In unserem vierten Artikel liefern wir Ihnen das amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz vom 22.03.2026 und wir befassen uns ein wenig mit dem Land und seiner politischen Geschichte.
Hier zunächst das amtliche Endergebnis der Wahl 2026:
| Veränderung | 2026 Hochr. | 2026 Prog. | 2021 | |
| Zu 2021 | 19:57 Uhr | 18 Uhr | ||
| SPD | -9,8 | 25,9 | 27,0 | 35,7 |
| CDU | 3,3 | 31,0 | 30,5 | 27,7 |
| AfD | 11,2 | 19,5 | 20,0 | 8,3 |
| Grüne | -1,4 | 7,9 | 7,5 | 9,3 |
| FDP | -3,4 | 2,1 | 2,1 | 5,5 |
| Freie Wähler | -1,2 | 4,2 | 4,0 | 5,4 |
| Die Linke | 1,9 | 4,4 | 4,5 | 2,5 |
| Andere Parteien | 5,2 | 4,4 | x |
Wir fahren durch das Land und erklären die politische Lage anhand der ökonomischen Fakten
Von allen Bundesländern haben wir zu Rheinland-Pfalz die „drittengste“ Beziehung, nach unserem Wahlbundesland Berlin und unserem Heimatland. Dieses grenzt an Rheinland-Pfalz und hat auf deutscher Seite nur eine Grenze zu Rheinland-Pfalz. Es ist beinahe von Rheinland-Pfalz umzingelt. Da bleiben Kontakte und Eindrücke nicht aus.
Fangen wir im Westen an, an der Obermosel. Nach Trier haben wir heute noch einen verwandtschaftlichen Kontakt. Das ist eine wirklich schöne Gegend. Der Wein, die sonnigen Hänge des Flusses, die Historie einer uralten Stadt. In der Karl Marx geboren wurde. Und die Nähe zu Luxemburg, welche die Region heute prägt. Hier läuft es, dank des Dauerbooms nebenan, der vielen Menschen im Raum Trier einträgliche Arbeit einbringt. Viele pendeln. Sie haben die hohen Gehälter aus Luxemburg und wohnen in Trier zwar nicht billig, aber günster als dort und in der ländlichen Umgebung gibt es zahlreiche schöne Orte, in denen es sich auch gut leben lässt.
In dieser Gegend ist die AfD gestern nicht über 15 Prozent gekommen, überschlägig. Auch 15 Prozent sind zu viel, aber das Wohlbefinden der Menschen hat auch viel mit ihrem Wahlverhalten zu tun und den Moselanern unter den Rheinland-Pfälzern geht es gut. Das deckt sich auch mit unseren persönlichen Eindrücken, wenngleich diese auf wenige Menschen begrenzt sind. Da ist etwas wie Harmonie, Zufriedenheit. Dass es auch mit dem Wirtschaftsmodell des kleinsten, aber mit Abstand reichsten Landes in der EU zusammenhängt, mit einem Verfahren, das massive Ungleichheit zulasten größerer Volkswirtschaften generiert und es nach unserer Ansicht weder in der EU noch anderswo geben dürfte – das können wir nicht verschweigen, aber es bringt den Menschen in der Gegend Vorteile. Und hält sie davon ab, nach rechts zu driften. Viele jedenfalls. In Trier bekam die AfD nur 11 Prozent, in Koblenz 13. Wer dort AfD wählt, tut es weniger aus Not oder Protest, sondern, weil er eben Ansichten hat, die ganz weit rechts angesiedelt sind.
Wir fahren nun ein wenig moselabwärts. Dort liegen die berühmtesten Weinorte und auch Erinnerungen. An den Winzer, zu dem unsere Eltern einmal pro Jahr fuhren und Riesling mit nach Hause nahmen. Kistenweise. Für uns war es ein Wochenendtrip mit ihnen und Freunden und Wanderungen in den Weinbergen. Nun weiter bis Koblenz. Da waren wir manchmal, wenn wir Zeit genug hatten, während unserer Wehrdienstzeit. Abends. Weil die größeren Clubs dort angesiedelt waren. Die ganze Flussschiene hat heute noch eine helle Farbe für uns, etwas von dem Deutschland, das man nicht missen möchte. Wir biegen nun aber ab und fahren hinauf zum Hunsrück. Bis zu unserem Stationierungsort mitten im dunklen Wald. Auf der Hunsrückhöhenstraße haben wir quasi Autofahren gelernt. Es zog uns auch nach der Dienstzeit immer wieder dorthin, ohne dass es einen besonderen Grund dafür gegeben hätte. Die Gegend wirkt nicht nur dunkler, auch die Zahl der AfD-Wählenden nimmt zu. Es ist eben eine sehr ländliche Region, die nicht besonders auffällt, die keine Schlagzeilen produziert. Und an die wir alles in allem eher positive Erinnerungen haben.
In dieser Ecke liegt die AfD etwa im Durchschnitt des Landes, bei 19, 20 Prozent.
Dann wird es enger ums Herz. Wir fahren weiter nach Südosten, an der Grenze unseres Heimatlandes vorbei. Wir kommen in die Region Zweibrücken, Pirmasens, Kaiserslautern. Die Westpfalz. Das Beispiel, für eine Region, die schon lange zu kämpfen hat und für die keine Landesregierung in den letzten Jahrzehnten ein gutes Zukunftskonzept entwickeln konnte. Pirmasens gilt als bundesweites Symbol für eine Pleite-Kommune. Zweibrücken konnte nie das Ende der massiven Präsenz der amerikanischen Streitkräfte dort überwinden, die einst die Gegend wirtschaftlich dominiert hatten. Es sind im Wesentlich Vorbeifahrstädte. Sie liegen an der Autobahn, auf der wir unterwegs waren z. B. in Richtung Frankfurt am Main. Aber natürlich waren wir auch schon in diesen Städten. Dort herrscht seit Langem die ökonomische Flaute, die wir heute in ganz Deutschland erleben und es gibt nicht wie an der Mosel touristische und landschaftliche Einflüsse, die alles aufhübschen.
Dort hat es eingeschlagen, die AfD hat Ergebnisse um 25 Prozent eingefahren. Es war in manchen Wahlkreisen knapp. Nur ein, zwei Prozent mehr für die Blauen und das Gleiche weniger für die CDU, und es wäre zu AfD-Wahlsiegen in diesen Landkreisen gekommen. Hier sehen wir Ergebnisse von 24, 25 Prozent für die Partei, die nach unserer Ansicht keinesfalls die Alternative ist, die Deutschland braucht. Deutschland braucht eine Alternative, keine Frage, aber sie muss anders aussehen. Das kann man vielen Menschen in Regionen, in denen tiefsitzender Groll herrscht, Wut, Verzweiflung manchmal, aber derzeit nicht vermitteln. Die lange demokratische Übung verhindert derzeit noch, dass es zu Ergebnissen wie in den östlichen Bundesländern kommt. Aber in solchen Gegenden, Städten, Dörfern, könnte die Demokratie fallen. Wenn sie nämlich in Deutschland fällt, dann nur dadurch, dass sie auch im Westen niedergeht, wo sie geboren wurde und viele erfolgreiche Jahre verlebt hat.
Bleiben wir auf der Autobahn. Wir kommen unweigerlich an Ludwigshafen vorbei. Und machen einen Stopp, vielleicht auf einem Rastplatz. Der Geruch war nicht immer der beste, aber dieses gigantische Chemiewerk von BASF war das Beeindruckenste, was wir jemals sehen konnten, wenn wir in Deutschland auf einer Autobahn unterwegs waren. Natürlich nachts. Nachts muss man das sehen. Diese unzähligen Lichter einer Anlage, die wie eine Stadt in der Stadt wirkt und größer als viele Kleinstädte. Man spürt noch heute, hier sitzt etwas von dem, was das Land einst groß und erfolgreich gemacht hat.
In Ludwigshafen II hat die AfD gestern 27,3 Prozent erreicht. Die CDU 28,8 und die SPD 28,7. Beinahe wäre dies der erste blaue Landkreis in Rheinland-Pfalz geworden. Den es gestern noch nicht gab. Das trifft uns ins Mark. Hier geht die Angst um. Hier bekommen sie zu spüren, was eine verfehlte Industriepolitik anrichtet. Denn anders als die Automobilindustrie, die ihren Niedergang teilweise selbst verschuldet hat, indem sie zu selbstsicher auf konventionelle Technik setzte, kann man das so von der Chemieindustrie nicht sagen. Sie ist weltweit immer noch vorne dabei. Aber sie kann preislich kaum noch mithalten, weil sie sehr energieintensiv ist.
Ende 2024 erreichte die Zahl der Beschäftigten bei BASF Ludwigshafen mit 33.000 den niedrigsten Stand seit 70 Jahren. Ende 2025 lief für diese Menschen der Kündigungsschutz aus. Der Weg ist frei für weiteren Stellenabbau.
Was unser Heimatland mit dem Niedergang von Kohle und Stahl und kürzlich der Autoindustrie schon hinter sich hat, droht nun auch in der Region Ludwigshafen. Wir können den Schmerz nachvollziehen, den die Menschen jetzt schon spüren. Es ist falsch, das sei auch hier gesagt, deswegen die AfD zu wählen, aber für die Industriearbeiter ist die Politik der letzten Bundesregierungen ein Verrat an allem, was ihr Leben ausmacht. Und sie nehmen es nicht quasi protestlos hin und lassen sich nicht von leeren Versprechungen einlullen, wie das z. B. Bei uns zuhause der Fall war, wo der Niedergang kaum zu politischen Eruptionen geführt hat. Gut, ganz stimmt das auch nicht. Es gab dort einmal einen gnadenlosen Populisten als Ministerpräsident, der allen die Schuld an der Misere gab, nur sich und seiner zukunftsfeindlichen Politik nicht. Er stammte aber von der SPD, daher fiel das nicht so auf. Die einzigen neuen Unternehmen damals waren von der EU geförderte Startups, die sich nur teilweise als stabil erwiesen und bei weitem nicht die Zahl an Arbeitsplätzen generierten, wie sie in der klassischen Industrie zur selben Zeit oder etwas früher verloren gegangen waren.
Wir verstehen genau, das die Menschen im östlichen Teil des Nachbarlandes umtreibt. Die AfD wird das alles nicht richten können, aber vielleicht ist jede andere Antwort noch schrecklicher: Es ist nicht mehr alles zu retten. Man kann den Schaden noch versuchen zu begrenzen, aber wer heute populistisch behauptet, er habe ein Rezept, mit dem alles innerhalb weniger Jahre wieder wie früher wird, lügt. Das müssen alle wissen, die ihre Hoffnungen in eine so menschenfeindliche Partei wie die AfD setzen, die auch keine zukunftsfähigen Wirtschaftskonzepte hat. Das, was jetzt an industrieller Substanz verlorengeht, zurückzuholen, wäre nur unter gewaltigen Opfern möglich, zum Beispiel Löhnen wie in Südostasien und Lebenshaltungskosten, die sich nicht in ähnlichem Maße ermäßigen würden. Selbst dann der Wiederaufstieg es nicht sicher, denn es zeigt sich schmerzlich, wie abhängig Deutschland von Rohstoffen aus dem Ausland ist und wie dringend notwendig es ist, kluge Zukunftsindustrien aufzubauen – während die Politik inkonsequent mit dieser Notwendigkeit umgeht und zudem viele Fehler bei den übergordneten politischen Entscheidungen begeht, oder sie sogar sabotiert, wie die späten Merkel-Regierungen oder die rückwärtsgewandte Regierung Merz.
Die AfD hat eine solche Regierungsvergangenheit nicht, das kommt ihr zugute.
Fahren wir noch einmal etwas nordwärts, machen einen Abstecher in die Landeshauptstadt Mainz, die nicht zu unseren Autobahnstädten zählt. Das ist noch typische deutsche Großstadt, die erkennbar dienstleistungsorientiert ist. Die SPD gewinnt die Wahl, die Grünen kommen auf über 20 Prozent, die AfD bleibt mit 5,5 oder 8 Prozent eher eine Randerscheinung. Mainz ist natürlich die Stadt des ZDF, unter anderem, aber sie wurde ab 2021 auch wegen eines Unternehmens berühmt, das dort einen raketenhaften Aufstieg hinlegte: Das Pharmaunternehmen Biontech, das zusammen mit dem US-Partner Pfizer einen der weltführenden Impfstoffe gegen Corona entwickelte. Hier hat der Impfstoff keine Diskussionen ausgelöst, sondern gewaltige Summen in die Staatskasse gespült. Rheinland-Pfalz hatte, während anderswo Corona schon Schneisen in die Wirtschaft zog, Milliarden an zusätzlichen Steuereinnahmen, die das Land kurzzeitig zur am meisten boomenden Region in Deutschland machten. Nur durch dieses eine Unternehmen, das in einem hochprofitablen Sektor tätig war. Aber dann war Corona vorbei und die Gewinne gingen zurück und zwischenzeitlich war es umgekehrt, Rheinland-Pfalz schnitt unter allen deutschen Bundesländern unterdurchschnittlich ab, bei dem, was man nur noch mit viel Fantasie als Wachstum bezeichnen kann. Trotzdem ist die Stadt, in der sich dieses neue und recht kurzlebige Wirtschaftswunder abspielte, auch 2026 politisch stabil geblieben. Vielleicht hat man die damaligen Einnahmen auch klug genutzt, um in die Zukunft zu investieren.
Und es ist aufällig, dass in den Städten, in denen die Menschen noch gut aufgestellt sind und nach vorne blicken, teilweise zweistellige Ergebnisse für die Linke gab. Sie hat es nicht in den Landtag geschafft, aus mehreren Gründen, wie wir meinen, aber in diesen Städten wissen die Menschen, es gibt andere Möglichkeiten, etwas zu verändern, als die Blauen über das Land fegen zu lassen, bis diese Gesellschaft endgültig an ihrer eigenen Spaltung zugrundegeht.
Die politische Geschichte von Rheinland-Pfalz
Die Menschen sind eher ruhig veranlagt. Das sieht man unter anderem daran, dass keiner der bisher 18 Landtage von Rheinland-Pfalz vorzeitig aufgelöst wurde und dass es gleich zu Beginn der Landesgeschichte zu einem Rekord kam, der bis heute Bestand hat:
| Name | Partei | Amtszeit | Quellen |
|---|---|---|---|
| Peter Altmeier | CDU | 9. Juli 1947 – 18. Mai 1969 | |
| Helmut Kohl | CDU | 19. Mai 1969 – 2. Dezember 1976 | |
| Bernhard Vogel | CDU | 2. Dezember 1976 – 8. Dezember 1988 |
Peter Altmeier ist es zu verdanken, dass das Land in 40 Jahren nur 3 Ministerpräsidenten hatte. Dabei ist er nicht einmal Pfälzer oder Rheinländer oder Moselaner gewesen, sondern wurde in derselben Stadt geboren wie wir. Damals hätten wir angesichts der Witze der Pfälzer über uns sagen können: und euer Chef? Der Mann, der Wahlergebnisse von bis zu 50 Prozent bei euch einfährt? Dieselben Witze gibt es natürlich auch in der anderen Richtung.
Altmeiers knapp 22 Jahre sind bis heute der Rekord in Deutschland für das ununterbrochene Regieren eines Landes. Helmut Kohl hätte es auch viel länger machen können, aber er entschloss sich, nach seinem herausragenden Ergebnis bei der Bundestagswahl 1976, in die Bundespolitik zu gehen, nachdem er trotz fast 50 Prozent der Stimmen nicht Kanzler wurde. Er hat es, wie wir wissen, 1982 auf andere Weise geschafft und wurde von den Wählern 1983 bestätigt. Er war ein großes politisches Talent, das muss man unumwunden zugeben, ob man ihn mag oder nicht. Er war es, der mit fast 53 Prozent das beste Wahlergebnis einfuhr, das jemals ein Politiker in Rheinland-Pfalz bei einer Landatswahl erzielte. Das war 1971. Kohl war damit der kommende Mann in der CDU. Er galt sogar als modern, was man sich heute und in vielen anderen Gegenden Deutschlands kaum vorstellen kann. Aber der Maßstab waren auch sein Vorgänger, nicht Willy Brandt, der damals Bundeskanzler war.
Und damit zur SPD in Rheinland-Pfalz. Dieses abgesehen vom erwähnten Industriestandort eigentlich strukturkonservative, katholische, eher ländlich geprägte Bundesland war 35 Jahre lang fest in den Händen der SPD. Nun ja, es gab auch knappe Ergebnisse. Aber „Malu“ Marie-Luise Dreyer, deren Vorname ja auch wieder so traditionell-katholisch klingt, wie viele Menschen in der Region sind, wie sie selbst ist, war eine Person, die auch durch ihr persönliches Leiden eine Sonderstellung eingenommen hatte, als die SPD eigentlich schon nicht mehr so substanziell stark war. Ihr Nachfolger Alexander Schweitzer musste diese Grundschwäche und den negativen Bundestrend nun ausbaden. Wir finden ihn sympathischer als Gordon Schnieder, aber nicht in dem Maße, dass wir zum Beispiel gegen unsere politischen Überzeugungen gewählt hätten. Genau so lief es auch gestern: Er hatte einen Sympathievorsprung, aber die Union hatte einen Kompetenzvorsprung, und der zahlt sich in schwierigen Zeiten aus. Da schaut man mehr hin, wer es kann, als wen man gerne zum Freund hätte. Nun muss Schnieder zeigen, ob er es kann.
Aber beide und alle anderen Politiker, die wir gestern Abend während der Wahlberichterstattung sehen konnten, hoben sich positiv erheblich ab von dem Spitzenkandidaten der AfD, dessen Name wir schnell wieder vergessen hatten … gegoogelt … Jan Bollinger.
Er steht in einer Reihe mit ausnahmslos allen AfD-Politikern, die wir uns bisher anschauen konnten. Wie, fragen wir uns, können so viele Menschen solche unsympathischen Figuren wählen? Was ist passiert, dass so viele nicht merken, dass diese Leute ungut sind? Okay, durch großes Ausstrahlung und Empathie zeichnen sich Spitzenpolitiker selten aus, weil sie vor allem durch Machtinstinkt und gutes Taktieren können nach oben kamen. Das macht nicht einnehmend, sondern berechnend. Auch Helmut Kohl war nicht gerade das, was man einen charmanten Menschen nennen konnte. Alleine seine Art zu sprechen, hat viele entweder genervt oder zur Satire gereizt. Aber war Schmidt-Schnauze wirklich netter? Wohl kaum. Vielleicht erwarten wir auch zu viel.
Aber wir haben den Vergleich zu den Politikern anderer Parteien, und da merkt man deutlich, dass die AfD ein Sammelbecken für Menschen ist, die gar nicht so schwer auszudeuten sind, nämlich nicht etwa als wertkonservativ sondern rüde rechtslastig und viele von ihnen fallen immer wieder durch bewusst gesetzte Entgleisungen auf, die den Diskurs noch weiter nach rechts öffnen sollen. Wie auch Jan Bollinger in seinen Beleidigungen gegenüber Gordon Schnieder. Wer uns erzählen will, die Politiker der AfD stehen in ihrer geistigen Haltung auf dem Boden des Grundgesetzes, dem zeigen wir das, was so heißt wie der letzte erfolgreiche Ministerpräsident der CDU in Rheinland-Pfalz, der dann nach Osten ging und als Ministerpräsident von Thüringen verhindern half, dass sich schon direkt in den Zeiten des ersten Nachwende-Frustes eine Art rechte Sammlungspartei entwickeln konnte. Er und der CDU-Landesvater Biedenkopf in Sachsen verdeckten, was sich zusammenbraute, durch ihre Persönlichkeiten – und ließen es sich zusammenbrauen, anstatt aktiv dagegen anzugehen. Allerdings holten die östlichen Bundesländer damals auch auf, dieser Prozess ist jetzt, wie so vieles in Deutschland, ins Stocken geraten. Im Moment geht es vor allem darum, nicht der Schlechteste zu sein, nicht darum, es besser zu machen.
Aber kann man es wirklich besser machen? Die Landespolitik ist sehr stark von dem Rahmen abhängig, der im Bund und auf EU-Ebene gesetzt wird. Und die Bundesregierung nimmt in der EU gerade Einfluss, um den Fortschritt einzubremsen. Das wird sich mittel- und langfristig nicht auszahlen, darauf geben wir heute Brief und Siegel. Das wird lediglich Jahre kosten, in denen Deutschland den Anschluss an die Zukunft endgültig verliert. Kurzfristig wird es mal ein schuldengetriebenes Wachstum durch Rüstungsindustrie geben, das mag sein. Aber dann kommt wieder ein geopolitisches Beben und das Wachstumspflänzchen wird von Trump und anderen totgetrampelt. Weil es nicht stark und nachhaltig ist. Und das wird das Land von Rhein und Mosel genauso treffen wie die anderen Bundesländer und wie uns alle.
Wir wünschen den Menschen in Rheinland-Pfalz alles Gute, vor allem, dass sie so gut regiert werden, wie das unter den heutigen Bedingungen möglich ist, und dass aus der Industrie nicht immer nur schlechte Nachrichten kommen.
TH
22.03.2026, 20:15 Uhr
Die Hochrechnung der ARD kurz vor 20 Uhr zeigt gegenüber den ersten Zahlen von 18 Uhr und 18:25 Uhr vor allem eines: Für die SPD geht es immer weiter bergab.
Die Wahlbeteiligung lag bei 69,5 Prozent und damit etwa fünf Prozent über dem Ergebnis von 2021 (während der Corona-Pandemie).
Eine weitere historische Wahlschlappe für die Sozialdemokratie bahnt sich an. Wir wagen unterhalb der Tabelle eine erste Zusammenfassung mit Stimmen aus der Politik. Wir haben vor der Veröffentlichung die Tabelle noch einmal aktualisiert.
| Veränderung | 2026 Hochr. | 2026 Prog. | 2021 | |
| Zu 2021 | 19:57 Uhr | 18 Uhr | ||
| SPD | -10 | 25,7 | 27,0 | 35,7 |
| CDU | 2,9 | 30,6 | 30,5 | 27,7 |
| AfD | 11,7 | 20,0 | 20,0 | 8,3 |
| Grüne | -1,4 | 7,9 | 7,5 | 9,3 |
| FDP | -3,4 | 2,1 | 2,1 | 5,5 |
| Freie Wähler | -1,2 | 4,2 | 4,0 | 5,4 |
| Die Linke | 1,9 | 4,4 | 4,5 | 2,5 |
| Andere Parteien | 5,1 | 4,4 | x |
| Veränderung | 2026 Hochr. | 2026 Prog. | 2021 | |
| Zu 2021 | 19:13 Uhr | 18 Uhr | ||
| SPD | -9,7 | 26,0 | 27,0 | 35,7 |
| CDU | 3,1 | 30,8 | 30,5 | 27,7 |
| AfD | 11,6 | 19,9 | 20,0 | 8,3 |
| Grüne | -1,3 | 8,0 | 7,5 | 9,3 |
| FDP | -3,3 | 2,2 | 2,1 | 5,5 |
| Freie Wähler | -1,2 | 4,2 | 4,0 | 5,4 |
| Die Linke | 1,7 | 4,2 | 4,5 | 2,5 |
| Andere Parteien | 4,7 | 4,4 | x |
Das vorhergesagte Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Alexander Schweitzer (SPD) und Gordon Schnieder (CDU) hat so nicht stattgefunden, die CDU liegt mittlerweile fast 5 Prozent vorne. Für die SPD ist dies das schlechteste Wahlergebnis, das sie jemals in Rheinland-Pfalz eingefahren hat.
Hier sind einige Stimmen aus der Politik
1. Die Statements: Wer hat was wann gesagt?
| Person | Wann | Wo | Kernaussage |
| Alexander Schweitzer (SPD) | 18:35 Uhr | Wahlparty im KUZ (Mainz) | Sprach von einem „bitteren Abend“ und verwies auf den massiven Gegenwind durch die Bundespolitik und die schwierige Rolle als Juniorpartner in Berlin. |
| Gordon Schnieder (CDU) | 18:15 Uhr | ZDF-Wahlstudio / CDU-Zentrale | „Der Wechselwille war spürbar.“ Er betonte, dass die CDU nach 35 Jahren bereit sei, die Führung zu übernehmen und die „Lethargie im Land“ zu beenden. |
| Alice Weidel (AfD) | 18:45 Uhr | Live-Schalte aus Berlin | Feierte das Ergebnis als „Sieg der Vernunft“ und verwies darauf, dass die AfD nun auch im Westen endgültig zur Volkspartei gereift sei. |
| Jan Bollinger (AfD RLP) | 18:25 Uhr | AfD-Wahlparty | Betonte, dass man die „Brandmauern heute eingerissen“ habe und der Wählerauftrag zur Opposition (oder mehr) eindeutig sei. |
| Carsten Linnemann (CDU-Gen.-Sekr.) | 18:10 Uhr | Statement in Berlin | Erklärte, dass die CDU mit diesem Sieg (nach der knappen Kiste in BW) nun den klaren Führungsanspruch im Land und Rückenwind für die Bundes-CDU unter Merz habe. |
2. Warum die SPD historisch eingebrochen ist
Der Absturz unter die 30-Prozent-Marke (laut ersten Hochrechnungen bei ca. 26,5 %) ist für die rheinland-pfälzische SPD ein Trauma. Die Gründe:
- Der „Berlin-Effekt“: Seit 2025 regiert im Bund die Große Koalition unter Friedrich Merz. Die SPD ist dort Juniorpartner. Alexander Schweitzer konnte sich im Wahlkampf kaum als Kraft des Wandels inszenieren, da seine Partei in Berlin die Union-geprägte Politik (u.a. bei Sozialreformen) mitträgt.
- Verlust der „Mutter der Pfalz“: Malu Dreyer war über Parteigrenzen hinweg beliebt. Schweitzer ist zwar kompetent, aber er konnte diese tiefe emotionale Bindung seiner Vorgängerin in der kurzen Zeit seit 2024 nicht reproduzieren.
- Industrieller Frust: In Ludwigshafen (BASF) und den Industriestädten herrscht Angst vor dem Abstieg. Die SPD wurde hier nicht mehr als der garantierte Schutzschild wahrgenommen.
3. Warum die AfD so stark geworden ist (ca. 20-22 %)
Dass die AfD ihr Ergebnis von 2021 (8,3 %) fast verdreifacht hat, liegt an einer perfekten Sturm-Konstellation:
- Vakuum der Opposition: Da CDU und SPD im Bund zusammenarbeiten und in Mainz über eine Große Koalition spekuliert wird, hat die AfD das Label der „einzigen echten Opposition“ für sich monopolisiert.
- Sorgenthema Migration: In den letzten Wochen vor der Wahl dominierte das Thema Migration die Debatten in den Kommunen. Die AfD hat hier mit sehr einfachen, harten Botschaften gepunktet, die bei vielen Wählern im ländlichen Raum (Eifel, Hunsrück) verfingen.
- Die „Jungen“ wählen Blau: Erschreckend für die Etablierten ist der Erfolg bei den Erst- und Jungwählern. Die Social-Media-Präsenz der AfD war der der SPD und CDU weit überlegen.
Fazit
Die SPD hat die Macht verloren, weil sie in der Zange zwischen dem Merz-Kurs in Berlin und der Unzufriedenheit im Land feststeckte. Die AfD wiederum hat die CDU rechts überholt, indem sie die Themen besetzte, die Schnieder aufgrund der Bundes-Koalition mit der SPD nur vorsichtig ansprechen konnte.
Soll ich Ihnen noch die genauen Zahlen zur Wählerwanderung von der SPD zur AfD heraussuchen, sobald die 20-Uhr-Hochrechnung steht?
Die Zusammenfassung ist KI-generiert. Disclaimer: Wir haben mehrfach korrigieren müssen, weil immer wieder Grunddaten falsch dargestellt wurden, das betrifft auch die Zitate, deshalb haben wir uns benennen lassen, wann und wo sie genau gefallen sind. Für die Richtigkeit können wir in diesem Fall leider keine Gewähr übernehmen. / TH
22.03.2022 18:05 / 18:30
Weiteres Update: Die erste Hochrechnung um 18:25 Uhr entspricht bis auf Unterschiede im 0,1/0,2-Promille-Bereich der Prognose, wir werden deshalb keinen eigenständigen Beitrag für die Hochrechnung veröffentlichen.
Die 18-Uhr-Prognose der ARD ist da: Eine krachende Wahlniederlage für die SPD zeichnet sich ab.
Wir hätten natürlich schreiben können: Wahlsieg für die CDU. Aber historisch gesehen ist auch ihr Ergebnis nicht sehr stark, wohingegen die AfD wohl noch besser abschneiden wird als in Baden-Württemberg und damit ein weiteres Rekordergebnis in einem westdeutschen Bundesland einfahren könnte.
| Veränderung | 2026,0 | 2021 | |
| SPD | -8,7 | 27,0 | 35,7 |
| CDU | 2,8 | 30,5 | 27,7 |
| AfD | 11,7 | 20,0 | 8,3 |
| Grüne | -1,8 | 7,5 | 9,3 |
| FDP | -3,4 | 2,1 | 5,5 |
| Freie Wähler | -1,4 | 4,0 | 5,4 |
| Die Linke | 2 | 4,5 | 2,5 |
| Andere Parteien | 4,4 | x |
Die Prognose basiert auf 20.000 Befragungen nach der Wahl durch Infratest Dimap direkt vor den Wahllokalen – die Briefwähler können auf diesem Weg nicht erfasst werden.
Die Themen Wirtschaft, Kriminalität, Bildung – sie domininieren, wenn es um die Sorgen der Menschen geht, und in allen drei Bereichen hat die CDU einen mehr oder minder klaren Kompetenzvorsprung, in den Augen der Menschen, die von der ARD befragt wurden.
- Persönlich hat Alexander Schweitzer immer noch einen Vorsprung von etwa 10 Prozent, wenn es darum geht, wer Ministerpräsident sein soll. Ein üblicher Amtsbonus, wenn auch kein sehr großer.
- Eine Rolle bei den Bewertungen dürfte spielen, dass die meisten Menschen wohl davon ausgehen, dass es, wie wir im Ausgangsartikel dargestellt haben, vermutlich zu einer CDU/SPD-Koalition oder umgekehrt kommen wird.
- Man sieht eine starke Polarisierung. Die meisten Nichtwähler hat die AfD mobilisieren können, aber wenig von SPD und CDU gewonnen. Und fast alle CDU- und SPD-Wähler wollen keine Mitte-Rechts-Koalition, anders, als Alice Weidel gerade in der ARD behauptet. Dann macht sie also weiter Opposition mit verbalen Ausfällen gegen die anderen Parteien.
22.03.2026 13:00 Uhr
Es ist Sonntag, der 22. März 2026, und während an diesem sonnigen Tag der Frühling langsam die Weinberge an Mosel und Ahr wachküsst, herrscht in den Wahllokalen zwischen Ludwigshafen und Koblenz Hochbetrieb. Heute steht Rheinland-Pfalz vor einer politischen Weichenstellung, wie sie das Land seit Jahrzehnten nicht erlebt hat. Nach der Ära von Malu Dreyer, welche die Politik des Landes über elf Jahre lang mit ihrer ruhigen, ausgleichenden Art prägte, stellt sich ihr Nachfolger Alexander Schweitzer (SPD) erstmals dem direkten Votum der Bürgerinnen und Bürger. Doch der Wind in Mainz hat sich gedreht: Die Umfragen sagten bis zuletzt ein historisches Kopf-an-Kopf-Rennen voraus, bei dem die CDU nach 35 Jahren Opposition erstmals wieder nach der Staatskanzlei greift.
Die Protagonisten: Das Duell der Giganten und die Überlebenskämpfer
Im Zentrum des heutigen Tages stehen zwei Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide denselben Anspruch erheben: Stabilität in unsicheren Zeiten zu garantieren.
- Alexander Schweitzer (SPD): Der amtierende Ministerpräsident trat 2024 ein schweres Erbe an. Er punktet mit seiner bodenständigen Art und der Erfahrung als Sozialminister. Sein Wahlkampf setzte massiv auf die Karte „Zusammenhalt“ und „Industrieller Aufbruch“. Für ihn ist die heutige Wahl die Reifeprüfung – kann er die sozialdemokratische Bastion im Südwesten halten?
- Gordon Schnieder (CDU): Der Herausforderer hat die Union in Rheinland-Pfalz nach Jahren der Wahlniederlagen wieder geeint. Er gibt sich angriffslustig, kritisiert den „Verwaltungsstau“ unter der Ampel-Regierung und verspricht eine „Modernisierungsgarantie“ für das Land. In den letzten Umfragen lag er oft hauchdünn (ca. 29 %) vor der SPD (ca. 27 %).
- Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen): Die Umweltministerin kämpft darum, dass der Klimaschutz trotz wirtschaftlicher Sorgen nicht untergeht. Die Grünen stehen stabil bei etwa 9 %, hoffen aber auf ein zweistelliges Ergebnis, um in einer künftigen Koalition unverzichtbar zu bleiben.
- Jan Bollinger (AfD): Mit Umfragewerten um die 19 bis 20 % könnte die AfD drittstärkste Kraft werden. Ihr Wahlkampf war geprägt von den Themen Migration und Kritik an der Energiepolitik.
- Die „Wackelkandidaten“: Besonders spannend ist das Schicksal der FDP, die um das Überschreiten der 5-Prozent-Hürde bangt, und der Freien Wähler unter Joachim Streit, die nach ihrem Erfolg 2021 den Wiedereinzug fest im Visier haben. Auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) und Die Linke (mit Rebecca Ruppert) könnten auch dann für eine größere Anzahl von Parteien im Landtag sorgen, wenn es für die FDP nicht wieder reicht.
Würde sich das Wahlergebnis nach den Umfragen gestalten, wäre die Fortsetzung der bisherigen Ampelkoalition nicht möglich. Unter allen möglichen Koalitionen nach der Wahl hat die der „Großen Koalition“ die rechnerisch höchste Wahrscheinlichkeit, da SPD und CDU zusammen zwischen 55 und 60 Prozent der Wähler erreichen dürften. Nun kommt es darauf an: Wer wird die Regierung anführen? Alexander Schweitzer oder Gordon Schnieder?
Was die Pfälzer und Rheinländer bewegt
Der Wahlkampf 2026 wurde nicht auf den großen Plakatwänden, sondern an den Küchentischen entschieden. Vier Themenkomplexe dominierten die Debatten:
- Bildungskrise und „Sprach-Kitas“:
Bildung ist laut Umfragen das Top-Thema. Die SPD verspricht eine Verdreifachung der Sprach-Kitas auf über 1.000 Standorte. Die CDU kontert mit der Kritik an hohen Sitzenbleiberquoten und fordert eine Rückkehr zu mehr Leistungsorientierung und weniger Bürokratie für Lehrkräfte. Ein Imagefilm des Bildungsministeriums kurz vor der Wahl sorgte zudem für Vorwürfe der „Wahlwerbung auf Steuerzahlerkosten“. - Infrastruktur und Mobilität:
In einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz ist die Anbindung essenziell. Ob die Sanierung der maroden Brücken, der Ausbau des ÖPNV im ländlichen Raum oder die digitale Infrastruktur – die Unzufriedenheit über langsame Prozesse ist groß. Die Kommunen ächzen zudem unter einem Defizit von über 600 Millionen Euro, was die Frage nach der Finanzkraft der Städte (wie Pirmasens oder Ludwigshafen) in den Fokus rückte. - Wirtschaftlicher Wandel (BASF & Co.):
Der industrielle Kern des Landes steht unter Druck. Die Transformation der Chemieindustrie in Ludwigshafen hin zur Klimaneutralität bei gleichzeitigem Erhalt der Arbeitsplätze ist eine Mammutaufgabe. Hier streiten die Parteien über das richtige Tempo und die notwendigen Entlastungen für Unternehmen. - Migration und Sicherheit:
Wie in vielen anderen Bundesländern hat das Thema Zuwanderung im Endspurt massiv an Bedeutung gewonnen. Während die AfD hier ihr Kernfeld besetzte, bemühten sich die etablierten Parteien um Konzepte zur besseren Integration bei gleichzeitiger Begrenzung der irregulären Migration.
Tendenzen und die „schweigende Mehrheit“
Ein entscheidender Faktor des heutigen Tages ist die hohe Zahl der Unentschlossenen. Rund 27 % der Wahlberechtigten gaben kurz vor dem Urnengang an, noch nicht sicher zu sein, wo sie ihr Kreuz machen. Das macht jede Prognose zum Wagnis.
Die statistische Fehlermarge von etwa 3 % bedeutet, dass ein Wechsel in der Staatskanzlei im Bereich des Möglichen liegt. Sollte die CDU gewinnen, stünde Rheinland-Pfalz vor einer Zäsur.
Erste Meldungen zur Wahlbeteiligung
Der Landeswahlleiter hat bereits erste Daten veröffentlicht, die auf ein hohes demokratisches Bewusstsein hindeuten:
- Stand 10:00 Uhr: Die Wahlbeteiligung liegt bei beeindruckenden 40 %.
- Briefwahl-Boom: Ein wesentlicher Teil dieses Wertes resultiert aus dem massiven Anstieg der Briefwähler. Rund 34 % der etwa 3 Millionen Wahlberechtigten haben ihre Stimme bereits im Vorfeld per Post abgegeben.
- Urnenwahl: In den ersten Stunden des heutigen Sonntags gaben weitere 6 % ihre Stimme direkt im Wahllokal ab.
Experten gehen davon aus, dass die Gesamtwahlbeteiligung am Ende des Tages die 64,4 % der Wahl 2021 deutlich übersteigen und sich eher in Richtung der 70 %-Marke aus dem Jahr 2016 bewegen könnte. Ein hohes Interesse spricht oft für eine starke Mobilisierung in den Lagern der Herausforderer.
Das digitale Echo: Die wichtigsten Hashtags
Wer die Wahl heute in den sozialen Netzwerken verfolgen möchte, sollte diese Schlagworte im Blick behalten. Sie dienen als Sammelbecken für erste Eindrücke aus den Wahllokalen, Diskussionen über Nachwahlergebnisse ab 18 Uhr und Reaktionen der Parteizentralen:
- #ltwrlp: Der offizielle und meistgenutzte Hashtag für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
- #rlpwählt: Der Klassiker für Wählerinnen und Wähler, die ihr „I voted“-Selfie oder Eindrücke vom Wahlgang teilen.
- #ltwrlp26: Spezifisch für das Wahljahr 2026, oft von Medienhäusern genutzt.
- #Landtagswahl: Der allgemeine Hashtag für alle, die das bundesweite Interesse an dieser wichtigen Regionalwahl im Blick haben.
- #Mainz: Da sich am Abend alles rund um den Landtag und die Staatskanzlei in der Landeshauptstadt konzentrieren wird.
Fazit und Ausblick
Ob Alexander Schweitzer den „Malu-Bonus“ in einen eigenen Sieg ummünzen kann oder ob Gordon Schnieder die CDU zurück an die Macht führt, wird sich vermutlich erst in den späten Abendstunden klären. Sicher ist nur: Das Ergebnis wird weit über die Landesgrenzen hinaus als Signal für die politische Stimmung in Deutschland gewertet werden.
Ab 18:00 Uhr schließen die Wahllokale, und die ersten Prognosen werden zeigen, ob das Land vor einem sanften „Weiter so“ oder einem harten politischen Umbruch steht. Die kommenden Stunden versprechen politische Hochspannung pur.
Fazit und Ausblick
Rheinland-Pfalz gliedert sich tatsächlich in zwei recht unterschiedliche Landesteile, die im Namen des Landes niedergelegt sind und im Groben durch den Mittelgebirgszug, manche sagen auch Hügelkamm, des Hunsrücks getrennt werden. Die Dialekte sind unterschiedlich, die Menschen verschieden, aber insgesamt scheint man sich mit dieser vielfältigen Identität recht wohl zu fühlen.
Wir sind sozusagen Tür an Tür mit Rheinland-Pfalz aufgewachsen und kennen viele Städte und Landschaften dort recht gut. Wir wünschen den Menschen in diesem schönen Teil Deutschlands, dass sie die richtigen Entscheidungen für die Zukunft treffen. So einfach ist das nicht, wie wir in unseren Artikeln zur Bundespolitik immer wieder betonen.
Wirtschaftlich schipperte Rheinland-Pfalz im Jahr 2025 etwa durchschnittlich durchs Flautejahr, das BIP wuchs um magere 0,1 Prozent. Das ist immerhin mehr als in Baden-Württemberg (-0,8 Prozent), wo die Dauerkrise das bisher hohe Niveau der Wirtschaftsleistung angreift.
Hätten wir in Rheinland-Pfalz Wahlrecht, wüssten wir zwar, wie wir abstimmen würden, aber auch, dass die Partei, für die wir unsere Stimmen ab- oder hergeben, nicht Teil der Regierung sein wird. In Berlin besteht diese Chance hingegen immer, sofern die SPD nicht zu weit nach rechts driftet. Eine Opposition, die ein Zeichen für Solidarität und Menschenfreundlichkeit setzt, sollte es im Landtag unbedingt geben, auch wenn sie nur knapp über fünf Prozent der Wählenden erreicht hat. Ob die Grünen dafür die geeignete Adresse sind, hängt vom Standpunkt ab. Unser Standpunkt ist, dass sie gerade im ländlichen Raum sehr von dem Weg abgekommen sind, eine progressive Partei zu sein.
Rheinland-Pfalz ist ein strukturell konservatives Bundesland, in dem einst Helmut Kohl seine politische Karriere startete und in diesem Umfeld sehr integral und authentisch wirkte. Das Bild vom Pfälzer ist in Deutschland bis heute durch ihn mitgeprägt worden.
Der SPD würden wir zwar wünschen, dass sie ihre Talfahrt beendet, aber die Gründe dafür sind schwierig zu benennen. Es ist mehr die Vorstellung, die politische Landschaft ohne diese Partei sei schwer vorstellbar, als dass es überzeugende Argumente für ihre Wahl gäbe. Die CDU wird gegenwärtig durch ihre Bundespolitiker so weit nach rechts und rhetorisch gegen die Bevölkerung gestellt, dass ein gemäßigt wirkender Politiker als Landesvater zwar eine Art Beruhigung darstellen würde, wie etwa Hendrik Wüst in Nordrhein-Westfalen, aber am unangenehmen Gefühl der Partei gegenüber ändert das nicht wesentlich etwas.
Leider werden auch in Rheinland-Pfalz vermutlich 20 Prozent der Wählenden der AfD nicht wiederstehen können. Das ist mehr als traurig, es ist ein Zeichen dafür, dass in Deutschland die Matrix nicht mehr funktioniert, denn Rheinland-Pfalz gilt als ein stabiles Kernland der westdeutsch geprägten Demokratie. Das Gebilde aus Politik und Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur ächzt in allen Fugen, und die bodenständigen Pfälzer sind, ähnlich wie die Nachbarn südlich, die vor zwei Wochen gewählt haben, nicht bereit, Probleme, die immer drängender werden, totzuschweigen, um ideologischer Positionen willen, wie man das in Berlin gerne tut und dafür die Dysfunktionalität der Stadt riskiert.
Wenn es nach uns ginge, würde die AfD allerdings längst durch das Bundesverfassungsgericht auf ihre Verfassungsmäßigkeit hin geprüft werden, denn Probleme populistisch ausnutzen und eine verfassungsfeindliche Haltung einnehmen, das sind zwei sehr verschiedene Dinge. Gäbe es das Prüfverfahren, herrschte im Anschluss Klarheit.
Es ist, wie schon vor 14 Tagen bei den Badenern und Schwaben, ein wunderschöner Tag zum Wählen, und wir mussten selbst schmunzeln, als wir den poetischen Einstieg in den Artikel gelesen haben. Hätten wir ein wenig anders formuliert, aber warum nicht mal so?
Kommentar: TH / Einstiegsartikel in den Wahltag durch KI erstellt
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