollmitglieder müssen einen gemeinsamen Außenzoll auf Importe aus Drittstaaten erheben. Länder wie Chile oder Kolumbien setzen jedoch auf eine sehr offene Handelspolitik und haben eigene Freihandelsabkommen (z. B. mit den USA oder China). Ein Mercosur-Beitritt würde sie zwingen, ihre Zölle nach oben anzupassen, was ihrer Wirtschaftsstrategie widerspricht.
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Die Pazifik-Allianz: Es gibt einen konkurrierenden Block, die Alianza del Pacífico (Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru). Diese Länder orientieren sich wirtschaftlich stärker in Richtung Asien und Nordamerika und bevorzugen flexiblere Handelsmodelle ohne die starren Strukturen einer Zollunion.
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Politische & Wirtschaftliche Souveränität: Vollmitglieder dürfen in der Regel keine eigenständigen Freihandelsabkommen mit Drittstaaten schließen (sie müssen als Block verhandeln). Das ist einer der Gründe, warum z. B. Uruguay innerhalb des Mercosur oft unzufrieden ist und Länder wie Chile lieber nur „assoziiert“ bleiben: Sie wollen ihre Handelspartner selbst wählen.
Status „Assoziierte Mitglieder“
Fast alle anderen südamerikanischen Länder (Chile, Kolumbien, Ecuador, Peru, Guyana, Suriname) sind assoziierte Mitglieder. Das bedeutet:
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Sie genießen Zollvorteile im Handel mit dem Mercosur.
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Sie dürfen an Sitzungen teilnehmen, haben aber kein Stimmrecht.
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Sie müssen den gemeinsamen Außenzoll nicht übernehmen.
Möchten Sie, dass ich Ihnen die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen dem Mercosur und der Pazifik-Allianz genauer gegenüberstelle?
Kommentar
Trump ist an allem schuld. Und die Chinesen natürlich. Beide setzen die EU wirtschaftlich so unter Druck, dass ihr nichts anderes übrigbleibt, als Deals einzugehen, die wirtschaftlich nur dann überhaupt etwas bringen, wenn dabei die Umwelt nicht so stark verliert, dass alle wirtschaftlichen Gewinne marginal sind. Ironie: Trump, der die EU direkt wegen ihrer Umweltstandards angreift, hat damit indirekt schon gewonnen.
Ganz so einfach ist es nicht, schließlich verhandeln die EU und die Mercosur-Staaten schon seit 25 Jahren miteinander, da war der chinesische Aufstieg erst schemenhaft am Horizont zu erkennen und Trump gab sich eher mit Epstein ab als mit großer Politik. Und die Freihandelsideologie war noch vollständig intakt, alle wollten Handelsschranken abbauen. Dass dies auch Nachteile haben kann, vor allem, wenn man soziale und ökologische Folgekosten gegen ökonomische Vorteile rechnet, war noch keine weitverbreitete Ansicht.
Wie schwierig es ist, hier einheitlich zu kommentieren, macht die europäische Lage klar. Wie lange, viel wurde Frankreichs Landwirtschaft über Jahrzehnte gepampert? Man konnte an statistischen Jahrbüchern ablesen, wie sich die Situation durch das massive französische Lobbying in der EG, dann in der EU, immer mehr zugunsten Frankreichs und zulasten Deutschlands veränderte. Deutschland hat Teile seiner Landwirtschaft auf dem Altar des europäischen Projekts geopfert. Und jetzt reicht es den Franzosen schon wieder nicht. Ein typisches Verhalten, das nichts mit Umweltgeschichtspunkten, sondern mit der gallischen Grundidee zu tun hat, dass Frankreich entweder führen und am meisten profitieren darf oder schmollt. Hier sehen wir einen Kern europäischer Unausgewogenheit und werden ohne Umweg an das vermutliche Scheitern des FCAS erinnert, das wir zu erwarten haben. Niemand soll glauben, hier spiele nur das Ego gewisser Firmenchefs eine Rolle. Wir dürfen vielmehr sicher sein, dass dieses Scheitern von der französischen Politik mitgetragen wird, zulasten Deutschlands.
Wenn es nur um Frankreich ginge, hätten wir nichts gegen einen Denkzettel. Aber dem ist eben nicht so. Und Irland? Ein Land, das dermaßen massiv von seiner EU-Mitgliedschaft profitiert und mit seinen Niedrigsteuern andere Volkswirtschaften in der EU schädigt, könnte auch mal nachgeben. Einmal kein theoretischer maximaler Profit, schon kommt eine Gegenposition. Das kann in Zukunft noch heiter werden, vor allem, wenn tatsächlich aufgrund des rechten Populismus oder erst recht nach dessen Scheitern um ein gerechteres Wirtschaftsregime gerungen werden muss.
Die Umweltaspekte, die uns alle global doch wieder zusammenführen sollen, sind weitaus schwerwiegender als diese innereuropäischen Notizen. Man kann es so sehen: Erstmals hat die Merz-Regierung tatsächlich einen außenpolitischen Punkt gemacht. Alles andere bisher ging schief oder wurde von den Großmächten nicht ernst genommen. Aber wenn dieser Punkt so große begründete Zweifel am globalen Fortschritt beinhaltet wie jetzt bei diesem Abkommen, dann stehen wir wieder am Anfang: Diese Regierung organisiert den Rückschritt. Und bei den Vorteilen, die das Abkommen für den deutschen Export bringen soll, darf man eines nicht vergessen:
Das sind Modellrechnungen, die hier angestellt werden. Sie gehen davon aus, dass sich außerhalb der direkten Auswirkungen des Abkommens in Form von weniger Zöllen nichts verändert, alles andere wäre für diese Modelle viel zu komplex. Zum Beispiel: Wenn die deutsche Wirtschaft technisch weiter an Boden verliert, nützen auch weniger Zölle nichts, die Chinesen und andere werden trotzdem ihre Produkte auf den südamerikanischen Markt drücken und sie werden trotzdem mit Soft Power versuchen, Einfluss in Südamerika zu gewinnen. Und was ist mit Donald Trump? Wird er jetzt wieder den Druck sowohl auf die EU als auch auf Südamerika erhöhen? Von wem ist die EU mehr abhängig, von Lula da Silva oder vom US-Präsidenten? Die Antwort fällt ziemlich eindeutig aus.
Wir hätten das Abkommen gerne positiv kommentiert, aber je mehr man darüber nachdenkt, desto mehr Stolpersteine und Unwägbarkeiten zeigen sich. Es ist ein Best-Case-Szenario, das bezüglich der Vorteile dargestellt wird. Dieses wird nur eintreten, wenn es nicht zu Gegenreaktionen der Großmächte kommen wird, wenn Europa technisch nicht immer mehr abgehängt wird, und wenn nicht auch die Umwelt mit massiven Veränderungen auf weitere Einschläge im Amazonasgebiet reagiert.
Vielleicht sollten wir alle vegan werden und so das Mercosur-Abkommen unterlaufen, aber wir haben den leisen Verdacht, dass eine individuelle Maßnahme wenig bringt, wenn es nicht institutionell abgesichert wird. Zum Beispiel durch echte Verbesserungen im Umweltklagerecht. Südamerika hilft Europa nicht gegen die Dominanz der USA, sondern nutzt die Gelegenheit, seine eigene Agenda durchzusetzen, die auch nicht besser ist als das, was im nördlichen Amerika jetzt gegen die Umwelt alles initiiert wird.
Wir verstehen natürlich den Druck, unter dem die EU steht, wir sind auch schon lange für mehr Autarkie gegenüber China und den USA. Aber dass dies jetzt zu einem Abkommen führt, das so viele Ecken und Kanten hat – ja, es bleibt schwierig. Es gibt keine Königswege mehr. Das ist die Folge einer mangelhaften oder, wie in Deutschland, nicht vorhandenen strategischen Wirtschaftspolitik, die hätte vorausschauend solche Fallen vermeiden können. Gar nicht in der Analyse enthalten ist der Aspekt, ob das Abkommen, ungeachtet seiner Vorteile für die Landwirte Südamerikas, den globalen Süden respektiert. Vermutlich tut es das, sonst würden sich nicht als links geltende Staatschefs wie Lula da Silva so dafür einsetzen. Rechte wie Javier Milei tun es natürlich auch.
Wenn man wieder auf die deutsche Perspektive zurückkommt. Sie und wir alle werden nicht viel davon merken, dass das Abkommen tatsächlich das BIP um maximal 0,3 Prozent pro Jahr anheben wird. Sicher, im Moment ist alles über Null ein Riesenfortschritt. Aber eher auf statistischer, nicht auf individueller Ebene. Sie und wir alle werden es aber zu spüren bekommen, wenn das Abkommen dazu beiträgt, dass das Amazonasgebiet kippt. Dann wird auch der letzte Rest Spaß am marginal günstigeren Steak verschwinden, das ist evident.
Analyse: Durch KI unterstützt, Kommentar: TH
Quellen
- https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-01/eu-stimmt-fuer-mercosur-freihandelsabkommen-gxe
- https://www.bpb.de/themen/wirtschaft/freihandel/geooekonomie/569914/warum-das-mercosur-abkommen-so-wichtig-fuer-europa-ist/
- https://www.forum-verlag.com/fachwissen/zoll-und-export/mercosur-abkommen/
- https://www.deutschlandfunk.de/eu-staaten-billigen-mercosur-abkommen-unterzeichnung-steht-bevor-100.html
- https://www.spiegel.de/ausland/eu-macht-zugestaendnisse-an-italien-nun-kommt-wohl-das-mercosur-handelsabkommen-a-8336b60f-9972-4e05-b986-70fc8dd52c6d
- https://www.spiegel.de/wirtschaft/mercosur-abkommen-praesident-lula-droht-eu-mit-rueckzug-brasiliens-aus-mercosur-abkommen-a-244f2ebf-2d19-4b5a-b582-972c7072f4e2
- https://kurier.at/politik/ausland/mercosur-abkommen-eu-italien/403119035
- https://www.dw.com/de/eu-staaten-stimmen-mercosur-freihandelsabkommen-zu-brasilien-argentinien-paraguay-uruguay/a-75453220
- https://www.manager-magazin.de/politik/europa/mercosur-abkommen-eu-ebnet-weg-fuer-freihandelszone-mit-suedamerika-a-1a6f7e3d-f45a-45e7-b9a3-66a84e2e1c48
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/abstimmung-eu-mercosur-100.html
- https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/id_101074502/frankreich-will-mercosur-abkommen-nicht-zustimmen.html
- https://www.deutschlandfunk.de/nach-25-jahren-verhandlungen-eu-staaten-stimmen-ueber-mercosur-abkommen-ab-frankreich-bekraeftigt-ab-100.html
- https://europeannewsroom.com/de/macron-kuendigt-an-dass-frankreich-gegen-das-eu-mercosur-abkommen-stimmen-wird/
- https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/mercosur-abkommen-frankreich-eu-freihandel-landwirtschaft-blockade
- https://taz.de/Mercosur-Abkommen-kurz-vor-Abschluss/!6143857/
- https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mercosur-warum-der-weg-fuer-das-abkommen-nun-frei-scheint-110815849.html
- https://www.spiegel.de/wirtschaft/mercosur-eu-stimmt-fuer-abkommen-25-jahre-nach-verhandlungsbeginn-a-943e92f0-be6d-4af8-8043-ae99c64b8ae8
- https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/20458508/nach-25-jahren-abschluss-bei-mercosur-abkommen-zum-greifen-nahe
- https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/mercosur-abkommen-bauern-protest-autobahn-100.html
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/mercosur-landwirte-100.html
- https://www1.wdr.de/nachrichten/mercosur-abkommen-eu-landwirtschaft-bauern-rindfleisch-100.html
- https://taz.de/Handelsabkommen-mit-Suedamerika-Staaten/!6143715/
- https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/mercosur-kompromiss-warum-immer-noch-bauern-protestieren,mercosur-136.html
- https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/waelder/waelder-erde/eu-mercosur-abkommen
- https://www.misereor.de/presse/pressemitteilungen/neue-studie-zum-eu-mercosur-handelsabkommen
- https://presseportal.greenpeace.de/245060-greenpeace-stellungnahme-zum-abschluss-des-eu-mercosur-abkommens/
- https://gerechtigkeitspartei.de/artikel/eu-mercosur-abkommen-wenn-freihandel-auf-kosten-von-landwirtschaft-umwelt-und-sozialer-gerechtigkeit-geht
- https://greenpeace.at/hintergrund/eu-mercosur-abkommen-einfach-erklaert/
- https://taz.de/EU-Mercosur-Abkommen/!6098758/
- https://power-shift.de/briefing-eu-mercosur-vs-eudr/
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/mercosur-abkommen-eu-102.html
- https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/eu-mercosur-abkommen-das-bringt-der-freihandelsdeal-110158848.html
- https://www.watson.ch/international/wirtschaft/503060717-trotz-bauernprotesten-eu-stimmt-fuer-mercosur-freihandelsabkommen
- https://www.handelsblatt.com/dpa/welthandel-eu-einigung-weg-fuer-mercosur-handelsabkommen-ist-frei/100190022.html
- https://bga.de/themen/internationales/artikel/eu-kommission-legt-vorschlaege-zu-handelsabkommen-mit-mercosur-und-mexiko-vor/
- https://xpert.digital/das-mercosur-paradox/
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/mercosur-handelsabkommen-eu-kommission-100.html
- https://policy.trade.ec.europa.eu/eu-trade-relationships-country-and-region/countries-and-regions/mercosur/eu-mercosur-agreement/factsheet-eu-mercosur-partnership-agreement-opening-opportunities-european-farmers_de
- https://www.zdfheute.de/politik/ausland/mercosur-abkommen-eu-wirtschaft-verbraucher-100.html
- https://www.deutschland.de/de/topic/wirtschaft/freihandel-eu-mercosur-erwartungen-der-wirtschaft
- https://www.n-tv.de/politik/Europaeer-senden-Trump-mit-ihrem-Mercosur-Endspurt-ein-deutliches-Signal-id30218197.html
- https://www.zeit.de/politik/ausland/2025-12/eu-mercosur-abkommen-frankreich-italien-brasilien
- https://de.euronews.com/2025/12/21/mercosur-handelsabkommen-lula
- https://www.youtube.com/watch?v=F4iDINT6p1o
- https://www.gtai.de/de/trade/mercosur/wirtschaftsumfeld/mercosur-1890478
- https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/warum-der-weg-fuer-das-mercosur-abkommen-nun-frei-scheint-110815849.html
- https://www.faz.net/pro/weltwirtschaft/weltwissen/mercosur-abkommen-im-ueberblick-inhalte-ziele-und-offene-fragen-accg-200362590.html
- https://www.gerechter-welthandel.org/material/mercosur/
- https://power-shift.de/eu-mercosur-abkommen-ante-portas/
- https://taz.de/EU-Mercosur-Abkommen/!6144529/
- https://www.schweizerbauer.ch/artikel/politik-wirtschaft/international/geld-fuer-landwirte–italien-nun-fuer-mercosur
- https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/hop-oder-top-beim-milliarden-deal-mit-suedamerika-entscheidungsschlacht-ums-billig-steak-695e2c26af760025de95d058
- https://www.zdfheute.de/politik/ausland/mercosur-abstimmung-eu-freihandel-abkommen-100.html
- https://www.zeit.de/wirtschaft/2026-01/bauernproteste-mercosur-eu-kommission-haushalt
- https://taz.de/Proteste-gegen-Mercosur/!6144007/
- https://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/dateien/downloads/Weitere_Dokumente/Gutachten_EU_MERCOSUR_Waldschutz.pdf
- https://www.germanwatch.org/sites/default/files/Auswirkungen%20des%20EU-Mercosur%20Abkommens%20auf%20Agrarhandel%20und%20SDGs_0.pdf
- https://www.ihk.de/karlsruhe/fachthemen/international/aktuelles/eu-mercosur-abkommen-bietet-potenzial-aber-nicht-ohne-huerden-6519040
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/mercosur-freihandelsabkommen-faq-100.html
- https://www.n-tv.de/politik/Lula-aendert-rigorose-Meinung-zu-Mercosur-Unterzeichnung-id30160495.html
- https://www.deutschlandfunk.de/eu-staaten-billigen-abkommen-mit-mercosur-staaten-100.html
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/mercosur-deal-kritik-100.html
- https://www.gruene-bundestag.de/unsere-politik/fachtexte/mercosur-abkommen-nur-mit-verbindlichem-waldschutz/
- https://www.tagesschau.de/ausland/mercosur-abkommen-eu-100.html
- https://newstime.joyn.de/themen/politik/einigung-in-bruessel-eu-gibt-gruenes-licht-fuer-mercosur-handelsabkommen-51809
- https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/waelder/waelder-erde/fakten-check-eu-mercosur-abkommen
- https://www.stern.de/news/abschluss-bei-mercosur-abkommen-scheint-zum-greifen-nahe-37018576.html
[1] Die EU und die südamerikanischen Staaten der Mercosur-Gruppe haben heute nach 25 Jahren Verhandlungen ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Bitte gehen Sie in einer großen Analyse mit mehr als 1.800 Wörtern, geschrieben in journalistischem, korrektem Deutsch und mit klarer Gliederung, auf folgende Punkte ein:
- Warum haben die Verhandlungen so lange gedauert? Was waren die Knackpunkte?
- Warum haben nur 15 von 27 EU-Ländern zugestimmt. Meines Wissens war die Unterzeichnung erst jetzt möglich geworden, weil Italien die Seite gewechselt hat und damit mehr als 65 Prozent der EU-Bevölkerung bei den zustimmenden Regierungen repräsentiert ist.
- Wer hat zugestimmt, wer nicht? Welche Einwände haben die nicht zustimmenden Länder? Besonders schade ist, dass Frankreich als zweitgrößte EU-Volkswirtschaft nicht dabei ist.
- Welche Einwände haben bestimmte Berufsgruppen wie die Landwirte, aber auch NGOen, besonders Umweltschützer?
- Welchen Vorteil soll das Abkommen welcher Seite bringen, wie hoch wird das zusätzliche Handelsvolumen eingeschätzt, speziell: wie könnte Deutschland von dem Abkommen profitieren?
- Kann man sagen, dass das Abkommen auch deswegen endlich umgesetzt wird, weil Trump immer mehr Druck auf den Freihandel ausübt und man hier etwas entgegensetzen wollte?
Bitte binden Sie zahlreiche offizielle Reaktionen aus aller Welt und Presse-Kommentierungen zum Mercosur-Abkommen in die Analyse ein.
Schreiben Sie ein Fazit: Ist das Mercosur-Abkommen die langen, mühsamen Verhandlung wert und hat es so viele Vorteile, dass diese die leider wieder einmal sichtbare Uneinigkeit der Europäer überlagern?
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