„Rechenzentren überholen Heizungen beim Stromhunger“ (Statista, Erklärung, Kommentar)

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Wissen Sie, wie viele KI-Statistiken und Grafiken wir noch für Sie haben, die wir gerne sinnvoll ergänzen und mit einem Mehrwert für Sie veröffentlichen würden? Okay, es werden immer mehr statt weniger, die sich ansammeln, obwohl wir nun alle paar Tage etwas über KI schreiben. Gefühlt zumindest. Denn es ist das Thema, und das wäre es noch mehr, wenn die Welt nicht zur Zeit sehr von Kriegstreibern und Person geschüttelt würde, die nicht ganz normal wirken. Eine dieser Personen steht leider nicht nur der Supermacht Nummer eins vor, sondern auch der größten KI-Macht.

Wir haben heute wieder die Liste aller unserer Artikel zur KI seit Anfang 2025 unter den Beitrag gestellt.

Die Folgen der Tatsache, dass Europa wieder einmal den Bus verpasst hat, könnten noch dramatisch werden. Am Ende nur zu regulieren, anstatt mitzumachen, wird zu wenig sein. Außerdem treibt die KI den Energiehunger erheblich voran, wie die folgende Grafik zeigt:

Infografik: Rechenzentren überholen Heizungen bei Stromhunger | Statista

 

Begleittext von Statista

Der weltweite Strombedarf von Rechenzentren wird sich einer Prognose der Internationalen Energieagentur zufolge bis 2030 um 530 Terawattstunden erhöhen, was einer Verdoppelung gleichkommt. Es gibt allerdings Sektoren, die in absoluten Zahlen in der nahen Zukunft einen noch größeren Zuwachs beim Strombedarf haben werden. Dazu zählen in erster Linie das verarbeitende Gewerbe (Industrie, ohne Schwerindustrie), die Elektromobilität, Haushaltsgeräte und Raumkühlung (insbesondere durch Klimaanlagen, aber auch durch elektrische Lüftungen). Rechenzentren liegen bei der Bedarfserhöhung allerdings vor Heizungen und der Schwerindustrie. Letztere ist ein Teilbereich der Industrie, der sich auf die Herstellung und Verarbeitung besonders großer, schwerer oder energieintensiver Güter konzentriert.

Der größte Treiber des steigenden Bedarfs sind so genannte beschleunigte („accelerated“) Server. Ihr Strombedarf steigt im Zeitraum von 2025 bis 2030 um 225 Prozent. Diese Hochleistungsserver erbringen durch spezielle Hardware oder Architektur beschleunigte Leistungen und werden oftmals für rechenintensive Aufgaben wie künstliche Intelligenz genutzt. Der Stromverbrauch von konventionellen Servern steigt im selben Zeitraum hingegen nur um 52 Prozent.

Die IEA ist eine autonome Organisation innerhalb der OECD, die sich auf internationale Energiepolitik, Forschung und Entwicklung von Energietechnologien sowie die Bereitstellung von Daten und Analysen zum Energiesektor konzentriert. Sie wurde 1974 als Reaktion auf die Ölkrise gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, die Energiesicherheit und eine nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten.

Kommentar

Nach dem Auftrieb mit Claude Opus 4.6 (Geht mit Claude Opus 4.6 die (Arbeits-) Welt unter? (Besprechung, Analyse, Kommentar)) fahren wir jetzt zurück, recherchieren heute auch einmal nicht zusätzlich, sondern belassen es bei einem kurzen Kommentar. In diesem Artikel haben wir bereits anhand einer Statista-Grafik dargestellt, wie sich der Stromverbrauch der IT aufteilt, ebenfalls mit einer Prognose bis 2030 versehen: KI treibt Stromverbrauch von Rechenzentren – Verdoppelung bis 2030 erwartet (Statista + mehr Infos + Kurzkommentar)).

Zur Grafik müssen wir etwas klarstellen, daher oben im Titel nicht „Kommentar“, sondern „Erklärung“: Rechenzentren werden Heizungen und die Warmwasseraufbereitung nach dem, was wir aus der Grafik und der Erklärung herauslesen, nicht insgesamt beim Stromverbrauch überholen, anders als der Grafiktitel suggeriert, sondern der Zuwachs wird bis 2030 bei den Rechenzentren höher liegen. Diese Lesart ergibt sich wiederum aus dem Begleittext.

Die heutige Grafik ergänzt diese Darstellung um einen Vergleich mit anderen Stromverbrauchern. Wir haben auch nachgeschaut, ob die Daten kongruent sind, da beide Grafiken sich auf Angaben IEA berufen – sind sie einigermaßen. Der gesamte Energieverbrauch der Rechenzentren lag 2025 bei etwas mehr als 500 TWh. Dass die Industrie so viel mehr Energie innerhalb weniger Jahre verbrauchen wird, hat uns auf den ersten Blick verblüfft, doch eines zeigt die Grafik nicht: den Ausgangswert. Der dürfte bei der Industrie viel höher sein als bei den Rechenzentren, sodass der Anstieg proportional zum bisherigen Stromverbrauch doch geringer ausfallen dürfte. Auch bemerkenswert ist, dass die E-Mobilität der zweitgrößte Treiber des Stromverbrauchs sein soll. Denn es ist nicht überraschend.

Die flächendeckende Einführung von E-Autos wird den Stromverbrauch von Privathaushalten vervielfachen. Dafür verbrauchen sie natürlich weniger fossile Brennstoffe. Sinn ergibt dieser Wechsel aber nur, wenn der Strom für die E-Autos durch erneuerbare Energien erzeugt wird, und auch das nicht die ganze Geschichte, weil der Aufbau der Infrastruktur und die Produktion der E-Autos natürlich nicht klimaneutral sind. Deswegen wirken ja auch „klimaneutral fahrende Verbrenner“ so verführerisch. Ob diese „Technologieneutralität“ tatsächlich neutral ist, ist – genau, ein anderes Thema.

Die IT jedenfalls wird durch KI ihren Stromverbrauch erheblich steigern, wobei in der obigen Darstellung nicht berücksichtigt ist, wie der Stromverbrauch sich beim Endnutzer, entwickeln wird, wenn sein Rechner sich mit KI-Aufgaben befasst.

TH

Alles von Anfang 2025 bis 10.02.2026

10.02.2026 Geht mit Claude Opus 4.6 die (Arbeits-) Welt unter? (Besprechung, Analyse, Kommentar) – DER WAHLBERLINER

08.02.2026 Sollte KI an Schulen verboten werden? (Statista, internationale Umfrage + Kurzkommentar) – DER WAHLBERLINER

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