Zwischen Hiroshima, Nagasaki und morgen – #Hiroshima #Klimawandel #Atomkraft #Atomwaffen

Zwischen Hiroshima, Nagasaki und morgen

Essay 5

Am 5. August 1945 fand der erste Atombombenabwurf der Geschichte auf die Stadt Hiroshima in Japan statt, am 8. August 1945 folgte der zweite auf Nagasaki. Seitdem wurden keine Atomwaffen eingesetzt, aber die atomaren Arsenale einiger Staaten sind furchteinflößend. Der jüngste Trend in der deutschen Verteidigungsdebatte ist durch US-Präsident Donald Trump befeuert worden: Müssen die Europäer sich von den USA abkoppeln und wie sieht es dann mit der atomaren Abschreckung aus, die seit deren Gründung im Jahr 1949 Kernpunkt der NATO-Strategie und gleichermaßen ihres Gegenmodells, des Warschauer Paktes war, er bestand von 1955 bis 1991. Einige der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten haben mittlerweile die Seite gewechselt und sind NATO-Mitglieder. Aber wie wahrscheinlich ist ein Atomkrieg und wie realistisch ist Abrüstung heute?

Wir lesen im Moment eher von Modernisierung und davon, dass immer weitere Staaten Atommächte werden und weitere nach der Bombe streben oder den Anschein erwecken – während die Zahl der vorhandenen Sprengköpfe in den USA und Russland etwa gleich ist. In diesem Essay soll nicht verhandelt werden, ob damit auch die Schlagkraft gleich ist, denn wir wissen alle, im Fall eines Atomkrieges reicht sie allemal zur gegenseitigen Vernichtung aus. Ich habe vor einigen Tagen erstmals Stanley Kubricks „Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) gesehen, den wohl bis heute besten Anti-Atomkriegsfilm. Bisher ist die Rezension dazu nicht fertig geworden, weil ich mich dabei immer mehr vom Film selbst hin zum Allgemeinen bewegt habe. Das kennzeichnet unsere Filmkritiken zwar, dass sie einen deutlichen politischen Einschlag haben, aber in diesem Fall ist es misslich, dass das Nachdenken nicht aufhört, weil ich dadurch den Beitrag nicht bis zum 5. August, dem 73. Jahrestag von Hiroshima, fertig bekommen habe. Also setze ich neu an und verlinke vielleicht später diesen Essay mit der Filmrezension.

Es gibt also keine Anzeichen für eine atomwaffenfreie Welt.

Es gibt auch keine Anzeichen für eine atomstromfreie Welt. Die von Otto Hahn, dem Namensgeber des Gymnasiums, an dem ich Abitur gemacht habe, 1938 entdeckte Kernspaltung ist schon kurz darauf zum Spaltpilz für die Welt geworden – so könnte man es bebildern. Es gibt eher friedliche, atomwaffenfreie Länder und die anderen, die Geopolitik mit Atomsprengköpfen machen. Dass es nach Meinung einiger meiner Genossen eigentlich nur ein solches Land gibt und alle anderen keine Rolle spielen und es gerne super friedlich hätten, macht mich eher noch nachdenklicher, als dass es mich erhebt, denn Ideologie ist nicht immer der perfekte Ratgeber für die Erfassung oder gar Gestaltung der Realität.

Aber Hiroshima mahnt doch nun wirklich.

Es ist furchtbar, was damals geschehen ist, zumal mittlerweile eine starke Meinung sich Gehör verschafft hat, die besagt, dass die beiden Abwürfe auf Japan militärisch nicht mehr notwendig waren. Natürlich war das damalige Japan ein ähnlich aggressives und imperialistisches System wie Nazideutschland, aber ebenso nutzen beide Länder heute die Atomkraft „friedlich“ und durch den Reaktorunfall vom 11.03. 2011 in Fukushima entstand erst der plötzliche Entschluss von Angela Merkel, aus der Atomkraftnutzung ganz aussteigen zu wollen – und zwar auf eine extrem teure Weise, nachdem sie zuvor die rot-grünen Ausstiegspläne der Ära Schröder gekippt und Laufzeitverlängerungen beschlossen hatte. Aber in Japan gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Abspaltung, friedliche Atomkraft ja, Atomwaffen nein, nicht weiterhin gut funktionieren würde. Dieser Fokus-Beitrag gibt im Grunde die Situation vor Fukushima wieder, obwohl er vom 15.03.2011 stammt. Wie dummerweise fast alles, hat auch die Atomkraft zwei Seiten. Es ist klar, dass man mit ihrem Einsatz den CO²-Ausstoß schneller und zumindest auf mittlere Sicht günstiger reduzieren kann als mit dem Ausbau regenerativer Energien und wer wollte an einem Tag wie diesem, an dem es draußen wieder 35 Grad hat (in Berlin, nicht in Rom oder Madrid) und ich alle Fenster geschlossen habe, damit die Hitze nicht so reindrückt, wer wollte heute nicht etwas gegen die Treibhausgase tun? Und der deutsche Weg, sowohl die Kohlekraftwerke als auch die Atomkraftwerke schrittweise stillzulegen, der ist eben sehr anspruchsvoll und wir zahlen für ihn mit den höchsten Energiepreisen weltweit. Steht es dafür? Wir werden sehen. Eines erscheint mit aber sicher. Alle Atomwaffen zu canceln und immer mehr Atomkraftwerke zu bauen, das ist inkonsequent, auch wenn es auf den ersten Blick um zwei ganz verschiedene Dinge geht, um Militärstrategien einerseits und die Energieversorgung andererseits. Mir wäre es am liebsten, es gäbe die Atomkraftnutzung weder im einen noch im anderen Bereich. Aber ich weiß, dass das im Moment ein Wunschtraum ist und hoffe, es wird niemals a.) zu einem möglicherweise sogar versehentlich ausgelösten Atomkrieg und b.) nicht zu einer (weiteren) Reaktorkatastrophe kommen – ich hätte beinahe ohne Anführungszeichen geschrieben „in unserer Nähe“, und da sieht man wieder, wie das Mitgefühl abnimmt, je weiter weg sich Dinge zutragen – es sei denn, es stehen mediale Storys dahinter, die weltweit Aufmerksamkeit erregen. Viele kleine Störfälle erregen aber eine solche Aufmerksamkeit nicht.

Ist der deutsche Atomausstieg denn sinnvoll, angesichts einer Armada von Atomkraftwerken rings um die deutschen Grenzen herum?

Ich bin ja im Südwesten aufgewachsen und dort war das sehr anfällige französische Kraftwerk Cattenom immer ein Thema. Ich finde es trotz der Schwierigkeien bei der praktischen Umsetzung richtig, dass Deutschland sich das Ziel gegeben hat, ohne CO²-Bomben und mögliche Großkatastrophenanlagen im atomaren Bereich eine Vorreiterrolle bei der Einrichtung moderner Energieversorgung übernehmen zu wollen und dafür sind klassische deutsche Ingenieurskills erforderlich. Wir hatten nie viele Rohstoffe, also haben wir’s mit Wissen versucht und mit Technik, wir haben nicht die Gebirgslagen, die viel Wasserkraftnutzung ermöglichen und die Sonne schien eigentlich auch nie so zuverlässig wie in südlichen Ländern und der Wind ist mal mehr, mal weniger da. Das erfordert alles viel Know-How vor allem bei der Stromverteilung und -speicherung. Wenn der Klimawandel anhält, wird er vielleicht wenigstens der Solarstromproduktion helfen, wenn er schon sonst fast nur Probleme verursacht. Aber mir ist sehr wohl bewusst, dass alles, was wir hier in Deutschland tun, Pillepalle ist, wenn daraus keine Kettenreaktion entsteht. Das gilt für die Emission von Treibhausgasen, das gilt für die Art der Energieversorgung und grundsätzlich fürs ökologische Wirtschaften. Manches kann uns direkt zugute kommen, wie etwa hochwertiger ökologischer Landbau, aber in anderen Bereichen ist nun einmal die internationale Gemeinschaft aufgerufen, sich zusammen weniger umweltschädlich zu verhalten. Und, leider, so ähnlich ist es auch mit den Atomwaffen.

Was bedeuten würde, dass es wurscht ist, wie Deutschland sich verhält?

Wir haben uns wirklich lange Zeit schön im Schutz der USA fläzen können, deswegen haben wir ja schon Atomwaffen, nur, dass sie eben nicht Deutschland, sondern den USA gehören. Es sind nicht so viele, wie in anderen Ländern teilweise stehen, aber in einem bewaffenten Konflikt wären sie wichtige Kriegsziele. Ich glaube, wenn man über Atomwaffen spricht, muss man erst drüber nachdenken ob das „Gleichgewicht des Schreckens“ funktioniert hat oder nicht. Es gibt viele Kriege im Moment, das wissen wir, und die Atommächte schaffen es tatsächlich, sie alle zu führen, ohne ihre Nukklarwaffen einzusetzen. Man hat Strategien entwickelt, die weit weg sind vom maximalen Potenzialeinsatz, wie es bis zum Zweiten Weltkrieg der Fall war. Alle Staaten schmissen ihr gesamtes Material in die Schlachten. Heute eben nicht mehr denkbar. Und gäbe es die Atomwaffen nicht, wären genug Möglichkeiten biochemischer Natur und alle möglichen Designerwaffen für moderne Kriegsführung denkbar. Ich fürchte, es ist altes Denken, die Atomwaffen singlulär zu sehen. Würden alle Staaten sie von heute auf morgen abschaffen, daran müssten doch gerade die Linken denken, dann stünde die NATO mit ihrer Überlegenheit im konventionellen Bereich doch im militärischen Sinn fast so konkurrenzlos da, wie das Wirtschaftssystem ihrer Länder alle anderen Ideen erst einmal niedergerungen hat. So, wie die Lage jetzt ist, gibt es eben noch das Gegengewicht in Form der russischen Nuklarwaffen.

Also ist der gegenwärtige Einsatz gegen die US-Raketen in Deutschland nur Symbolpolitik?

Nach meiner Ansicht muss das sein, damit die linke Seele sich wohler fühlt, auch wenn ich weiß, dass diejenigen, die jetzt nach Rheinland-Pfalz gefahren sind, nie irgendwohin fahren würden, um gegen russische Atomwaffen zu demonstrieren. Aber okay. Kein Mensch ist wirklich in der Mitte der Dinge und im Besitz des Schlüssels zur Objektivität und es ist allemal besser, gegen Waffen aufzustehen als dafür. Apropos: Deutschland hätte längst eigene Atomwaffen, wenn nicht durch einen Regierungswechsel in Frankreich im Jahr 1958 das damals schon vorhandene Projekt einer gemeinsamen europäischen Verteidigung mit quasi gemeinsamen Atomwaffen gekippt worden wäre. Man muss Charles de Gaulle dankbar für seine Zeihen der deutsch-französischen Versöhnung sein, aber wohl auch dafür, dass er dieses Projekt gestoppt hat. Denn ob es im Kalten Krieg so wirksam gewesen wäre wie die bipolare Abschreckung der Großmächte, ist zumindest fraglich.

Die Abschreckung hat also funktioniert.

Die Welt stand mehrmals kurz vor einem Atomkrieg, 1962 mit vollem Wissen der Verantwortlichen, 1983 kurzfristig aufgrund eines technischen Fehlers. Ich würde eher sagen, wir hatten Glück.

Was ist mit der Forderung nach deutschen Atomwaffen?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die NATO sich auflöst, Trump hin oder her, und dass es stattdessen in absehbarer Zeit zu einem paneuropäischen System unter Einschluss Russlands kommt. Nicht unter den herrschenden geopolitischen Bedingungen. Vor allem jedoch nicht bei gleichzeitiger unredigierter Bewahrung des Systems, das diese Bedingungen mitverantwortet, des Finanzkapitalismus. Diese Wirtschaftsform wird immer aggressiver, weil sie immer mehr Schwierigkeiten mit der Amortisierung und Allokation hat und solange dies so ist, brauchen wir nicht groß über Entspannung zu diskutieren. Es ist bezeichnend, dass die politische Entspannung vor allem während Phasen stattfand, inklusive einiger Abrüstungsverträge, in denen wirtschaftlich nicht so viel Druck auf dem Kessel war, also nach der Kubakrise und etwa ab der Mitte der 1980er und dann für etwas mehr als ein Jahrzehnt.

Ich sehe daher die Diskussion um deutsche Atomwaffen als fürs Schaufenster gedacht an. Jeder kann sich hier positionieren, ohne dass es Konsequenzen hat, ganz anders als beim Thema der Geflüchteten. Ob das angesichts begrenzter Ressourcen im politischen Raum sinnvoll ist, darüber darf wiederum kontrovers diskutiert werden. Leider habe ich den Eindruck, die Linken lassen sich wieder von den Scharfmachern auf dieses Feld führen. Aber ganz sinnlos ist die Sache für diejenigen, die sie in die Welt gesetzt haben, nicht: Schließlich kann die Verschiebung der „Meinungsachse“ auch ein guter Zweck sein, um Themen zu lancieren. Tabus aufbrechen ist ja in Mode gekommen, so schnell können PoC-mäßig gar keine neuen errichtet werden. Und ich glaube, keine eigenen Atomwaffen ist doch bisher in der hiesigen Zivilgesellschaft beinahe Konsens gewesen. Da kommt natürlich die Unsicherheit, die von Präsident Trump geschaffen wird, denen gut, die immer schon der Meinung waren, Deutschland weise einen gewissen Mangel an vollständiger Souveränität auf. So liegen nun also die deutschen Atomwaffen in der Schaufensterauslage. Als Attrappen, doch sichtbar.

Es läuft also wieder darauf hinaus, dass erst die Wirtschaftsordnung solidarischer werden muss.

Ich kann’s nicht ändern, es ist so. Gegenwärtig halte ich eine komplette atomare Abrüstung für ebenso utopisch wie zwei, drei andere linke Ziele, deswegen kann ich nur dringend darauf hinweisen, dass es wichtig ist, die konfrontative Wirtschaftsordnung zu reformieren, die eben nicht durch den friedlichen Welthandel Gleichberechtigter gekennzeichnet ist. Schön wär’s ja, aber in Wirklichkeit drücken mehrere mächtige Staaten den Rest der Welt immer mehr an die Wand, weil sie selbst eben Probleme haben, sich noch weiterzuentwickeln und selbst intern immer größeren Spannungen ausgesetzt sind. Wer die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Deutschland und anderen wichtigen Industrieländern verfolgt und analysiert hat, muss die Zeichen verstehen: Eine Brutalisierung ist doch wohl kaum abzustreiten, und dies auf allen Ebenen. Es ist das Erbe der kolonialistischen und imperialistischen Europäer, das heute den Gang der Dinge weltweit bestimmt. Dass sie dabei selbst etwas unter die Räder kommen könnten, weil andere Völker dynamischer sind, mag eine Ironie der Wirtschaftsgeschichte sein, aber es ändert nichts daran, dass alle diesem Modell gefolgt sind und es immer weiter vorantreiben. Wer in der Wirtschaft tätig ist, weiß, dass dort vielfach über Eroberungsstrategien auf Märkten nachgedacht wird. Der heutige Krieg wird mit der und durch die Wirtschaft geführt und manchmal helfen die Staaten nach, um der Wirtschaft zu helfen, wie im Nahen Osten. Atomwaffen spielen bei all dem keine Rolle.

Nein?

Gut: Gäbe es sie nicht, gäbe es noch weniger Haltelinien, das stimmt wohl und ist ziemlich traurig. Diese menschliche Eigenschaft, immer die Grenzen auszureizen und jedes Machtvakuum zu füllen, die ist so dominant, dass wir froh sein können, dass die großen Länder Atomwaffenarsenale haben. Europa war wohl so lange friedlich, wie das Gleichgewicht des Schreckens es vor neuen Kriegen weitgehend, nicht vollständig, bewahrt hat. Dass dieses Gleichgewicht riskant ist, gefährlich –  ja, natürlich. Wegen des Vernichtungspotenzials. Aber ohne dieses wäre die Welt kein sichererer Ort unter den Bedingungen der entfesselten Wirtschaftskonkurrenz. Dieses Arsenal entspricht also unserer gegenwärtigen Ordnung im Ganzen.

Dann müsste sich ja die Frage anschließen, ob man je noch einmal zur Entspannungspolitik kommen wird.

Als nur zwei Länder – im Wesentlichen – miteinander zu verhandeln hatten, mit Bindungswirkung für den Rest der Welt, konnte es solche Phasen geben. Aber  heute? Wer zum Beispiel sagt, die NATO sei obsolet geworden und wir brauchen ein paneuropäisches System inklusive Russland, sagt ja gleichzeitig, wir haben uns dem russischen anstatt dem amerikanischen Atomarsenal anzuvertrauen – oder unterzuordnen, wenn alle anderen außer Frankreich, das sowie so die FdF, die Force de Frappe hat, atomwaffenfrei bleiben. Das UK lasse ich mal aus bestimmten Gründen raus. Ich halte den Ersatz der USA durch Russland im Maßstab 1:1 nicht für eine wirklich fortschrittliche Idee. Solange wir nicht in der Lage sind, die Schädlichkeit der Entwicklung unserer gegenwärtigen Wirtschaftsordnung zu übersehen und daraus pazifistische Schlüsse zu ziehen und aufgrund dieser Schlüsse weltweite Vereinbarungen zu treffen, halte ich den Status Quo für das Beste, was wir haben können. Ohne deutsche Atomwaffen, aber geschützt durch die NATO. Ich würde mir eine neue Ausrichtung der NATO wünschen, die sich nicht so auf Russland fixiert, sondern den vielen Unwägbarkeiten der heutigen Weltpolitik mehr Rechnung trägt – aber das ausgerechnet mit einem US-Präsidenten, der selbst so unwägbar ist? Die Lage ist verzwickt.

Gibt es wirklich keinen pazifistischen Ansatz, der sich mit dem Symbol Hiroshima verknüpfen lässt?

Den habe ich aufgezeigt. Und damit kann man sehr wohl hier und heute anfangen. Ich habe manchmal den Verdacht, dass einige Linke auch deshalb so viel mit Themen wie der Atomrüstung zugange sind, weil sie nicht so die detailbesessenen Tüftler im Sinn einer konkreten Ausgestaltung des sozioökonomisch-ökologischen Wandels sind, also für Politik im Hier, im  Jetzt, vor Ort. Deshalb sind sie immer in der Weltpolitik unterwegs, obwohl sie dort überhaupt nichts zu melden haben.

Hingegen: Der Kampf gegen den Treibhauseffekt könnte ein erster Ansatz zu einem neuen globalen Verständnis werden, denn dazu müssen alle großen Länder ihr Wirtschaftssystem justieren – diejenigen, die sich in Deutschland für diesen Kampf stark machen, denken zwar auch global, aber da gibt es immerhin eine Chance, dass in nächster Zeit etwas läuft oder schon am Laufen ist, vor allem, wenn man die USA wieder mit ins Boot bekommen kann und China vielleicht noch die Kurve kriegt. Da sind Prozesse zu beobachten, die mit jedem Supersommer mehr Relevanz bekommen. Wenn man wirklich in Bewegung kommen will, muss diese Bewegung ökologisch und sozial ausgerichtet sein, das eine, wir werden es noch sehen, wenn die Wirtschaft sich weiter festfährt und immer mehr Ungleichheit produziert, geht nicht ohne das andere. Das alles sind keine elitären Themen, die man von anderen Gegenständen abspalten und zudem fragmentarisch behandeln kann.

Die Konsequenz aus Hiroshima ist heute vor allem: Das Verglühen dieser Städte ist ein Symbol, dessen Bedeutung nicht geringer geworden ist, sondern sich erweitert hat. Ich empfinde die rissige Erde, die sich jetzt überall zeigt, sogar bei uns, als ebenso apokalyptisch wie den Zustand dieser Städte nach den Bombenabwürfen im August 1945. Es muss wohl alles schon ziemlich nah sein, damit wir lernen, in Zusammenhängen zu denken. Es ist aber auch schon ziemlich nah.

© 2018 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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