Briefing Wirtschaft, Economy, Gesellschaft, Stromausfall, Stromnetz, Stromversorgung, Berlin, Steglitz-Zehlendorf, tagelang andauernde Reparaturarbeiten, Politik, Infrastruktur, Terrorismus, kritische Infrastruktur, Bundesregierung, Kai Wegner
Die folgende Umfrage ist auch eine schöne Information. Wie ist der Stand der Debatte heute, zwei Tage nach dem endgültigen Ende des Stromausfalls in Berlin? Man kann daraus sogar eine Umfrage machen, mit einem angesichts der Frage und des Fehlens einer gewichtigen Kontra-Position im Begleittext vorhersehbaren Ergebnis. Trotzdem, machen Sie mal der Politik Druck, stimmen Sie ab:
Tut die Bundesregierung genug, um die kritische Infrastruktur in Deutschland zu schützen?
Begleittext von Civey
Nach einem Brandanschlag auf eine Kabelbrücke im Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf waren zeitweise bis zu 45.000 Haushalte und 2.200 Betriebe ohne Strom. Es war der schwerste Ausfall in der Hauptstadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Krankenhäuser arbeiteten im Notbetrieb, Schulen blieben geschlossen. Die Bundesregierung verurteilte den Anschlag scharf. „Die Täter haben die Gefährdung von Menschen, insbesondere von Krankenhauspatienten, Älteren und Familien mit kleinen Kindern, in Kauf genommen“, erklärte Regierungssprecher Sebastian Hille. Der Vorfall hat die Debatte über den Schutz kritischer Infrastruktur erneut entfacht.
Bereits im November hatte Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Bundestag den Schutz kritischer Infrastruktur als Teil einer umfassenden Sicherheitsstrategie vorgestellt. Neben der Cybersicherheit und dem Bevölkerungsschutz bildet das sogenannte Kritis-Dachgesetz einen zentralen Baustein. Ziel ist es, einheitliche Mindeststandards für zentrale Versorgungseinrichtungen wie Energieunternehmen oder Krankenhäuser zu schaffen. „Aus kritischer Infrastruktur muss krisensichere Infrastruktur werden“, so Dobrindt. Er verwies jedoch darauf, dass das Gesetz „ein atmender Prozess“ sei. Nach dem Anschlag äußerten sich verschiedene Bundestagsabgeordnete von Union und SPD, die Nachbesserungen beispielsweise beim Umgang mit sensiblen Daten ankündigten.
Aus der Opposition kommen Forderungen nach schnellerem Handeln. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann sieht das Innenministerium in der Pflicht: „Der über Jahre vernachlässigte Schutz unserer Infrastruktur muss schnellstmöglich hochgefahren, der Bevölkerungsschutz massiv gestärkt werden“, sagte sie den Funke-Zeitungen. Auch der Deutsche Landkreistag kritisiert, dass kleinere Einrichtungen mit unter 500.000 versorgten Personen im aktuellen Entwurf nicht berücksichtigt werden. Benjamin Jendrow, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei, fordert technische Sicherungen wie Videotechnik mit Alarmsignalen: „Es kann nicht sein, dass ich an einen Kabelschacht so leicht rankomme.“
Kurzkommentar
Im letzten Absatz muss es vermutlich „unter 500 versorgten Personen“ heißen, vielleicht auch „unter 50“. Ja, wer wollte nicht mehr Sicherheit? Wo doch die Zeiten so unsicher sind? Wir haben natürlich auch dafür gestimmt, dass aus einer kritischen eine krisenfeste Infrastruktur wird. Die Frage war auch nicht so gestellt: Wollen Sie oder nicht? Denn dann hätte es vermutlich gar keine Gegenstimmen gegeben (es sei denn, seitens einiger Terroristen), sondern ob die Bundesregierung genug für den Krisenschutz tut, und der Meinung sind aktuell nur etwa 13 Prozent der Abstimmenden.
Und im Begleittext kein Wort zu der wichtigen Frage, ob Tennisspielen die Sicherheit vermindert oder gar erhöht, weil man danach den Kopf wieder frei hat fürs konzentrierte Arbeiten im Homeoffice, in das man sich (die kritische Infrastruktur!) einschließt. Wir sind keine Freunde der #Rückschrittskoalition in Berlin, aber hier wird ein bisschen überzogen. Es geht auch wieder einmal eher um die Außendarstellung als um die tatsächliche Wirksamkeit von weniger Tennis und mehr durchgehendem Homeoffice. Und was dazu wieder alles geschrieben wird. Und von den wichtigen Dingen ablenkt. Auch von der Forschung nach dem Hintergrund des Anschlags bzw. der Täter. Wenn man in die Kommentarspalten der Zeitungen hineinschaut oder in die sozialen Netzwerke: An Fällen wie diesem bemerkt man, wie verschoben und niedrig die politische Diskussion mittlerweile ist.
Aber das ist eine Randnotiz, in Tagen, in denen geopolitisch so viel auf dem Spiel steht. Für mehr Infos lesen Sie bitte den angehängten ursprünglichen Artikel:
07.01.2026
Wie Sie wissen, ist am 3. Januar 2026 ein Anschlag auf das Berliner Stromnetz verübt worden. Zwischen 05:44 und 06:26 Uhr verloren ca. 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen und Einrichtungen im Südwesten der Stadt die Stromzufuhr. Betroffen waren etwa 100.000 Personen.
Im Moment sieht es so aus, dass am Ende des Tages alle Betroffenen wieder Strom haben werden. Beinahe fünf Tage hat der Ausfall für die meisten von ihnen dann gedauert, der am längsten dauernde Stromausfall in Berlin seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Wir haben uns mit den Tätern beschäftigt, werden den Artikel aber erst veröffentlichen, wenn alle wieder Strom haben und wohlauf sind. Wir hoffen, dass niemand durch den Stromausfall einen Gesundheitsschaden erlitten hat. Das Thema gehen wir erst einmal von einer nüchternen, sachlichen Seite an. Warum kommt es in Deutschland zu Stromausfällen? Welche Bedeutung haben sie politisch?
Versorgungsstabilität im Fadenkreuz: Eine Analyse der deutschen Stromnetz-Resilienz und des Berliner Falls 2026
Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung gilt als das Rückgrat der modernen Industriegesellschaft. In Deutschland wird diese Stabilität traditionell auf einem weltweit führenden Niveau gewahrt. Doch der massive Stromausfall im Südwesten Berlins im Januar 2026 markiert eine Zäsur. Auf Basis aktueller Daten der Bundesnetzagentur und Statista-Infografiken lassen sich die strukturellen Hintergründe der deutschen Stromversorgung sowie die Singularität des aktuellen Ereignisses präzise einordnen.
Teil 1: Zusammenfassung der statistischen Datenlage
Die Analyse der deutschen Stromversorgungsqualität basiert auf drei zentralen Metriken: den Ursachen für Unterbrechungen, der regionalen Verteilung und der technischen Netzebene.
Ursachenforschung: Warum fällt der Strom aus?
Laut Daten der Bundesnetzagentur sind Stromausfälle in Deutschland kein monokausales Phänomen. Die häufigsten Ursachen liegen im direkten Verantwortungsbereich der Netzbetreiber, etwa durch Kabel- oder Leitungsfehler. Ein zweiter großer Block wird durch „Einwirkungen Dritter“ definiert. Hierzu zählen triviale Ereignisse wie Baggerarbeiten bei Bauvorhaben oder Verkehrsunfälle, die Schaltkästen beschädigen. Doch auch Sabotageakte und terroristische Anschläge fallen in diese Kategorie – eine Unterkategorie, die durch den aktuellen Anschlag in Berlin eine dramatische Relevanz erfahren hat. Seltener sind dagegen atmosphärische Einwirkungen wie Blitzschläge, Schnee oder Extremwetterereignisse (höhere Gewalt), was für die hohe physische Widerstandsfähigkeit der deutschen Infrastruktur spricht.
Infografik: Warum fällt der Strom aus? | Statista

Regionale Disparitäten: Das Ost-West-Gefälle
Infografik: Welche Bundesländer sind besonders von Stromausfällen betroffen? | Statista

Ein Blick auf die geografische Verteilung der Ausfallzeiten offenbart ein deutliches Gefälle. Die ostdeutschen Bundesländer – insbesondere Brandenburg und Sachsen-Anhalt – verzeichnen im Langzeitschnitt (2008–2024) die höchsten Ausfallzeiten von oft über 20 Minuten pro Jahr und Verbraucher. Im Gegensatz dazu stehen Hessen und das Saarland mit Werten unter zehn Minuten an der Spitze der Versorgungssicherheit. Berlin rangierte mit durchschnittlich 13 Minuten bisher im stabilen Mittelfeld. Diese regionalen Unterschiede resultieren oft aus der Netzdichte und der historischen Infrastruktur, wobei die Statistik Ausfälle dort verbucht, wo der Netzbetreiber seinen Sitz hat, was zu leichten Unschärfen an den Landesgrenzen führen kann.
Infografik: Wie lange sind die Deutschen im Schnitt ohne Strom? | Statista

Technische Dimension: Mittelspannung vs. Niederspannung
Die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Elektrizität lag im vergangenen Jahr bundesweit bei 11,6 Minuten. Dabei zeigt sich eine signifikante Differenz zwischen den Netzebenen. Während Ausfälle im Niederspannungsnetz (230/400 Volt), das primär Haushalte und Kleingewerbe versorgt, lediglich 2,4 Minuten ausmachten, entfiel der Löwenanteil von 9,2 Minuten auf das Mittelspannungsnetz (10.000 bis 35.000 Volt). Dies liegt daran, dass Störungen in der Mittelspannung, die Industrieunternehmen und ganze Ortsteile speist, meist kaskadierende Auswirkungen haben und technisch komplexer zu beheben sind. Das deutsche Netzsystem ist hierbei hierarchisch gegliedert: Übertragungsnetzbetreiber sichern den überregionalen Hochspannungstransport, während regionale Verteilernetzbetreiber die Feinverteilung bis zum Endkunden übernehmen.
Teil 2: Analyse – Die Berliner Singularität und die politische Dimension (ca. 700 Wörter)
Der Anschlag auf das Berliner Stromnetz im Januar 2026 ist nicht bloß eine weitere Zeile in der Statistik der Bundesnetzagentur; er ist eine statistische und politische Anomalie, die das bisherige Sicherheitsverständnis der Bundesrepublik erschüttert.
Die statistische Singularität
Betrachtet man den bundesweiten Durchschnitt von 11,6 Minuten Ausfallzeit pro Jahr, wird das Ausmaß der Berliner Krise deutlich. In Steglitz-Zehlendorf waren 45.000 Haushalte über mehrere Tage vom Netz getrennt. Rechnet man diese Ausfallzeit auf die Berliner Jahresstatistik hoch, wird das Jahr 2026 als extremer Ausreißer in die Geschichte eingehen. Ein mehrtägiger Blackout für Zehntausende Menschen übersteigt die üblichen Kennzahlen um den Faktor Tausend. Es ist der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegsgeschichte. Während die statistischen Daten von Statista normalerweise die Robustheit des Systems betonen, fungiert dieser Vorfall als Beweis für die Verwundbarkeit einer „Just-in-time“-Infrastruktur gegenüber gezielter Destruktion.
Der Anschlag und sein politischer Hintergrund
Die Urheberschaft der linksextremistischen „Vulkangruppe“ rückt das Thema Infrastruktursicherheit in den Fokus der inneren Sicherheit. Der Brandanschlag auf die Kabelbrücke am Teltowkanal war kein Kollateralschaden, sondern ein präzise geplanter Schlag gegen die lebenswichtige Logistik der Hauptstadt. In einem politischen Klima, das bereits durch internationale Spannungen – wie die Debatten um Grönland und die transatlantischen Beziehungen – aufgeheizt ist, wirkt ein solcher innerer Sabotageakt wie ein Brandbeschleuniger.
Die politische Botschaft der Täter zielt auf die Destabilisierung der urbanen Ordnung ab. Dass ausgerechnet der Südwesten Berlins, ein bürgerlich geprägter Raum mit hoher Dichte an Forschungseinrichtungen und Kliniken, getroffen wurde, unterstreicht die symbolische Komponente. Es geht nicht mehr nur um technische Defekte, sondern um „Hybrid-Bedrohungen“, bei denen physische Sabotage politische Instabilität erzeugen soll.
Katastrophenmanagement und Resilienz
Das Krisenmanagement in Berlin offenbarte sowohl Stärken als auch kritische Schwachstellen. Die Geschwindigkeit, mit der Notstromaggregate für Krankenhäuser und kritische Einrichtungen (KRITIS) bereitgestellt wurden, zeugt von funktionierenden Notfallplänen. Dennoch zeigt die Dauer der Behebung – von Samstagmorgen bis zum heutigen Mittwoch –, wie verletzlich moderne Metropolen sind, wenn zentrale Knotenpunkte wie Kabelbrücken angegriffen werden.
Die Redundanz des Netzes, die normalerweise kurze Ausfälle (die erwähnten 11,6 Minuten) abfängt, wurde durch die gezielte Zerstörung der Hochspannungskabel an einer exponierten Stelle ausgehebelt. Politisch wird dies eine Debatte über den physischen Schutz der Infrastruktur auslösen müssen. Zäune, Kameras und Sensoren an jeder Kabelbrücke sind kaum praktikabel, was die Frage aufwirft, wie eine Demokratie ihre Lebensadern gegen Akteure schützen kann, die bereit sind, die Grundversorgung der Zivilbevölkerung als Geisel zu nehmen.
Ein Weckruf für die Infrastrukturpolitik
Der Berliner Stromausfall 2026 transformiert die bisherige Wahrnehmung von Versorgungssicherheit. War diese bisher ein Thema von Ingenieuren und Statistikern, die über Netzebenen und Baggerunfälle debattierten, ist sie nun endgültig im Zentrum der nationalen Sicherheitspolitik angekommen. Die Daten von Statista zeigen uns ein System, das gegen Zufälle und Verschleiß hervorragend gewappnet ist. Gegen den hasserfüllten Willen zur Zerstörung jedoch bietet die Infrastruktur kaum Schutz.
Die Herausforderung der kommenden Jahre wird es sein, die Resilienz des Netzes nicht nur gegen „Höhere Gewalt“ oder „technisches Versagen“ zu stärken, sondern eine neue Strategie gegen gezielte Sabotage zu entwickeln. Berlin war ein Warnsignal: In einer vernetzten Welt ist der Stromfluss kein technisches Hintergrundrauschen, sondern die Voraussetzung für gesellschaftlichen Frieden und staatliche Souveränität.
Kurzkommentar
Ausgerechnet, während es um die eiskalte Insel Grönland politisch heiß hergeht, fällt im winterkalten Berlin der Strom aus. Wenn das kein psychologischer GAU ist, was dann? Und wieso fällt im Osten, wo nach der Wende alles saniert wurde, der Strom häufiger aus als im Westen, wo Infrastrukturaufgaben wegen des Aufbaus Ost verschleppt wurden? Immerhin, unser Heimatbundesland ist auch einmal bei etwas Spitze, nämlich mit weniger als 10 Minuten Stromausfall pro Verbrauchsstelle pro Jahr.
Was wir uns fragen, weil es auch bei uns immer wieder vorkommt, an unserem Berliner Wohnort? Diese Minuten-Stromausfälle: Was machen sie mit hochtechnischen Geräten, besonders im Gesundheitsbereich? Springt alles von alleine wieder an, als ob nichts gewesen wäre? Verursachen diese nicht durch Anschläge, sondern durch technisch bedingten Ausfälle Schäden? Und wie hoch sind diese? Normale Haushaltsgeräte überstehen eine solche Panne klaglos, lediglich müssen bestimmte elektrisch betriebene Geräte wie Uhren neu eingestellt werden, die nicht ihre Informationen nach dem Wiederanspringen der Stromversorgung aus dem Internet ziehen. Kleinigkeiten, im Vergleich zu dem, was gerade im Südosten der Stadt passiert. Und kaum jemand hat noch Kriegserfahrungen und kann sagen: Ja, damals, da war es noch schlimmer! Und wir haben es doch geschafft. Viele haben es außerdem nicht geschafft.
Eine Analyse zu den Hintergründen und der Ideologie, mit der die Attentäter vom 3. Januar unterwegs sind, wird, wie oben erwähnt, noch folgen. Aber wir meinen, sie braucht einen gewissen Abstand zum Ereignis, auch wenn sie dann weniger häufig gelesen werden wird, als wenn wir sie beispielsweise hier anfügen würden.
Fakten zusammengefasst, Analyse erstellt mit Hilfe von KI, Kommentar: TH
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