Spur des Blutes – Tatort 1214 #Crimetime Vorschau Das Erste 23.10.2022, 20:15 Uhr #Köln #Ballauf #Schenk #WDR #Blut #Spur

Crimetime Vorschau Titelfoto © WDR, Valentin Menke

Wenn ein neuer Tatort mit Ballauf und Schenk Premiere feiert, schreiben wir gerne „It’s Cologne Time, Folks!“ Damit ist alles gesagt, was mir mit diesem Team verbinden: Langlebigkeit, Loyalität, Liebenswürdigkeit und etwas wie Ankerung in Zeiten, in denen das Wort Abwechslung keine positive Bedeutung mehr hat, weil die Wandlungen der letzten Jahre allesamt keine guten waren.

Aber die beiden begleiten uns nun seit 25 Jahren und mit jedem Jahr wird bei mir der Wunsch stärker, dass sie niemals aufhören mögen. Nicht alle ihre Filme sind herausragend, aber sie können fast jedes Thema, sie haben den didaktisch-dialektischen Tatort nicht erfunden, aber zu neuen Höhen geführt und kein anderes Team wirkt selbst dann noch so integer und sympathisch wie die Kölner, wenn sie mal alle Fünfe gerade sein lassen. Was durchaus vorkommt, zum Beispiel in Form von Beweisunterschlagung. Das Recht darf nicht über die Gerechtigkeit siegen und Bedauern darüber, dass es manchmal so ist, reicht nicht aus, wenn man das Herz auf dem richtigen Fleck hat. „Spur des Blutes“ ist der 85. Einsatz der beiden und wenn sie die höhere Premierenfrequenz gegenüber den Münchenern Batic und Leitmayr beibehalten, könnten sie ihnen noch den Rekord für die meisten Fälle ever abjagen (derzeit 90 Fälle). Die renommierten Bayern säßen dann allerdings ohne Rekord da, denn bei der Dienstzeit führt immer noch Lena Odenthal mit derzeit 33 Jahren (die Bayern kommen auf 31 Jahre).

Was sagen nun die Kritiker:innen zum neuen Köln-Tatort?

Tatort Folge 1214: Spur des Blutes – Tatort Fans (tatort-fans.de): „Spur des Blutes“ ist ein geradlinig inszenierter Kriminalfilm, der vieles von dem vereint, was die Kölner Tatorte in den letzten 25 Jahren stets ausgezeichnet hat: klassische, handwerklich solide Ermittlungsarbeit, die die Spannung konstant aufrechterhält, eine Geschichte nah an der Realität, dazu eine Prise Sozialdrama – insgesamt kurzweilige und anspruchsvolle Unterhaltung am Sonntagabend. (…) Diesmal stehen weniger die Kommissare im Vordergrund, sondern eine Nebenfigur wie Natalie Förster, was sicherlich auch seinen Reiz hat. Großartig anzusehen ist außerdem Josef Hader als undurchschaubarer Wohnmobilverleiher. In diesem Sinne: auf die nächsten 25 Jahre und viele weitere spannende Fälle aus der Rheinmetropole – hoffentlich hält Freddys Oldtimer so lange durch.“

Noch 25 Jahre? Dann geben Freddy, Max und ich vielleicht gemeinsam den Löffel ab, und man könnte nicht einmal sagen, dass irgendwer zu kurz gekommen wäre. In der Tat sind die beiden ja meine Generation, mehr oder weniger. Die Alten erfahren neue Wertschätzung, das ist angesichts des Personalmangels allüberall eine vielbeachtete Trendwende. Die freilich wieder kippen kann, wenn sich die neoliberale Form der Einwanderungspolitik durchsetzt, die vor allem darauf ausgerichtet ist, dem Kapital neues Futter zuzuführen, anstatt das vorhandene Potenzial zu heben.

Aber dass jemand in dem Alter noch Gangster:innen verfolgt, die 50 Jahre jünger sind, ist dann vielleicht doch etwas schräg, zumal die Kölner in der Tat häufig beim Rennen anzutreffen sind. Ich glaube, kein anderes Team musste so oft seine Fitness testen wie die beiden und nicht immer hatten sie mit dem Hinterherhetzen Erfolg. Auch das gehört zum Kölner Realismus. Damit diese Art von Einsatz auch in 25 noch halbwegs glaubwürdig wirken kann, muss Freddy etwas abspecken und Max bzw. sein Darsteller Klaus J. Behrendt das Rauchen aufgeben. Oder hat er das inzwischen getan? Wir lesen ja so selten diese News über Stars. Deswegen lieber weiter zur nächsten Meinung:

http://www.tittelbach.tv/programm/reihe/artikel-6162.html: „Spur des Blutes“ (WDR / Bavaria) ist der 85. Fall der Kölner Kommissare und ein würdiger Jubiläumsfilm für das 1997 gestartete Duo Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär. Schon der effektvoll gestaltete Prolog verdeutlicht, dass alle Beteiligten einen besonderen Film im Sinn hatten. Im weiteren Verlauf wird Regisseurin Tini Tüllmann bei ihrem „Tatort“-Debüt noch einige Male ihr großes Talent beweisen. Neben ungewöhnlichen Schauplätzen zeichnet sich dieser wendungsreiche Krimi über die Suche nach dem Mörder einer jungen Prostituierten vor allem durch das zentrale Ensemble aus. Eine der Überraschungen im Drehbuch der Grimme-Preisträger Nolting & Scharf ist die Fokus-Verschiebung: Plötzlich steht nicht mehr das Duo Ballauf und Schenk, sondern Kriminaltechnikerin Förster (Tinka Fürst) im Zentrum. Ein Besetzungsknüller ist die Mitwirkung des österreichischen Kabarettisten Josef Hader.“

4,5/6 ist allerdings für Tittelbach-Verhältnisse eine mittelgute Wertung, anders, als die Punkt- bzw. Sternezahl es vermuten lässt. Der Hintergrund ist, dass die Wertungen für das Format erst bei ca. 3/6 beginnen, vermutlich dem Prinzip folgend, dass es keine ganz schlechten Tatorte gibt, wohl aber einige, die man mit 5/6 oder höher bewerten sollte.

Tatort Köln: „Spur des Blutes“ mit Ballauf & Schenk – SWR3: „Der Anfang des Tatorts ist zwar etwas 70er, denn damals waren heroinabhängige Mädchen, die sich auf dem Straßenstrich prostituieren, ein Thema in unzähligen Krimis. Aber die Art und Weise, wie die Autoren in diesem Tatort die Zuschauer bei der Mördersuche immer wieder auf die falsche Spur setzen, ist wirklich bemerkenswert. Und genau das ist es, warum der Krimi spannend bleibt bis zum Schluss. Sehr gut! Vier von fünf Elchen zum Jubiläum.“

Da haben die Kollegen vom WDR also den Elchtest bestanden. Wichtig ist aber vor allem, dass es drogenabhängige Prostituierte immer noch gibt, nicht, ob sie heute noch ein großes Thema in Krimis sind. Waren sie das wirklich? Das Schicksal von Christiane F. wurde zu einer Art Pop-Ikone und überlagert das Bild von jener Zeit ein wenig. An so viele Tatorte mit dem Thema kann ich mich jedenfalls gar nicht erinnern. Damals waren vor allem echte Verbrecher und düstere Charaktere aller Art anzutreffen, während heute die Verstrickungen von alltäglichen Menschen im Vordergrund stehen, die in den Sumpf des Verbrechens führen oder, zum Ausgleich, schräge Serientäter, die in den ersten Jahren der Reihe ebenfalls kaum anzutreffen waren.

„Tatort: Spur des Blutes“ – Kritik zum Jubiläumsfall aus Köln (prisma.de)Lange Zeit galten die Kölner Kumpel Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) als berechenbarer, ja ein wenig erwartbarer Hort der guten alten „Tatort“-Ästhetik am Sonntagabend. Ein Krimimodell, in dem zwei – mittlerweile – gesetzte Herren ihren stets solide gelösten Fall an der Currywurst-Bude beendeten und filmische „Experimente“ anderen Standorten überließen. (…) „Spur des Blutes“ (Regie: „Tatort“-Newcomerin Tini Tüllmann) ist ein klassischer, spannender Ermittlungskrimi, der durch kluge Wendungen und einen großen Schauspiel-Moment besticht. Die beiden „weißen alten Männer“ aus Köln lassen zum 25. Ermittler-Geburtstag einer jungen Frau den Vortritt, wenn es um große Szenen geht: sympathisch und zeitgemäß.“

Was eingangs der Prisma-Kritik beschrieben wird, galt sicher für die „mittlere Phase“ der Kölner, bevor sie mit „Ohnmacht“ und „Franziska“ im Jahr 2013 zu neuen Ufern aufbrachen, aber anfangs gehörten ihre Filme formal und inhaltlich zu den modernsten Tatorten im Umfeld der Zeit, in der noch eine Filmsprache vorherrschte, die vor der Wende schon nicht sehr progressiv wirkte. Sinnbildlich zählten Kölner zu den ersten, die von Beginn an im 16:9-Format abgelichtet wurden. Vielleicht sollten wir hier auch eine nichtweiße junge Frau suchen und ich kann mich mehr zurücklehnen und höchstens noch ein paar eigene Zeilen, als Meinung in der Meinung gekennzeichnet, beifügen. Aber ein gewisser Idealismus und eine Passion für dieses Format sind ja gerade ein Kennzeichen alter weißer Männer und schwer auf die jüngere Generation übertragbar, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder ihrem Geschlecht.

Die Kölner können es sich aber auch leisten, ein wenig im Hintergrund zu bleiben, sie haben nichts mehr zu beweisen. Mit diesen Worten lässt sich die Vorschau sehr gut abschließen und wir warten alle gespannt auf den heutigen Abend, wenn der 1214. Tatort sich auf den flachen Bildschirmen der Nation erstmalig zeigen wird. Unser Titelfoto zeigt trotzdem die beiden Cops, schlicht wegen ihres hohen Wiedererkennungswertes. Und Gaststar Josef Harder ist darauf zu sehen.

Handlung

Die Hauptkommissare Max Ballauf und Freddy Schenk werden zu einem Kanal am Stadtrand gerufen. Eine 19-jährige Drogenabhängige ist ermordet worden. Schnell stellt sich heraus, dass das Opfer Lara Krohn für ihre Sucht auf den Straßenstrich ging. Ihre beste Freundin, die gleichaltrige Kim, vermutet, dass Lara von einem Freier getötet wurde.

Gerichtsmediziner Dr. Roth kann mehrere fremde DNA-Spuren an der Leiche sicherstellen. Aufgrund der vielen in Frage kommenden Täter sind die Kommissare stark von der Laborauswertung dieser Spuren abhängig. Aber ausgerechnet in dieser Situation, in der sie dringend auf die Hilfe ihrer Kollegin Natalie Förster von der Kriminaltechnik angewiesen sind, ist die nicht richtig bei der Sache. Warum wirkt Natalie plötzlich so fahrig und scheint Ermittlungsergebnisse zu verschleppen? Sie beginnt auf eigene Faust, eine Spur zu verfolgen.

Besetzung und Stab

Max Ballauf        Klaus J. Behrendt

Freddy Schenk  Dietmar Bär

Dr. Roth               Joe Bausch

Norbert Jütte    Roland Riebeling

Natalie Förster Tinka Fürst

Lara Krohn         Charlotte Lorenzen

Anna     Sophie Roeder

Kim        Greta Bohacek

Mike     Robert Stadlober

Theresa Krohn  Lea Mornar

Thomas Kostenza            Carlos Lobo

Lukas Kostenza Béla Can Leon

Ludwig Förster Michael Kind

Monika Förster Doris Plenert

Pascal Reimann Joachim Förster

Frank Andersen Josef Hader

Sabine Kostenza              Rosetta Pedone

FunktionsbereichName des Stabmitglieds

Musik:  Reinhold Heil

Kamera:              Ralph Kaechele

Buch:    Jan Martin Scharf

Arne Nolting

Regie:   Tini Tüllmann

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