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Nach der Politik müssen wir uns mal wieder um die Technik kümmern. Nicht in dem Sinne, dass wir darstellen, wie traditionelle Technik, in der Deutschland einmal führend war, den Bach runtergeht, sondern zukunftsorientiert. Auf der Statista-Grafik, die Sie nun sehen, ist Deutschland gar nicht verzeichnet. Wir werden aber in einer Fortsetzung des heutigen Beitrags noch darauf kommen, dass Europa und Deutschland nicht ganz so schlecht dastehen, wie es hier aussieht.
Infografik: China führend bei Finanzierung humanoider Robotik | Statista

Begleittext von Statista
China dominiert die Finanzierung humanoider Robotik-Startups deutlich und hat sich klar an die Spitze gesetzt. Im Zeitraum von 2017 bis zum 1. Halbjahr 2026 liegt das Land klar mit 4,4 Milliarden US-Dollar vor den USA, die auf rund drei Milliarden US-Dollar kommen. Die Infografik auf Basis von Daten der Startup-Daten-Plattform Tracxn verdeutlicht damit eine erhebliche Konzentration der Investitionen auf zwei Märkte.
Hinter den beiden führenden Ländern fällt das Niveau stark ab. Kanada folgt mit 109 Millionen US-Dollar, während Japan mit 69 Millionen US-Dollar bereits deutlich zurückliegt. Weitere Länder wie Israel oder das Vereinigte Königreich spielen mit zweistelligen Millionenbeträgen nur eine Nebenrolle. Das Kräfteverhältnis zeigt eine klare Zweiteilung des Marktes.
Die starke Position Chinas könnte auf eine gezielte industriepolitische Förderung und strategische Priorisierung von Robotik hindeuten. Gleichzeitig unterstreicht die Entwicklung die wachsende Bedeutung humanoider Systeme für Industrie und Dienstleistungssektoren. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte sich der Wettbewerb um technologische Führerschaft weiter zuspitzen.
Kurzkommentar
Wir machen den Einstieg in der Tat kurz, zumal sich dieses Thema ja noch einmal von der KI abspaltet, obwohl auch die Roboter natürlich KI-gesteuert sind, nur mit dem Unterschied zu dem, was wir als Anwender schon kennen, dass sie physische Tätigkeiten ausführen können. Die Träume, was man daraus machen kann, sind viel älter als HAL, die vermutlich erste KI, die sich selbstständig machte, ohne zur Feuerwaffe greifen zu müssen. „2001“ war nur ein Film, mittlerweile passiert es tatsächlich, dass KI-Modelle, denen man zu viel Spielraum gibt, in IT-Systemen marodieren. Aber dies hat nicht das Spektakuläre, das Visuell Aufregende, das sich mit Roboterarmeen verbindet, die sich von Menschen nichts mehr sagen lassen.
In der Industrie arbeiten Roboter schon lange und sehr erfolgreich, aber der Alltags-Assist, der vor allem diejenigen träumen lassen, zu wenig Fachkräfte beklagen oder davon träumen, etwas Besseres zu kriegen als die störanfälligen menschlichen Arbeitenden, der ist immer noch die Ausnahme, zumindest in unseren Breiten – was auch kulturelle Hintergründe hat. Asiaten sind als Anwender viel unkomplizierter und weniger mit ethischen Friktionen behaftet. Der chinesische Weg ist, wie immer, gigantomanisch, aber die USA liegen nicht so weit zurück, dass sie qualitativ nicht mithalten könnten. Wenn China aber bei der KI dominiert, dann wird das auch Auswirkungen auf die Robotik haben.
Bei der Grafik müssen Sie beachten, dass die Balken von China und der USA geschnitten wurden, denn deren Dominanz ist so groß, dass man bei einer Volldarstellung die anderen Länder hätte mit der Lupe suchen müssen. Dadurch diesen Darstellungstrick wirkt die Welt der Robotik-Finanzierung egalitärer, als sie wirklich ist. Kurioserweise wirkt die Grafik ab Platz 5 trotzdem so, als ob es auch zwischen den kleineren Roboterinvestitionsländern wieder Riesen-Unterschiede gibt. Andererseits: 4,4 Milliarden (China) oder 3,1 Milliarden Dollar (USA) zwischen 2017 und 2026, das ist per se nicht viel. Weltweit werden in KI-Systeme allein 2026 weit 500 Milliarden investiert, einige Giganten des Digitalbusiness investieren einzeln über 100 Milliarden und verschulden sich dafür auch. So gesehen, steckt das gesamte Human-Robotics-Business noch in den Kinderschuhen. Vorausgesetzt, hier handelt es sich nicht um einen Fehler von Statista (dergestalt, dass mit Milliarden in Wirklichkeit Billionen gemeint sind, ein solcher Übersetzungsfehler kann zwischen dem angloamerikanischen und dem deutschen Zählsystem leicht passieren, allerdings ist die Angabe auf der Grafik selbst ja in Millionen, nicht in Milliarden dargestellt – hier werden wir noch eine Überprüfungs-Recherche vornehmen).
Und Europa? Entweder sind die deutschen Startups sehr klein oder oben sind nur ausgewählte Länder erwähnt, jedenfalls liegt Deutschland bei der Zahl der jungen Firmen, die sich mit humanoiden Robotern befassen, nach Großbritannien auf Platz 2 in Europa (und weltweit auf Platz 5). Es wäre schon etwas seltsam, wenn das nicht auch zu Investitionen führen würde – oder es wäre nicht ernstzunehmende Spielerei. Leider ist nicht ganz auszuschließen, dass hiesige Versuche auf dem Gebiet ebenso dilettantisch sind, wie sie zum Beispiel im KI-Bereich wirken, wo einzig Frankreich in der EU noch den Eindruck macht, ein wenig mitmischen zu wollen. Wir werden dem in Folgeartikeln etwas mehr nachgehen, die dann auch wieder Mehrwert-Recherchen beinhalten werden.
TH
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