2026 ist da. Worauf freuen Sie sich und was ist neu? (Umfrage + Kurzkommentar)

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Jedes Jahr beginnt mit einer Reflexion, oder? Vielleicht in der Form, aus der Civey eine Umfrage gemacht hat: Was stimmt Sie positiv fürs neue Jahr? Dabei werden nicht weniger als  zehn Antwortmöglichkeiten angeboten und man kann auch „etwas anderes“ anklicken. Wie es bei uns aussieht und was man nicht tun sollte, steht im Kommentar nach dem Begleittext von Civey.

Begleittext

Nach einem politisch turbulenten Jahr 2025 mit einer vorgezogenen Bundestagswahl und globalen Unsicherheiten steht die Bundesregierung erneut vor großen Aufgaben. Das umstrittene Gebäude-Energiegesetz, seit Dezember in „Gebäudemodernisierungsgesetz“ umbenannt, steht vor einer grundlegenden Reform. Union und SPD ringen noch um den Kurs, wollen aber Anfang 2026 Eckpunkte für einen neuen Gesetzentwurf präsentieren. Zudem soll die seit Dezember eingesetzte Rentenkommission bis Mitte des kommenden Jahres Vorschläge vorlegen, wie das Rentensystem künftig finanziell stabil und der Lebensstandard im Alter gesichert werden kann. 

2026 beginnt zudem mit spürbaren Veränderungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Zum 1. Januar steigt der Mindestlohn auf 13,90 Euro pro Stunde, derweil sinkt der Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie für Speisen auf sieben Prozent. Zugleich versprechen Investitionen in Wasserstoff, Solarenergie und Digitalisierung neuen Auftrieb für die Wirtschaft. Unternehmen werden zudem durch einen subventionierten Industriestrompreis entlastet. Im Laufe des Jahres soll zudem die neue Grundsicherung das bisherige Bürgergeld ablösen. Es sieht etwa bei wiederholten Pflichtverstößen deutlich strengere Sanktionen vor. Ferner tritt zum 1. Januar der neue, zunächst freiwillige Wehrdienst in Kraft. Ab dann müssen junge Männer einen verpflichtenden Fragebogen zur Eignung und Bereitschaft ausfüllen, Frauen freiwillig. 

Politisch wird das Jahr von mehreren Landtagswahlen geprägt – sie gelten als Gradmesser für die Stabilität der Bundesregierung. Sie finden etwa in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Berlin statt. Auf internationaler Ebene richtet sich der Fokus auf die weitere Entwicklung in der Ukraine und auf den Kurs der USA nach einem Jahr unter Präsident Donald Trump, der sich zuletzt kritischer zur EU und NATO äußerte. 2026 wird zudem in der ganzen EU die digitale Brieftasche eingeführt, um Ausweise und Dokumente auf Smartphones zu speichern. Als sportliches Highlight gilt die Fußball-Weltmeisterschaft, die ab Juni in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet. Zudem können Bahnreisende sich auf neue Hochgeschwindigkeitsabschnitte sowie zusätzliche ICE-Verbindungen freuen. Dafür wird der Preis des Deutschlandtickets von 58 auf 63 Euro angehoben.

Kommentar

Wir haben den Begleittext dieses Mal wieder vollständig abgebildet, weil er einen Überblick über Neues gibt, das unser Alltagsleben beeinflussen könnte. Ob etwas dabei ist, was Sie positiv stimmt, müssen Sie entscheiden. Sie dürfen dieses Mal mehrere Bereiche anklicken, es gibt zehn Möglichkeiten:

Private Pläne (z.B. Urlaube, Feiern)
Sportereignisse (z.B. Fußball-WM)
Entwicklungen in der Gesundheitsforschung
Technische Entwicklungen
Politische Entwicklungen (z.B. Landtagswahl)
Globale Fortschritte im Klimaschutz
Berufliche Pläne (z.B. neue Projekte)
Kulturelle Termine (z.B. Kinofilme, Konzerte)
Etwas anderes
Nichts / Weiß nicht

Im Moment gibt es einen klaren Favoriten: private Pläne. Wir haben auch noch berufliche Pläne angegeben, diese Auswahlmöglichkeit rangiert in der Beliebtheitsskala etwa im Mittelfeld. Auf Rang 2 liegt „nichts / weiß nicht“ – das sagt auch einiges aus – dass jemand an dieser Abstimmung teilnimmt, aber sich nichts vorstellen kann, was er oder sie ankreuzen könnte.

Und diejenigen derzeit etwa 15 Prozent, die sich auf die Landtagswahlen freuen, dürften vor allem AfD-Sympathisant:innen sein. Außer bei uns in Berlin. Hier würde gemäß aktuellen Umfragen die Chance bestehen, die aktuelle Rückschrittskoalition wieder durch ein rot-rot-grünes Bündnis abzulösen, wohingegen ein Bündnis aus CDU und AfD keine Mehrheit hätte. Das stimmt uns in der Tat positiv, wir haben die Landtagswahlen aber wegen der zu erwartenden Grusel-Ergebnisse in den übrigen Bundesländern nicht als Grund zum Freuen angegeben.

Auch, dass die meisten Menschen „privatisieren“, ist ein deutlicher Hinweis auf den Zustand der Gesellschaft, da kann Friedrich Merz noch so viele Aufbruchsreden halten. Und lesen Sie mal, was die Politik Neues bietet – einige negative Tatbestände werden gar nicht erst erwähnt – glauben Sie, dass dadurch ein Ruck durchs Land gehen wird? Das einzig Positive, was wir gesehen haben, ist, dass der Mindestlohn in einem spürbaren Maß angehoben wird. Für uns wird das vor allem Dienstleistungen und Produkte verteuern, aber es ist gerechtfertigt. Noch besser wäre es, wenn es einen entsprechenden Unterbau dafür gäbe, etwa eine dynamisch wachsende Wirtschaft. Davon ist weit und breit nichts zu sehen, wie wir bereits in diesem Artikel besprochen haben: Deutschland: Von der Exportweltmeisterschaft in die ökonomische Bedeutungslosigkeit – Die Konjunkturprognose 2026 bestätigt den Trend (Statista, Analyse, Kommentar) – DER WAHLBERLINER.

Die Konjunkturprognosen liegen aktuell bei einem Plus von 0,8 bis 1,3 Prozent Wirtschaftswachstum, dies nach drei Jahren Stagnation, und nur, wenn Trump nicht noch mehr freidreht und neue Zölle erfindet, und was es sonst an Unwägbarkeiten gibt.

Es ist nicht einfach, für das Jahr 2026 etwas wie ein Leitbild zu erstellen. Konzentriert man sich auf seine eigenen Angelegenheiten, weil man keine Energie mehr auf Dinge verschwenden soll, die sowieso gegen die Mehrheit im Land laufen? Oder sollte man sagen: gerade jetzt, weil die Demokratie mehr als zuvor in Gefahr ist? Gibt es einen vernünftigen Modus, der beides gewährleistet? Hat man die Kraft für die Gestaltung dieses Modus? Im Moment haben wir keine Antwort auf alles. Ein paar Kleinigkeiten haben wir uns vorgenommen, trotz des des Schlusssatzes dieses Beitrags: Der populärste Vorsatz steht da nicht drauf (Statista + Kommentar) – DER WAHLBERLINER.

Nun stimmen Sie aber bitte ab, und, wenn’s geht, nicht mit „gar nichts“. Wenn Sie das wirklich so empfinden, dann müssen Sie etwas dagegen tun. Dabei können Sie sich beraten lassen. Hilfe annehmen ist, wenn man sich auf gar nichts mehr freut, sehr wichtig. Irgendetwas Schönes werden Sie finden, ganz sicher. Wir wünschen es Ihnen sehr!

TH


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