Briefing Economy Wirtschaft, Cloud, KI, Microsoft, MS 365, Office-Lösungen, Office-Cloud, Intelligent Cloud, IaaS, SaaS, Software, MS Azure, Amazon Web Services AWS, Google Cloud (GCP), OpenAI
Das gute oder böse alte Microsoft, je nach Perspektive und manchmal auch – sic! – Alter des Betrachters erfährt derzeit einen enormen Umsatzboom.
Wir schreiben gerade wieder an unserer Artikelserie über die KI weiter und machen hier einen kleinen Seitwärtsschritt, der zur angespannten Zeitsituation des heutigen Tages passt. Außerdem gehört sowieso alles zusammen, wie Sie gleich feststellen werden.
Infografik: Wie wichtig ist die Cloud für Microsoft? | Statista
Was die Grafik zeigt, ist in der Tat ein beeindruckender Meilenstein für Redmond (Redmond im nördlichsten US-Westküsten-Bundesstaat Washington beherbergt den Hauptsitz von Microsoft). Die 50-Milliarden-Dollar-Marke knackt man nicht mal eben im Vorbeigehen – das zeigt deutlich, dass Microsoft längst kein reiner Software-Verkäufer mehr ist, sondern ein Infrastruktur-Gigant.
Microsofts Cloud-Imperium: Wenn der Himmel nicht mehr die Grenze ist
Der aktuelle Quartalsbericht (Q2 2026) unterstreicht den massiven Wandel: Mit 81,3 Milliarden US-Dollar Gesamtumsatz (+17 %) und einem Cloud-Anteil von über 60 % hat Microsoft seine Transformation abgeschlossen. Doch „Cloud“ ist bei Microsoft kein monolithischer Block, sondern ein fein abgestuftes Ökosystem.
1. Die drei Säulen der Microsoft Cloud
Um den Erfolg zu verstehen, muss man die verschiedenen Modelle unterscheiden, die Microsoft bedient:
- Infrastructure as a Service (IaaS) & PaaS – Microsoft Azure: Das Herzstück. Hier mieten Unternehmen Rechenleistung, Speicher und KI-Kapazitäten (wie die Rechenpower für OpenAI). Azure wuchs zuletzt mit beeindruckenden 39 %.
- Software as a Service (SaaS) – Microsoft 365 & Dynamics 365: Die Cloud-Versionen von Office und CRM-Lösungen. Hier geht es nicht um Server, sondern um fertige Anwendungen aus der Cloud. Microsoft 365 Commercial legte um 17 % zu.
- Intelligent Cloud: Ein spezifisches Berichtssegment, das Azure sowie Server-Produkte (SQL Server, Windows Server) umfasst. Es steuerte allein rund 33 Milliarden US-Dollar zum Ergebnis bei.
2. Der Marktabgleich: Wer thront wirklich ganz oben?
Hier muss ich Ihre Information zu Google mit einem freundlichen, aber direkten Faktencheck ergänzen. Google Cloud wächst zwar rasant und ist technologisch (besonders bei KI) extrem stark, aber beim Marktanteil und Umsatz im Bereich Cloud-Infrastruktur sieht das Ranking Anfang 2026 wie folgt aus:
| Rang | Anbieter | Marktanteil (ca.) | Cloud-Umsatz (Q2 2026 / vergleichbar) |
|---|---|---|---|
| 1 | Amazon Web Services (AWS) | ~31 % | ca. 35–37 Mrd. $ |
| 2 | Microsoft Azure | ~25 % | ca. 28–30 Mrd. $ (nur Azure/Infra) |
| 3 | Google Cloud (GCP) | ~11–13 % | ca. 14–15 Mrd. $ |
Wichtiger Hinweis zur Vergleichbarkeit: Microsoft meldet oft den „Microsoft Cloud“-Umsatz ($51,5 Mrd.), der auch Office-Abos (SaaS) enthält. Wenn man jedoch rein die Infrastruktur (IaaS/PaaS) vergleicht, liegt AWS weiterhin auf Platz 1. Google ist ein starker Dritter, aber von der Marktführerschaft im Infrastruktur-Bereich noch ein Stück entfernt.
3. Warum Microsoft gerade so enteilt
Ein wesentlicher Treiber ist die enge Verzahnung mit OpenAI. Microsoft gab an, dass die „Remaining Performance Obligations“ (vertraglich zugesicherte, aber noch nicht abgerechnete Umsätze) auf gigantische 625 Milliarden US-Dollar gestiegen sind. Davon entfallen etwa 45 % auf OpenAI-bezogene Kapazitäten. Microsoft baut also gerade das physische Rückgrat für die KI-Revolution.
Fazit für Ihren Artikel:
Microsoft hat es geschafft, die Cloud zum Standardbetriebssystem der Wirtschaft zu machen. Während Google bei der KI-Suche und Datenanalyse punktet und Amazon die schiere Masse dominiert, gewinnt Microsoft durch die perfekte Integration von Business-Software (M365) und massiver KI-Infrastruktur (Azure).
Kommentar
Wir hatten behauptet, Google sei bei den Clouds ganz vorne, das hat die Google-KI freundlichst korrigiert, nicht ergänzt. Was wir im Kopf hatten, war aber just jenes Google-KI-Modell, das derzeit nach Ansicht vieler Poweruser führend ist. Aber wie Sie oben nachlesen können, bestätigt sich: Es gehört alles zusammen. Wir wissen, wie Microsoft versucht, die 365-Lösungen per Cloud zu pushen und sind nicht amüsiert über die Mängel der in Windows 11 integrierten nicht kostenpflichten, abgespeckten 365-Angebote, aber wenn wir schon Cloudlösungen nutzen, was nun auch häufiger vorkommt als noch vor wenigen Monaten, dann immer noch restriktiv zu bestimmten Zwecken, zum Beispiel zur Übertragung von Inhalten, die dann wieder offline gespeichert werden.
So begeistert wir beim Thema KI im Rahmen unserer Möglichkeiten mitgehen, so vorsichtig sind wir immer noch damit, wichtige Inhalte nur auf irgendeinem Server zu lagern, den wir nicht unter Kontrolle haben und der in den USA herumsteht. Letzteres wäre vor ein paar Jahren noch kein Thema für uns gewesen, weil sowieso alles, was wir hier nutzen, von dort kommt oder in China produziert wird (auch die Geräte von Marken, die Korea, Japan oder eben den USA zugerechnet werden). Wir geben uns im Moment auch mit der kostenfreien Standardgröße von MSOneDrive (5 GB) und Google Drive (15 GB) zufrieden und haben uns lieber den Kauf einer weiteren, wieder etwas größeren Festplatte aufgeschrieben, als ein Bezahlmodell für den Cloudbetrieb einzurichten. Und wir sind dicht an einer Entscheidung darüber, doch eine weitere kostenpflichtige Dienstleistung zu buchen, nämlich eine erweiterte KI-Lösung, die auf jeden Fall unseren Bedarf abdecken wird, auch wenn dieser weiter wachsen sollte.
Kommentar TH / Recherche mit KI
Unsere Beiträge zur IT mit Schwerpunkt KI seit Anfang 2025:
Wird Gemini uns zerstören? (Meedia-Review mit KI-Analyse + humanoidem Kommentar) – DER WAHLBERLINER
Update 2: Arbeitsplatzabbau durch KI +++ Unternehmensziele: Verschleierung, Rückwärtsgang, Spaltungspolitik +++ Goole als KI-Führer (Statista + Recherche + Kommentare) #Google #Meta #Microsoft #OpenAI – DER WAHLBERLINER
Google ist der KI-Wegbereiter (Statista + Zusatzinfos + Kurzkommentar) #Google #Meta #Microsoft #OpenAI – DER WAHLBERLINER
„KI beeinträchtigt kritisches Denken“ (Info + Kommentar) – DER WAHLBERLINER↩︎
Entdecke mehr von DER WAHLBERLINER
Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

