Niemals ohne mich – Tatort 1125 #Crimetime Vorschau #Tatort #Köln #Koeln #Ballauf #Schenk #WDR #nicht #ohne #mich

Crimetime Vorschau - Titelfoto © WDR, Martin Valentin Menke

Herzbuben, Schlachtfeld des Alltags, (wie) immer

„Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) geraten im Tatort „Niemals ohne mich“ zwischen die Fronten. Der Mord an einer Mitarbeiterin des Kölner Jugendamtes führt die zwei Ermittler in eine Welt, die von lautstarken Auseinandersetzungen und Anfeindungen, nicht enden wollenden Diskussionen um Unterhaltszahlungen, Weigerungen und Rachegelüsten geprägt ist.

„Niemals ohne mich“, Tatort-Episode 1125, soll am Sonntagabend, den 22. März 2020 um 20.15 Uhr erstmals im Ersten Programm gesendet werden. Bei dem Krimi handelt es sich um den 78. gemeinsamen Einsatz der Kriminalhauptkommissare Ballauf und Schenk, ihr kauziger Assistent Jütte ist zum siebten Mal dabei.“, schreibt die Redaktion von Tatort Fans einleitend.

Wir bleiben bei der Zählung des Tatort-Fundus, dort stehen die Kölner bei 76 Filmen – der Unterschied dürfte durch zwei Gemeinschaftsfilme mit dem früheren Leipzig-Team Saalfeld und Keppler zustandekommen („Ihr Kinderlein, kommet“ und „Kinderland“) sowie einige Jahre zuvor mit dem Team Ehrlicher / Kain, die beim Fundus wohl paritätisch dem MDR, nicht zur Gänze dem WDR zugerechnet werden. Wie auch immer, auf die beiden Kölner ist Verlass. Sie haben in letzter Zeit etwas Federn lassen müssen, ihre Bewertung (6,79/10 im Durchschnitt aller Filme) beim Fundus war schon besser, da aber andere Teams das gleiche Schicksal ereilt hat, stehen sie weiterhin auf Platz 4 von 22 und zählen damit zu den bekannten Größen, die niemals aus der Mode zu kommen scheinen.

Auch wenn man immer wieder liest „typischer Köln-Tatort!“ oder, wenn über Filme anderer Schienen geschrieben wird, „würde besser nach Köln passen“, womit gemeint ist, gepflegt langweiliger Sozialtatort, die Freddy und Max sind nicht so leicht auszuerzählen, weil man eben mit ihnen solche Filme machen kann. Mit vielen anderen Teams nicht, weil die Darsteller nicht so betroffen gucken können wie der von Max und sich nicht mit so einer Mischung aus handfest und gemütsmenschmäßig rüberbringen wie jener von Freddy.

Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär waren ein Glücksgriff, als die Köln-Story 1996 startete, kein anderes Team zeigt eine so stimmige Chemie. Behrendt hatte bereits Erfahrung als Assistent von Kommissar Flemming in Düsseldorf, Bär schon Episodenfiguren in der Reihe gespielt, bevor man ihnen die wichtigen Rollen als Köln-Cops von der Mordkommission anvertraute.

Und was sagen die Kritiker über den heutigen Köln-Tatort, die Nr. 1125 der Reihe? „90 Minuten schwere Kost“ stellt der SWR-Tatort-Check fest, und da wir ohnehin schon in schweren Zeiten leben – dass sie so schwer würden, wie sie aktuell sind, war beim Dreh des Films natürlich noch nicht absehbar – kommt es nur zu drei traurigen Elchen (fünf sind möglich) und zu einer Empfehlung, die uns an Sätze erinnert, die jenen ähneln, die wir vor einiger Zeit für einen anderen Film geschrieben hatten:

„Den Tatort sollte man sich anschauen, wenn man eine wenigstens einigermaßen glückliche Familie zu Hause hat. Es ist wichtig zu sehen, welche Abrisse auf uns alle warten, wenn wir uns nicht anstrengen. Unglück aus Faulheit, aus Dummheit, aus Verantwortungslosigkeit – und schlicht und einfach in manchen Fällen auch einfach nur aus tragischem Pech heraus. „Niemals ohne mich“ wird jeden ganz tief frösteln lassen, der Kinder hat. Und zwar so sehr, dass es sich über 90 Minuten nur schwer ertragen lässt. Er ist kein sonderlich guter Krimi, aber eine Art Weckruf und eine Erinnerung an die Herausforderungen, eine glückliche Familie zu haben.“

Wie gewohnt kritisch die Meinung von „filmstarts.de“ und der vom SWR sehr ähnlich, zumindest im Fazit: „Ein „Tatort“ wie 90 Minuten Scheidungskrieg – wütende Eltern, leidende Kinder und ganz viele Probleme.“ Da die Differenzierung aufgrund Fähigkeit zur Punktehälftelung etwas besser möglich ist, kommt es hier nur zu 2,5/5, eine Bewertung, die „Filmstarts“ häufig vergibt.

„Kampfzone Kleinfamilie“ titelt Christian Buß im SPIEGEL und: „Wer zahlt was an wen, wenn es mit der Liebe vorbei ist? Die Kölner „Tatort“-Ermittler tauchen nach dem Mord an einer Mitarbeiterin des Jugendamts in die Tiefen des Sorgerechts ein.“ Wie hererwärmend es ist, wenn Akademiker in Sorgerechtsstreitigkeiten übereinander herfallen, stellt Buß heraus. Wir hatten immer schon Verdacht, Akademiker kommen mit Milieus besser klar, die dem eigenen ähnlich sind. Die Bewertung liegt bei 7/10, was wiederum bei uns häufig vorkommt.

Zum entscheidenden Punkt kommt der STERN: Lohnt sich das Einschalten? „Auf jeden Fall! Dieser „Tatort“ wird vor allem Eltern sehr berühren, die getrennt sind und in mehr oder weniger belastenden Sorgerechtskonflikten stecken. Verzweifelte Mütter und nicht minder verzweifelte Väter zeigen die vielen Varianten von schlechtem Co-Parenting.“ So unterschiedlich kann man die Dinge also sehen, zeigt sich mal wieder. Was die einen nur jenen empfehlen, die es besser haben, raten die anderen  Menschen an, die sich in den im Film gezeigten Situationen wiedererkennen.

Wir können an dieser Stelle also keine Empfehlung geben und schauen den Film erst einmal. Hinterher ist man bekanntlich schlauer. Nicht nur, wenn es um Filme geht.

TH

Handlung, Besetzung, Stab

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes wird erschlagen aufgefunden, nicht weit entfernt von ihrer Wohnung. Die 38-jahrige Monika Fellner, die unterhaltssäumigen Eltern auf die Füße trat, machte sich mit ihrem Übereifer viele Feinde. Fellner stritt sogar mit ihrer Kollegin Ingrid Kugelmaier, von der sie dieselbe Härte erwartete. Die jedoch drückte hin und wieder ein Auge zu.

Bei ihren Ermittlungen stoßen die Hauptkommissare Ballauf und Schenk auf getrennte Elternpaare, die gegeneinander kämpfen. Oft ohne Rucksicht auf die gemeinsamen Kinder. Einst bedingungslose Liebe ist längst in blinden Hass umgeschlagen.

Max Ballauf Klaus J. Behrendt
Freddy Schenk Dietmar Bär
Norbert Jütte Roland Riebeling
Dr. Roth Joe Bausch
Rainer Hildebrandt Peter Schneider
Katja Hildebrandt Katrin Röver
Stefan Krömer Gerdy Zint
Julia Beck Karen Dahmen
Tülay Firat Yeliz Simsek
Erik Siepen Orlando Lenzen
Monika Fellner Melanie Straub
Ingrid Kugelmaier Anna Böger
Markus Breitenbach Christian Erdmann
Evelyn Breitenbach Henny Reents
Peter Mankureit Hans-Jürgen Alf
Herr Kohler Arne Obermeyer
Marie Beck Julia Kovacs
Lukas Hildebrandt Robert Paul Eitelberg
Lisa Hildebrandt Mia Radtke-Wolfrum
Niklas Breitenbach Paul Eilert
Paula Breitenbach Ruth Grubenbecher
Musik: Olaf Didolff
Kamera: Peter Nix
Buch: Jürgen Werner
Regie: Nina Wolfrum

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