Wo profitieren wie viele Menschen von KI? (Statista + Kommentar zur eigenen Nutzung)

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26.01.2026

Wir führen heute unsere Beitragsreihe zur Künstlichen Intelligenz fort.

Bei der heutigen Recherche hatten wir für das Jahr 2025 sechs Artikel des Wahlberliners identifiziert, die sich zentral mit dem Thema befassen und bisher einen im Jahr 2026.[1]

Lesen Sie bitte auch unseren Kommentar, denn wir haben auch ein wenig über unsere eigene KI-Nutzung geschrieben, vor allem ein Aspekt dürfte Sie interessieren: Wie gehen wir mit den absehbaren Kosten um, wenn wir auf dem Gebiet weiter voranschreiten wollen?

Unser Startbeitrag ist basisch, wir werden ihn per Updates und als Reihe weiterführen. Wie viele Menschen in verschiedenen Ländern nutzen eigentlich KI? Dazu hat Statista im Dezember 2025 eine Grafik erstellt: Infografik: Wie viele Menschen profitieren von KI-Tools? | Statista

Begleittext von Statista

Rund ein Viertel der für die Statista Consumer Insights befragten Deutschen profitieren im Alltag von Tools, die auf künstlicher Intelligenz basieren (wie zum Beispiel ChatGPT). Damit liegt die Bundesrepublik im Ländervergleich im unteren Mittelfeld. In Indien hat jeder zweite Befragte angegeben, von KI-Tools zu profitieren, in China und Südkorea sind es immerhin noch mehr als jeder Dritte. Relativ gering ist der Anteil der Befragten im Mutterland von ChatGPT, in den USA (26 Prozent). Der Chatbot wurde vom US-amerikanischen Software­unternehmen OpenAI entwickelt.

Am wenigsten Anklang finden ChatGPT und Konsorten in Japan, wo nur 15 Prozent der Befragten aus KI-Software einen Nutzen ziehen. Hierbei könnte eine Rolle spielen, dass es in der japanischen Kultur traditionell eine starke Betonung auf Genauigkeit und Qualität gibt. KI-generierte Inhalte, die Fehler machen oder unzuverlässig sind, könnten daher von vielen Menschen skeptisch betrachtet werden.

Unter Künstlicher Intelligenz (KI) ist unter anderem eine Nachbildung sowie Automatisierung intelligenten Verhaltens zu verstehen. Dies findet in unterschiedlichsten Bereichen, wie zum Beispiel bei der Entwicklung von Sprachassistenten, Industrierobotern oder in der Medizin Anwendung. Auch der Zweig des autonomen Fahrens kann darin eingeordnet werden. Die weltweiten Umsätze im Bereich Künstliche Intelligenz werden in den kommenden Jahren laut Prognosen weiter steigen.

Kommentar (heute ganz ohne KI-Nutzung)

Die Europäer sind wieder einmal hintendran und profitieren viel weniger von der KI-Nutzung als vor allem die Inder, aber auch die Chinesen. Komisch, dass auch die Amerikaner nicht besser sind als Deutsche und Franzosen.

Hier zeigt sich wieder ein Problem, das auf „weichen Faktoren“ beruht. Es handelt sich um eine Umfrage, und was Menschen in verschiedenen Ländern unter bestimmten Dingen verstehen, hier als KI-Profit, muss nicht überall das Gleiche bedeuten.

Der Vergleich mit Politik und Demokratie bietet sich an: Was in einigen Regionen als ein Riesenfortschritt angesehen wird, wäre hierzulande ein eklanter, grundgesetzwidriger Rückschritt. Wir sehen häufig, dass gerade Indien bei Gegenständen umfrageseitig vorne ist, die sich nicht in den Fakten der Lebensrealität spiegeln. Es geht, und das bitten wir ganz wertfrei zu verstehen, auch um den Anspruch, den man an eine Technik stellt. In den USA werden viele Menschen einen echten Profit erst dann definieren, wenn sie z. B. KI zum Lösen komplexer Projekte, für den Boost ihres Business oder gar zum Programmieren verwenden können, Europäer dürften sich freuen, Alltagsaufgaben mit KI besser erledigen oder Insellösungen für ihre Arbeit mit KI gestalten zu können, und Menschen in Entwicklungsländern – nun ja, wenn sie einen Chat mit KI führen, der in irgendeiner Form etwas Erhellendes abzugeben scheint. Naivität, Exaltiertheit und eine Form von Nationalismus, die nicht mit der europäischen zu vergleichen ist, liegen dort oft dicht beieinander und dominieren über die nüchterne, kritische und gleichzeitig elaboriertere Umgangsweise mit neuer Technik in fortgeschrittenen Industrieländern. China hingegen sehen wir ein wenig anders, und was wir dort sehen, ist nicht ungefährlich für den Westen.

Auf die kulturellen Unterschiede weist der letzte Absatz des Statista-Begleittextes auch hin, anhand des Beispiels Japan. Die Japaner sind grundsätzlich sehr technikaffin, aber auch an hoher Präzision orientiert und schauen dreimal hin, bevor sie eine KI als per saldo nützlich ansehen oder doch eher für nervig unzuverlässig halten. Ihre Anforderungen an KI sind vermutlich die höchsten, auf die in der Grafik ausgewiesenen Länder bezogen. Das ist wieder eine andere Mentalität als im eher technikkritischen Europa.

Und was machen wir? Einige Artikel, die wir mit KIen im Dialog erstellt haben, sind noch nicht veröffentlicht, dies betrifft vor allem das Filmfest. Die nächste Stufe wird sein, Projekte wie Werkschauen oder Genredarstellungen mit KI-Unterstützung zu bearbeiten. Auch die vorliegende Beitragsreihe werden wir ab einem bestimmten Zeitpunkt in diesem Sinne und testweise KI-integriert bearbeiten. Wo, wenn nicht bei diesem Thema, sollte man experimentieren?

Wir werden im weiteren Verlauf von 2026 wesentlich mehr zum Thema KI verfassen als bisher – nicht zuletzt wegen unserer eigenen voranschreitenden Nutzung der Technik, die uns nun an die Grenzen der kostenfreien Modelle herangeführt hat. Wir werden uns aber auch weiterhin kritisch mit der „Artificial Intelligence“ auseinandersetzen. Zwei Knackpunkte sind unübersehbar: So sehr man sich selbst für intelligent bezüglich der Nutzung hält, man macht sich durch ihre Möglichkeiten abhängiger – im Allgemeinen. Da alle führenden KI-Modelle aus den USA kommen, macht man sich sogar doppelt abhängig, zusätzlich also von einem Land, von dem dringend mehr Abstand geboten ist. Andererseits ist dies nur eine Fortschreibung: Alles, was mit IT zusammenhängt und was privaten „Usern“ zur Verfügung steht, wird in den USA entwickelt, bei Hardware und im Handel kommt es meist aus China, teilweise wiederum mit US-Technik zusammen.

Nur – wie weit will man hinter der Zeit zurückbleiben, um diese Abhängigkeiten zu umgehen? Das muss jeder für sich entscheiden. Wir haben uns so aufgestellt, dass wir KI zugunsten unserer Leser:innen für schnelle Recherchen und bessere Analysen nutzen, wobei wir seit diesem Monat über ein Bezahlmodell nachdenken, weil absehbar ist, dass die besten KI-Modelle sich monetarisieren müssen, damit es nicht zu einem Finanzcrash durch nicht erfüllte KI-Erwartungen großer Konzerne kommt. Das ist nicht altruistisch, weil sich bereits abzeichnet, dass die besten Modelle nur noch für zahlende Nutzer zur Verfügung stehen.

Noch halten wir die Balance, weil wir strikt kontingentieren und verschiedene KIen nutzen, aber für mehr auf Agententätigkeit abgestellte Aufgaben und größere Projekte, die wir nicht verteilen können, sondern mit einem einzigen „Partner“ bearbeiten müssen, werden wir wohl ein wenig in die Tasche greifen müssen. Wie schon bei anderen bezahlten Modulen wie unserer Homepage, ohne dass der Wahlberliner selbst vorerst monetarisiert wird.

Ob das immer so bleiben kann, während für uns die Kosten steigen und wir die Qualität steigern, müssen wir in der Folge ebenfalls evaluieren. Wir halten es für möglich, dass bestimmte Artikel nur noch gegen Bezahlung erhältlich sind, scheuen uns derzeit aber vor allem vor den technischen Herausforderungen, die mit der Einrichtung einer Paywall verbunden sind. Wir sind ja nicht nur kostenfrei, wir verschonen Sie auch komplett mit Werbung. Das tun andere Blogs unserer Ordnung meist nicht, sie fahren in der Regel mindestens eines von beiden Modellen, um ein wenig Geld zu machen. Bisher freuen wir uns über die seit 2025 wieder stark steigende Anerkennung des Wahlberliners durch mehr Zugriffe, aber in unserem System ist die hauptsächliche Anerkennung, die man für seine Arbeit erhalten kann, nun einmal der Euro. Vor allem, wenn man, wie wir, ein Projekt alleine betreibt und kein Team hat, in dem man sich gegenseitig stützen und mit idealistischen Sichtweisen voranbringen kann.

Vielleicht werden wir die damit einhergehenden technischen und ethischen Fragen, wie so viele Dinge in den letzten Wochen, mithilfe einer KI lösen. Wir sind, ohne dass Sie es merken, technisch in letzter Zeit erheblich vorangekommen. Das heißt, Sie werden es schon merken, weil wir trotz schwindenden Zeitbudgets zusichern können, 1 bis 2 Artikel pro Tag zu publizieren. Das geht auf auskömmlichem Niveau nur noch unter Zuhilfenahme von mehr Technik als bisher.

Dafür haben wir zum Jahreswechsel auch unsere Technik fast komplett neu aufgestellt und viel Zeit in diese Angelegenheit investiert, sodass wir erst einmal weniger, nicht mehr geschrieben und veröffentlicht haben. Der Turnaround ist aber erreicht.

Es hat oft genervt, auch KIen haben sich manchmal verfahren und wir haben wieder etwas darüber gelernt, wie präzise man im technischen Bereich prompten muss, um nicht in Sackgassen zu landen. Selbst Fortschritte, über die IT-Profis lächeln würden, sind hart erkämpft, anders als bei politischen, wirtschaftlichen / statistischen und kulturellen Anfragen, wo wir immer noch den Überblick haben, also auch Fehler von KIen relativ schnell bemerken und korrigieren können. Für uns ist die KI-Nutzung im technischen Bereich sogar ein emanzipatorischer Akt. Wir wollen mehr verstehen und selbst machen, und das geht mit KI-Hilfe besser als bisher, wo man unzählige oft unsichere, veraltete, geschwafelte Tutorials und Foren durcharbeiten musste, um überhaupt mal ein Problem zu lösen. Oft hatte es auf die Art gar nicht funktioniert, das ist mittlerweile selten geworden. Wir bekommen langsam auch ein besseres Gefühl dafür, wo man KIen schon vertrauen kann und wo man vorsichtig sein muss, wo Fallen lauern, die möglicherweise zu Schäden führen.

Eine Vorgehensweise, an die wir uns selbst aus Zeitgründen nicht immer halten, empfehlen wir dringend: Immer, wenn es um Geld geht oder wenn Sie in technische Systeme mithilfe von KI eingreifen wollen, die Sie nicht von Grund auf verstehen und daher die Folgen von Eingriffen nicht exakt abschätzen können, machen Sie einen Gegencheck mit einer anderen Quelle, am besten sogar zwei. Journalistisch ist das sowieso üblich, aber es handelt sich hier um eine andere Ebene unserer Arbeit als die Optimierung unseres Workflows mithilfe von KI.

Nun werden wir das Thema also in den kommenden Wochen und Monaten vertiefen und freuen uns, wenn Sie mit uns ein wenig auf die Reise durch die wunderbare, gefährliche Welt der Künstlichen Intelligenz gehen. Mit dieser persönlichen Betrachtung schließen wir den Auftaktartikel, nicht, ohne darauf hinzuweisen, dass wir für Ihren Mehrwert in den Updates oder Fortsetzungen auch wieder KI-recherchierte Informationen bereitstellen werden.

TH


  1. Hier alle bisherigen Beiträge seit Anfang 2025 zum Thema KI

    Wird Gemini uns zerstören? (Meedia-Review mit KI-Analyse + humanoidem Kommentar) – DER WAHLBERLINER

    Aus der LLMArena: Champions, Herausforderer, Auf- und Absteiger: Das KI-Wettrennen ist noch ganz offen (Statista + KI-Recherche) – DER WAHLBERLINER

    Update 2: Arbeitsplatzabbau durch KI +++ Unternehmensziele: Verschleierung, Rückwärtsgang, Spaltungspolitik +++ Goole als KI-Führer (Statista + Recherche + Kommentare) #Google #Meta #Microsoft #OpenAI – DER WAHLBERLINER

    Google ist der KI-Wegbereiter (Statista + Zusatzinfos + Kurzkommentar) #Google #Meta #Microsoft #OpenAI – DER WAHLBERLINER

    KI treibt Stromverbrauch von Rechenzentren – Verdoppelung bis 2030 erwartet (Statista + mehr Infos + Kurzkommentar) – DER WAHLBERLINER

    „KI beeinträchtigt kritisches Denken“ (Info + Kommentar) – DER WAHLBERLINER↩︎

 


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