Filmfest 900 Cinema
An einem Freitag um halb zwölf… ist ein deutsch-französisch-italienischer Spielfilm des Regisseurs Alvin Rakoff aus dem Jahr 1961 mit Nadja Tiller, Peter van Eyck und Jean Servais in den Hauptrollen. Das Drehbuch verfasste Frank Harvey. Die Handlung beruht auf dem gleichnamigen Roman von James Hadley Chase. In der Bundesrepublik Deutschland kam der Streifen am 16. Februar 1961 erstmals in die Kinos.

„Herkömmlich erfunden und mit filmüblichen Mitteln so spannend wie möglich gemacht.“ – Lexikon des internationalen Films[1]
„Ein routiniert abgespulter Kriminalfilm, basierend auf dem Roman «On Friday at Eleven» von James Hadley Chase. Bemerkenswert bei dieser unterhaltsamen Dutzendware ist die hochkarätige internationale Besetzung (…). Reizvoll zudem die südfranzösischen Außenaufnahmen, verantwortet von Kameramann Václav Vich.“– Kino.de[2]
„Gut gemachter, aber im Drehbuch allzu klischeehaft angelegter Kriminalfilm, der überdies durch Freude an Grausamkeit und durch Veredelung der Verbrecher belastet ist.“ – Evangelischer Filmbeobachter[3]
Wenn der evangelische Filmbeobachter geahnt hätte, wie in den noch kommenden Jahren Verbrecher teilweise viel positiver als ihre Jäger dargestellt werden, gerade in Frankreich und den USA, hätte er aus Protest vermutlich die Arbeit eingestellt. Aber epd, wie die Stelle heute heißt, hat sich natürlich auch ein wenig gewandelt und wie wir wissen, ist es wesentlich verbrecherischer, eine Bank zu gründen, als eine zu berauben. Bis heute nicht positiv dargestellt werden aber in der Regel Menschen, die Kapitalverbrechen begehen und deren Motive in etwa dem Katalog für „Mord“ (§ 211 StGB) entlehnt sind. Die prominente Besetzung hätten wir auch erwähnt, wenn es nicht oben schon seitens einer Kritik geschehen wäre, aber gefallen hat mir der Film wohl nicht so recht. Ich lese aus den obigen Kritiken auch eine etwas höhere Punktzahl heraus, als ich sie seinerzeit vergeben habe. Die IMDb-Nutzer:innen bewerten ihn augenblicklich mit 6,2/10.
Ein Grund dafür könnte sein, dass ich ihn an Filmen mit ähnlicher Thematik wie Robert Siodmaks totalem Film noir „Criss Cross“ (1949) gemessen habe. Im Vergleich zur Wucht guter US-Thriller wirken diese europäischen Produktionen oft seltsam leichtgewichtig, interessanterweise vor allem dann, wenn sie sehr international sind. Der Handlung nach ist allerdings „An einem Freitag um halb zwölf …“ auch ein Film noir.
Französisch-italienische Filme (oder umgekehrt) haben hingegen oft eine sehr packende Ausformung und zeigten zu der Zeit Darsteller wie Jean Gabin oder Lino Ventura – oder Jean Servais, den Hauptdarsteller des berühmten „Rififi“. Nadja Tiller war nach dem Erfolg von „Das Mädchen Rosemarie“ in Deutschland ein Topstar und Peter van Eyck ist generell für mich einer der besten im damaligen deutschsprachigen Kino. Er konnte sowohl positive wie negative Rollen überzeugend verkörpern könnte und einer der wenigen in Deutschland war, denen man damals etwas wie eine virile Präsenz bescheinigen konnte (weitere Ausnahme: Curd Jürgens).
Rod Steiger war damals noch kein Top-Darsteller, sondern wurde es erst mit Filmen wie „The Pawnbroker“ (1963) und „In the Heat of the Night“ (1967), wo er für die Darstellung eines rassistischen Südstaaten-Polizisten, der nachdenklich wird an der Seite von Sidney Poitier den Oscar als bester Nebendarsteller erhielt.
Schwierigkeiten hatten wir bei der Auswahl des Titelfotos. Normalerweise zeigen wir auf den Fotos, die wir verwenden, keine Waffen. In diesem Fall war jedoch das beste erhältliche Foto insofern, als wenigstens der Hauptdarsteller darauf abgebildet sind, eines, auf dem sie alle mit vorgehaltener Pistole dastehen.
Zusätzliche Anmerkung: Wenige Tage nach der Planveröffentlichung dieses Beitrags vertarb Nadja Tiller im Alter von knapp 94 Jahren.
TH
© 2023, 1989 Der Wahlberliner
Kursiv und tabellarisch: Wikipedia
| Regie | Alvin Rakoff |
|---|---|
| Drehbuch | Frank Harvey |
| Produktion | Corona Filmproduktion (Alexander Grüter), CCC-Film (Artur Brauner), Critérion Film S.A., Panta Film, Erredi Film |
| Musik | Claude Bolling |
| Kamera | Václav Vich |
| Schnitt | Edward B. Jarvis Alice Ludwig-Rasch |
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