Wir Wunderkinder (DE 1958) #Filmfest 876

Filmfest 876 Cinema

Wir Wunderkinder ist eine deutsche Literaturverfilmung von 1958 von Regisseur Kurt Hoffmann. Der Film basiert auf dem 1957 veröffentlichten satirischen Roman mit demselben Titel von Hugo Hartung und wurde von Filmaufbau (Göttingen) produziert. Die Hauptrollen sind mit Johanna von KoczianHansjörg FelmyWera Frydtberg und Robert Graf besetzt.

Ein deutscher Kinofilm aus dem Jahr 1958, den wir mit 9/10 bewertet haben? Wann auch immer? Den sollten Sie sich unbedingt ansehen. Kenner des Nachkriegskinos kennen ihn natürlich, er zählte zu den bekanntesten Streifen dieser Dekade aus BRD-Produktion. Mittlerweile sehen wir diese Zeit etwas differenzierter, kinomäßig und westdeutschlandmäßig. Uns scheint, damals war noch vieles möglich, gerade wegen Filmen wie „Wir Wunderkinder“. Erst der qualitative Einbruch der frühen 1960er machte eine Neuausrichtung geradezu zwingen, anders als in anderen Ländern, in denen es zu einer „Nouvelle Vague“ oder zu einem „New Cinema“ kam.  Interessant und gerade erst bemerkt: Auch dieser Film des wohl erfolgreichsten deutschen Regisseurs der späten 1950er, Kurt Hoffmann, basiert auf einem Roman von Hugo Hartung, ist aber ganz anders im Ton als „Ich denke oft an Piroschka“ (1955), der ebenfalls eine Vorlage dieses Autors verwendet. Es wird zu diesem Film  noch eine neuere, ausführliche Rezension von uns geben, einstweilen ergänzen wir mit dem, was in der Wikipedia steht:

„Ein einfallsreicher ironischer Film mit gewichtigen Absichten und teilweise vorzüglichen Ansätzen zur Satire, im ganzen aber doch mehr der Belustigung des Publikums als seiner Zeit- und Selbsterkenntnis dienend. Immerhin sehenswert“, hieß es in 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958.[3]

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz führten im Lexikon „Filme im Fernsehen“ (erweiterte Neuausgabe) aus: „Unsentimentale, teils kabarettistische Studie der Vor- und Nachkriegszeit Deutschlands; nuanciertes Zeitbild und grandiose Parade von Alt- und Neustars des deutschen Kinos. […] Eine Stellungnahme zum ‚Wirtschaftswunder‘ voller Ernst und Ironie.“ (Wertung: 3½ Sterne – außergewöhnlich)[4]

Der Filmdienst lobte: „Ausgezeichnet gespielt, einfallsreich und treffsicher inszeniert, auch wenn es dem moritatenhaften Erzählton mitunter an Tiefe mangelt. – Sehenswert ab 14.“[5]

Die Kritik auf der Seite Kino.de fiel positiv aus. Dort ist zu lesen: „Auf Festivals in Ost und West mit Preisen überhäuftes Filmprodukt der Adenauer-Ära. Wenngleich es dem Film mitunter am dem Thema angemessenen Tiefgang mangelt, zeichnet sich Kurt Hoffmanns Auseinandersetzung mit vier Jahrzehnten deutscher Geschichte durch einen unterhaltsamen Stil, großen Einfallsreichtum und eigentümlichen Charme aus. Von vielen Kritikern als zu oberflächlich eingestuft, wurde „Wir Wunderkinder“ dennoch ein Publikumserfolg, was wohl auch der vordergründig-optimistischen Grundhaltung, die der Film vermittelt, zuzuschreiben ist.“[2]

Der Autor Dieter Wunderlich fasste seine Kritik auf seiner Seite folgendermaßen zusammen: „In seiner unterhaltsamen, hochkarätig besetzten und formal überzeugenden Verfilmung des Romans ‚Wir Wunderkinder‘ von Hugo Hartung stellt Kurt Hoffmann das Verhalten eines Opportunisten im ‚Dritten Reich‘ und in der Nachkriegszeit kritisch dar.“[6]

© 2022, 1989 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

Kursiv und tabellarisch: Wikipedia

 

 

Regie Kurt Hoffmann
Drehbuch Heinz Pauck
Günter Neumann
Produktion Filmaufbau GmbH, Göttingen
(Hans Abich
Rolf Thiele
Eberhard Krause)
Musik Franz Grothe
Kamera Richard Angst
Schnitt Hilwa von Boro
Besetzung

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