Briefing 430 Wirtschaft, Internet, Facebook, Social Media, Meta, Instagram, WhatsApp
Sind Sie auf Facebook aktiv? Dann sind Sie sicherlich auch an der folgenden Statistik zu Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram interessiert.
Infografik: Wie viele Menschen nutzen Facebook? | Statista
Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz CC BY-ND 4.0 Deed | Namensnennung-Keine Bearbeitung 4.0 International | Creative Commons erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.
Ende 2022 lag der Aktienkurs des Internetkonzerns Meta, der unter anderem die Plattformen WhatsApp, Instagram und Facebook betreibt, bei 150 US-Dollar, kletterte aber Mitte 2023 bereits wieder auf rund 300 US-Dollar. Im Zuge der Veröffentlichung der Ergebnisse für das vierte Quartal 2023 schoss die Aktie nachbörslich Stand 6:30 Uhr morgens Ortszeit auf über 460 US-Dollar und übertraf damit ihren bisherigen Rekordwert aus dem Herbst 2021 deutlich.
Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Nach einem vergleichsweise unprofitablen Jahr 2022 konnte Mark Zuckerbergs Firma ihren Umsatz um 16 Prozent und ihren Reingewinn um 68 Prozent steigern. Auch das Nutzer:innenwachstum bei Facebook war im vergangenen Jahr gegenläufig zum Trend des Vorjahres.
Zwar wächst die Plattform, die am 4. Februar 2004 gegründet wurde, schon seit einigen Jahren hinsichtlich des Wachstums der monatlich aktiven Nutzer:innen nur noch einstellig, zuletzt lag dieser Wert allerdings nur noch bei 1,8 Prozent. Zu Ende 2023 waren knapp 100 Millionen Nutzer:innen mehr aktiv als zum Vorjahreszeitpunkt, was einer Zunahme um 3,4 Prozent entspricht. Den Meilenstein von drei Milliarden aktiven Facebook-Nutzenden pro Monat erreichte die Firma bereits im zweiten Quartal 2023.
Betrachtet man die Zahlen genauer, fällt auf, dass die Entwicklung der aktiven Facebook-Konten nach Weltregionen teilweise deutliche Unterschiede aufweist. So nahm die Anzahl der europäischen Facebook-Nutzer:innen, die sich mindestens einmal im Monat einloggen, zwischen Ende 2021 und Ende 2023 um 19 Millionen auf 408 Millionen ab. Am wenigsten monatlich aktive Nutzerkonten werden seit Jahren in den USA und Kanada verzeichnet, hier scheinen andere Plattformen wie TikTok, Telegram oder das hauseigene Instagram den einstigen Social-Media-Vorreiter abgelöst zu haben.
In der Region Asien-Pazifik hingegen hat Facebook auch heute noch Wachstumspotenzial. In den vergangenen zwei Jahren stieg die Anzahl der Facebook-Nutzer:innen in den entsprechenden Ländern um knapp 90 Millionen, mittlerweile seien etwa 1,4 Milliarden Menschen im Asien-Pazifik-Raum regelmäßig auf der Plattform aktiv.
Es gibt zwar mittlerweile 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, aber bei drei Milliarden Nutzer:innen kann man von einer gewissen Sättigung sprechen. Weitere Zunahmen im Raum Asien-Pazifik und vor allem Afrika haben auch mit der sehr jungen und wachsenden Bevölkerung in diesen Weltregionen zu tun, während in den USA und Europa das Universum der Social Media vielfältiger wurde, trotz der Bezeichnung „Metaverse“ für den Konzern, zum Facebook gehört, eine Art von Allumfassungsanspruch suggeriert. Hier Zusatzinformationen aus der Wikipedia (Facebook – Wikipedia). Die Zahlen sind etwas weniger aktuell als in der Statista-Grafik.
Facebook wurde 2004 gegründet[4] und war jahrelang die unangefochtene Nummer eins der größten sozialen Netzwerke. Mit der Zeit verlor es diese Stellung allerdings aufgrund der steigenden Popularität anderer sozialer Netzwerke. Im Jahr 2019 betrug der Umsatz 70,7 Mrd. USD.[5] Es zählte nach eigenen Angaben im 1. Quartal 2022 rund 2,9 Milliarden Mitglieder, welche die Seite zumindest einmal pro Monat besuchten.[6] Facebook ist eine der 10 meistbesuchten Websites der Welt, fiel in Deutschland 2020 allerdings aus den Top 10 heraus. Noch im Mai 2017 verzeichnete es nach anderen Statistiken in Deutschland 30 Millionen aktive Nutzer,[7] diese Zahl sank bis Ende 2019 aber auf 25,9 Millionen.[8] In Deutschland ist es 2022 zwar immer noch das meistgenutzte soziale Netzwerk, 35 % benutzen es mindestens einmal in der Woche, bei jüngeren Menschen liegt es allerdings nur noch auf Platz drei hinter Instagram und TikTok.[9]
Seit seiner Veröffentlichung steht Facebook aus vielerlei Gründen in der Kritik, unter anderem wegen Überwachung, der bewussten Erzeugung von Suchtverhalten sowie der Manipulation der öffentlichen Meinung.
Die Kritik ist hier nur unvollständig wiedergegeben. Was uns immer besonders triggert, ist, wenn die Reichsten der Reichen vorgeblich karitative oder philanthropische Module kreieren, die in Wirklichkeit vor allem Steuervermeidungsmodelle sind. Wir können daher verstehen, dass der Wunsch aufkommt, in Europa eine Art Gegenplattform zu entwickeln, die weniger kommerziell und in jeder Hinsicht Open Source ist. Vor allem aber müsste es endlich zu supranationalen Vereinbarung über das Ende von findigen oder auch kuriosen Methoden kommen, mit denen sowohl Unternehmen als auch Einzelpersonen kaum noch Steuern zahlen müssen, die von Milliarden Kund:innen weltweit profitieren.
Facebook ist zwar kein Zwang, aber selbstverständlich sind auch wir dort vertreten. Wir verwenden es bis auf das Liken weniger Beiträge von Menschen, die wir tatsächlich kennen, aber vor allem als Distributionskanal für unsere Beiträge, also auch den vorliegenden. Ein Suchtverhalten hatten wir bezüglich Facebook und anderer sozialer Medien bei uns selbst nie festgestellt. Dass wir Daten preisgeben, liegt in der Natur der Sache, ebenso wie deren Gebrauch zu Werbezwecken. Das gehört zu der Möglichkeit, die Plattform kostenfrei zu verwenden. Auch auf Instagram sind wir vertreten, ebenso auf „X“ (Twitter) und Mastodon, Whatsapp, das auch zu Meta gehört, verwenden wir nur sehr eingeschränkt. Das einzige soziale Medium, das uns auch etwas umfassendere Diskussionen einbrachte, war bisher Twitter.
Eine besondere Gefahr stellt sicher das Leaken von Daten auf der einen und der Gebrauch derselben durch staatliche und andere Überwachungsstellen dar. Wir haben bisher daraus nicht die Konsequenz gezogen, Facebook und andere soziale Medien nicht mehr zu verwenden. Wir verfolgen hin und wieder nach, wie sich die Entwicklung der Rechtsprechung zu den digitalen Services entwickelt. Besonders Facebook und „X“ stehen häufig wegen der Verbreitung von Inhalten in der Kritik, die auf die eine oder andere Weise problematisch sind. Wir halten aber nicht viel davon, die Betreiber selbst mit der Pflicht zur Lösung von Inhalten zu beauftragen, da die Kriterien für die Auswahl als zu löschend markierter Inhalte nicht transparent sind und weiterer Manipulation und Subjektivierung Vorschub leisten.
TH
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