Briefing 226 Collection | Berlin, Stadtbäume, Duz-Unkultur
Liebe Leser:innen, wir testen heute innerhalb unserer Rubrik „Briefing“ eine neue Kategorie namens „Collection“ oder „Sammler“. Wir weisen Sie damit auf Nachrichten und Beiträge aus dem Netz hin, die wir interessant fanden, in der Hoffnung, dass es Ihnen genauso geht. Die Nachrichten müssen nicht thematisch miteinander verknüpft sein. Wenn der Sammler etwas länger wird, bilden wir allerdings themenorientierte Zwischenüberschriften.
Bisher ist die Umsetzung eines solchen Sammlers daran gescheitert, dass wir ins längere Kommentieren gekommen sind und es doch immer wieder zu Einzelartikeln kam. Wir fangen heute klein an, zumindest unseren eigenen Textanteil betreffend.
Berlin, Stadtbäume
Im Stadtmagezin Tip haben wir etwas gefunden, das wir so informativ fanden, dass wir es uns offline abgespeichert haben. Es geht um die sieben häufigsten Berliner Straße- und Parkbaumarten, zusammengefasst als Stadtbäume.
Uns hat dieser Artikel zum weiter recherchieren gereizt: Wie viele Bäume gibt es eigentlich im öffentlichen Raum von Berlin? Nimmt ihre Zahl zu oder ab? Antwort: Es kommen etwa 8 Berliner:innen auf einen Baum und die Zahl hat aufgrund von Jahren mit hohen Schäden in den letzten Jahren leicht abgenommen, nachdem sie von einem Tiefststand mit etwa 160.000 Bäumen nach dem Zweiten Weltkrieg kontinuierlich auf ca. 440.000 angewachsen war. Vor dem Zweiten Weltkrieg hatte es ca. 410.000 Stadtbäume ein Berlin gegeben, nach der Wende im Jahr 1990 zählte man 390.000. Info von Berlin.de, dort finden Sie auch die Verteilung der Bäume nach Bezirken mit Zu- und Abgängen im Jahr 2022.
Berlin, Duzkultur (not)
Da wir schon in Berlin sind, haben wir noch eine episodische Kleinigkeit gefunden. Bei uns brauchen Sie keine Angst zu haben, wir sind Zuzis aus dem Westen und duzen Fremde nur, wenn sie es uns partout aufzwingen bzw. eine Abwehr zu langen Diskussionen führen würden. Besonders unangenehm: Dass besonders in unangenehmen Situationen von besonders unangenehmen Menschen und durchaus mit Unterschieden, deren Milieu betreffend, das Du mit voller Absicht ausgepackt wird, um Respektlosigkeit auszudrücken. Der Hintergrund ist also nicht ein moderner, egalitär wirkender Service, der aber durchs Du nicht von schlechter Qualität geheilt wird, sondern das genaue Gegenteil: gewollte Herabsetzung des Gesprächspartners.
Wir können sie nicht daran hindern, aber eine Standardantwort darauf haben wir uns mittlerweile überlegt und werden immer beim Sie bleiben, wenn wir es für richtig halten. Wir sagen ja auch Sie zu uns selbst, frei nach Heinz Erhardt. Aber falls Sie einen Lieblings-Hof-oder Straßenbaum haben, den Sie vielleicht sogar bei Trockenheit gießen, bieten Sie ihm ruhig das Du an, denn er ist ein so wertvoll, bindet CO2 und spendet Schatten, allein dadurch ist er ein besserer Freund als die vielen zwanghaften Du-Sager in Berlin.
TH
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