8 Prozent der Deutschlandticket-Käufer:innen sind neu im ÖPNV | Briefing 259 | Wirtschaft, Klima / Umwelt, Verkehrswende

Briefing 259 | Wirtschaft, ÖPNV, Verkehrswende, Klima / Umwelt. Deutschlandticket

Das Für und Wider des Deutschlandtickets ist breit diskutiert worden. Wir steigen kommod in die Woche ein mit den Zahlen dazu, die Statista aufbereitet hat:

Infografik: 8 Prozent der Deutschlandticket-Käufer:innen sind neu im ÖPNV | Statista

Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz Creative Commons — Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International — CC BY-ND 4.0 erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.

Elf Millionen Mal hat sich das Deutschlandticket laut Angaben des Branchenverbands Verband deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zwischen seinem offiziellen Start am 1. Mai 2023 und Mitte Juni verkauft. Das Angebot soll einen weiteren Anreiz zum Umstieg auf den ÖPNV bieten, wird aber vor allem von denjenigen genutzt, die sich ohnehin bereits im öffentlichen Nahverkehr bewegen.

Den VDV-Zahlen zufolge sollen 46 Prozent der genutzten Deutschlandtickets auf Umwandlungen von beziehungsweise Umstieg aus bestehenden Abos entfallen. Weitere 44 Prozent der Nutzer:innen hätten den ÖPNV bereits mit Einzel- oder außerhalb von Abos erworbenen Monatskarten genutzt. Acht Prozent der Käufer:innen haben bislang kaum oder gar nicht ÖPNV-Angebote genutzt. Für Bundesverkehrsminister Volker Wissing ist das Deutschlandticket trotzdem ein Erfolg. gegenüber der ARD sprach er am 21. Mai von einem „regelrechten Run“ auf das Ticket, zwei Millionen Neuabos seien zwischen dem 1. Mai und dem Interviewzeitpunkt bereits abgeschlossen worden.

Das für 49 Euro erhältliche Ticket steht allerdings auch aus zahlreichen Lagern in der Kritik. So sei der Preis gerade für finanziell weniger gut gestellte Deutsche kaum erschwinglich. Der Vorgänger, das 9-Euro-Ticket, sei im Juni, Juli und August laut VDV etwa 52 Millionen Mal verkauft worden. Weiterhin stelle die digital-first-Strategie bei der Ausstellung der Tickets eine Barriere für Bürger:innen ohne entsprechende Endgeräte beziehungsweise adäquate Nutzungskompetenz dar. Dem will das VDV mit der Ausgabe von bis zu 30 Millionen Chipkarten entgegenwirken. Aktueller Auswertungen zufolge haben 37 Prozent der Käufer:innen ihr Ticket auf einer Chipkarte erworben, 49 Prozent besitzen das Deutschlandticket rein digital.

Hartnäckige ÖPNV-Verweigerer, die ganz leicht mit den Öffis fahren könnten, wird es auch in den Städten immer weiter geben, solange es ihnen so einfach gemacht wird wie gerade von der #Rückschrittskoalition in Berlin, aber es soll in manchen Gegenden vorkommen, dass die Anbindung einfach zu schlecht ist, um einigermaßen zügig mit dem Bus- und Bahnverkehr voranzukommen. Wenn man aus Berlin herausfährt, dauert es nicht lange, bis man in solchen Gegenden angelangt ist.

Am Ende werden die Nutzungszahlen zeigen, ob der ÖPNV besser angenommen wird. Wir haben hier einen Absatz gecancelt, weil wir in die Woche nicht mit dem „es hängt alles zusammen“ beginnen wollen, den Assoziationsketten zwangsläufig auslösen und das längere Kommentare erfordert, die gerade in einer Zeit wie dieser nicht immer leicht bekömmlich sind.

Wir freuen uns darüber, dass es Angebote wie das Deutschland-Ticket gibt und in Berlin sogar eine stadtweite Verlängerung des 9-Euro-Tickets für den hiesigen ÖPNV  für Bedürftige. Vermutlich wird die #Rückschrittskoalition das auch kassieren, aber es war mal eine Ansage, einer der letzten Grüße einer Koalition aus SPD, Grünen und Linken, die unbedingt hätte weitergeführt werden müssen.

TH


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