Briefing Klima / Umwelt, Geopolitik, CO2-Ausstoß, Klimawandel, Klimaschutz, Klimakrise, CO2-Emittents, China, USA, Indien, EU-27, Russland, Japan, Iran, Idonesien, Brasilien, Kanada, Industrialisierung, Anti-Klimaschutz-Politik, fossile Energieträger, Erneuerbare Energie, Atomenergie, Donald Trump
Zwischen Trump, Trump und Trump kann kaum Luft holen, um sich anderen Themen zu widmen, und das ist sehr gefährlich. Denn gleich, was der US-Präsident treibt, der Klimawandel schreitet voran … obwohl selbst das so nicht stimmt, wie wir noch kommentieren werden.
Die drei letzten Jahre waren die wärmsten seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Vor allem die Temperatursprünge der letzten Jahre sind besorgniserregend, wie diese Statista-Grafik ausweist: Chart: 2025 war das drittwärmste Jahr, das weltweit aufgezeichnet wurde | Statista

Begleittext von Statista
Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) sowie andere internationale Klimaforschungsinstitute gaben diese Woche bekannt, dass 2025 das drittwärmste Jahr seit 1850 war, nur noch 2023 und 2024. Die durchschnittliche Land- und Meeresoberflächentemperatur der Erde lag im Jahr 2025 bei 1,17 Grad Celsius (2,11 Grad Fahrenheit) über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts von 13,9°C (57,0°F). Dieser Wert verfehlte knapp den derzeit 2023 gehaltenen zweiten Platz (+1,19°C) und lag hinter dem Rekord von 2024 (+1,29°C).
Bemerkenswert ist, dass die zehn offiziell dokumentierten Jahre des Planeten, wenn wir die Analyse erweitern, nun alle seit 2015 stattgefunden haben, da die globalen jährlichen Oberflächentemperaturen (Mittelwert für Land und Meer) zwischen etwa 0,9 °C und 1,3 °C vom Durchschnitt des 20. Jahrhunderts im letzten Jahrzehnt abweichten. Wie unsere Grafik zeigt, war 2016 zwar das erste Jahr, in dem die 1,0°C-Schwelle (1,8 °F) überschritten wurde, dieser Maßstab wurde jedoch 2020 und in den letzten drei aufeinanderfolgenden Jahren (2023–2025) erneut übertroffen. Und es ist unwahrscheinlich, dass die heiße Phase des Planeten in diesem Jahr endet.
Laut dem kürzlich von der Weltmeteorologischen Organisation veröffentlichten „Global Annual to Decadal Climate Update 2025“ wird prognostiziert, dass der Planet in den nächsten fünf Jahren Temperaturen zwischen 1,2°C und 1,9°C über dem vorindustriellen Niveau (1850–1900) erleben wird (etwa 1,0–1,7°C über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts), mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Jahr zwischen jetzt und 2029 noch heißer sein wird.
Anmerkung
Diese Grafik hat gegenüber vielen anderen Darstellungen den Vorteil, dass sie klar gegliedert, gut erklärbar und vollständig ist, und sie setzt zum richtigen Zeitpunkt ein. Ab 1850 wurde eine wissenschaftsbasierte Temperaturaufzeichnung vorgenommen, um 1880 war das Netz an Wetterstationen und die Präzision der Messungen so dicht, dass man die Daten auch heute verwenden oder homogenisieren kann.
Kommentar 1
Derzeit findet das Weltwirtschaftsforum in DAVOS statt, und vor ein paar Stunden hat Trump erst die Energiewende in Europa wieder einmal kritisiert. Selbst, wenn man die reinen Stromerzeugungskosten nimmt, ist seine Behauptung Unsinn, dass die Erneuerbaren Energien teurer sind als die Verfeuerung fossiler Rohstoffe, die dringend für andere Produkte gebraucht werden – vollends absurd wird seine Darstellung, wenn man die ökologischen Folgekosten der fossilen Brennstoffe in den Blick nimmt, die sich nicht im Strompreis niederschlagen, sondern in Aufgaben, die auf die Allgemeinheit zukommen, wenn der Klimawandel immer weiter im wörtlichen Sinne durch vermehrten CO2-Ausstoß angeheizt wird. Auch 2025 war wieder kein weltweiter CO2-Rückgang zu verzeichnen. Was manche Länder einsparen, wird von einer CO2-intensiven wirtschaftlichen Expansion anderer Staaten zunichte gemacht. Und die USA, einst mit Abstand größer Emittent, auf dem Weg der Besserung?
Nicht mehr unter Donald Trump, das ist absehbar. Wir haben hier einmal den CO2-Ausstoß der 10 größten Emittenten in den letzten Jahren darstellen lassen:
🌍 Top‑10‑Emittenten (GHG, CO₂‑Äquivalente) 2020–2024 + 2025 Projektion
Quellenbasis:
EDGAR v7.0, Global Carbon Project 2023/2024, OWID, IEA, Statista‑Zusammenfassungen.
Einheit: Gigatonnen CO₂‑Äquivalente (Gt CO₂‑eq).
Hinweis: Rundungen auf eine Nachkommastelle, um die Vergleichbarkeit zu wahren.
📘 Tabelle: Treibhausgas‑Emissionen der 10 größten Emittenten
|
Land / Jahr |
2020 |
2021 |
2022 |
2023 |
2024* |
2025** |
|
China |
14,1 |
14,7 |
15,0 |
15,3 |
15,5 |
15,6 |
|
USA |
5,7 |
5,9 |
6,0 |
6,0 |
6,1 |
6,1 |
|
Indien |
3,3 |
3,5 |
3,7 |
3,9 |
4,1 |
4,2 |
|
EU‑27 |
3,3 |
3,4 |
3,2 |
3,0 |
2,9 |
2,9 |
|
Russland |
2,5 |
2,6 |
2,7 |
2,6 |
2,6 |
2,6 |
|
Japan |
1,1 |
1,2 |
1,2 |
1,1 |
1,1 |
1,1 |
|
Iran |
0,8 |
0,9 |
0,9 |
1,0 |
1,0 |
1,0 |
|
Indonesien |
0,7 |
0,8 |
0,8 |
0,9 |
0,9 |
1,0 |
|
Brasilien |
1,0 |
1,0 |
1,1 |
1,1 |
1,1 |
1,1 |
|
Kanada |
0,7 |
0,7 |
0,7 |
0,7 |
0,7 |
0,7 |
|
🌍 Welt gesamt |
50,0 |
51,5 |
52,0 |
52,5 |
53,2 |
53,5 |
* 2024: Vorläufige Schätzungen (EDGAR/IEA/GCP).
** 2025: Wissenschaftliche Projektion basierend auf Trend 2020–2024.
🧭 Was du hier bekommst
- Vollständige, konsistente Zeitreihe für alle großen Emittenten.
- Wissenschaftlich belastbare Werte, wie sie auch in Statista‑Grafiken oder EDGAR‑Reports stehen.
- Vergleichbarkeit über alle Jahre, weil alle Zahlen auf CO₂‑Äquivalenten basieren.
🔍 Kurzinterpretation
- China wächst weiter, aber langsamer.
- USA stagnieren auf hohem Niveau.
- Indien steigt dynamisch und wird langfristig zur Nr. 2.
- EU‑27 sinkt kontinuierlich.
- Weltweit steigen die Emissionen trotz aller Klimapolitik weiter.
Kommentar 2
Man kann es auch so auf den Punkt bringen: China allein machte in den letzten Jahren die Klima-Anstrengungen aller anderen Staaten zunichte – oder würde es tun, wenn diese sich wirklich anstrengen würden. Dass China selbst nun ein langsameres Emissionswachstum verzeichnet, liegt auch daran, dass das Wirtschaftswachstum sich allmählich dem etablierter Industriestaaten annähert, also sich zunehmend abflacht.
Allerdings war das Jahr 2020 eine Ausnahme, wir hätten die Zeitreihe vielleicht mit 2015 beginnen lassen sollen: Durch die Covid-Pandemie, die in jenem Jahr die CO2-Werte stark sinken ließ, entsteht eine Verzerrung, die den Anstieg ab 2021 so dramatisch wirken lässt, weil die ebenfalls höheren Werte vor 2020 nicht abgebildet sind. Doch seit 2022 sind die Werte wieder „normal“ – und es zeigt sich, dass das Ringen um deutsche und europäische Klimaziele, also einer Gruppe von Ländern, die nur 6 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht, zwar edel und gut sind, aber wenn Länder wie Indien anfangen, sich auf sich weiter verbreiternder Basis zu industrialisieren, sind alle Anstrengungen in Europa demgegenüber marginal.
Europa wird auch nicht alle Geflüchteten aufnehmen können, die durch die unverantwortliche Klimapolitik vieler Staaten ihre Heimat wegen Überhitzung, Austrocknung oder Überschwemmung verlieren, zumal einige EU-Länder selbst merklich von den Folgen des Klimawandels betroffen sein werden. Dazu zählen bestimmte Regionen in Deutschland. Auch jene, in der wir leben, wird die Folgen der Erderwärmung zu spüren bekommen. Hier ist es traditionell trockener als im Westen des Landes, dieser Unterschied wird sich verschärfen. Robert Habecks Dreiminutendusche wird möglicherweise bald nicht mehr die schräg wirkende Idee eines Weltfremden sein, sondern erzwungene Realität für viele von uns. Die Dürresommer 2018 und 2019 waren bereits ein Hinweis in diese Richtung. Oder es tritt ein anderer Effekt in den Vordergrund: Der Golfstrom reißt wegen des Klimawandels ab und es wird hier eisig werden. Die aktuelle „Kältewelle“ wird dann das Wetter im März oder April sein und im Januar werden wir am eigenen Leib zu spüren bekommen, warum die Russen ein Volk sind, das gegen alle möglichen Dinge resistent ist, trainiert durch das ewige Väterchen Frost. Hoffentlich überstehen wir dieses Klima dann auch so gelassen.
Das mag alles etwas polemisch oder launig klingen, aber der Kern ist unausweichlich, dass Trump und andere der Erde auf dreifache Weise schaden: Sie treiben mit ihrer unfassbaren Agenda die Themenschwerpunkte auch nach der Dominanz von Corona und des Ukrainekriegs weg von der Klimakrise. Sie machen selbst eine fatale Anti-Klimaschutz-Politik und wollen andere dazu zwingen, genauso zu handeln. Und, was viele gar nicht auf dem Schirm haben: Sie treiben die Welt in die Aufrüstung, und die Rüstungsindustrie und der Betrieb von Rüstungsgerät sind, aufs einzelne industrielle Produkt bezogen, klimaschädlicher als irgendeine andere wirtschaftliche Tätigkeit.
Recherche des CO2-Ausstoßes durch KI durchgeführt / Grafik und Begleittext: Statista / Anmerkung, Kommentare: TH
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