Zur Zerschlagung von ThyssenKrupp (Sahra Wagenknecht)

Medienspiegel 27 / Kurzkommentar

Sahra Wagenknecht, Wochenmal ans „Team Sahra“ vom 22.07.2018: „Durch den US-Fonds Elliott droht dem Unternehmen ThyssenKrupp eine Zerschlagung und in der Folge der Verlust von tausenden von Arbeitsplätzen. Als ich in der zurückliegenden Woche davon gelesen habe, fand ich das gleich doppelt problematisch: Zum einen natürlich aufgrund der konkreten Gefahr für die zahlreichen Beschäftigten des Unternehmens. Zum anderen auch, weil die Bundesregierung sich in dieser Situation wieder einmal gewohnt passiv verhielt. Nötig wäre es statt dessen, endlich politisch gegen Hedgefonds, Private-Equity-Fonds und dergleichen vorzugehen. Solche Heuschrecken brauchen politische Grenzen – nicht Tatenlosigkeit!“

Angela Merkel im „Stern“:  „Merkel sagte in Berlin, sie persönlich schließe sich der Meinung des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) an, der dafür werbe, dass Thyssenkrupp ein «möglichst breit aufgestelltes» Unternehmen bleibe. Dies sei aber zum Schluss eine wirtschaftliche Entscheidung, die das Unternehmen zu treffen habe.“

Gerade bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich diese ergänzende bzw. gegenüberstellende Verbreitung eines Wagenknecht-Statements inklusive dem Plakat so durchführen darf, obwohl sie in ihrer Mail die Verbreitung empfohlen hat – aber das Merkel Zitat soll auch als Beleg dessen dienen, was Sahra Wagenknecht oben schreibt. Und ich bin zu wütend, um lange drüber nachzudenken und Wirtschaftspolitik ist nun einmal mein Kernfeld.

Ich kritisiere Angela Merkels strateglielose, entsetzliche Anti-Wirtschaftspolitik, seit ich über Politik schreibe und werde jetzt den einen oder anderen dieser Beiträge zur Erinnerung nochmal veröffentlichen. Hier geht es um wertvolle Industriearbeitsplätze, die wir dringend erhalten müssen, wenn die Restitution besserer sozialer Verhältnisse noch einmal gelingen soll. Merkels dem Neoliberalismus hörige Ausverkaufspolitik gibt es in dieser Form und Größenordnung in keinem anderen Land. Vermutlich ist auch ThyssenKrupp, wie so viele Unternehmen, vom klassischen Autobauer bis zum Technologieführer in der Robotronik, für die Kanzlerin nicht systemrelevant. Nur die Spekulationsbanken, die mehr Arbeitsplätze vernichten als schaffen, die dürfen natürlich nicht sterben, egal, sas sie versaut haben und wieviel es kostet, sie zu retten.

Würde eine von links bewegte Regierung einschreiten und mit Verstaatlichung drohen, bevor eine Heuschrecke wieder einmal ein wichtiges Unternehmen zerschlägt? Ich kenne die Historie von Krupp  und Thyssen ein wenig, aber wir sind im Jahr 2018 und es geht um Arbeitsplätze, um Werktätige von heute.

TH

 

 

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