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01.02.2026
Vor vier Tagen hatten wir im Rahmen unserer KI-Serie eine eher medien- als KI-kritische Betrachtung veröffentlicht: https://derwahlberliner.com/2026/01/28/die-welt-wird-durch-deep-fakes-untergehen-oder-auch-nicht-artikelbesprechung-recherche-analyse-kommentar/. Heute geht es zurück zu den Informationen. Wir schauen uns an, welche KI-Tools Unternehmen nutzen. Natürlich mit Kommentierung. So wollen wir es auch künftig halten: Eine Mischung aus Wissen und kritischer Begleitung soll unser Mehrwert für Sie sein.
Eine Übersicht über alle unsere Artikel zur KI seit Anfang 2025 finden Sie am Ende des Beitrags.

Begleittext von Statista
Unternehmen in Deutschland nutzen Künstliche Intelligenz (KI) vornehmlich in Form von kostenlosen KI-Tools. 29,3 Prozent der Unternehmen setzen diese derzeit ein, wie die Statista-Grafik auf Basis einer Erhebung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (PDF-Download) zeigt. 13,0 Prozent der Unternehmen erwerben KI-Anwendungen von anderen Unternehmen und lediglich 3,6 Prozent entwickeln KI selbst. Viele Unternehmen sind dem Einsatz von KI gegenüber offen: 20,9 Prozent setzen KI noch nicht ein, planen dies aber künftig zu tun.
Ein hoher Anteil von rund 39 Prozent setzt keine KI ein und möchte dies auch künftig nicht tun. Laut Studienautoren spielen hier Faktoren wie ein schwer einschätzbarer Nutzen von KI und eine generelle Zurückhaltung bei der Einführung neuer Technologien eine Rolle. Viele deutsche Unternehmen würden oft mehr Wert auf Genauigkeit, Zuverlässigkeit und die Erweiterung des menschlichen Fachwissens legen.
Die Studienautoren mahnen angesichts von rasant fortschreitenden KI-Technologien zur Eile. Deutschland müsse entschieden voranschreiten, um bei spezialisierten Industrielösungen die Führung zu übernehmen. Die Versäumnisse bei generativen KI-Modellen dürften sich bei industriespezifischen Anwendungen nicht wiederholen. Dafür müsse KI in der Breite der deutschen Wirtschaft eingesetzt werden. Ihre Analyse habe gezeigt, dass dies noch lange nicht der Fall ist.
Die Studie hat außerdem untersucht, welche Ziele Unternehmen mit dem Einsatz von KI verfolgen. Die meisten Unternehmen in Deutschland tun dies mit dem Ziel, ihre Mitarbeitenden von Routinearbeiten zu befreien oder diese zu erleichtern. An zweiter Stelle bei den Zielen des KI-Einsatzes steht die Unterstützung bei der Erledigung komplexer Aufgaben. Der in öffentlichen Diskussionen oft thematisierte Aspekt des Einsparens von Personal liegt hingegen nur auf dem fünften Platz (29,6 Prozent).
Kommentar
Heute verwenden wir selbst einmal keine KI, denn was man auf der Grafik sieht, kann man auf den ersten Blick verorten – als typisch deutsch. Doppelt so viele Unternehmen nutzen „kostenfreie KI-Tools“ wie in irgendeiner Form kostenpflichtige Lösungen. Das heißt, die meisten stellen hier und da einmal ChatGPT eine Frage und bezeichnen das als KI-Einsatz, während wir bei unserem nicht-kommerziellen Projekt schon über Bezahlversionen nachdenken.
Als Industriestandort ist Deutschland immer noch relativ stark, trotz der jüngsten Einbrüche. Deshalb könnte es durchaus sein, dass es bei den Industrieanwendungen besser läuft als bei der generativen KI. Hinzu kommt, dass generative KI hierzulande mehr oder weniger als Spielerei betrachtet wird, alles, was mit der Industrie zu tun hat, hat ein andere Standing.
Trotzdem ist die obige Grafik nicht unbedingt ein Ausweis dafür, dass Unternehmen hierzulande KI ernst genug nehmen. Nun stammt die Darstellung aus der Mitte des vergangenen Jahres und die Zeiten ändern sich auf diesem Technikfeld so schnell wie nirgends sonst, aber es ist eben auch viel Spielerei im Spiel. Unternehmen, die ernsthaft mit KI arbeiten wollen, brauchen Lösungen, die auch ein wenig Geld kosten, und wenn es nur darum geht, sie in die Sicherheitsarchitektur der hauseigenen IT zu integrieren.
Außerdem zeichnet sich deutlich ab, dass Hochleistungsmodelle, falls überhaupt, kostenfrei nur in einem Ausmaß zur Verfügung stehen, die für uns als Privatnutzer noch gerade funktioniert, auch, weil wir mit mehreren Modellen arbeiten, aber gerade diese Methode ist für Unternehmen, die mit KIen zusammen Wissensdatenbanken aufbauen und Workflows organisieren sollen, keine gute Methode. Sie brauchen eine verlässliche, leistungsstarke Lösung, die mit der Zeit immer mehr Aufgaben übernehmen kann.
Im Rahmen eines Seminars hatte wir am Freitag eine kleine Ausstellung besucht, die sich nur mit Technik im Pflegebereich befasst, mit vielen Hilfen, die das Leben für Menschen mit Pflegebedarf und jenen, die sie pflegen, erleichtern sollen. KI-basierte Lösungen waren dabei erst in Ansätzen zu sehen, in erster Linie ging es noch um klassische physische Unterstützung durch Elektrifizierung, um clevere Einrichtungslösungen und Alltagswerkzeuge, aber KI wird hier eine große Rolle spielen, davon sind wir fest überzeugt. Wir waren eher überrascht, wie dezent das Thema in diesem Bereich in Deutschland noch gehandhabt wird, obwohl in anderen Ländern längst Pflegeroboter zum Einsatz kommen. In einer Gesellschaft wie der hiesigen mit gravierender Überalterung, kombiniert mit ständiger Unterbesetzung in Pflegeeinrichtungen, scheut man sich hingegen vor diesen Lösungen.
Wir verstehen den Ansatz, Menschen nicht Maschinen auszuliefern, aber ist unachtsame, fehleranfällige Pflege durch überlastetes Personal besser als präzise, unaufgeregte Roboter-Arbeit? Man sollte freilich im Betreuungsbereich eine Grenze ziehen, wo es ersatzlos um die soziale Interaktion geht. Dafür hätte man aber auch mehr Zeit, wenn KI-gesteuerte Geräte die oft auch physisch anstrengenden Routinetätigkeiten weitgehend übernehmen dürften.
Hier geht es um ein Schlaglicht, wohlgemerkt, und wie wir jüngste Eindrücke aus der Welt der technischen Geräte reflektieren, aber eine Verallgemeinerung ist durchaus zulässig. Trotzdem: Die Industrie betreffend, sind wir nicht so schlechter Dinge, denn bei den Industrierobotern zählte Deutschland lange Zeit zu den führenden Ländern – und tut es heute noch, auch wenn man die unfassbare strategische Dummheit begangen hat, den Weltmarktführer Kuka nach China zu verkaufen.
TH
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