Die Zeit ist gekommen – Tatort 1127 #Crimetime 600 #Tatort #Dresden #Gorniak #Winkler #Schnabel #MDR #Zeit #kommen

Crimetime 600 - Titelfoto © MDR / Wiedemann & Berg Television, Michael Kotschi

„Avanti dilettanti!“

Das kommt davon, wenn man sich nach dem Tatort noch mit Freunden unterhält und die sich furchtbar über die – sic! – dilettantische Vorgehensweise der Polizei in „Die Zeit ist gekommen“  aufregen und dabei die in Anführungszeichen gesetzten Worte sagen – wir antworteten: Okay, jetzt ist es passiert, wir nehmen es als Überschrift. Ob die Fails der Ermittlergruppe wirklich so schlimm waren und was sich daraus für die Bewertung ergibt, steht in der -> Rezension.

Handlung

Das junge Elternpaar Anna und Louis Bürger will sein Leben endlich auf die Reihe bekommen – feste Arbeit für beide, keine Partys mehr, keine Drogen und ein schönes Zuhause für ihren zwölfjährigen Sohn Tim. Doch als ein Wohnungsnachbar, der Polizist Jan Landrock, vor ihrem Haus erschlagen aufgefunden wird und die Dresdener Kommissarinnen Gorniak und Winkler ermitteln, gerät der vorbestrafte Louis schnell unter Tatverdacht.

Louis kann Anna überreden, ihn aus der Untersuchungshaft zu befreien. Gemeinsam mit Tim, der sich in Obhut des Jugendamtes befindet, wollen sie ins Ausland fliehen und dort ganz von vorn anfangen. Als sie aber Tim im Kinderheim abholen wollen, kommen ihnen die Ermittlerinnen zuvor. Der Fluchtversuch entwickelt sich zur ungeplanten Geiselnahme. Louis und Anna verschanzen sich mit Tim, der Heimleiterin Lehmann und dem 17-jährigen Nico in der Küche des Heims. Winkler, Gorniak und Kommissariatsleiter Schnabel arbeiten fieberhaft an einer Strategie, die Situation zu deeskalieren und Louis zur Aufgabe zu bewegen.

Doch solange der wahre Mörder von Landrock nicht gefasst wird, bleibt Louis zum Äußersten bereit. Kommissarin Winkler dringt in das Heim ein und setzt ihr Leben aufs Spiel.

Rezension

Einige Wochen lang haben wir nicht mehr direkt nach den Tatort-Premieren rezensiert, einige Filme der letzten Zeit warten noch auf eine Besprechung. Aber mit „Die Zeit ist gekommen“ steigen wir wieder ein und gleichzeitig ist es der 600. Artikel in der Reihe Crimetime, den wir hier veröffentlichen, gewidmet bisher den Reihen Tatort und Polizeiruf 110 und der Serie Babylon Berlin.

https://twitter.com/Tatort/status/1247106800178073600  Einer der wichtigsten Aspekte in diesem Film: Hier werden die ganz großen Fragen verhandelt. Also hat Gorniak mit ihrer Ost-Sozialisierung ein eher distanziertes Verhältnis zu Gott, während Winkler etwas jünger ist – aber das stimmt natürlich so nicht. Die weit übewiegende Areligiosität in Bezug auf das Christentum hat sich im Osten bis heute erhalten, eher gleicht sich der Westen an diesen Zustand an.

Aber es geht auch eine Nummer kleiner. Was ist die Liebe, die alle Kalamitäten durchsteht, wie müssen Menschen gestrickt sein, die immer zusammenhalten? Es ist nicht so leicht zu vermitteln, in dieser Zeit der Beliebigkeit, aber Louis, der Mann, der sich am Ende buchstäblich festfährt und für den die lange, gewundene Straße, die durch blühende Felder führt, erstmal wieder zu Ende ist, der aller nach Wahrscheinlichkeit das Leben draußen wieder mit einer kleinen Zelle wird tauschen dürfen, schafft es, seine Partnerin auch in Abwesenheit zu binden und wenn in diesem Film etwas berührend ist, dann sind es einige Szenen zwischen den beiden. Die beiden Episodendarsteller Max Riemelt Katia Fellin wurden für ihre Darstellungen vielfach gelobt, dem schließen wir uns an.

Zum überzeugenden Spiel kommt allerdings hinzu, dass man eine solche Verbindung in Tatorten sehr selten sieht. Meist entstehen die Verbrechen daraus, dass Beziehungen nicht funktionieren und wenn doch, dann findet häufig eine Kumpanei statt, die eher auf wirtschaftlichen Interessen basiert. Ob Anna wirklich glaubt, dass sie mit Louis und Sohn Tim in Kroatien ein neues Leben beginnen kann, wissen wir nicht, ob Louis, dieser hoch emotionale Typ, es glauben würde, wenn er mal einen Moment zum Nachdenken käme, ist ebenfalls unsicher. Am meisten muss aber der Junge überzeugt werden, der durch früheres Fehlverhalten der Eltern ins Heim kam. Dass er sich letztlch doch an sie anschließt, ist eine schöne Geschichte, die wir mal so hinnehmen.

Aber wenn wir an das Bild vom quer zur Farbahn stehenden Van denken, fällt uns auch schon ein, was alles nicht passt. Woher hatten sie den Wagen? Louis musste doch einen Motorroller entwenden, um seiner Frau mal eine Ausfahrt bieten zu können  und sie selbst fährt einen uralten Peugeot 205. Gehen wir aber etwas zurück. Über Aspekte wie die Zeitkonstruktion, die uns gut gefallen hat,  haben wir in der -> Vorschau bereits geschrieben.

Eines kann man nicht behaupten: Dass es unmöglich wäre, mit Louis Bürger, seiner Frau Anna und dem Sohn Tim Identifikation aufzubauen. Ist es eine subtextliche Darstellerung der wirklichen Verhältnisse bei der Dresdener Polizei, dass hier eigentlich nur Fehler zulasten eines Unschuldigen gemacht werden? Zunächst sind die Ermittler*innen Gornaik und Winkler sich viel zu sicher, dass sie den wirklichen Täter haben, obwohl anfangs gar kein Motiv vorliegt und im Verlauf ein ziemlich dünnes hinzugefügt wird. Da wird eine Kette von Annahmen zu dem Video aufgebaut, die funktionieren kann, aber keineswegs muss. Na gut.

Es wird anschaulich dargestellt, wie Louis von der Polizei in die Mangel genommen wird und auf eine recht verständliche Weise reagiert. Die Lage, die zur Geiselnahme führt, macht schon deutlich, wie viel Macht die Polizei auffährt und da drin ist ein einfacher Mensch, der nicht groß über die Folgen seines Tuns nachdenkt, sondern panisch ist und seine Frau mitreißen kann. Die Geiselnahme ist beinahe eine logische Folge der Disposition des Mannes. Dass er in Gewahrsam so leicht entkommen konnte, ist aber bereits der erste Big Fail der Staatsmacht in diesem Film, wenn man davon absieht, dass auch die Tatasche, dass man aufgrund eines alten Vorfalls und einer nicht so properen Lebensführung nur Louis bearbeitet, fragwürdig daherkommt. Seine psychologische Lage wird überdeckt, indem man sich darauf stellt, dass er ja schon einmal einsaß wegen eines Gewaltdelikts. Es geht ja auch darum, ihn zu schützen, davon spürt man hier aber nichts.

Im Verlauf der Geiselnahme gibt es so viele Ungereimtheiten, dass man nicht weiß, wo man anfangen soll und wir beschränken uns auch auf etwas, da wohl jedem aufallen musste: Das SEK ist zu doof, so ins Haus einzudringen, dass dabei nicht irgendwas die Treppe runterpoltert und dann geht Winkler allein. Was hat ihr Chef Schnabel eigentlich zu sich genommen, dass er dieses vollkommen vorschriftswidrige Verhalten seitens einer jungen Frau, die sich ebenso zwangsläufig wie unnötig in Gefahr bringen muss, zulässt? Was Winkler motiviert, wissen wir ja: Es dem Vater mal zu zeigen, was für eine gute, mutige Polizistin man ist. Kein gutes Mindset, wenn es vor allem um Besonnenheit und Deeskalation geht.

Es geschieht, was geschehen musste: Die Lage entwickelt sich nicht nach Plan und Winkler wird entwaffnet. Dass Louis und seine Frau nicht sie oder wenigstens eine andere Geisel mit auf die Flucht nehmen – nun ja, die Leute nicht nicht so ruchlos. Das macht sie ja auch sympathisch.

Die Dresden-Schiene zählt zu jenen, in denen die Polizei besonders viel Quatsch macht und wir haben noch nicht herausgefunden, ob damit wirklich etwas verkauft werden soll und, falls ja, was eigentlich? Dass die Bereitschaftspolizei in Sachsen, bekannt für ihre Rechtslastigkeit, eigentlich auch nur das Beste will und daran immer scheitert, wie die Kriminaler, die am Ende nur noch gewinnen, weil man Louis, Anna und Tim vor der Grenze stoppen kann. Ermitteln müssen Gorniak und Winkler auch nicht, alles, was wichtig ist, wird von der KT auf den Tablet gespielt. Und plötzlich müssen sie Louis zuschreiben, ja, er ist unschuldig – dieser hält es aber berechtigterweise für einen Trick. Hoffentlich kommen wir nie in Dresden in die Situation, eines Verbrechens verdächig zu sein.

Was man mit solchen Fehlerketten an uns vermitteln will, bleibt unklar, aber über unser Gefühl dazu können wir schreiben: Vertrauen in die Polizei entsteht dadurch ganz sicher nicht. Und, wir interpretieren also wieder, vielleicht soll das auch nicht so sein. Einen besonderen Hautguot hat die Entscheidung von Schnabel, Winkler allein losziehen zu lassen, ohnehin: In einem der letzten Sieland-Gorniak-Filme hat er die Kommissarinnen auch schon einfach machen lassen und es wurde für sie lebensgefährlich. In vielen Tatorten sieht man leider Eigenmächtigkeiten, die einige vielleicht als Ausdruck von Eigenständigkeit und Individualität ansehen mögen – in Wirklichkeit passiert nichts weiter, als es dadurch viel gefährlicher für alle Beteiligten wird. Gefährlicher ist auch spannender?

Nein. Vielleicht sind wir durch amerikanische Krimiserien wie die CSI-Ableger zu sehr verwöhnt, aber in ihnen wird gezeigt, dass die Polizei sich professionell verhalten kann, ohne dass dadurch die Filme langweilig werden. Die Gejagten müssen eben dann etwas zeigen, was nicht so leicht vorhersehbar ist und nicht durch halbwegs vernünftiges Vorgehen der Polizei deeskaliert werden könnte. Wir empfehlen den Drehbuchautor*innen deutscher Primetime-Krimis mal wieder dringendst, sich das anzuschauen, damit die Filme etwas realistischer werden und gute Eindrücke, wie sie durch einige Figuren und ein insgesamt schönes Filming, in diesem Fall durch eine versierte, symbolische Bildsprache, entstehen, nicht durch krude Handlungen pulverisiert werden.

Finale

Geiselnahmen, welche die überwiegende Spielzeit eines Films einnehmen, sind schwierig darzustellen. Früher oft gerne in Verbindung mit einem Bankraub auf den Bildschirm gebracht, aber es gibt viele Varianten, wie z. B. im letzten Jahr noch im bildgewaltigen und deutlich stilisierten Murot-Tatort „Angriff auf Wache 08“, aber wenn die psychologische Lage zwischen den Beteiligten nicht so dargestellt werden kann, dass es überzeugt und den Zuschauer in Atem hält, mus man darauf zurückgreifen, alle möglichen unmöglichen Aktionen zu zeigen, um über die Zeit zu kommen – und so ist es auch hier. Leider haben die Kommissarinnen und auch ihr Chef in diesem Szenario kaum Möglichkeiten, etwas richtig zu machen, aber sie erhalten viele Chancen, sich als inkompetent zu erweisen. Hoffentlich schließt der nächte Dresden-Tatorte wieder an die guten beiden letzten Filme der Sieland-Gorniak-Ära an. Ja, auch dort gab es diesen Fail, dass man die Kommissarinnen (in dem Fall undercover)  so arbeiten lässt, dass sie nicht abgesichert sind, aber das verbindet sich nicht mit unzähligen anderen Fragwürdigkeiten. Erst die Kombination hat bei uns zu einem gewissen Unmut geführt und wir müssen immer daran denken, wie wir Anna und Louis die Daumen gedrückt haben, damit wenigstens noch

6/10 herauskommen. Der Titel bleibt übrigens bis zum Ende kryptisch.

© 2020 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Vorschau: Läuterung und Beweisführung

„Die zwei Oberkommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Oberkommissarin Leonie „Leo“ Winkler (Cornelia Gröschel) bekommen es in ihrem dritten gemeinsamen Fall im Tatort Dresden mit einer dramatischen Geiselnahme zu tun: Ein Familienvater mit krimineller Vergangenheit hält in einem Kinderheim dessen Leiterin und einen 17-jährigen Jugendlichen mit Waffengewalt fest. Das SEK positioniert Scharfschützen rund um das Gebäude, Chef Schnabel hat das Kommando“, leitet die Redaktion von Tatort Fans ihre Beschreibung zum Film ein. Es ist der dritte Film von Oberkommissarin Gornaik zusamen mit ihrer gleichrangingen Kollegin Leo Winkler, wobei Gorniak die Leitende Ermittlerin darstellt.

Gegen Ende der recht kurzen Ära Sieland-Gorniak, die vorausging,  hatten der neue Dresden-Tatort, die zweite Generation nach Ehrlicher / Kain in den 1990ern, richtig Fahrt aufgenommen, die beiden letzten Filme „Déjà-vu“ und „Wer jetzt allein ist“ waren richtig gut. Demgemäß waren wir nicht erfreut über den Abgang von Alwara Höfels, die Darstellerin von Henni Sieland.

Die neue Konstellation ist nicht sehr gewöhnungsbedürftig, weil „Nachfolgerin“ Winkler ein gängiger Typ ist, auch charakterlich – vielleicht etwas zu sehr, sodass man ihr einen Vater verpasst hat, der ebenfalls Polizist war und dessen Präsenz und Kritik die Tochter unter Druck setzen. Aber das Team kann sehr flexibel eingesetzt werden, zumal mit Kriminalrat Schnabel (Martin Brambach) eine der ausgefallensten Dienststellenleiter-Figuren aller Teams am Werk ist und offensichtlich in, aber nicht erst seit „Die Zeit ist gekommen“ auch mehr – sic! – Spielzeit bekommt, als das für die Bekleider*innen dieser Position in Tatorten und Polizeirufen üblich ist. Und was sagen die Vorab-Kritiker zum 1127. Tatort? Die Redaktion von Tatort Fans ist ein wenig uneins, findet den Perspektivwechsel spannend oder das Ganze etwas platt, die Handlungsführung betreffend. Etwas in die selbe Richtung wie bei Redakteur Gerald geht auch der Kommentar beim SWR3-Tatort-Check:

„Alles dreht sich in ‚Die Zeit ist gekommen‘ um Anna und Louis. So konsequent, dass gar nicht sichtbar ermittelt wird. Das machen alles die Kollegen im Hintergrund. Das Ergebnis wird uns dann vom Chef der beiden Kommissarinnen mitgeteilt. Für Fans von Psychostudien ganz o.k. Für mich war der gefühlte Abstand zwischen zwei jeweils wirklich guten Momenten eindeutig zu lang“, lautet das Fazit. Louis, das ist der Hauptverdächtige, der als kleinkrimineller Looser apostrophiert wird und Anna ist die Frau, die an ihn glaubt. Wenn man, wie wir, gerade „The Crowd“ gesehen hat, weiß man in etwa, was gemeint ist – vom kriminellen Hintergrund abgesehen, der im amerikanischen Kinoklassiker von King Vidor nicht besteht – was den Film eher heraushebt. In Krimis ist es eben eher so, dass die ewige Suche nach dem Erfolg auf die schiefe Bahn führt, wenn es auf legalem Weg nicht so recht klappen mag. Zwei Elche bloß, vom SWR 3, von fünf möglichen.

Bei Tittelbach-TV werden 4,5 von 6 Sternen am  Tatort-Abendhimmel aufgehängt. Weniger haben wir dort  schon lange nicht gesehen, also muss man das schon beinahe als Mindestmaß sehen, etwa wie bei uns die Vergabe von 4 oder 5 von 10 – und langsam kommt der Verdacht auf, dass man sich mit durchweg positiven Kritiken und einem sichtbar kumpelhaft-kenntnisreichen Umgang mit den Machern das Wohlwollen der Produzenten erkaufen will. Dafür sind in diesen Rezensionen allerdings auch sehr ausführliche und teils instruktive Begründungen enthalten. Tittelbach-TV hebt die Täteropfer-Konstellation von Louis und Anna heraus, findet deren Darsteller*in überzeugend: „Die dramaturgische Doppelfunktion des Geiselnehmer-Pärchens als Täter und Opfer macht den Film auch für den Zuschauer nicht zu einem billigen Mitfieber-Spektakel, sondern zu einem angenehm ambivalenten, mehrschichtigen Vergnügen.“ Derlei Formulierungen weisen uns mittlerweile darauf hin: Dies könnte ein sogenannter Kritiker-Tatort sein, der also den professionellen Rezensenten besser gefällt als dem Publikum, das mehrheitlich Ambivalenz, zumal in den Zeiten, die wir gerade haben, oft gar nicht so gut findet. Beim Lesen fällt allerdings auf, dass auch die Beschreibung von Tittelbach-TV eher auf eine mittlere Bewertung schließen lässt als auf die genannte.

„Die Drehbuchautoren Stefanie Veith („Sitting Next To Zoe“) und Michael Comtesse („Familie verpflichtet“) greifen am Anfang ein paar Tage vor und zeigen Louis Bürger nach dessen Verhaftung in seiner U-Haft-Zelle. Dort spitzt der vorbestrafte Häftling gerade seine Zahnbürste an, um sie sich Sekunden später ins Ohr zu rammen und seinen cleveren Fluchtplan damit vorzubereiten. Direkt im Anschluss springt die Handlung zwei Tage zurück und wir befinden uns wieder in der gewohnten „Tatort“-Chronologie, bei der auf die kurze Einführung des (vermeintlichen) Täters und seiner Gattin Anna der Leichenfund vorm Wohnhaus folgt“ schreibt Filmstarts.de und findet das offenbar gut, denn 3,5 von 5, ebenfalls in Sternen gemessen sind bei den Kritikern dieser Plattform bereits ein Wort. Wir mögen solche Auflösungen der chronologischen Erzählweise ja auch recht gerne, in Polizeirufen der klassischen, der Vorwende-Ära kam sie beispielsweise recht häufig vor, damit die Ermittler*innen davor bewahrt werden konnten, erst in der zweiten Hälfte des Films mitmachen zu dürfen.  Außerdem findet man bei „Filmstarts“ den Louis-Darsteller Max Riemelt ausgezeichnet, das war auch aus den anderen Rezensionen durchgängig herauszulesen, hingegen begehe die Dresdner Polizei einen offenbar für sie typsichen Fehler, der sich schon in „Das Nest“ gezeigt habe. Wir schauen jetzt nicht in der Rezension dazu nach, um welchen Fehler es sich handelt, sondern warten ab, ob wir beim Anschauen von Nr. 1127 auch einen Fehler finden, den wir als Wiederholung identifizieren können. Die Rezensenten erinnern auch an die große Tradition der Tatort-Reihe, Geiselnahmen betreffend, mag Geiselnahme-Szenarios offenbar und schließt so: „Packender Geiselnahme-Thriller, der durchaus ein „Tatort“-Highlight hätte werden können – wäre da nur nicht die enttäuschende Auflösung, die den tollen Gesamteindruck erheblich schmälert.“

Zumindest die Vorliebe für die Thrillerstruktur gegenüber dem (reinen) Whodunit teilen wir, weil sie eine überzeugende, intensive Figurenzeichnung fördert, wie sie hier von der Kritik fast einheitlich als gegeben angesehen wird – die Unterschiede liegen eher bei der Bewertung der Qualität das Plots, in dem die Ermittler*innen kaum ermitteln, sondern vor allem eine dramatische Situation bewältigen müssen. Morgen Abend wissen wir mehr!

TH

Besetzung, Stab

Oberkommissarin Karin Gorniak – Karin Hanczewski
Oberkommissarin Leonie „Leo“ Winkler – Cornelia Gröschel
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel – Martin Brambach
Rechtsmediziner Falko Lammert – Peter Trabner
SEK-Chef Lorenz – Johann Fohl
Louis Bürger – Max Riemelt
seine Ehefrau Anna Bürger – Katia Fellin
der Sohn Tim Bürger – Claude Heinrich
Holger Schanski, Bruder von Anna Bürger – Karsten Antonio Mielke
seine Ehefrau Lilly Schanski – Bea Brocks
Ella Lehmann, Leiterin im Kinderheim – Anita Vulesica
17-jähriges Heimkind Nico – Emil Belton
Heimkind Verena – Emilia Pieske
Heimkind Larissa – Paula Donath
Streifenpolizistin – Nadja Stübiger
Erzieher – Daniel Fries
Krankenpfleger – Ali Aykar
u.a.

Drehbuch – Stefanie Veith, Michael Comtesse
Regie – Stephan Lacant
Kamera – Michael Kotschi
Szenenbild – Stefan Schönberg
Schnitt – Monika Schindler
Ton – Philipp Sehling
Musik – Dürbeck & Dohmen

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