#Sonntagsfrage (#Civey): Nochmal gutgegangen, SPD – #AfD #SPD #Union #Aufstehen #Grüne #DIELINKE

Umfrage & Ergebnis 13

Die neueste Sonntagsumfrage gemäß Civey ist natürlich keine, weil ich sie soeben abgerufen habe (Stand Freitag, 24.08.2018, 15:45 Uhr). Dieses Mal ohne eigenes Voting, sondern nur als Ergebniseinsicht, daher ausnahmsweise keine Kenntlichmachung meiner persönlichen Präferenz in Blau. Dafür dieses Mal die Ergebnisse vom 09.08.2018 in Klammern.

Was ist heute das prägnanteste Ergebnis? 

CDU/CSU 31,2% (+1,4 %)
SPD 17,6% (+1,0 %)
GRÜNE 14,3% (+0,1 %)
FDP 08,2% (+0,5 %)
LINKE 09,7% (-0,4 %)
AFD 14,1% (-1,9 %)
Eine andere Partei 04,9% (-0,5 %)

Was ist heute das prägnanteste Ergebnis? 

 Es gibt drei etwa gleichrangig wichtige Entwicklungen, aber vielleicht doch das am meisten Hervorstechende ist, dass die SPD im Abwehrkampf um Platz 2 einen Zwischensieg errungen hat. Nicht, weil sie selbst so viel besser geworden wäre (+ 1 Prozent gegenüber unserer letzten Abfrage), sondern, weil der Höhenflug der Grünen ein wenig Pause, trotz der medial sehr offensiv begleiteten Sommertour „Des Glückes Unterpfand“. Es gibt auch keinen RÜckgang, aber am besten sind die Grünen im Moment wirklich, wenn sie gar nichts tun und die anderen Fehler machen lassen.

Der zweite auffallende Trend ist, dass die AfD erheblich verloren hat. Der Rückgang um 1,9 Prozent ist bemerkenswert und vielleicht hat man zuletzt mit den kruden Bemerkungen und Thesen und Sommerloch-Füllern doch überzogen. Vor allem die wirklich üblen, von einem bemerkenswerten Hassprofil zeugenden Ausfälle von Beatrix von Storch waren wohl selbst vielen AfD-Sympathisanten zu krass. (Genua-Tweet, Gendergaga, Klimanazis etc.). Und da die Partei noch keinen großen festen Kern  hat, also noch recht wenige Stammwähler_innen, kann sowas  schnell zu einem Abwärtstrend führen. Der Anfang vom Ende der AfD ist das sicher nicht, denn was ihr die Menschen in die Arme treibt, das liegt ja weiter auf dem Tisch.

Und zum Dritten: Die Union hat die 30-Prozent-Hürde wieder genommen und nähert sich ihrem langfristigen Potenzial von etwa 34 Prozent der Wahlberechtigten. Auch dafür gibt es einen guten Grund oder gleich mehrere: Die Streitinszenierung zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer um die Zuwanderung ist erst einmal zu Ende, jetzt wird gearbeitet – an einem Einwanderungsgesetz, und dafür ist Seehofer ja zuständig. Nicht zu unterschätzen: Angela Merkel macht derzeit ihre Außenpolitik mal wieder selbst, wie immer, wenn es wichtig wird – und es ist auch eine Sommertour, wie bei den Grünen Habeck und Baerbock, eine Werbereise. Nur, kanzlerinnengemäß führt diese Tour in die weite Welt. Dass sie sich mit Wladimir Putin getroffen und dieser ihr einen Strauß weiße Rosen geschenkt hat, ihre Bilder von solchen Treffen auf Instagram, die wie Urlaubsfotos aussehen, dass sie nirgends etwas tut, was die Stimmung verhageln könnte und auch in Gegenden unterwegs ist, die wiederum mit Russland ein Sträußchen ausfechten und dass sie Trump erst einmal rechts liegen lässt,  sich damit auch ein wenig unabhängig darstellt, das kommt gut an.

Da kann sie endlich seit Langem mal wieder den Kanzlerinnenbonus ausspielen. Und sie vergisst ja nicht, sich auch in Sachsen zu zeigen, wo es besonders wichtig und schwierig ist. Die Vorgänge in Dresden und ihre souveräne Reaktion, das alles lässt sie Boden gut machen. Sie macht sozusagen Aktivurlaub, erholt sich nach einem sehr schwierigen Frühjahr und Frühsommer auswärts – und mit erholen sich die Umfragewerte der Union ein wenig. Kleine Störungen wie die Dienstpflichtdebatte oder die Schwarz-Tiefrot-Vorstöße und die folgenden Zurückweisungen sind da eher von untergeordneter Bedeutung.

Eine gewisse Normalisierung oder Stabilisierung der Lage ist zu beobachten – und damit fällt DIE LINE auch wieder unter 10 Prozent. Ich war gespannt, ob der bevorstehende Start von „Aufstehen“ in zehn Tagen der LINKEn bereits einen Vor-Schub gibt. Tut er aber nicht. Was ich daraus ableite, ist vor allem nicht gut für DIE LINKE. Ganz offensichtlich wird die Wagenknecht-Bewegung derzeit nicht als Turbo für DIE LINKE angesehen, welcher ihr neue Wähler zuführen und verloren gegangene zurückholen und sie endlich wenigstens mal auf sichere 12 Prozent oder so bringen könnte. Wagenknechts Fehler ist das allerdings nicht, sondern der ihrer parteiinternen Gegner: Wenn ich bei jeder Gelegenheit betone, dies sei kein Projekt der LINKEn, wie der Co-Vorsitzende Riexinger das getan hat. dann identifizieren die Menschen es natürlich auch nicht mit der LINKEn. Das Gegenteil zu tun, ist allerdings auch nicht unproblematisch, aber warum, erzähle ich mal demnächst. Es bleibt schwierig und spannend.

© 2018 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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