Donnerstagabendlied – La Mèr

Nachdem wir heute die Kategorie „Filmfest“ mit der Rezension zu „La règle du jeu“ (1939) gestartet haben, lassen wir nun beim neuen Wahlberliner auch das Feature „Musikwelt“ vom Stapel.

Wir haben ja versprochen, dass Beiträge der Kategorie „Musikwelt“, ganz im Sinn der heutigen Medienrezeption, kürzer ausfallen sollen –  und weil ich kein Musikwissenshaftler bin und Lieder daher nur unzureichend technisch erklären kann.

Nachdem wir also einen Film vorgestellt haben, der entstand, kurz bevor es Nacht wurde über Frankreich und Europa und der wohl zu den besten je gedrehten Kinostücken zählt, nun etwas ganz anderes.

„La Mèr“ war kurz nach der Befreiung Frankreich entstanden, im Jahr 1946, und zählt für mich zu den schönsten Chansons aller Zeiten. Während in der zweiten Hälfte der 1930er der Poetische Realismus, die vorherrschende Richtung im französischen Film, immer mehr ins Düstere drehte und mit Werken wie „Bestie Mensch“ (1938), ebenfalls von Jean Renoir, der auch „Die Spielregel“ inszenierte, die ahnungsvolle Stimmung am Vorabend des Zweiten Weltkrieges spiegelte, als auch die Chansons überwiegend einen melancholischen Einschlag hatten, wie etwa Édith Piafs „Mon Légionaire“ oder ihre Lieder der frühen 1940er,  ist „La Mèr“ das genaue Gegenteil. Ein sonniges, heiteres und zum Ende hin geradezu hymnisches Stück, das nunmehr die kommenden, freundlichen Jahre vorzeichnet – es ging den Menschen bald nach dem Krieg  besser, alle fuhren in den Vacances, den großen Schulferien, die in Frankreich länger dauern als in Deutschland – natürlich ans Meer.

Man kann die schimmernde Côte d’Azur aus diesem Lied wunderbar heraushören und den sanften Rhythmus der Wellen spüren, dem der Rhythmus des Chansons nachempfunden wurde sowie das einmalige Licht an der Südküste Frankreichs, das so viele Maler angezogen hat.

Natürlich muss es die Originalaufnahme mit der sanften Stimme von Charles Trenet sein, auch wenn er beim jubelnden Finale die Aufnahmetechnik an ihre Grenzen führt – es wird häufig so sein, dass wir Originalaufnahmen vorziehen, auch wenn die neueren selbstverständlich einen besseren Klang haben. Es sei denn, ein Lied wurde erst durch eine spätere Interpretation ein Hit und diese Version ist die bekannteste.

Nun aber … es ist Sommer, Juli vermutlich, viele von uns werden auch bald ans Meer fahren oder sind schon dort, also übergeben wir an Charles Trenet, der hier das französische Mittelmeer und nicht die Atlantikküste besingt. So klingt es jedenfalls.

 

La mer
Qu’on voit danser
Le long des golfes clairs
A des reflets d’argent
La mer
Des reflets changeants
Sous la pluie
La mer
Au ciel d’été confond
Ses blancs moutons
Avec les anges si purs
La mer
Bergère d’azur, infinie
Voyez
Près des étangs
Ces grands roseaux mouillés
Voyez
Ces oiseaux blancs
Et ces maisons rouillées
La mer
Les a bercés
Le long des golfes clairs
Et d’une chanson d’amour
La mer
A bercé mon cœur pour la vie
La mer
Qu’on voit danser
Le long des golfes clairs
A des reflets d’argent
La mer
Des reflets changeants
Sous la pluie
La mer
Au ciel d’été confond
Ses blancs moutons
Avec
TH – Musikwelt 1

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