#Sonntagsfrage (#Civey / #Insa): Die Blauen kommen und die SPD kommt ihnen entgegen – #AfD #SPD #Union #Aufstehen #Grüne #DIELINKE

Heute habe ich wieder an der aktuellen Umfrage des Berliner Instituts Civey „Wen würden Sie wählen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre?“ teilgenommen. Gegenüber dem ARD-Deutschlandtrend, den wir zuletzt als Grundlage fürs aktuelle politische Stimmungsbild genommen haben, hat sich nicht so viel verändert. Ist ja auch erst eine Woche her.

Dieses Mal in Klammern Vergleichzahlen des Instituts Insa (für die FAZ ermittelt) vom 07.08.2018. Die Civey-Zahlen haben wir am 08.08. gegen 19 Uhr gezogen.

Allerdings weichen selbstredend die Ergebnisse der verschiedenen Meinungseinholer voneinander ab, wobei ich Civey deshalb besonders gut finde, weil sie jeden abstimmen lassen, der mitmachen will – und dann eien Algorithmus über alles legen, der das schiefe Bild „repräsentativ“ macht. Zum Beispiel würden sonst viel höhere Zahlen für die kleinen Parteien herauskommen, weil deren Unterstützer ein bisschen mehr auf Meinungsmache aus sind – außer den FDP-Anhängern, die nehmen’s eher gelassen, dass ihre Partei – pardon, die Zustimmung zu selbiger – in letzter Zeit irgendwie vor  sich hin bröckelt. Dieser Algorithmus scheint zu funktionieren, Civey ist oft sehr präzise – besonders bei meiner Partei ist mir das schon häufiger aufgefallen.

29,8% (30)

CDU/CSU
16,8% (17) SPD
14,2% (12) GRÜNE
7,7% (8) FDP
10,1% (11) DIE LINKE
16,0% (17) AFD
5,4%

Eine andere Partei

Ich habe nicht mit Plus / Minus operiert, weil man eben nicht mehrere unterschiedliche Quellen direkt vergleichen sollte, aber auch nach Civey kommt die „Große Koaliton“ (ab jetzt immer in Anführungszeichen) nur auf 46,6 Prozent (ARD zuletzt 47 Prozent, Insa jetzt ebenfalls 47 Prozent). Bisschen mehr für die CDU und erschreckende 16,8 Prozent für die SPD. Zwar liegt die AfD auch eins niedriger als zuletzt bei der ARD (bei Insa aber weiterhin auf Level 17), doch tut die SPD wirklich alles, um ihr entgegenzukommen und ihr das Überholen zu ermöglichen. Hm. Irgendwas stimmt an dem Bild nicht, ein Teilnehmer muss auf Geisterfahrt sein. Und – wusch! Gemäß Insa haben wir jetzt sogar den beinahe historischen Moment erwischt, in dem die beiden Parteien auf gleicher Höhe sind.

So viel Kooperationsbereitschaft hätte ich nicht einmal der aktuellen SPD-Generation zugetraut, obwohl sie sich doch lieber totkooperiert als irgendwann Kante zu zeigen und auszusteigen aus der nunmehr dritten Koalition unter Kanzlerin Merkel, die ihr offenbar nicht guttut. Aber Politiker, die sich abschaffen wollen, haben mit sich selbst eben auch wenig Mitleid. Dieser Hauch von Action und „Wir machen auch mal was“ während der heißen Phase der Diskussion über die Geflüchteten ist schon wieder vorbei.

Die Grünen und DIE LINKE liegen dichter zusammen als in der ARD (bei Insa sogar nur um ein Prozent auseinander) und ich rätselte jetzt wirklich, welcher Umfragejob hier der bessere war. Haben die neuen grünen Chefs Baerbock und Habeck irgendwas falsch gemacht? Kaum, ist ja Sommerloch und die Grünen halten sich auffällig zurück.

Bis auf den Klimawandel, dafür haben sie Katrin Göring-Eckhardt als Spezialistin. Glücklicherweise, sonst hätten die Anti-Klima-Nazis gegenüber den Klimanazis glatt die Oberhand. Ich denke, dieser Somme müsste den Grünen helfen, denn keine andere Partei hat sich für den Klimaschutz so stark gemacht, ich habe es live mitbekommen. Damals war auch Sommer, vor der Bundestagswahl, aber die 17er Ausgabe des Klimawandels ließ ja eher darauf schließen, dass wir kein mediterranes, sondern Monsunklima bekommen werden. Jedenfalls wirkte das Thema, vorgetragen von Renate Künast, ein wenig oberhalb des Rahmens der Veranstaltung angesiedelt, denn es ging vor allem darum, dass die Kandidat_innen für unseren Bezirks sich vorstellen und was sie im und für den Bezirk so alles vorhaben zu tun, wenn wir ihnen die Chance dazu geben.

Ich schweige mich lieber darüber aus, wer das Mandat geholt hat und wie diese Person zum Beispiel bezüglich des drängenden Wohnraumproblems aufgestellt ist. Wähler sind eben Wähler und nicht lauter Genies, sonst würden sie das Wählen ihren Hunden und Katzen und Papageien überlassen.

Was meine Partei angeht, sie hat’s wieder. Sie liegt wieder über der 10. Und bei Insa sogar bei 11 Prozent. Der #Aufstehen-Schock, diese unerhörte Aufforderung, scheint einigermaßen überwunden zu sein, vielmehr freuen sich alle, die jahre- und jahrzehntelange stillgehalten haben (warum bloß?) darauf, sich entdlich unter kundiger Anleitung in Bewegung setzen zu dürfen. Vielleicht geht es aber genau darum, nämlich um die kundige Anleitung. Für das noch aktuelle Führungsquartett haben die Linken im Land jedenfalls bisher nicht die Bastille, sprich das Kanzleramt, gestürmt.

Na gut, doch noch zur Union. Ich freue mich für Helmut Kohl. Dass er rechtzeitig verstorben ist, um das Abrutschen seines Vereins unter die 30 Prozent nicht mehr miterleben zu müssen.

Was hält Angela Merkel noch am Kanzlerinnenstuhl fest? Das verteht sich doch von selbst, sie ist ja eine sehr pflichtbewusste und legalistische Person: Ihr Auftrag ist noch nicht erfüllt. Der Berg an Zukunftsproblemen, den sie hinterlassen wird, ist noch nicht groß genug und die CDU/CSU ist noch nicht klein genug. Mag sie auch manchmal etwas müde wirken – es steht nicht im Vertrag, dass sie in den Ruhestand gehen darf, bevor die AfD nicht auch die Union überholt hat und es gibt weitere Bedingungen, die der sicheren Erfüllung harren. Mit wem sie den Vertrag geschlossen hat? Nun los, ihr Verschwörungstheoretiker-Bande, strengt euch mal bisschen an.  So schrecklich kompliziert ist es gar nicht. Ich sage nur: Damals!

TH

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