Fast alle nutzen Messenger-Dienste. Vor allem einen. (Statista, Info + Kurzkommentar)

Briefing Gesellschaft, Technik, IT, Messenger, Whatsapp, Telegram, Signal, Messenger-Dienste, Instant-Messenger

Instant Messenger sind in Deutschland ein zentrales Massenkommunikationsmittel, das den Alltag von Millionen Menschen prägt. Fahren Sie mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Dann wissen Sie, wie sehr das der Fall ist. Die üblichen Verdächtigen führen das Feld an – vor allem einer. Dass dabei fast ein Monopol entsteht, ist aber auch die Schuld der Nutzer:innen, das muss man so klar sagen. Die klare Nummer eins gehört zum selben Konzern wie die Nummer zwei. Statista hat daraus eine Grafik gemacht – und wir führen unsere Reihe mit Beiträgen  zum Internet fort.

Laut den aktuellen Daten der Statista Consumer Insights nutzen beeindruckende 91 Prozent der Befragten hierzulande regelmäßig Instant Messenger, was ihre Bedeutung für die digitale Kommunikation unterstreicht. Besonders hervorzuheben ist, dass WhatsApp mit einem Nutzeranteil von 77 Prozent weiterhin die klare Nummer eins auf dem deutschen Messenger-Markt ist. Der Facebook-Messenger folgt mit etwa 26 Prozent Nutzung, während Telegram bereits von rund 16 Prozent der Befragten verwendet wird. Signal konnte seinen Nutzeranteil auf etwa 6 Prozent steigern, was die wachsende Bedeutung von Datenschutz in der Kommunikation widerspiegelt. Threema, trotz seiner hohen Sicherheitsstandards, bleibt mit einem Nutzeranteil von 2 Prozent eine Nischenlösung.

In den letzten Jahren hat sich jedoch ein deutlicher Trend zur Diversifizierung gezeigt: Zahlreiche Nutzer:innen wandern zu alternativen Plattformen ab, wobei Telegram als Hauptkonkurrent besonders hervortritt. Telegram überzeugt durch seine vielseitigen Funktionen und die Möglichkeit, große Gruppen und Kanäle zu verwalten, was vor allem bei jüngeren und technikaffinen Nutzer:innen gut ankommt.

Auch der Messenger Signal, der für seine hohen Sicherheits- und Datenschutzstandards bekannt ist, konnte in diesem Zeitraum ein signifikantes Wachstum verzeichnen. Dies spiegelt das steigende Bewusstsein der Nutzer:innen für Datenschutzfragen wider. Im Gegensatz dazu hat der Schweizer Messenger Threema, trotz seiner ebenfalls hohen Sicherheitsversprechen, vergleichsweise weniger Nutzerzuwachs erfahren und bleibt eine Nischenlösung im deutschen Markt.

Diese Entwicklungen zeigen, wie dynamisch und wettbewerbsintensiv der Markt für Instant Messenger in Deutschland ist, wobei Nutzerpräferenzen zunehmend von Funktionalität, Sicherheit und Community-Aspekten geprägt werden. Neben der reinen Nutzerzahl gewinnen auch Zusatzfunktionen wie Verschlüsselung, Gruppenmanagement und plattformübergreifende Nutzung an Bedeutung. Die Messenger-Dienste entwickeln sich stetig weiter, um den Anforderungen einer digital vernetzten Gesellschaft gerecht zu werden.

Kurzkommentar

Wir haben eine Zeitlang auch Signal verwendet, aber der der Zug zu WhatsApp ist einfach so stark, dass wir uns beugen. Wir müssten sonst fast allen Menschen, mit denen wir per Messenger kommunizieren, aufoktroytieren (auch) Signal zu bedienen. Das geht schon deshalb nicht, weil viele von ihnen Nachrichten an viele andere gleichzeitig versenden, die dann wieder nicht bei Signal sind. Telegram hingegen ist zumindest hierzulande stark in Verruf, weil es offenbar die Lieblingsplattform für Menschen mit schrägen oder rechten Ansichten ist. Wir nutzen Telegram nicht, den FB-Messenger nicht, wohl aber WhatsApp und Signal – Letzteren vor allem für wichtige Dinge, die man im Grunde sowieso lieber über sichere Mailpostfächer besprechen sollte. Aber Chats sind eben schneller und haben bei der Exaktheit und Nachvollziehbarkeit eines Gesprächs Vorteile gegenüber dem telefonischen Austausch. Wir sehen die Messengerdienste zwar als problematisch an bezüglich Datenschutz und Transparenz wie alles, was durchs Netz geht, aber bezüglich der Massenwirksamkeit von Manipulation und politisch nachteiliger Wirkung nicht als so dramatisch wie folgende soziale Netzwerke, Reihenfolge nach geschätzter Wirksamkeit: X, Youtube, TikTok (fast gleichauf), Facebook (abnehmend, trotz in Deutschland höherer Nutzerquote als X). Eher positiv, aber das liegt daran, dass diejenigen, die sich dort versammeln, eher unsere Ansichten teilen: Bluesky, Mastodon. Für alle genannten Plattformen hat der Wahlberliner einen Account, ebenso für Instagram, einige dieser Zugänge nutzen wir aktuell aber nicht.

TH / Ausarbeitung der Grafik durch KI.


Entdecke mehr von DER WAHLBERLINER

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar