Mach mit beim AfD-Quiz!

2018-06-28 SpottlightDer AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen hat auf dem Augsburger Parteitag am 30.06.2018 vorgeschlagen, etwas  abzuschaffen. Wir haben drei Möglichkeiten zur Auswahl gestellt.

Hier die Auflösung:

a.) Die Löhne. Nein, die sind es nicht. Noch nicht.

c.) Die Deutschen sind es auch nicht. Dies war vielmehr ein Vorschlag von Herrn Meuthens Bruder im Geiste Thilo Sarrazin, den dieser schon im Jahr 2010 gemacht hatte. Leider fanden die Menschen den Vorschlag dieses seltsamen Menschen etwas seltsam und seitdem steigt langsam, aber kontinuierlich die Geburtenrate. Was natürlich dazu führen wird, dass in einigen Jahren mehr Personen in Arbeit kommen und a.) haben möchten und in der Folge auch b.). Daher würden wir der AfD empfehlen, auf einem folgenden Parteitag c.) doch vorzuschlagen, um ihr im Folgenden erläutertes Altersvorsorgekonzept abzurunden.

b.) Es sind also die Renten. Genauer: Die Umlagefinanzierung. Wer jetzt arbeitet, zahlt nach diesem gegenwärtigen Verfahren für diejenigen, die ihr ganzes Leben schon gearbeitet haben, sozusagen als gerechte Anerkennung für deren Lebensleistung.

Auf diesem solidarischen Weg, der die frühere Versorgung der aus körperlichen Gründen aus dem Arbeitsleben ausgetretenen Senior_innen durch die jüngere Generation der eigenen Familie auf Gemeinschaftsebene hebt, läuft die Altersversorgung bisher in Deutschland, wenn auch das, was am Ende dabei herauskommt, erbärmlich wenig ist im Vergleich zur Lebens-Arbeitsleistung und zu arbeitnehmerfreundlicheren Ländern wie Österreich.

Weil nun das Rentenniveau in Deutschland schon so grottenniedrig ist, dachte sich der AfD-Vorsitzende, könnte man die gesetzliche Rente eigentlich ganz abschaffen und zum Beispiel die zwei Drittel aller Berliner_innen, die kein Vermögen aufbauen und nicht in eine private Rentenvorsorge investieren können, mit einer Hartz IV-ähnlichen Grundrente bescheiden und ihnen ein anrechnungsfreies Zusatzeinkommen durch Flaschen sammeln und günstige Verköstigungsmöglichkeiten in Form von sogenannten Tafeln anbieten – egal, viel jene Grundrentenbezieher im Leben gearbeitet haben.

Die etwas umständliche und von vermutlichem Widerstand der neoliberalen Egoisten begleitete Idee, mehr Menschen ins Rentensystem einzahlen zu lassen, damit die Solidarität zu fördern und das Rentenniveau eines Tages fast auf das österreichische anheben zu können, stand hingegen auf dem AfD-Parteitag nicht zur Debatte.

Es wäre daher in der Logik, dass auf einem kommenden Parteitag der AfD der Vorschlag präsentiert werden wird, Arbeitnehmer_innen  auch a.) nicht mehr zukommen zu lassen, sondern sie gegen Kost und Logis arbeiten zu lassen. Damit würden erst gar keine leistungsbezogenen und aus Arbeitslohn zu begleichenden Rentenansprüche entstehen.

Aus Gründen der Generationengerechtigkeit könnte man dann auch die Grundrente abschaffen und es für Senior_innen ebenfalls bei freiem Unterkommen in einer Einraumwohnung und im Wege des weiteren Ausbaus des Modells bei einem Sammelschlafsaal belassen und die Tafeln als staatskostenfreies Modul zur ausschießlichen Ernäherung älterer, ab dem 75. Lebensjahr arbeitsfreier Menschen installieren. Demnach wäre die Hartz -IV-Niveau-Grundrente für Nicht-Kapitalisten nur ein zur Eingewöhnung notwendiger Zwischenschritt und nach Eintritt von c.) wäre auch diese Sammelverwahrung und spendenweise Versorgung mit alten Lebensmitteln obsolet.

Diese weiterführende Idee, welche Rentenansprüche konsequent vermeidet, ist nicht neu, sondern fürsorglichen und die Arbeitnehmer_innen nicht mit anstrengenden Selbstermächtigungsideen und komplizierten Lebensplanungen belastenden Praktiken der Arbeitgeber in den US-amerikanischen Südstaaten abgeschaut.

Diese Praxis in den südlichen USA wurde 1865 von einem Farmersohn namens Abraham Lincoln – sic! – abgeschafft, der die ökonomischen und sozialen Vorteile dieser Ordnung nicht verstanden hatte. Wir sehen aber: Gutes kommt in Teilen und vielleicht sogar im Ganzen immer wieder und freuen uns auf den nächsten Parteitag der AfD, auf dem gewiss erneut eine interessante Mischung aus traditionellen und besonders traditionellen Vorschlägen zu hören sein wird.  Dabei bitte c.) nicht vergessen und vielleicht bei den eigenen Mitgliedern anfangen!

© 2018 Der Wahlberliner

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s