Damals: Sarrazin schafft sich ab – in Kreuzberg / #Sarrazin #ThiloSarrazin #Islam #Deutschlandschafftsichab #Kreuzberg #FeindlicheÜbernahme #Finanzsenator #Berlin

2018-06-28 SpottlightSieben Jahre und kein Durchbruch für und mit Thilo Sarrazin

Aus gegebenem Anlass, der Vorstellung von Thilo Sarrazins neuem Buch „Feindliche Übernahme“ in diesen Stunden (aktueller Kommentar dazu vom „Tagesspiegel“), spüren wir durch das Re-Posting eines Beitrags aus dem Juli 2011 nach, wie es ist, wenn Thilo Sarrazin tatsächlich versucht, sich Migranten anzunähern – bei einem Marktbesuch in Kreuzberg. Der damalige Finanzsenator von Berlin, der nicht nur als Anti-Islam-Theoretiker, sondern auch mit praktischen Tipps für ärmere Menschen als Lebenslagen-Ratgeber einen Ruf hatte („7 Pullover übereinander sind die für Hartz-IV-Empfänger angemessene Wohnungsbeheizung bei Minusgraden“ – sinngemäß wiedergegeben) hat nun also nachgelegt und wiederholt gemäß Presse viele Aussagen, die er schon in seinem Bestseller „Deutschland schafft sich ab“ getätigt hat.

„Hohlberliner“ war beim „ersten Wahlberliner“ das Feature, das in etwa dem  heutigen Spottlight entspricht – mit vom heutigen ein wenig abweichendem Duktus.

***

Hohlberliner: Thilo Sarrazin schafft sich selbst in Kreuzberg ab – Video und Programmankündigung: ZDF, 22. Juli 2011, 23 Uhr 15.

Posted on 20. Juli 2011 

Zwei Tage lang haben wir überlegt, ob wir die Sache überhaupt aufgreifen sollen, diesen Einmarsch von Sarrazin in Berlin-Kreuzberg und Berlin-Neukölln.

Aber müssen wir das nicht, als Wahlberliner? Wie man sieht, wir haben es getan. Außerdem sind dies Szenen aus Kiezen, die nicht weit von unserem entfernt liegen und den „Türkenmarkt“ am Maybachufer, den konnten wir, bevor wir an unseren jetzigen Wohnort zogen, zu Fuß in zehn Minuten erreichen.

Also geht uns das, was auf den Videos zu sehen ist, etwas an; als Wahlberliner ohnehin. Den richtigen Zungenschlag zu finden, das war allerdings das Problem und wir machen’s jetzt einfach so: Wir versuchen es gar nicht erst, bevor wir nicht die Dokumentation dieses seltsamen Sarrazinschen Versuches, Integration vor Ort zu diskutieren, am kommenden Freitag, dem 22.07.2011, um 23:15 Uhr im ZDF angeschaut haben.

(Leider wurden die beiden Videos aus Urheberrechtsgründen mittlerweile entfernt, die Links zu den Pressemeldungen sind aber alle noch aktiv – Anmerkung August 2018.)

Deswegen, liebe Leser, sehen Sie die beiden Videos als Element der Programmvorschau an. Gerade bei diesem Thema möchten wir mit einer ausführlichen Stellungnahme warten, bis wir besser wir nach dem Lesen einiger Pressestimmen die Originaldokumentation gesehen haben – dafür haben wir uns den späten Freitagabend freigehalten. Immerhin scheint es so zu sein, dass Sarrazin der Ausstrahlung zugestimmt hat. Dass er Mut – oder Chuzpe? – hat, wie schon anhand der Veröffentlichung seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ bewiesen, dessen Thesen die Grundlage der auf den Videos zu sehenden Szenen sind, wird wohl nicht die zentrale Feststellung sein, die nach Analyse zu treffen ist. Wer das Buch nicht kennt, aber trotzdem grundsätzlich informiert sein möchte, die Wikipedia hat viel Wesentliches zu dem Werk zusammengetragen (Link hinter dem Titel).

Wir haben ein aber schon einige Stimmen für Sie zusammengetragen, die sich unterschiedlich zur Sache äußern. Interessant sind u. a. die unterschiedlichen Darstellungen dazu, ob der Restaurantbesuch von Sarrazin, der letztlich nicht zu einem netten Essen mit gepflegter Diskussion führte, vorher abgesprochen war oder nicht.

Deutsch-türkische Nachrichten vom 20. Juli 2011.

N-TV vom 19. Juli 2011.

Focus vom 18.07.2011. (diese dpa-Quelle verwenden auch andere Nachrichtenmedien)

Zeitgeschehen-aktuell vom 18.07.2011

Selbstverständlich lässt sich beim intensiven Google-Besuch noch mehr finden, u. a. instrumentalisieren diverse rechtsgerichtete Online-Publikationen das Thema in teilweise recht detaillierter Form. Das waren noch Zeiten, als die Leitmedien offline und alleine betimmten, wo’s lang geht. Manchmal, trotz unserer eigenen ungeahnten Publikationsmöglichkeiten und diverser kritischer Artikel zu den traditonellen Medien, wünschen wir uns diese Zeiten beinahe zurück. Online ist nicht nur gut, um Freiheit und Demokratie ganz schnell in und um die Welt zu tragen, man kann auch in Windeseile Desinformation verbreiten. Und nicht jeder ist gegen Desinformation gefeit, nur, weil er in der Lage ist, einen Computer zu bedienen.

Allein die Unübersichtlichkeit der medialen Lage und die vielen seltsamen Verbündeten, die sich bei solchen Sujets immer zusammenfinden und überhaupt der viele Output zum Thema könnten Kopfschmerzen verursachen, aber wir ersparen uns und Ihnen diese und berichten möglichst eigenanschaulich, seriös und hoffentlich mit gesundem humanistischem Menschenverstand nach der ZDF-Dokumentation am Freitag.

© 2018, 2011 Der Wahlberliner, Thomas Hocke

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