„Liberame – Nach dem Sturm“: Sechsteiliger Thriller über einen Urlaubstrip im Mittelmeer, der zum Albtraum wird – ab 05.09. im ZDF | Crimetime Präsentation | Situation der Geflüchteten im Mittelmeer

Crimetime Präsentation | ZDF 05.09.2022 und 07.09.2022, jeweils 20:15 Uhr

Liebe Leser:innen,

die Ferienzeit geht langsam zu Ende und die Zeit der Premieren beginnt. Die zweite Halbsaison 2022 verspricht wieder packende Fernsehunterhaltung. Wir steigen ein mit dem Thriller „Liberame – Nach dem Sturm“, der ein nach wie vor hochaktuelles Thema behandelt. Gleichzeitig wollen wir mit dieserm Starter die Rubriken „Crimetime“ und „Filmfest“ neu beleben, die wir in den letzten Monaten wegen der medialen Dominanz außergewöhnlicher politischer Ereignisse kaum pflegen konnten.

*** Pressetext ***

Lieber Herr Hocke,

am Montag, 5. September 2022, und Mittwoch, 7. September 2022 jeweils um 20.15 Uhr zeigt das ZDF die sechsteilige Serie „Liberame – Nach dem Sturm“, die bereits in der ZDF Mediathek zu sehen ist. Die Miniserie erzählt von einem Segeltörn im Mittelmeer, einem überfüllten Flüchtlingsboot und einer Katastrophe, die das Leben aller verändern wird.

Im Ensemble spielen Friedrich MückeJohanna WokalekNatalia BelitskiMohamed AchourKenda HmeidanIna WeisseMarc BenjaminTariq Al-SaiesEmmanuel AjayiShadi Eck und Mina-Giselle Rüffer. Regie führte Adolfo J. Kolmerer nach den Drehbüchern von Astrid Ströher und Marco Wiersch.

Inhalt: Jan (Friedrich Mücke) und seine Frau Caro (Johanna Wokalek), seine Schwester Fiona (Natalia Belitski), deren Freund Daniel (Marc Benjamin) und Helene (Ina Weisse) unternehmen einen Segeltörn im Mittelmeer, als sie auf ein manövrierunfähiges Boot mit in Seenot geratenen Geflüchteten treffen. Unter ihnen ist auch die syrische Familie von Ismail (Mohamed Achour) und seiner Frau Zahra (Kenda Hmeidan). Die Jacht der Deutschen ist deren einzige Chance auf Rettung. Sollen die Urlauber den verzweifelten Menschen helfen und riskieren, an Land verhaftet zu werden? Sie entscheiden sich, das Boot abzuschleppen. Doch am nächsten Morgen ist es spurlos verschwunden. Die Schleppleine ist gerissen. Jahre später trifft Jan in Hamburg scheinbar zufällig auf Ismail. Dessen Bruder Bilal (Tariq Al-Saies) verdächtigt die Deutschen, das Abschleppseil absichtlich durchtrennt zu haben und so für den Tod von sieben Menschen verantwortlich zu sein – darunter auch Ismails und Zahras Tochter. Die Frage nach der Schuld hängt wie ein Damoklesschwert über allen: Was ist in jener Nacht auf dem Mittelmeer passiert?

Liberame – Nach dem Sturm“ ist eine Produktion von Bantry Bay für das ZDF. Die Bücher stammen von Astrid Ströher und Marco Wiersch. Die Kamera führte Christian Huck. Die Redaktion haben Jasmin Maeda und Elke Müller. Produzentin bei Bantry Bay ist Eva Holtmann, Producerin Eva Kaesgen und Junior Producerin Ina Philipps. Die von Bantry Bay produzierte Serie „Liberame – Nach dem Sturm“ ist eine Adaption der erfolgreichen australischen Serie „Safe Harbour“, die mit einem International Emmy® Award ausgezeichnet wurde.

***

In letzter Zeit beherrscht der Ukrainekrieg die Medien. Das gilt auch für das Thema der Geflüchteten. Aber was ist auf dem Mittelmeer los, wo es jedes Jahr zu vielen Todesfällen kommt, weil Menschen die Überfahrt von Afrika nach Europa wagen, oft mit unzureichenden Mitteln und ohne Anspruch auf Schutz durch Organisationen der EU. Die Geschichte der „Sea Watch 3“ und ihrer Kapitänin Carola Rackete, die im Juni 2019 53 via Libyen in See gestochene Geflüchtete rettete, war ein Ereignis, das die Medienaufmerksamkeit hierzulande auf die Zustände im Mittelmeer lenkte. Aber das ist mehr als drei Jahre her, inzwischen hat die meisten von uns Corona und der Krieg in Europa mehr beschäftigt. Der Thriller „Liberame“ baut nicht auf den Ereignissen von damals auf, sondern stellt die Frage, was passieren könnte, wenn eine Jacht mit Urlaubern an Bord zufällig auf ein Boot mit Geflüchteten treffen würde. Ob es solche Fälle bereits gab und wie gehandelt wurde, wissen wir nicht, aber spannend ist diese Konstellation auf jeden Fall.

Der Titel „Liberame“ ist eine Zusammenziehung des lateinischen Begriffs „Libera me“ („Befreie mich“), der u. a. diese Bedeutung hat:

Libera me“ („Befreie mich“) ist eine Wiederholung, die im Totenamt in der katholischen Kirche gesungen wird, und bei der Absolution der Toten ein Gebetsgottesdienst für die Toten, der unmittelbar nach der Requiem-Messe und vor der Beerdigung neben dem Sarg gesprochen wird. Der Text bittet Gott, Erbarmen mit der verstorbenen Person beim Jüngsten Gericht zu haben. Neben dem gregorianischen Choral im römischen Gradualgesang haben viele Komponisten Vertonungen für den Text geschrieben, darunter Tomás Luis de VictoriaAnton Bruckner (zwei Vertonungen), Giuseppe VerdiGabriel FauréMaurice DurufléIgor StrawinskyBenjamin BrittenSigismund von NeukommOrlande de LassusKrzysztof PendereckiAntonio Salieri Lorenzo PerosiArnold Rosner und Patrick Gowers (nur erste Strophe). (Q2-220826)

Wir kennen allgemein den Begriff „liberal“ für „freiheitlich“ und finden ihn für einen Film mit dem genannten Thema sehr gut g ewählt. Thomas Gehringer schreibt in Tittelbach-TV zum Film:

„Liberame – Nach dem Sturm“ (ZDF / Bantry Bay Productions) ist als Parabel über Europa und das tausendfache Sterben von Flüchtlingen im Mittelmeer eine hochpolitische Drama-Serie: Mehrere Jahre, nachdem sieben Menschen ertrunken waren, treffen sich die Überlebenden eines gekenterten Flüchtlingsbootes und die Besatzung einer Segeljacht in Hamburg wieder. Wie war es wirklich um deren Hilfsbereitschaft bestellt? Hatte jemand das Abschleppseil angeschnitten, damit es im Sturm reißt? Sorgfältige Figurenzeichnung und vorzügliche Besetzung in einem spannenden Drehbuch um das Weiterleben nach einem schweren Verlust und die Suche nach Erlösung. Beide „Seiten“ werden gleichwertig behandelt. Gerade auch die Geschichten der Geflüchteten, die in Deutschland den Neuanfang suchen, berühren und überzeugen. Mediathek-Premiere: ein Monat vor der TV-EA.

Wir kennen diese Publikation vor allem von unseren Tatort-Vorschauen und den ausführlichen und kenntnisreichen Rezensionen zu diesem Format. Für „Liberame“ vergibt Gehringer 5,5/6 Punkte.

Als der Sechsteiler geplant und gedreht wurde, steckten viele von uns noch nicht so im Krisenmodus wie aktuell. Gerade deshalb kann es hilfreich sein, einen Schritt zurückzutreten und auf andere zu schauen, die wirklich bei null anfangen mussten – oder auf der Flucht verstarben. Wir sind keine Fans davon, Probleme von Menschen mit dem Verweis auf andere zu marginalisieren, denen es „noch schlechter geht“. Doch im Mittelmeer gibt es ein nach wie vor ungelöstes humanitäres Problem erheblichen Ausmaßes, das auf der EU und ihrer Aufstellung als sogenannte Wertegemeinschaft lastet.

TH

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