Briefing 575-UD 3 Sport, Tour de France 2024, Beginn am 30.06.2024, Länder, Sieger, Doping, Systemkritik, Meiste Toursiege nach Ländern und Fahrern, Ausfallquoten, Bergetappen, Radport im TV, wo wird viel Fahrrad gefahren, wo nicht, Fahrradproduktion in Deutschland und Frankreich, E-Bikes
Anlässlich Tour de France 2024 haben wir erstmal eine kleine Artikelserie „Radsport“ erstellt, dies ist der vierte dieser Beiträge. Hier zu den bisherigen:
- Tour de France: Zu schnell, um sauber zu sein?
- Aus welchem Ländern kommen die Toursieger am häufgisten?
- Wie hoch sind die Ausfallquoten bei der Tour de France?
Wir haben uns auch mit unangenehmen Begleiterscheinungen auseinandersgesetzt, die nicht nur den Radsport kennzeichnen. Aber tut das seiner Beliebtheit Abbruch oder generell der Beliebtheit von Sportübertragungen im Fernsehen, die wir heute in den Mittelpunkt gerückt haben? Wir verlassen heute auch die Tour und schauen mehr auf den Alltagsbetrieb. Wo wird besonders viel Rad gefahren, wo eher nicht, wie sieht es mit der Produktion und den E-Bikes hierzulande aus?
Hier die passende Grafik von Statista zum Thema:
Wo Radsport (nicht) massentauglich ist

Diese Statista-Grafik wurde unter einer Lizenz CC BY-ND 4.0 Deed | Namensnennung-Keine Bearbeitung 4.0 International | Creative Commons erstellt und wir geben sie unter gleichen Bedingungen wieder. Folgend der Statista-Begleittext dazu, dann weiter mit unserem Kommentar.
Niederländer:innen sind nicht nur privat häufig mit dem Fahrrad unterwegs, in unserem Nachbarland herrscht auch ein reges Interesse an Radsport. Laut den Statista Consumer Insights verfolgen rund 28 Prozent der niederländischen Sportfans aktiv die Tour de France, Giro d’Italia oder auch Vuelta a España.
Ähnlich hoch ist der Anteil der Radsport-Enthusiast:innen in den Ländern der “Grand Tours”. 28 Prozent der Befragten in Frankreich haben angegeben, Fans der berühmten Etappenrennen zu sein. In Spanien sind es rund 26 Prozent, Italien liegt mit einem Anteil von 25 Prozent unter den befragten Sportfans knapp dahinter.
In den deutschsprachigen Gefilden ist die Radsport-Bubble weniger ausgeprägt. In Deutschland können nur etwa 16 Prozent der Umfrageteilnehmer:innen Begeisterung für den Radsport aufbringen – in der Schweiz sind es immerhin 21 Prozent, Österreich kommt auf 14 Prozent.
Dass Zweirad-Rennen hierzulande trotz einstiger Ikonen wie Jan Ullrich nicht mehr massentauglich sind, liegt vor allem an den Doping-Skandalen der vergangenen Jahre. Die Wettbewerbsverzerrung durch den Einsatz unlauterer Mittel hat dazu geführt, dass sich immer mehr Sponsoren und auch Fernsehsender aus dem Sport zurückgezogen haben. Auch viele Fans haben sich enttäuscht vom Radsport abgewendet.
Aus der Überschrift haben wir den Bezug zum Doping, den wir ursprünglich gesetzt hatten, wieder entfernt, weil wir keine Litanei aus den negativen Begleiterscheinungen des Radsports machen wollten. Statista hat in seinem Begleittext allerdings wieder Bezug darauf genommen. Ganz sicher hat in Deutschland der Fall Jan Ullrich viel zerstört. Da gab es schon einmal einen Deutschen, der ganz vorne mitfahren konnte, eine Seltenheit, dann war er auch noch so ein medientauglicher Sonnyboy – und dann der Niedergang. Wir finden, Ullrich ist mit seinem sehr offenen Umgang in Sachen Doping auch ein Vorbild geworden.
Was wir nicht glauben: Dass die spektakulären Fälle der 1990er und 2000er tatsächlich etwas verändert haben. Aufdeckung ist immer im Wettlauf mit feineren Methoden und der Radsport ist nicht der einzige, der in diesem Wettlauf gefangen ist. Dass es diesen Wettlauf gibt, hat wiederum mit der menschlichen Sucht nach immer neuen Rekorden zu tun und bestimmte Nationen, die sehr prestigebewusst sind oder Regierungen haben, die so ticken, machen es den Sportler:innen nicht nur leicht, zu dopen, sondern fördern es manchmal sogar. Wir in Deutschland sollten dazu einen besonderen Bezug haben, denn ein so krasses Staatsdopingsystem wie das der DDR gab es wohl weltweit seitdem nicht wieder. Ein Land, in dem nichts mehr richtig funktioinerte, machte sportlich ganze Kontinente mit ihren riesigen Ressourcen platt. Das hätte viel früher thematisiert werden müssen und uns hat es durch die Konzentration auf medaillenträchtige Sportarten wie das Schwimmen auch persönlich getriggert. Jedem, der generell Sport ausübt, hätte klar sein müssen, dass da etwas nicht stimmt.
Und die Menschen lassen sich auch gerne betrügen und sind eher unangenehm berührt, wenn ein so spektakulärer Fall wie der des Radfahrers Lance Armstrong an die Öffentlichkeit kommt, der alle seine sieben Tour-Titel zurückgeben musste.
Das Problem: Die Durchschnittsgeschwindigkeiten bei der Tour de France sind seitdem nicht etwa geringer geworden, sondern erhöhen sich immer weiter. Kann das wirklich am besseren Material und an immer ausgefeilteren Trainingsmethoden liegen? Natürlich spielt das Material beim Radsport eine wichtige Rolle, das ist uns klargeworden, als wir selbst wieder angefangen haben, Rad zu fahren, und was es da alles zu beachten gilt und wie viel Geld man investieren kann, um durchaus gegenüber anderen, die im Sattel oder darauf sitzen, einen kleinen Vorteil zu erlangen. Oberhalb einer gewissen Grenze muss man sehr viel Geld ausgeben, um noch spürbare Verbesserungen zu erzielen. Wie bei allem Gerät wächst der Mitteleinsatz nicht proportional, sondern überproportional zur möglichen Verbesserung, im Quadrat vielleicht nicht ganz, aber doch sehr deutlich.
Selbst in Sportarten, die sehr auf den menschlichen Körper bezogen zu sein scheinen wie der Leichtathletik, spielt zumindest das Schuhwerk eine wichtige Rolle, obwohl es insofern demokratischer zugeht, als die Schuhe der Spitzenläufer auch für Normalverdiener erschwinglich sind, was man bei Rennrädern so nicht sagen kann. Zumindest wird kein Normalradfahrer eine fünfstellige Summe nur für den Rahmen ausgeben und dann noch einmal das Gleiche für Laufräder, Schaltung, Pedale, Lenker, was immer an einem Rennrad dran ist. Viel ist es ja nicht, umso mehr kann man an den verschiedenen Bestandteilen ohne Ende tüfteln.
Deutschland ist durchaus ein Alltagsradfahrer-Land, wobei Nutzung nicht gleich Sportinteresse ist. Aber es ist signifikant, dass die beim Radsport gucken vorne liegenden Niederländer auch beim Radrahren im Alltag weit an der Spitze aller Länder liegen. In Frankreich hingegen dürfte das große Interesse der Tatsache geschuldet sein, dass die Tour de France das berühmteste Radrennen der Welt ist, die traditionsreichste aller großen Rundfahrten.
Die Quote der Menschen, die Fahrrad fahren, unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen Ländern. Hier sind die Fahrradnutzungsraten in einigen wichtigen Ländern:
- Niederlande: Etwa 36% der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich.
- Dänemark: Rund 23% der Bevölkerung fährt täglich Fahrrad.
- Deutschland: Ungefähr 11% der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich.
- Schweden: Etwa 9% der Bevölkerung fährt täglich Fahrrad.
- China: Circa 9% der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich.
- Japan: Rund 15% der Bevölkerung fährt regelmäßig Fahrrad.
- Belgien: Etwa 8% der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich.
- Schweiz: Ungefähr 10% der Bevölkerung fährt regelmäßig Fahrrad.
- USA: Nur etwa 1% der Bevölkerung nutzt das Fahrrad täglich.
- Italien: Circa 5% der Bevölkerung fährt regelmäßig Fahrrad.
Quellen:
[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1722/umfrage/bevoelkerungsreichste-laender-der-welt/
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt
[4] https://de.statista.com/outlook/mmo/fahrraeder/usa
[5] https://de.statista.com/outlook/mmo/fahrraeder/china
[6] https://de.statista.com/themen/6616/fahrradfahrer/
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_und_Territorien_nach_Bev%C3%B6lkerungsentwicklung
[8] https://de.statista.com/themen/5241/die-maechtigsten-staaten-der-welt/
[9] https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf
[10] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/697985/umfrage/fahrradabsatz-in-den-usa/
[11] https://german.cri.cn/china/china_heute/3255/20191217/394364.html
[12] https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Anlage/StV/fahrrad-monitor-2021.pdf?__blob=publicationFile
Wir haben noch ein wenig weitergefragt, sind dabei aber immer noch nicht auf Frankreich gestoßen:
Basierend auf den Suchergebnissen haben folgende Länder die höchsten Quoten an Fahrradfahrern:
- Niederlande: Etwa 61% der Bevölkerung ab 15 Jahren nutzen das Fahrrad regelmäßig[3]. Die Niederlande haben auch den höchsten Verkehrsanteil mit 27% aller Fahrten, die mit dem Fahrrad zurückgelegt werden[4].
- Dänemark: Nach den Niederlanden hat Dänemark den zweithöchsten Anteil an regelmäßigen Radnutzern in der EU[3].
- Finnland: Finnland folgt auf dem dritten Platz in der EU bei der regelmäßigen Fahrradnutzung[3].
- Ungarn: Ungarn belegt den vierten Platz in der EU bei der regelmäßigen Fahrradnutzung[3].
- Slowenien: Slowenien folgt auf dem fünften Platz in der EU[3].
- Deutschland: Deutschland liegt mit einem Anteil von rund 34% regelmäßiger Radnutzer auf Platz 6 in der EU[3]. Zudem fahren 77% der Menschen in Deutschland zumindest gelegentlich Fahrrad[5].
- Schweden: Schweden gilt als das fahrradfreundlichste Land in Europa, basierend auf einer Analyse der Sicherheit für Radfahrer[4].
Es ist wichtig zu beachten, dass die Definitionen für „regelmäßige Nutzung“ zwischen den Studien variieren können. In der EU-Statistik wird beispielsweise als regelmäßiger Radnutzer gezählt, wer in einer durchschnittlichen Woche mindestens 10 Minuten ohne Unterbrechung mit dem Fahrrad unterwegs ist[3].
Quellen:
[1] https://german.cri.cn/china/china_heute/3255/20191217/394364.html
[2] https://de.statista.com/themen/6616/fahrradfahrer/
[3] https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Verkehr/Fahrrad.html
[4] https://www.bdae.com/journal/3100-in-diesen-laendern-europas-ist-radfahren-am-sichersten
[5] https://bmdv.bund.de/SharedDocs/DE/Anlage/StV/fahrrad-monitor-2021.pdf?__blob=publicationFile
Der Ansatz „10 Minuten pro Woche“ erinnert uns ein wenig an die Arbeitslosenstatistik der ILO: Wer im Monat eine Stunde arbeitet, ist nicht arbeitslos. Bei solchen Maßstäben ist die Radnutzung natürlich viel höher, als wenn man sie zum Beispiel mit mindestens fünf mal pro Woche regelmäßig zur Arbeit fahren oder sich abends noch einmal in die Pedale schwingen ansetzen würde. Ganz sinnlos ist dieser Ansatz aber nicht, denn es gibt sehr viele Gar-nicht-Radfahrer:innen, und das merkt man leider auch im Straßenvekehr anhand ihres Verhaltens den Radfahrenden gegenüber. Das ist in den Niederlanden anders, weil fast jede:r, auch wenn er häufig das Auto benutzt, ebenfalls Radfahrer:in ist. Vielleicht ist die Kultur dort auch generell entspannter, das Radfahren ist es jedenfalls. Nun wollten wir aber noch wissen, wie es im Land der Tour aussieht:
Basierend auf den verfügbaren Suchergebnissen gibt es einige Informationen zur Radnutzung in Frankreich, allerdings sind die Daten nicht sehr detailliert oder aktuell. Hier sind die relevanten Erkenntnisse:
- In Paris fahren inzwischen mehr Menschen mit dem Fahrrad als mit dem Auto. Eine Studie einer öffentlich-rechtlichen Stiftung hat ergeben, dass mehr als jeder zehnte Weg innerhalb der Stadt mit dem Fahrrad zurückgelegt wird[4].
- Seit 2019 ist die Nutzung der Fahrradinfrastruktur in Frankreich um ein Drittel gestiegen. In diesem Zeitraum wurden auch 17.000 Kilometer neue Radwege gebaut[5].
- Die französische Regierung hat ambitionierte Ziele für die Zukunft des Radverkehrs. Mit dem „Plan vélo et marche 2023 bis 2027“ sollen rund 1,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Radinfrastruktur investiert werden[5].
- Im Tourismusbereich strebt Frankreich an, bis 2030 die Nummer eins unter den Fahrraddestinationen zu werden[5].
- Die Fahrradproduktion in Frankreich soll ebenfalls gesteigert werden. Im Jahr 2022 wurden 854.000 Fahrräder in französischen Fabriken hergestellt, und das Ziel ist, bis 2027 die Marke von 1,4 Millionen zu überschreiten[5].
Es ist wichtig zu beachten, dass konkrete landesweite Prozentsätze oder detaillierte Statistiken zur Radnutzung in Frankreich in den gegebenen Suchergebnissen nicht enthalten sind. Um genauere und aktuellere Daten zu erhalten, wären weitere Recherchen oder der Zugriff auf offizielle französische Verkehrsstatistiken erforderlich.
Quellen:
[1] https://www.iat.eu/media/forschungaktuell_2023-10.pdf
[2] https://radmarkt.de/frankreich-studie-fuer-comeback-heimischen-fahrrad-industrie/
[3] https://www.klimaaktiv.at/mobilitaet/radfahren/frankreich-energieeffizienzmittel-radverkehr.html
[4] https://www1.wdr.de/mediathek/audio/cosmo/daily-good-news/audio-in-paris-fahren-mehr-menschen-rad-als-auto-100.html
[5] https://www.klimaaktiv.at/mobilitaet/radfahren/velo-et-marche.html
So undetailliert und alt sind die Daten doch gar nicht. Wir mussten ein wenig schmunzeln. Frankreich betreibt eine sehr aktive Wirtschaftspolitik, aber die Fahrradproduktion vier oder fünf Jahre im Voraus zu planen, das hat einen geradezu planwirtschaftlich-sozialistischen Anstrich, und das unter der Ägide des neoliberalen Präsidtenen Macron. Wie sähe es erst aus, wenn ein Sozialist Präsident wäre? Vermutlich würden dann die Touristen in anderen Ländern gekidnappt, wenn sie nicht von selbst zahlreich nach Frankreich kämen, um dort Rad zu fahren.
Und wie sieht es in Deutschland aus? Deutschland ist auf dem Rückzug, wie überall. Hier wäre etwas mehr industrielle Strategie kein Frevel:
Die aktuellen Zahlen der Fahrradproduktion in Deutschland:
Basierend auf den Suchergebnissen lässt sich die Fahrradproduktion in Deutschland für die letzten Jahre wie folgt zusammenfassen:
- Im Jahr 2023 wurden in Deutschland etwa 2,3 Millionen Fahrräder produziert. Dies stellt einen Rückgang von etwa 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar.
- Für das Jahr 2022 gibt es keine exakte Zahl in den Suchergebnissen, aber basierend auf dem 11-prozentigen Rückgang von 2023 lässt sich schätzen, dass die Produktion 2022 bei etwa 2,6 Millionen Fahrrädern lag.
- Die Produktion von E-Bikes in Deutschland erreichte 2022 einen Höhepunkt von etwa 1,7 Millionen Stück.
- Im Jahr 2023 ging die E-Bike-Produktion leicht zurück und erreichte etwa 1,6 Millionen Stück.
- Zusätzlich zur inländischen Produktion ließen deutsche Unternehmen im Jahr 2023 rund 710.000 Fahrräder im Ausland produzieren. Diese Zahl umfasst sowohl E-Bikes als auch herkömmliche Fahrräder.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Fahrradproduktion in Deutschland in den letzten Jahren trotz einiger Schwankungen auf einem relativ hohen Niveau geblieben ist. Der leichte Rückgang im Jahr 2023 wird im Kontext der allgemeinen wirtschaftlichen Situation und des Konsumklimas betrachtet.
Wir haben uns noch ein wenig nach den Gruppen der in Deutschland produzierten Fahrräder umgeschaut:
Basierend auf den Suchergebnissen lassen sich die beliebtesten Fahrradmodelle in Deutschland wie folgt zusammenfassen:
- Trekking-Räder: Diese sind sowohl in der klassischen als auch in der elektrischen Variante sehr beliebt. Sie verfügen über eine Vollausstattung und eignen sich auch für leichtes Gelände[2].
- Mountainbikes (MTB): Bei den E-Bikes sind Mountainbikes am beliebtesten. Etwa 39 Prozent der 2023 in Deutschland verkauften E-Bikes waren MTBs[2].
- City-Räder: Diese sind vor allem für den Gebrauch in der Stadt oder in Ortschaften geeignet und werden häufig für kürzere Strecken und alltägliche Fahrten genutzt[1].
- E-Bikes: Generell haben E-Bikes stark an Popularität gewonnen. 2023 wurden erstmals mehr E-Bikes als traditionelle Fahrräder verkauft, mit einem Anteil von etwa 53 Prozent am Gesamtabsatz[2][5].
- Lastenräder: Insbesondere E-Lastenräder werden immer beliebter. Sie erreichten 2023 einen Anteil von rund 9 Prozent aller verkauften E-Bikes[5].
Es ist wichtig zu beachten, dass die Beliebtheit je nach Antriebsart (elektrisch oder konventionell) variiert. Während bei konventionellen Fahrrädern Trekking-Räder besonders gefragt sind, dominieren bei den E-Bikes die Mountainbikes[2][5].
Quellen:
[1] https://praxistipps.focus.de/fahrrad-modelle-die-5-beliebtesten-bikes_122279
[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6062/umfrage/anteil-der-fahrradmodelle-in-deutschland/
[3] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154745/umfrage/genutzte-fahrradtypen-in-deutschland/
[4] https://www.linexo.de/magazin/typen-marken/die-beliebtesten-fahrradmarken-der-deutschen
[5] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/154146/umfrage/fahrradabsatz-in-deutschland-seit-2000/
Bei Lastenrädern finden wir die E-Variante sinnvoll, auch wenn es uns nervt, dass uns diese schweren Teile mit sichtlich nicht sportlichen Menschen darauf beim Ampelstart abhängen können, vor allem bergauf natürlich, bei Trekkingrädern ist unsere Meinung geteilt. Ja, wenn es hügelig ist und / oder man auf der Arbeit ankommen will, als sei man im Auto gefahren, also ohne jede Schweißspur, kann ein E-Rad Sinn ergeben. Wir meinen aber, dann sollte man auch noch Geld für ein muskelbetriebenes Zweitrad haben, wechselweise, je nach Zweck, unterwegs sein. Wenn E-Räder Autos ersetzen, die die Städte dicht machen, sind sie sinnvoll, aber was wir nicht gerne sehen, ist, dass Menschen, die zuvor problemlos im Alltag pedalgetrieben gefahren sind, sich plötzlich in die E-Rad-Bequemlichkeit fallen lassen. Das ist ein Rückschritt, sportlich und ökologisch gesehen.
Aber hätten Sie gedacht, dass so viele Mountainbikes E-Räder sind? Daran kann man wieder sehen: Wo immer Menschen sich etwas ausdenken, es kommt so viel Schwachsinn dabei heraus, dass man wieder einmal Mühe hat, an die Weiterexistenz und die Existenzberechtigung dieser Spezies zu glauben.
Moutainbikes sollten Sportgeräte sein, also Gegenstände, mit denen man die eigenen Muskeln trainiert. Elektrisch mit dem Fahrrad durch den Wald zu holzen, ist in Sachen Bewegung in etwa so sinnvoll, wie mit dem E-Roller Runden auf der Tartanbahn zu drehen. Nur richtet man mit dem E-Roller auf der Bahn keine Schäden an, das ist bei forciertem Einsatz unzähliger Mountainbikes im Wald anders und der Belästigungsfaktor für Menschen, die sich dort tatsächlich erholen wollen, nimmt auch zu. Schon „normale“ Mountainbike-Fahrer:innen (vor allem Fahrer) nehmen oft wenig Rücksicht auf Wandernde, aber wenn dann noch zigtausende Sport-Nerds im Wald unterwegs sind, die gar kein Feeling für ihre Körperlichkeit und die Reaktion anderer darauf haben, die auch im wörtlichen Sinne nie erfahren werden, wie cool es ist, den Berg aus eigener Kraft zu nehmen, wird es haarig im Gelände – und es wird wieder einmal zu Regulierungen kommen müssen, weil Menschen es nicht von selbst drauf haben, mit ihrer Freiheit verantwortungsbewusst umzugehen.
Es ist in gewisser Weise wie mit dem Radsport. Natürlich sind E-Antriebe künstlich leistungssteigernd, und es gibt dafür sinnvolle Einsatzgebiete und andere. Gerade bei den Mountainbikes sieht man aber einen falschen Ansatz, wie er auch beim Doping eine Rolle spielt: mehr Schein als Sein.
TH
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