SED-Vermögen in der Schweiz (MDR)

Medienspiegel 34

Der deutsche Osten. Die neuen Bundesländer und 1/3 Berlin. Traumatisiert durch ein dysfunktionales System, das fallieren musste. Ausgeraubt von den eigenen Brüdern aus dem Westen im Namen des aggressiven Siegersystems. Und beraubt von den eigenen Bonzen, die offenbar auch mitten im Fail noch einiges für sich selbst bzw. ihre Partei beiseite schaffen konnten. Kein Wunder, dass Deutschland heute mit seinem Trauma-Bündel, dem Stapel-Trauma (schaut man nach, was unter dem noch recht jungen Vereinigungs-Trauma zu finden ist, findet man das Kriegs- und Nazitrauma, darunter das des Ersten Weltkrieges und immer so fort) manchmal so überfordert wirkt und seine Einwohner eine Politik zulassen, mit der sie sich selbst bestrafen, was ja auch – vielleicht nicht ihre bewusste Absicht, aber Resultat ihrer mentalen Disposition ist.

Den verlinkten Beitrag habe ich recherchiert wegen dieser Tatort-Rezension und entdecke jeden Tag neue Wunder und wundersame Dinge, die mir vor allem eines sagen: die großen Vereinfacher auf allen Seiten werden uns nicht weiterbringen. Lesen Sie mal bitte die 116 Kommentare zum Beitrag, es lohnt sich, weil sie viel mehr aussagen als dieser selbst. Mich berührt die darin ausgedrückte Hilflosigkeit. Das Vergangene zu verstehen, einzuordnen, handhabbar zu machen, daran scheitern wir immer wieder, weil seine Deutung zu schwierig und viele Aspekte zu irritierend sind. Schon vergleichsweise simple Vorgänge, wie noch schnell Werte zum persönlichen Vorteil retten zu wollen, Begleiterscheinung aller in Auflösung begriffenen Systeme, entziehen sich simplen Deutungsmustern – wie viel mehr dann die großen weltpolitischen Strömungen? Und doch bleibt uns nichts anderes übrig, als mit unseren begrenzten Mitteln immer wieder Deutungsmuster zu erstellen, sonst würden wir vor lauter Orientierungslosigkeit wahnsinnig.

So muss man die vielen Deutungsversuche, die mit lässiger Arroganz vom Mainstream, mit zorniger Vehemenz von den Gegenöffentlichkeitsmedien vorgetragen werden, aber auch sehen: Als Versuche. Ich kann zum Beispiel den unten beschriebenen Vorgang inklusive dessen Weiterschreibung bis ins Jahr 2017 ganz verschieden deuten. Ich kann sagen, klar, dass die SED, die viele Jahre lang ihrem Volk das materielle Glück geraubt hat, auch noch eine willige Schwesterpartei benutzt, um eine Art Abschieds-Schaden zu hinterlassen, die aus ihrer Strohmann-Funktion dann heraus auch noch das Geld für sich beansprucht. Hingegen ist klar, dass die heutigen Bundeländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die rechtmäßigen „Erben“ des Geldes sind, das ja von einer staatlichen Handelsfirma verschoben wurde und zudem werden die SED und der Staat der DDR deshalb in einen Topf geworfen, weil die SED Staatspartei war.

TH

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