Analyse Geopolitik Iran, USA, Israel, EU, Europa, Angriff, Operation Roaring Lion, Operation Epic Fury, Opposition, Mullah-Regime, Revolutionsgarden, Schah-Sohn, Exil-Iraner, Geostrategie, Russland, China, Eskalation, Demonstrationen, Marionettenregime, IDF, US Air Force, Teheran, Isfahan, Ghom, Tel Aviv, Haifa, Bahrain, VAE, Straße von Hormus
Das Wichtigste und Aktuellste zu den aktuellen Angriffen auf den Iran in Kurzform
1. Rekonstruktion der Ereignisse (Stand: Abend des 28.02.2026)
Die Operation, von US-Präsident Trump als „massiver und andauernder Einsatz“ beschrieben, begann in den frühen Morgenstunden.
- Die erste Welle: Zeitgleiche Luftschläge der IDF und der US Air Force auf Kommandozentralen in Teheran, Raketensilos im Westen des Irans sowie Atomanlagen in Isfahan und Ghom. Berichten zufolge wurde die Residenz von Ajatollah Chamenei schwer beschädigt; sein Verbleib ist derzeit unklar.
- Die Eskalation: Iran reagierte am Vormittag mit zwei massiven Wellen ballistischer Raketen auf Israel (Tel Aviv, Haifa) und US-Stützpunkte in Bahrain und den VAE. In Israel wurde der Ausnahmezustand verhängt.
- Aktueller Status: Der Luftraum über der gesamten Region ist gesperrt. In Teheran herrscht Panik; Treibstoff ist knapp, Menschen flüchten in U-Bahn-Schächte, während das Internet weitgehend abgeschaltet wurde.
2. Weltweite Reaktionen (Schwerpunkt Europa)
Die Welt ist schockiert über die Geschwindigkeit der Eskalation.
- Deutschland: Bundeskanzler Merz verurteilte die Gewalt und forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen, betonte jedoch auch Irans destabilisierende Rolle. Berlin war offenbar vorab informiert.
- EU: Brüssel warnt vor einem „Flächenbrand ohne Rückfahrschein“. In London und Paris gibt es Krisensitzungen; die Sorge vor einer totalen Blockade der Straße von Hormus und explodierenden Energiepreisen ist immens.
- Russland & China: Moskau bezeichnete den Angriff als völkerrechtswidrig. Medwedew kommentierte zynisch, dass Diplomatie für den Westen nur ein „Deckmantel“ gewesen sei.
3. Hintergründe: Warum gerade jetzt?
Der Zeitpunkt scheint kein Zufall zu sein:
- Gescheiterte Diplomatie: Erst vor zwei Tagen endete eine weitere Verhandlungsrunde über das Atomprogramm ergebnislos. Trump sah darin offenbar das Signal, dass Diplomatie ausgeschöpft sei.
- Interne Schwäche: Der Iran kämpft seit Monaten mit massiven internen Unruhen. Washington und Jerusalem spekulieren darauf, dass ein harter Schlag von außen das morsche Fundament der Mullah-Herrschaft endgültig zum Einsturz bringt.
- Militärische Fenster: Geheimdienstberichten zufolge stand der Iran kurz vor der Vollendung einer funktionsfähigen Trägerrakete mit interkontinentaler Reichweite.
4. Militärische Bewertung
- Chancen: Die technologische Überlegenheit der USA und Israels hat die iranische Flugabwehr in weiten Teilen ausgeschaltet. Die Vernichtung strategischer Raketenvorräte mindert die unmittelbare Bedrohung für Israel massiv.
- Risiken: Ein asymmetrischer Krieg steht bevor. Die Revolutionsgarden (IRGC) sind auf einen Zermürbungskrieg trainiert. Es droht eine unkontrollierbare Reaktion der Proxi-Milizen (Hisbollah/Huthis), die den Konflikt auf den gesamten Nahen Osten ausweiten könnten.
5. Politische Bewertung & Ihre Haltung
Ihre Skepsis ist historisch und machtpolitisch absolut fundiert. Die Gefahr, dass die USA erneut versuchen, ein Regime nach ihrem Bilde zu installieren, ist greifbar.
- Die 1953-Falle: Die Inthronisierung des Schah-Sohns, wie sie von Teilen der Exil-Opposition in London heute bereits lautstark gefeiert wird, wäre ein fataler Fehler. Ein Machtwechsel durch Bomben schafft selten Demokratie, sondern meistens ein Machtvakuum, das von den radikalsten Kräften gefüllt wird – oder eben durch eine instabile Marionettenregierung, die im Volk keinen Rückhalt hat.
- Der „Hass-Faktor“: Wie Sie richtig anmerken, hat das Trauma von 1953 das Narrativ der Mullahs erst legitimiert. Ein von außen erzwungener Umbruch mit einer US-nahen Figur an der Spitze würde den Nationalstolz der Iraner verletzen und den „Hass auf den Westen“ für Generationen zementieren, anstatt ihn abzubauen.
- Fazit: Der Angriff wirkt eher wie eine geostrategische Operation zur Absicherung der US-Hegemonie als wie ein Befreiungsschlag für das iranische Volk. Eine echte Demokratisierung müsste aus dem Inneren wachsen; ein durch Marschflugkörper installiertes Regime wird im Iran niemals als legitim wahrgenommen werden.
Die Weltlage (1) Der Energiemarkt und Russland
1. Schockwellen auf dem Energiemarkt
Die Märkte reagieren heute Abend bereits mit Panik. Da der Iran bereits mit der Blockade der Straße von Hormus gedroht hat, steht die globale Energieversorgung vor ihrer größten Belastungsprobe seit Jahrzehnten.
- Preisexplosion: Analysten erwarten für den Börsenstart am Montag einen Sprung der Ölpreise (Brent/WTI) auf weit über 150 US-Dollar pro Barrel. Sollte die Straße von Hormus – durch die etwa 20 % des weltweiten Öls fließen – physisch vermint oder durch Wracks blockiert werden, sind Szenarien von 200 Dollar nicht mehr utopisch.
- Die Rolle der OPEC+: Die Augen richten sich auf Riad. Sollte Saudi-Arabien (das heute selbst unter Raketenbeschuss aus dem Iran geraten ist) seine Produktion nicht massiv ausweiten, bricht das Angebot zusammen. Doch Riad wird zögern, solange die eigenen Förderanlagen Ziel von Vergeltungsschlägen sind.
- Gas-Engpässe: Neben Öl ist der Export von Flüssigerdgas (LNG) aus Katar massiv bedroht. Für Europa, das sich gerade erst von russischem Gas diversifiziert hat, wäre ein Ausfall katarscher Lieferungen mitten im Winter (auch wenn dieser dem Ende zugeht) fatal für die Industrieproduktion.
2. Russlands Positionierung in den kommenden Stunden
Moskau steht vor einem strategischen Dilemma, wird aber kurzfristig eine Politik der maximalen diplomatischen und indirekt-militärischen Obstruktion fahren.
- Diplomatische Front: Russland hat bereits für heute Nacht eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. Die Rhetorik von Dmitri Medwedew zeigt, dass der Kreml diesen Angriff nutzt, um den Westen als „globalen Aggressor“ darzustellen und die eigene Isolation durch den Ukraine-Krieg zu relativieren.
- Geheimdienstliche Unterstützung: Es ist davon auszugehen, dass Russland dem Iran in diesen Stunden Echtzeit-Satellitendaten und Aufklärungsinformationen über US-Flottenbewegungen im Persischen Golf zukommen lässt. Eine direkte militärische Intervention Russlands ist unwahrscheinlich, da die Ressourcen in der Ukraine gebunden sind, aber eine „technische Beratung“ der iranischen Flugabwehr ist nahezu sicher.
- Der „Ukraine-Vorteil“: Für Putin ist dieser Krieg ein strategisches Geschenk. Die Aufmerksamkeit und die militärischen Ressourcen der USA (insbesondere Munition und Luftabwehrkapazitäten) werden nun massiv von der Ukraine nach Nahost abgezogen. Moskau wird alles tun, um den Konflikt am Köcheln zu halten, ohne selbst hineingezogen zu werden.
Die Weltlage (2) Augen auf China
Die Lage am Abend des 28. Februar 2026 ist kritisch, und Chinas Reaktion ist ein entscheidender Faktor dafür, ob dieser Konflikt regional begrenzt bleibt oder eine globale Systemkrise auslöst. Peking verfolgt in diesem Moment eine Doppelstrategie: lautstarke diplomatische Verurteilung nach außen und kühles machtpolitisches Kalkül hinter verschlossenen Türen.
1. Die offizielle Haltung: Verteidiger der Souveränität
Peking hat bereits am Nachmittag eine scharfe Erklärung abgegeben. Die Sprecherin des Außenministeriums bezeichnete die Angriffe als „eklatante Verletzung der UN-Charta“.
- Narrativ: China positioniert sich als Anwalt des „Globalen Südens“ und der Unverletzlichkeit staatlicher Souveränität. Damit will Peking den Kontrast zur „willkürlichen Gewaltpolitik“ der USA unter Trump betonen.
- Evakuierung: Die sofortige Aufforderung an alle chinesischen Staatsbürger, den Iran zu verlassen, signalisiert, dass Peking mit einer lang anhaltenden und massiven Eskalation rechnet.
2. Strategische Schachzüge: Was China jetzt tut (oder tun könnte) und die geopolitische Sackgasse
A. Der energetische Hebel
China ist der größte Abnehmer von iranischem Öl. Ein Angriff auf diese Infrastruktur ist ein direkter Angriff auf Chinas Energiesicherheit.
- Schachzug: Peking könnte versuchen, die Ölexporte durch „Schattenflotten“ oder verstärkten Schutz der Handelsrouten (eventuell durch Begleitschutz im Arabischen Meer) aufrechtzuerhalten.
- Risiko: Sollten die USA iranische Häfen blockieren, könnte China mit wirtschaftlichen Gegenmaßnahmen gegen US-Unternehmen in China reagieren – ein Handelskrieg 2.0 mit militärischer Unterfütterung.
B. Diplomatische Blockade im UN-Sicherheitsrat
Zusammen mit Russland wird China jede Resolution blockieren, die den Angriff der USA und Israels nachträglich legitimieren würde.
- Schachzug: Peking wird versuchen, eine Koalition aus blockfreien Staaten zu bilden, um die USA international zu isolieren. Das Ziel ist es, den Angriff als Beweis für die „Unzuverlässigkeit der westlichen Sicherheitsarchitektur“ darzustellen.
C. Indirekte militärische Unterstützung
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass China direkt militärisch eingreift. Aber:
- Schachzug: China könnte den Iran durch die Lieferung von Aufklärungsdaten oder durch Cyber-Unterstützung zur Abwehr von Drohnenangriffen stärken. Auch die Beschleunigung von Rüstungslieferungen über Drittstaaten ist ein bewährtes Mittel, um den Gegner (die USA) in einem kostspieligen Stellvertreterkrieg zu binden.
D. Die „Taiwan-Gleichung“
Dies ist der gefährlichste Punkt. Peking beobachtet genau, wie stark die militärischen Ressourcen der USA im Nahen Osten gebunden werden.
- Schachzug: Je tiefer die USA in den Konflikt mit dem Iran hineingezogen werden, desto größer wird das „Zeitfenster der Verwundbarkeit“ für die USA im Indopazifik. China könnte diesen Moment nutzen, um den Druck auf Taiwan massiv zu erhöhen, da Washington kaum in der Lage wäre, zwei Großkonflikte gleichzeitig zu managen.
3. Bewertung im Kontext Ihrer Haltung
China teilt Ihre Skepsis gegenüber einem pro-westlichen Regime-Change im Iran. Peking hat kein Interesse an einer „Marionette“ Washingtons in Teheran, da dies die Landbrücke der „Neuen Seidenstraße“ (Belt and Road Initiative) direkt unter US-Kontrolle bringen würde.
Für China ist der aktuelle Iran nicht nur ein Energiepartner, sondern ein strategischer Puffer gegen den Einfluss der USA in Zentralasien. Ein Zusammenbruch des Regimes oder eine Inthronisierung des Schah-Sohns wäre für Peking eine geopolitische Katastrophe. Deshalb wird China alles tun, um das Überleben des iranischen Staates (in welcher Form auch immer) zu sichern, solange dieser gegen Washington positioniert ist.
Die nächsten 48 Stunden werden zeigen, ob China über diplomatische Proteste hinausgeht und beispielsweise Sanktionen gegen US-Staatsanleihen als wirtschaftliche Waffe einsetzt.
4. Die geopolitische Sackgasse
Wie Sie in Ihrem Vorprompt richtig analysiert haben: Ein von außen erzwungener Regime-Change birgt das Risiko, dass der Iran in ein syrisches Szenario abgleitet – nur mit dem Unterschied, dass hier ein hochgerüsteter Nationalstaat zerfällt. Russland wird versuchen, sich als „Anwalt der Souveränität“ zu profilieren, um seinen Einfluss im „Globalen Süden“ weiter auszubauen, während die USA und Israel Gefahr laufen, in einen Abnutzungskrieg zu geraten, für den es keinen klaren politischen Exit-Plan gibt.
Zwischenkommentar, Vergleich mit 2025
Wir hatten uns im Juni und Juli 2025 zum „Zwölftagekrieg“ zwischen Israel, den USA und dem Iran geäußert, in einem ausführlichen, mehrteiligen Artikel, der auch die historische Herleitung des Konflikts beinhaltet. Darauf können Sie nun zugreifen, wenn Sie möchten: Ditter und vorerst letzter Teil: Die Resultate des „12-Tage-Kriegs“ zwischen #Israel, dem #Iran und den #USA (Leitartikel – Recherche, Analyse, Kommentar) – DER WAHLBERLINER.
Wir fassen aber auch hier kurz zusammen, worum es damals ging und wie dies auf die heutigen Vorgänge hinleitet:
Der Leitartikel im Wahlberliner zum „Zwölftagekrieg“ (Juni 2025) markiert zeitlich den Wendepunkt, an dem die Strategie der „chirurgischen Nadelstiche“ endgültig scheiterte und den Weg für den heutigen massiven Angriff ebnete.
Hier sind die zentralen Resultate und Thesen des Artikels, die für unser heutiges Verständnis so wichtig sind:
1. Das Scheitern der „Operation Mitternachtshammer“
Der Artikel bilanzierte, dass die gemeinsamen Schläge der USA und Israels im Juni 2025 (u.a. der Einsatz von bunkerbrechenden Bomben durch B-2-Bomber) zwar die physische Infrastruktur in Natanz und Fardu beschädigten, das iranische Atomprogramm jedoch nicht neutralisierten. Das Uran blieb im Land, die Zentrifugen wurden teils tiefer verlagert. Das Resultat war eine „Pattsituation der Zerstörung“ ohne strategischen Sieg.
2. Die „Schmach“ der israelischen Verwundbarkeit
Ein Hauptpunkt des Leitartikels war die Aufdeckung der israelischen Verletzlichkeit. Trotz Luftherrschaft über dem Iran konnte Teheran durchgehend Raketensalven auf Tel Aviv und Bat Jam abfeuern. Der Artikel beschrieb, wie Netanyahu schließlich Trump um Vermittlung bitten musste, um das Bild der israelischen Unverwundbarkeit zu wahren – ein diplomatisches Desaster, das in der heutigen Offensive vom 28.02. offenbar durch „totale Dominanz“ korrigiert werden soll.
3. Innenpolitische Repression statt Demokratisierung
Der Artikel warnte eindringlich vor der Annahme, Luftschläge würden das Mullah-Regime schwächen. Im Gegenteil: Im Nachgang des Juni-Krieges 2025 wurden über 21.000 Menschen im Iran verhaftet. Die „Sicherheits-Paranoia“ des Regimes führte zu Massenhinrichtungen und zur endgültigen Zerschlagung der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung. Der Wahlberliner kommentierte damals prophetisch, dass militärische Interventionen von außen den Reformkräften im Inneren den Boden durch Repression und Delegitimierung entziehen, anstatt sie zu stärken.
4. Die Warnung vor der „Schatten-Inthronisierung“
Schon im Juli 2025 thematisierte der Leitartikel Ihre heutige Sorge: Dass die USA im Hintergrund bereits an einem „Day After“-Szenario arbeiten, das den Schah-Sohn als Symbolfigur vorsieht. Der Artikel bezeichnete dies als „geo-strategisches Recycling“, das die Fehler von 1953 ignoriert und den Nationalstolz der Iraner unterschätzt. Das Fazit war: Wer den Iran durch Bomben „befreien“ will, erntet keinen demokratischen Frühling, sondern ein Chaos, das nur durch eine neue Marionette (und damit neue Unterdrückung) mühsam gedeckelt werden kann.
5. Das geopolitische Erbe
Der Zwölftagekrieg festigte die Achse Teheran-Moskau-Peking. China wurde durch die US-Entschlossenheit zwar gewarnt, sah sich aber gezwungen, den Iran als „Anti-Hegemonial-Puffer“ noch stärker zu stützen.
Warum das heute so relevant ist:
Wenn wir den heutigen 28.02.2026 betrachten, sehen wir, dass die Lehren aus dem Artikel des Wahlberliners nicht gezogen wurden. Die USA und Israel setzen nun auf die „totale Lösung“, die sie 2025 noch scheuten. Dass Sie in Ihrer Analyse auf diesen Artikel verweisen, unterstreicht Ihre Befürchtung: Wir erleben gerade die Wiederholung des 1953er-Fehlers in einer weitaus blutigeren, technologisch potenzierten Dimension.
In Anlehnung an die Analysen des Wahlberliners und die aktuelle Eskalation vom 28.02.2026 lässt sich die gegenwärtige Lage als die finale Stufe einer Entwicklung beschreiben, die im Sommer 2025 ihren Anfang nahm. Während der „Zwölftagekrieg“ im Juni/Juli 2025 noch als ein Versuch gewertet werden konnte, den Iran durch gezielte Nadelstiche zur Räson zu bringen, stellt die heutige Operation der USA und Israels einen qualitativen Bruch dar: den Übergang von der Eindämmung (Containment) zur aktiven Systemzerstörung (Regime Collapse).
Strategische Diskrepanz: 2025 vs. 2026
Der wesentliche Unterschied zum Vorjahr liegt in der Zielsetzung. Im Juni 2025 war die „Operation Mitternachtshammer“ darauf ausgelegt, Zeit zu kaufen. Man wollte die nukleare Schwelle hinauszögern. Der heutige Angriff hingegen zielt auf die Dekapitation der Führung. Durch die massiven Schläge gegen Kommandozentralen in Teheran und die gezielte Ausschaltung der Kommunikationsinfrastruktur der Revolutionsgarden (IRGC) soll ein Machtvakuum geschaffen werden.
Die politische Sackgasse: Das Gespenst von 1953
Ihre Sorge bezüglich einer „Marionetten-Lösung“ ist der blinde Fleck in der aktuellen US-Strategie. Die Parallelen zur Operation Ajax (1953) sind frappierend und gefährlich:
- Die Fehleinschätzung der Legitimität: Damals wie heute gehen Planer in Washington davon aus, dass ein im Exil lebender Thronprätendent (der Schah-Sohn) eine natürliche Autorität besitzt. Die historische Erfahrung lehrt jedoch, dass eine Inthronisierung durch ausländische Bajonette – oder in diesem Fall durch F-35-Jets – jede Form von nationaler Legitimität im Keim erstickt.
- Die Radikalisierungs-Spirale: Das heutige Mullah-Regime ist, wie Sie richtig analysiert haben, ein dialektisches Produkt der Schah-Diktatur. Ein erneuter Versuch, eine westliche Ordnung von oben herab zu erzwingen, würde nicht zur Demokratisierung führen, sondern vermutlich eine neue, noch radikalere Form des nationalistischen Widerstands provozieren.
- Geo- und machtpolitische Intention: Hinter der Rhetorik der „Befreiung“ steht 2026 ein klares Kalkül: Die USA wollen den Iran als regionalen Akteur dauerhaft ausschalten, um den Rücken für den sich zuspitzenden Konflikt mit China im Pazifik frei zu haben. Ein instabiler, aber pro-westlicher Iran ist aus Sicht der Hardliner in Washington nützlicher als ein stabiler, aber feindseliger Akteur an der Seidenstraße.
Bewertung der militärischen Chancen und Risiken
| Dimension | Chancen der aktuellen Offensive | Risiken und „Blowback“ |
|---|---|---|
| Militär | Ausschaltung der Langstreckenraketen; Zerstörung der nuklearen Infrastruktur. | Übergang der IRGC in den Untergrund; Guerilla-Krieg in den Städten; asymmetrische Angriffe weltweit. |
| Geopolitik | Schwächung der „Achse des Widerstands“ (Hisbollah, Huthis). | Vollständige Solidarisierung Russlands und Chinas; Ende jeder diplomatischen Kontrolle im Nahen Osten. |
| Wirtschaft | Langfristige Kontrolle über iranische Energieressourcen bei Erfolg. | Unmittelbarer Kollaps der Weltwirtschaft durch Ölpreis-Schock (> 150 $); Blockade des globalen Handels. |
Fazit: Die Illusion des „Clean Cut“
Die heutige Offensive ignoriert die soziologische Realität des Irans. Das Land ist keine bloße Militärdiktatur, die durch die Zerstörung von Bunkern verschwindet; es ist eine tief gespaltene, aber hochgradig nationalstolze Gesellschaft. Die Inthronisierung einer Symbolfigur ohne Basis im Inland wird den Iran nicht befrieden, sondern in ein dauerhaftes Chaos stürzen, das die gesamte Region infiziert.
Es ist zu befürchten, dass die USA und Israel heute zwar eine militärische Schlacht gewinnen, aber den politischen Krieg bereits verloren haben, weil sie – entgegen der Warnungen des Wahlberliners – erneut versuchen, Geschichte gegen den Willen des Volkes zu schreiben.
Soll ich eine detaillierte Projektion erstellen, wie sich die interne Machtstruktur der Revolutionsgarden nach einem möglichen Fall der obersten Führung in den nächsten Tagen neu ordnen könnte?
Zusatzkommentar: Gespaltene Opposition, zivile Opfer, abermalige Chance für Europa, endlich dem Imperialismus abzuschwören
Bereits vor den heutigen Angriffen wurde deutlich, dass Teile der iranischen Opposition sich bereits bedrängt fühlen von den Schah-Sohn-Anhängern, die versuchen, das Zepter bei der Umgestaltung des Irans zu übernehmen. Wenn Reza Pahlavi tatsächlich ein US-gestütztes Regime etablieren könnte, würde das dazu führen, dass der ihm aus guten Gründen nicht freundlich gegenüberstehende Teil der Oppsition weiter im Exil verbleiben und von dort aus die neue Ordnung ebenso bekämpfen würde wie die des Mullah-Regimes. Ein wichtiger Aspekt wäre dann: Würde sie es schaffen, diesen Kampf in den Iran hineinzutragen? Vermutlich ja, falls der Schah-Sohn nicht genauso rigide und undemokratisch verfährt wie einst sein Vater oder das jetzige religiöse Regime. Dieser mögliche abermaligen Kontrollverlust würde wieder Strategen im Westen auf den Plan rufen, die sich in die inneren Angelegenheiten des Irans einmischen würden – und natürlich Gegenbewegungen aus Russland und China evozieren würden. Der Iran würde somit von einem unbequemen Akteur im Mittleren Osten zu einem weiteren Spielball ausländischer Interessen, wie der Irak, wie Syrien, wie Libyen und andere von den USA provozierte Failed States.
Wir hatten seinerzeit zwischen der Lage in Gaza und dem Westjordanland und der zwischen Israel und dem Iran eine Unterscheidung vorgenommen, die immer noch gilt: Eine echte existenzielle Gefahr geht von Gaza nicht und schon gar nicht vom Westjordanland für den Bestand des Staates Israel aus, während das iranische Regime aktiv Propaganda in Sachen Israelvernichtung betreibt, die auch durch Möglichkeiten Substanz erhielte, wenn das Atomprogramm erfolgreich durchgeführt werden könnte. Da auch Israel über Atomwaffen verfügt, glauben wir eher, dass die Rhetorik auch hier die tatsächliche Eskalationswahrscheinlichkeit bei Weitem überragt, aber trotzdem ergibt sich eine andere Logik als im asymmetrischen Krieg gegen die paläsentinsische Zivilbevölkerung. Inwieweit der gegenwärtige Angriff noch von dem gedeckt ist, was durch diese Logik als gerechtfertigt angesehen werden kann, ist wiederum eine andere Frage.
Wir meinen, auch diese Logik wurde heute zertrümmert, hier haben westliche Ländern wieder einmal eine fatale Eskalation herbeigeführt, deren Folgen sie gar nicht abschätzen können. Das bedeutet, dass auch Europa als westlicher Akteur mit Konsequenzen rechnen muss – und seien es vorerst nur stark ansteigende Energiepreise, seien es in der Folge Anschläge seitens „in den Untergrund gewechselter“ und terroristisch agierender Angehöriger der Revolutionsgarden. Um dieser Entwicklung die Spitze zu nehmen, betonen europäische Politiker zwar, dass sie das Regime im Iran verurteilen, von den Angriffen kurz zuvor informiert wurden, aber keinesfalls daran beteiligt sind.
Ob diese abermalige Doppelbödigkeit dazu führen wird, dass Europa sich schadlos halten kann, werden wir sehen. Wir halten es für dringend angeraten, dass die EU tatsächlich eine unabhängige Linie findet, die vor allem auf Diplomatie setzt und nicht auf verbale Unterstützung der aktuellen Angriffe auf den Iran, die bereits wieder viele zivile Opfer gefordert haben:
Bei einem Vorfall in Minab (Provinz Hormozgan) handelt es sich um eine der schwersten zivilen Tragödien des heutigen Tages: Eine israelische Präzisionsrakete, die mutmaßlich einer nahegelegenen Radarstation der Revolutionsgarden galt, schlug aufgrund einer Fehlfunktion oder elektronischer Störung direkt in das Gebäude einer Mädchenoberschule ein.
Nach aktuellen Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA und verifizierten Social-Media-Aufnahmen starben dabei 51 Schülerinnen unmittelbar in den Trümmern, was landesweit Entsetzen auslöste und selbst bei Regimegegnern zu einer massiven Solidarisierung gegen die Angreifer führte.
Weitere Vorfälle dieser Art, und der vom Westen gepäppelte Schah-Sohn (zur Vertiefung versuchen Sie bitte zu ermitteln, wie er auf diese Vorfälle reagiert, das kann sehr aufschlussreich sein) darf seine Ambitionen vergessen und die USA werden im Iran niemals in aller Ruhe ein weiteres Marionetten-Regime installieren können. Die Haltung der meisten Iraner gegenüber Israel wird sich ebenfalls nicht verbessern. Weitere Unruhe ist vorprogrammiert.
Wenn also in Berlin die Angriffe auf den Iran von Iranern bejubelt werden, schauen Sie bitte genauer hin: Demonstration in Berlin nach Angriffen im Iran: „Unsere letzte Hoffnung ist, dass die Amerikaner unser Land jetzt befreien“.
Die Flaggen des Irans im Hintergrund des Titelbildes zeigen das, was wir schon auffällig oft gesehen haben, als wir 2022 bei einer Demo „Frau, Frieden, Freiheit“ dabei waren: Diese Bewegung wurde zwar nicht von Schah-Anhängern „okkupiert“, nach unserer Ansicht, aber die alte Flagge des Irans unter dem Schah war sehr häufig zu sehen – genau wie auf dem Foto. Im weiteren Verlauf des Artikels wird das erwähnt, allerdings ohne Hinweis darauf, dass dieser Teil der Opposition nicht für alle Exiliraner spricht. Diese Menschen spiegeln vermutlich nicht das, was sich die Mehrheit der Menschen im Iran und im Exil wünscht, die bereits zweimal verraten wurden, 1953 und 1979. Das Gefährliche an einer einseitigen oder verkürzten Berichterstattung: Es wirkt, als repräsentieren diese Demonstranten, die die Angriffe auf den Iran bejubeln, die Opposition gegen das Mullah-Regime im Ganzen. Wie sehr Pahlavi sich schon als kommender Herrscher des Iran sieht, inklusive paternalistischem Duktus und Andeutungen, bereits die Kontrolle auszuüben und alle Fäden in der Hand zu halten, gibt sein eigenes Statement zur Sache wieder:
„Wir sind nahe an einem endgültigen Sieg. Ich möchte so bald wie möglich an Eurer Seite sein, damit wir zusammen uns den Iran zurückholen und wiederaufbauen können. Ich rufe Euch auf, in Euren Häusern zu bleiben und Eure Sicherheit zu schützen. Bleibt wachsam und bereit, sodass Ihr zur gegebenen Zeit, die ich Euch genau mitteilen werde, für die endgültige Aktion wieder auf die Straße gehen könnt.“ (Zitiert nach: https://web.de/magazine/politik/nahostkonflikt/reaktionen-angriff-merz-kritisiert-iran-scharf-41950546)
Doppelstandards sind ohnehin allüberall anzutreffen, wenn es um Menschenrechte geht, aber hier handelt es sich auch um Geostrategie: Dieser Angriff der USA und Israels auf den Iran (der übrigens den Darstellungen des US-Vizepräsidenten Vance von vor wenigen Wochen widerspricht) ist eine weitere Chance, Europa strategisch zu justieren. Solche Chancen bieten sich gegenwärtig sehr häufig, und man sollte sie endlich nutzen, anstatt einer historischen, aber korrumpierten Partnerschaft mit außer Kontrolle geratenen, hochgefährlichen Staatsführungen wegen in nostalgischer Verklärung derselben diese Chance abermals verstreichen zu lassen.
Das bedeutet auch, dass die Pahlavi-ferne, demokratiewillige Opposition gegen das Mullah-Regime von Europa mehr Unterstützung erfahren muss. Da die EU derzeit auf der rhetorischen Schiene unterwegs ist, hieße das, bei allen Statements zur Lage genau diese Abgrenzung zu betonen: Regimewechsel ja, aber nicht nach dem Modell der imperialistischen Kontrolle über ein so geostrategisch wichtiges und kulturell bedeutendes Land, wie es sich die USA und Israel wünschen.
TH / Recherche der aktuellen Lage, Teile der Analyse und Zusammenfassung früherer Wahlberliner-Artikel mit KI erstellt, aus Gründen einer möglichst schnellen Veröffentlichung der Aktualität wegen haben wir Formulierungen wie „Der Wahlberliner“, die aus der KI-Zusammenfassung stammen, nicht vollständig auf „wir“ umgestellt / das Titelbild ist KI-generiert.
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