Briefing, Wirtschaft, Economy, Sachsen-Anhalt, Landtagswahl 2026, Sachsen-Anhalt-Wahl 06.09.2026, AfD, CDU, SPD, Grüne, Die Linke, Vergleichsdaten, negative Rekorde, Abwanderung, Schrumpfung, Wettbewerbsfähigkeit, Zukunftsfähigkeit, Fertilitätsrate, starke Alterung, geringe Lebenserwartung, Demokratie in Gefahr, System BRD, Modell BRD, Migration, Remigration, Arbeitsmarkt
Was liegt angesichts einer in wenigen Tagen stattfindenden Landtagswahl für ein Unternehmen, das Wirtschaftsgrafiken erstellt, näher, als eine Wirtschaftsgrafik zu dem Bundesland zu erstellen, in dem die Wahlen stattfinden? Das hat Statista nun für Sachsen-Anhalt getan, und wir haben weitere Daten in den Blick genommen, die wir als Tabelle präsentieren.
Infografik: Wo liegt Sachsen-Anhalts Wirtschaft unter Bundesschnitt? | Statista

Begleittext von Statista
Sachsen-Anhalt liegt bei mehreren ausgewählten Wirtschaftskennzahlen unter dem Bundesdurchschnitt. Besonders groß ist der Abstand beim Forschungs- und Entwicklungspersonal: 2024 kamen im Land 8,5 FuE-Beschäftigte auf 1.000 Erwerbstätige, bundesweit waren es 18,2. Für den Vergleich wurde Deutschland jeweils auf einen Indexwert von 100 gesetzt. Der Indexwert von 46,8 zeigt, dass Sachsen-Anhalt hier weniger als die Hälfte des Bundesniveaus erreicht.
Auch beim BIP je Einwohner:in lag Sachsen-Anhalt 2025 mit 38.452 Euro deutlich unter dem deutschlandweiten Wert von 53.516 Euro. Der Indexwert beträgt 71,9. Beim Arbeitnehmerentgelt je Arbeitnehmer:in lag das Land mit einem Indexwert von 84,8 ebenfalls unter dem Bundesschnitt. Das kann für Unternehmen geringere Arbeitskosten bedeuten, verweist für Beschäftigte aber zugleich auf niedrigere Einkommen und potenziell geringere Kaufkraft.
Die Gründungsintensität blieb ebenfalls zurück: 2025 entfielen in Sachsen-Anhalt 4,7 gewerbliche Existenzgründungen auf 1.000 Erwerbstätige, deutschlandweit waren es 6,0. Daraus ergibt sich ein Indexwert von 78,4. Eine Sonderrolle nimmt die Arbeitslosenquote ein: Sie lag 2025 in Sachsen-Anhalt bei 8,0 Prozent, gegenüber 6,3 Prozent in Deutschland. Der Indexwert von 127,0 steht hier für eine um rund 27 Prozent höhere – und damit ungünstigere – Arbeitslosigkeit als im Bundesdurchschnitt.
Die Kennzahlen bilden keine vollständige wirtschaftliche Bilanz des Landes ab, verdeutlichen aber den Aufholbedarf Sachsen-Anhalts bei wichtigen Strukturindikatoren. Dass wirtschaftliche Fragen für viele Menschen im Land besonders relevant sind, zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer Extra: 22 Prozent der Befragten nannten die Wirtschaftslage und 17 Prozent die Arbeitslosigkeit als wichtigstes politisches Thema in Sachsen-Anhalt. Bildung und Schule kamen ebenfalls auf 17 Prozent. Alle übrigen Themen erreichten jeweils weniger als 14 Prozent. Die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt prägen die politische Agenda im Land damit deutlich.
Mehrwert-Recherche:
Für eine Mehrwert-Tabelle zur Statista-Grafik bietet sich ein klarer demografischer Vergleich an: Sachsen-Anhalt liegt bei fast allen hier abgefragten Kennziffern deutlich ungünstiger als Deutschland insgesamt – besonders beim langfristigen Bevölkerungsschwund, Alter und der Bevölkerungsdichte. Bei der Fertilitätsrate ist der Abstand zum Bundeswert dagegen vergleichsweise klein.
Vergleichstabelle
| Kennzahl | Sachsen-Anhalt | Deutschland | Abstand Sachsen-Anhalt zu Deutschland |
|---|---|---|---|
| Einwohnerentwicklung seit 1990 | Von 2,874 Mio. (1990) auf 2,136 Mio. (Ende 2024): −738.360 Personen / −25,7% | Von 79,8 Mio. (1990) auf 83,6 Mio. (Ende 2024): +3,8 Mio. Personen / +4,8% | Gegenläufige Entwicklung: Sachsen-Anhalt verlor rund ein Viertel seiner Bevölkerung, Deutschland gewann knapp 5% hinzu. Differenz der Veränderungsraten: 30,5 Prozentpunkte. |
| Lebenserwartung bei Geburt | Frauen: 82,3 Jahre; Männer: 75,9 Jahre (Sterbetafel 2022/24) | Frauen: 83,2 Jahre; Männer: 78,5 Jahre (Sterbetafel 2022/24) | Frauen: −0,9 Jahre bzw. etwa 11 Monate; Männer: −2,6 Jahre bzw. etwa 31 Monate. |
| Bevölkerungsdichte | 104 Einwohner je km² (Ende 2024) | Rund 234 Einwohner je km² (Ende 2024; rechnerisch aus 83,6 Mio. Einwohnern und rund 357.600 km² Fläche) | Sachsen-Anhalt erreicht nur rund 44% der bundesweiten Dichte; die Dichte liegt damit etwa 56% niedriger. |
| Durchschnittsalter | 48,3 Jahre (2024) | 44,9 Jahre (2024) | +3,4 Jahre; die Bevölkerung Sachsen-Anhalts ist im Schnitt rund 7,6% älter. Sachsen-Anhalt war 2024 das älteste Flächenland bzw. das älteste Bundesland insgesamt. |
| Fertilitätsrate (zusammengefasste Geburtenziffer) | 1,27 Kinder je Frau (2024) | 1,35 Kinder je Frau (2024) | −0,08 Kinder je Frau bzw. rund −5,9% gegenüber dem Bundeswert. |
Hinweis: Die Lebenserwartung liegt in amtlichen Sterbetafeln getrennt nach Geschlecht vor; ein einfacher Gesamtmittelwert wäre methodisch weniger sauber. Die Fertilitätsrate bezeichnet die rechnerische Zahl der Kinder je Frau im jeweiligen Kalenderjahr – nicht die tatsächliche durchschnittliche Kinderzahl eines realen Frauenjahrgangs.
Redaktioneller Einordnungsvorschlag
Sachsen-Anhalt ist demografisch deutlich stärker unter Druck als Deutschland insgesamt. Während die Bundesrepublik seit der Wiedervereinigung um knapp 5 Prozent gewachsen ist, verlor Sachsen-Anhalt mehr als jeden vierten Einwohner. Das ist nicht nur ein historischer Rückblick: Eine ältere Bevölkerung, anhaltend geringe Geburtenzahlen und die relativ dünne Besiedlung erschweren die Sicherung von Arbeitskräften, Nahversorgung, medizinischer Versorgung, ÖPNV und kommunaler Infrastruktur.
Besonders aussagekräftig ist die Kombination der Werte: Sachsen-Anhalt hat eine um 3,4 Jahre ältere Bevölkerung als der Bundesdurchschnitt und zugleich die niedrigere Geburtenziffer. Die Fertilitätslücke von 0,08 Kindern je Frau allein wirkt zwar überschaubar. In Verbindung mit der seit 1990 stark geschrumpften Zahl potenzieller Eltern und dem Sterbeüberschuss verstärkt sie aber den langfristigen Rückgang. Ende 2024 standen im Land 12.526 Geburten 34.205 Sterbefällen gegenüber; ein Wanderungsgewinn konnte dieses natürliche Defizit nicht ausgleichen.[kommunales-sachsen-anhalt]
Die niedrigere Lebenserwartung verschärft die soziale Dimension: Bei Männern beträgt der Rückstand gegenüber dem Bund 2,6 Jahre, bei Frauen knapp ein Jahr. Damit verweist die Kennziffer nicht bloß auf Altersstruktur, sondern auch auf Unterschiede in Gesundheit, Einkommen, Arbeitsbiografien, Prävention und Erreichbarkeit der Versorgung – Themen, die sich nicht allein demografisch erklären lassen.[statistik.sachsen-anhalt]
Zusammengefasst
Sachsen-Anhalt schrumpft und altert stärker als Deutschland: Seit 1990 verlor das Land 25,7 Prozent seiner Bevölkerung, während Deutschland insgesamt um 4,8 Prozent wuchs. Mit 48,3 Jahren ist die Bevölkerung im Schnitt 3,4 Jahre älter als bundesweit. Auch die Lebenserwartung liegt unter dem Bundeswert – bei Männern um 2,6 Jahre, bei Frauen um knapp ein Jahr. Nur bei der Geburtenziffer fällt die Lücke mit 1,27 statt 1,35 Kindern je Frau vergleichsweise gering aus.[destatis][destatis][destatis]
Datenbasis und Methodik
- Bevölkerung: Für die langfristige Vergleichbarkeit wurden 1990 und der aktuelle amtliche Stand zum Jahresende 2024 verwendet. Deutschland: 79,8 Millionen Einwohner 1990 und 83,6 Millionen Ende 2024. Für Sachsen-Anhalt ist der Rückgang gegenüber 1990 mit rund 26 Prozent amtlich ausgewiesen; Ende 2024 lebten dort 2.135.597 Menschen.[kommunales-sachsen-anhalt][destatis]
- Lebenserwartung: Sachsen-Anhalt und der Deutschlandwert beziehen sich beide auf die Sterbetafel 2022/24. Das verhindert einen irreführenden Vergleich unterschiedlicher Beobachtungszeiträume.[statistik.sachsen-anhalt]
- Durchschnittsalter: Beide Werte beziehen sich auf Ende 2024 und beruhen auf der Bevölkerungsfortschreibung nach Zensus 2022.[destatis][destatis]
- Fertilität: Der Wert von 1,27 Kindern je Frau für Sachsen-Anhalt entspricht dem Durchschnitt der ostdeutschen Flächenländer 2024; die tabellarische Bundesland-Aufschlüsselung weist Sachsen-Anhalt ebenfalls mit 1,27 aus. Deutschland lag bei 1,35.[destatis][dserver.bundestag]
- Bevölkerungsdichte: Der Länderwert beträgt 104 Einwohner je km². Der Bundeswert ist hier als transparenter Vergleichswert aus der Bevölkerung Ende 2024 und der Fläche Deutschlands berechnet und daher gerundet.[kommunales-sachsen-anhalt][destatis]
Kommentar
Wo Sachsen-Anhalt ist, da ist in Deutschland hinten. Geringere Lebenserwartung, gleichzeitig höherer Altersdurchschnitt als andere Bundesländer aufgrund niedriger Fertilitätsrate plus geringer Zuwanderung, wenig BIP pro Kopf und noch weniger High-End-Jobs in F & E. Die Zusammenschau aus Daten aus der Grafik und dem, was wir zusätzlich recherchiert haben, ist mehr als ernüchternd. Nur bei der Arbeitslosenquote, da liegt das Land trotz seiner stark schrumpfenden Bevölkerung höher als der Bundesdurchschnitt.
Als wir dienstlich noch häufiger dort unterwegs waren, vor immerhin fast 15 Jahren, fiel uns schon auf, wie viele alte Menschen es dort zu geben scheint. Fast leere Straßen, mehr Rollatoren als Kinderwagen, bildhaft ausgedrückt. Statistisch ist dieser Eindruck klar untermauert und zeigt sich im Jahr 2026 vermutlich noch stärker.
Man kann es nicht einzelnen Parteien oder gar Politikern in die Schuhe schieben, dass das Bundesland sich so schlecht entwickelt hat. Andere Länder im Osten performen kaum besser – aber eines fällt auf: Sie alle haben ihre Story. Sachsen ist immer noch sehr lebendig und vielfältig und es gibt neben den negativen Tendenzen auch positive, wirtschaftlich, sogar politisch. Thüringen läuft wirtschaftlich nicht viel besser als Sachsen-Anhalt, aber Städte wie Weimar, Erfurt, Jena geben dem Land trotzdem ein Gesicht, das in die Zukunft tragen kann. Selbst Mecklenburg-Vorpommern hat so etwas wie eine Mini-Wende geschafft, mit viel und immer hochwertigerem Tourismus und einigen Highlight-Projekten.
Wahrscheinlich gibt es auch in Sachsen-Anhalt Orte und Unternehmen, die einer Besichtigung wert sind, aber man bekommt nichts davon mit. Man hört oder liest nur noch vom drohenden Untergang der Demokratie durch die AfD. Deswegen haben wir uns heute um die Daten gekümmert. Wir finden klare Belege dafür, warum die Menschen dort alles etwas trostlos finden – obwohl es ihnen persönlich vielleicht gar nicht so schlecht geht. Es ist ja immer alles individuell. Aber es ist auch kein Wunder, dass Sachsen-Anhalt zum Stolperstein für das System BRD werden könnte, das eine Zeit von Frieden und Wohlstand nunmehr seit fast 80 Jahren gewährt hat.
Und dieses System eiert immer mehr. Immer mehr Menschen leben in Armut und das System schafft es nach wie vor nicht, die regionalen Lebenserhältnisse anzugleichen. Es geht sogar wieder weiter auseinander zwischen einigen Regionen im Westen und ein paar starken Clustern auch im Osten, und eben solchen flächigen, schwach besiedelten Landschaften wie Sachsen-Anhalt. Natürlich ist auch dieses Bundesland nicht einheitlich, aber zu allen negativen Assoziationen, die man damit verbindet, gehört eben auch, dass man nicht dieses „aber“ gleich mitdenkt wie bei allen anderen ostdeutschen Bundesländern. Insofern ist Sachsen-Anhalt, das sich nicht einmal nach seinen beiden Namensbestandteilen abkürzen darf, weil diese Bezeichnung historisch belastet ist, eine Art Verdichtung von allem und Symbol für alles, was nach der Wende eben nicht so gut lief. Und es wird von den Nostalgikern alter Zeiten gerne vergessen, dass es generell vor der Wende nicht so gut lief. Wir waren 1990 erstmals in mehreren ostdeutschen Bundesländern und wirklich entsetzt über den Zustand des gesamten Landes. Wir sahen auch das große Potenzial des Aufholens, aber dieser Prozess kam leider ins Stocken. Es ist vieles saniert, aber mehr äußerlich als innerlich.
Wir können hier nicht die Gründe aufschlüsseln, was genau speziell in Sachsen-Anhalt dazu geführt hat, dass es so viele negative Rekorde im deutschen Vergleich hält, dass es die nun auch bald politisch halten wird, mit dem vermutlich höchsten AfD-Wahlergebnis aller bisherigen Zeiten. Nur, dass es einen Zusammenhang gibt, das kann wohl niemand abstreiten. Deswegen ist es für uns selbst immer schwierig, die richtige Position zu finden. Haben wir es nun langsam satt mit dem Gejammer aus dem Osten und der gleichzeitigen extremen Rechtslastigkeit der dortigen Wahlbevölkerung, oder sagen wir, es gibt objektiv Gründe, nicht zufrieden zu sein?
Wenn wir Letzteres bejahen, und die Daten sprechen dafür, es zu bejahen, dann bleibt trotzdem eine Form von Unverständnis: Wie kann man, wenn sich das eigene Land weiter vorne wünscht, ausgerechnet die AfD wählen? Weil die langjährigen CDU-Regierungen es nicht gewuppt haben, es nach vorne zu bringen? Glaubt jemand ernsthaft, die AfD würde es besser machen? Schon jetzt raunt deren Spitzenkandidat Ulrich Siegmund davon, dass man ja auf Landesebene nicht so viel gegen die deutsche Misere tun könne. Anders ausgedrückt: Ohne Bundesregierung unter AfD-Führung auch kein Erfolg für eine AfD-Landesregierung. Das stimmt so aber nicht. Das schlagende Gegenbeispiel ist Bayern, das beim Start der BRD ein sogenanntes Nehmerland im Bundesfinanzausgleich war und mit jahrzehntelanger konsequenter, lobbystarker Industriepolitik zum Innovationsführer wurde. Eine amigo-starke Partei wie die CSU konnte das hinbekommen, weil sie eine Strategie hatte. Von einer solchen Strategie ist bei einer Partei, die aus dem ausgebluteten Sachsen-Anhalt am liebsten auch noch jede Immigration heraushalten würde, überhaupt nichts zu erkennen. Andere Bundesländer versuchen die niedrigen Geburtenraten durch die Einbindung von Immigranten in den Arbeitsmarkt auszugleichen, die AfD labert allen Ernstes davon, dass Deutschland mit 60 Millionen Einwohnern noch so gut funktionieren würde wie mit 84 Millionen.
Selbst, wenn Sachsen-Anhalts Einwohnerzahl dadurch nicht stärker schrumpfen würde als die Gesamtdeutschlands, würden dann dort nur noch 1,5 Millionen Menschen leben anstatt 2,1 Millionen, wie aktuell. Natürlich, es hat einen niedrigeren Ausländeranteil als der deutsche Durchschnitt, diesen haben wir nicht abgefragt. Aber es würde das Folgende passieren: Bundesländer, in denen die Infrastruktur besser ist und der Lebensstandard höher, würden die autochthonen Arbeitskräfte aus Sachsen-Anhalt absaugen, das Land könnte schlicht nicht mithalten beim Wettbewerb um die wenigen jungen Arbeitskräfte im migrationsarmen Deutschland.
Denken die Wähler an solche Konsequenzen? Vermutlich glauben einige nicht, dass die AfD es ernst meint, aber es gab schon einmal eine Partei, die ohne Rücksicht auch auf die wirtschaftlichen und kulturellen Verluste Millionen Menschen einfach aufgrund ihrer Gruppenzugehörigkeit hat umbringen lassen. Auch wir gehen davon aus, dass das heute so nicht mehr möglich wäre, aber die Leute einfach zu vertreiben, würde ausreichen, um einen ähnlichen negativen Effekt für Deutschlands Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu erreichen. Und Sachsen-Anhalt wäre davon wiederum in besonders starkem Maße betroffen. Wir in Berlin müssten uns keine ganz so großen Sorgen machen, denn niemand würde es wagen, diese Stadt zu töten, indem alle Menschen mit Migrationshintergrund, die hier den Laden mittlerweile auch am Laufen halten, zu „remigrieren“. Der Fail, die vollkommene Idiotie dieser Politik, wäre allzu sichtbar, wenn das passieren würde und würde ein Ausschlagen des Pendels in die andere Richtung bewirken – wir hoffen auch, dass eine solche Bewegung schon am 20. September eintritt, wenn Berlin wählen wird. Um Sachsen-Anhalt hingegen würde sich kaum jemand scheren, so wie zu der Zeit, als es noch nicht das mögliche Symbol für den Fall der Demokratie war.
Die harte Realität ist, dass das Land sich mit einer AfD-Regierung noch weiter ins Abseits drängen würde, und deswegen ist diese Besprechung von Wirtschaftsdaten unsererseits mit dem dringenden Appell verbunden, noch einmal nachzudenken, bevor man am Sonntag sein Kreuz bei diesen Blauen macht, die das gefährliche Gift des rückwärtsgewandten Populismus in Menschen injizieren wollen, deren zivilgesellschaftliche Resilienz ohnehin geschwächt ist. Auch Linke können populistisch sein, aber sie haben wenigstens eine soziale Zukunftserzählung zu bieten, die gemäß unseren Berliner Erfahrungen allemal besser ist als eine Rückschrittskoalition, wie wir sie im Moment, noch ohne AfD-Beteiligung, erleben.
Es wäre so einfach, wenn alle Menschen gemäß ihren eigenen Interessen wählen würden. Niemals könnte es dann zu einer AfD-Regierung kommen. Das gilt übrigens vor allem für die „Arbeiter“, die mittlerweile die größte Wählergruppe der Partei darstellen. Ein Fall von kollektiver kognitiver Dissonanz mit Tendenz zum wirtschaftlichen Selbstmord? Wir wollen das hier nicht entscheiden, umso dringender der Appell – nicht irgendwen zu wählen, sondern hinzuschauen, wer tatsächlich Lösungen anbieten könnte für Probleme, die Sachsen-Anhalt ohne Frage hat.
TH
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