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Alles wird schlechter und dabei geht es immer mehr ans Eingemachte. Zum Beispiel: Jeder weiß, wie wichtig es ist, ausreichend und ruhig zu schlafen. Doch schon bei Kindern und Jugendlichen scheint dieses substanzielle Element einer guten Gesundheit in Gefahr, wie die folgende Grafik zeigt.
Infografik: Wie verbreitet sind Schlafprobleme unter Schulkindern? | Statista

Begleittext von Statista
Schlafprobleme bei Schulkindern nehmen seit Jahren deutlich zu. Im Schuljahr 2016/2017 berichteten 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler, mindestens einmal pro Woche unter Ein‑ oder Durchschlafproblemen zu leiden. Bis zum Schuljahr 2024/2025 stieg dieser Anteil auf 42 Prozent. Das zeigen Daten des Präventionsradars der DAK-Gesundheit, die auch der Statista-Infografik zugrunde liegen. Der Anstieg verlief über die Jahre mit Schwankungen, insgesamt aber klar nach oben. Bereits 2019/2020 lag der Anteil bei 36 Prozent, nach einem leichten Rückgang auf 33 Prozent im Schuljahr 2020/2021 stiegen die Werte später erneut an.
Als mögliche Ursachen nennen die Autoren unter anderem die zunehmende Nutzung digitaler Geräte. Laut Bericht geben 38 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, „dass sie aufgrund der Handynutzung weniger schlafen“. Besonders bei älteren Jugendlichen spielt das Smartphone demnach eine Rolle für verkürzte Schlafzeiten. Die Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Mediennutzung, Alltagsstress und veränderte Freizeitgewohnheiten zunehmend Einfluss auf die Schlafqualität von Kindern und Jugendlichen haben.
Ergänzungstext
In der aktuellen Statista-Grafik (Stand März 2026) wird ein besorgniserregender Trend visualisiert: Fast jeder zweite Schüler in Deutschland leidet mittlerweile regelmäßig unter Schlafproblemen.
Der „Wach-Zustand“ unserer Schulen
Der Begleittext zur Grafik verdeutlicht die dramatische Entwicklung: Im Schuljahr 2016/2017 berichteten noch 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen von wöchentlichen Ein- oder Durchschlafstörungen. Bis zum aktuellen Schuljahr 2024/2025 ist dieser Anteil auf 42 Prozent hochgeschnellt – eine Verdopplung innerhalb weniger Jahre.
Weitere Fakten & Einsichten
Ergänzend zur Grafik lassen sich aus aktuellen Gesundheitsberichten (u. a. DAK-Präventionsradar und RKI) folgende Aspekte assoziieren:
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Der „Blue Light“-Faktor: Ein Haupttreiber ist die exzessive Mediennutzung vor dem Schlafengehen. Das blaue Licht von Smartphones hemmt die Melatoninausschüttung, während soziale Interaktionen (TikTok, WhatsApp-Gruppen) das Gehirn in einen Zustand der „Hyperarousal“ (Übererregung) versetzen.
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Soziale Schere: Kinder aus Familien mit niedrigerem Sozialstatus sind überproportional betroffen. Sie berichten nicht nur häufiger von Schlafproblemen, sondern auch von damit einhergehender Erschöpfung und Einsamkeit.
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Die Erschöpfungs-Spirale: Mehr als die Hälfte der Schulkinder (ca. 55 %) gibt an, sich regelmäßig erschöpft zu fühlen. Schlafstörungen sind hier oft sowohl Ursache als auch Symptom von psychischem Stress und Leistungsdruck.
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Physische Folgen: Schlafmangel bleibt selten allein. Er korreliert stark mit psychosomatischen Beschwerden wie Kopf-, Rücken- und Bauchschmerzen, die bei betroffenen Schülern deutlich häufiger auftreten.
Ein kurzes Plädoyer
Wir erleben eine „Generation Müde“. Schlaf wird in unserer Leistungsgesellschaft oft als verhandelbare Variable behandelt, dabei ist er für die neuronale Konsolidierung – also das Lernen – bei Kindern essenziell. Die Daten legen nahe, dass wir Schlafhygiene nicht mehr als privates Freizeitthema, sondern als relevante Public-Health-Aufgabe begreifen müssen. Ein späterer Schulbeginn oder verpflichtende Medienkompetenz-Trainings sind keine Luxusforderungen mehr, sondern notwendige Reaktionen auf eine chronisch übermüdete Jugend.
Quellen:
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Statista (2026): „Anteil von Schulkindern mit Schlafproblemen in Deutschland“.
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DAK-Gesundheit: „Präventionsradar 2024/2025“.
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Neurologen und Psychiater im Netz: „Schlafstörungen im Kindesalter“.
Ergänzungstext durch KI erstellt
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